Eintracht-Stürmer Younes Ebnoutalib gehört zu den großen Überraschungen im ersten Aufgebot von Jürgen Klopp als Bundestrainer. Der Stürmer der SGE darf sich erstmals bei der deutschen Nationalmannschaft zeigen – und hat sich damit gleichzeitig gegen eine mögliche Zukunft im Trikot Marokkos entschieden. Wie zuletzt berichtet, hatte sich auch der marokkanische Verband intensiv um den 23-Jährigen bemüht.
Ebnoutalib, der in Frankfurt geboren wurde und dessen Vater aus Marokko stammt, wäre grundsätzlich für beide Nationen spielberechtigt. Nachwuchsländerspiele absolvierte der Angreifer weder für Deutschland noch für Marokko. Gerade deshalb war seine internationale Zukunft bislang offen.
Klopp suchte persönlich das Gespräch
Noch vor wenigen Wochen schien eine Berufung in die deutsche Nationalmannschaft für Ebnoutalib selbst kaum ein realistisches Szenario zu sein. Das änderte sich offenbar durch Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp. Der neue Bundestrainer besuchte die Eintracht vor rund zwei Wochen persönlich und suchte hier unter anderem das Gespräch mit dem 23-Jährigen. In diesem habe er dem Stürmer deutlich gemacht, dass er mit ihm plane, heißt es in der „Bild“. Ebnoutalib habe sich daraufhin für Deutschland entschieden.
Dabei hatte auch Marokko um den Frankfurter geworben. Nationaltrainer Mohamed Ouahbi bestätigte, persönlich mit Ebnoutalib gesprochen zu haben. „Ich habe mit ihm telefoniert und ihm das Projekt Marokko erläutert“, wird der Nationalcoach in der „Bild“ zitiert. Der Eintracht-Angreifer habe sich eine Berufung in die marokkanische Auswahl verdient gehabt.
Der marokkanische Verband soll Ebnoutalib sogar noch eine offizielle Einladung für die anstehende Afrika-Cup-Qualifikation geschickt haben, obwohl der Stürmer zuvor mitgeteilt haben soll, künftig für sein Geburtsland Deutschland spielen zu wollen. Ouahbi verwies anschließend auf die sportliche Situation seiner Mannschaft und stichelte in Richtung des DFB-Teams: „Wir stehen auf Platz 6 der Weltrangliste und machen weiter.“
Klopp von Ebnoutalib sofort überzeugt
Für Eintracht-Fans dürften vor allem die Aussagen Klopps bei der Kaderbekanntgabe am gestrigen Donnerstag interessant sein. Der Bundestrainer machte keinen Hehl daraus, wie sehr ihn Ebnoutalib innerhalb kürzester Zeit überzeugt hat. „Ich habe sein erstes Spiel für Frankfurt gesehen. Und habe mir gedacht: Wo haben die den her?“, so der DFB-Coach. Besonders die Spielweise des 23-Jährigen hat es dem neuen Bundestrainer angetan: „Seine Art zu spielen, seine Bereitschaft, seine Schlauheit auf der letzten Linie, ist außergewöhnlich. Er ist ein großes Talent.“ Innerhalb des Trainerteams scheint die Personalie deshalb schnell geklärt gewesen zu sein. „Wir mussten im Trainerteam nicht mal diskutieren. Für uns war direkt klar, dass wir ihn nominieren müssen“, betonte Klopp.
Für Ebnoutalib ist die Berufung der nächste große Schritt in einer bemerkenswerten Entwicklung. Der gebürtige Frankfurter spielte sich über den SV Elversberg ins Blickfeld der Bundesliga und schaffte nach seinem Wechsel zur Eintracht schnell den Sprung in die Mannschaft. Nun könnte schon wenige Wochen später das Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft folgen. Neben dem Angreifer ist auch sein Sturmkollege Jonathan Burkardt und Torhüter Noah Atubolu Teil des Kaders des DFB-Teams für die Länderspielpause nach dem Freiburg-Spiel.






3 Kommentare
Der ist halt ein richtiger Hesse und Klopp einer, der sein Talent unbefangen erkennt. :)
das alles sehe ich genauso auch
Kann mich an keine ansatzweise ähnliche Reaktion des DFB erinnern, wenn sich Spieler gegen Deutschland entschieden haben, auch wenn man zuvor sehr um sie gekämpft hat. Beispielsweise bei Uzun oder Asslani. Da war man immer fair. Deshalb finde ich diese Reaktion etwas arm. Sie zeugt nicht von Respekt sondern nur von Egoismus. Auch der Wille des Spielers scheint egal.
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