Ante Rebic scheitert hier zwar am Leipziger Keeper Gulasci, dennoch sicherte er sich die Auszeichnung „Spieler des Spiels“.

Es war ein besonderes Montagsspiel, das sich am gestrigen Abend im Frankfurter Waldstadion ereignete. Unzählige Trillerpfeifen, Spruchbänder sowie Plakate und ein Hauch von Wimbledon. Wie von der kompletten Fanszene angekündigt, wurde das Spiel von zahlreichen Protestaktionen friedlich begleitet. Dass diese Begegnung noch länger im Gedächtnis eines jeden bleiben wird, liegt aber nicht nur am durch die Zuschauer vermittelten Zeichen, dass sie eine weitere Aufsplittung der Spieltage hinnehmen werden, sondern auch an den Geschehnissen auf dem Rasen. Denn auch dort ging es massiv und lautstark zur Sache: Rudelbildungen, Kartenflut, Videobeweis und ein zurückgenommener Strafstoß. Es war einfach ein denkwürdiger und nachhaltiger Fußballabend.

Dabei musste Eintracht Frankfurt bei diesem Spitzenspiel kurzfristig auf Omar Mascarell verzichten. Der Spanier laboriert an den Folgen eines Schlags auf den Spann. Zu groß waren die Schmerzen und die Gefahr, dass er eine längere Ausfalldauer riskiert. Passenderweise konnte aber Kapitän David Abraham sein Comeback nach zwei Monaten Pause feiern. Der Innenverteidiger übernahm den Platz in der Zentrale der Dreierkette. Dafür rückte Makoto Hasebe eine Position vor, um Mascarells Platz einzunehmen.

An der Leser-Bewertung gemessen, betrug die durchschnittliche Mannschaftsleistung der vierzehn zensierten Spieler 2,04. Die Fans der Eintracht haben also eine „gute“ Mannschaft auf dem Platz gesehen.

Die Einzelnoten der über 690 abstimmenden SGE4EVER.de-User im Überblick:

Ante Rebic, Kevin-Prince Boateng, Timothy Chandler:
Es ist ein mittlerweile seit Wochen anhaltendes Bild: Ante Rebic kämpft und ackert als ginge es um sein Leben. Immer wieder bringt er seine Gegenspieler in Bedrängnis, läuft sie kompromisslos an oder kann sich bei eigenem Ballbesitz gekonnt durchsetzen. Der Offensivspieler ist aus dem Frankfurter Angriffsspiel nicht mehr wegzudenken und das wird abermals mit der Auszeichnung „Spieler des Spiels“ belohnt. Stark wie er zudem das 2:1 durch Kevin-Prince Boateng vorbereitete. Dieser konnte seinen insgesamt fünften Pflichtspieltreffer für die Hessen feiern und brachte seiner Mannschaft damit den Sieg. Als Leader war er maßgeblich daran beteiligt, dass der Vizemeister eben zu keinem Zeitpunkt richtig ins Spiel gefunden hat und sein gefürchtetes Umschaltspiel aufziehen konnte. Der formstarke umfunktionierte Linksverteidiger Timothy Chandler spulte ebenfalls ein komplett zufriedenstellendes Programm ab. Toll, wie er mit seinem Willen den Ball zum 1:1 über die Linie drückte oder immer wieder zu seinen reihenweisen Sprints an der Seitenlinie ansetzte.

David Abraham, Marius Wolf, Makoto Hasebe, Luka Jovic, Mijat Gacinovic, Danny da Costa, Gelson Fernandes:
David Abraham kann man ebenfalls ein großes Lob aussprechen. Der Kapitän kam nach langer Verletzungspause zurück und war voll da. Zweikampfstark und gedankenschnell. Der Argentinier spielte als habe er nie gefehlt. Marius Wolf ist mittlerweile für die Standards der Mannschaft zuständig und das klappt mittlerweile immer bessere. Auch gegen Leipzig entwickelten sich dadurch gefährliche Situationen. Insgesamt blieb er dieses Mal über 90 Minuten gesehen etwas unauffälliger als sonst. Makoto Hasebe machte das Fehlen von Mascarell zu keinem Zeitpunkt sichtbar. Der Japaner las das Spiel und konnte gemeinsam mit Boateng die Mitte dichthalten. Klasse Auftritt. Luka Jovic und Mijat Gacinovic kamen als Einwechselspieler in die Partie und knüpften nahtlos an die Devise in diesem Spiel an: Fighten bis zum Ende! Danny da Costa hätte in der 56. Minute das 3:1 erzielen können, dann wäre das Ding sicherlich durch gewesen. Dort fehlt ihm wohl noch die Konzentration und Abschlussstärke. Dennoch war er eine absolute Bereicherung für die Mannschaft. Gelson Fernandes lief wie ein Terrier über den Platz und biss sich förmlich in seine Gegenspieler. Ordentliche Vorstellung von ihm.

Lukas Hradecky, Carlos Salcedo, Simon Falette, Sebastien Haller:
Lukas Hradecky hatte im Grunde nicht viel zu tun. Beim Gegentor war er wohl machtlos, ansonsten spielte er gut mit und ließ sich nicht in Bedrängnis bringen. Carlos Salcedo und Simon Falette erledigten im Verbund die „Drecksarbeit“. Es wurde gegrätscht und geschoben, was das Zeug hielt. Mit langen Bällen verstanden es beide die Leipziger geschickt zu überspielen. Sebastien Haller konnte sich zwar nicht in die Scorerliste eintragen, doch war immer wieder präsent und half sogar in der Verteidigung ununterbrochen mit. In der 67. Minute glitt sein Kopfball haarscharf am Pfosten vorbei.

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1 Kommentar

  1. Ich halte Rebic derzeit in einer bärenstarken Truppe für den Besten. Ein Wahnsinn was der rennt, wie schnell er ist, wie technisch beschlagen und trotzdem robust. Ich war damals echt sauer, als man ihn gehen lassen hatte aber das man am letzten Transfertag doch noch zugeschlagen hat war umso schöner.
    Eigentlich wären die Bayern dumm, wenn sie nicht versuchen würden Rebic z.B. als Ribery Ersatz zu holen. Hohe Ablöse zu verlangen wäre natürlich immer super aber das wäre wirklich der Spieler, den ich am wenigsten gehen lassen würde.

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