Die Saison 2025/26 war für Eintracht Frankfurt eine Spielzeit mit vielen Diskussionen, schwankenden Leistungen und frustrierenden sich ziehenden Wochen. Zwischen starken Auftritten auf großer Bühne und Phasen, in denen der Mannschaft die Konstanz fehlte, ragten dennoch einige Spieler klar heraus und prägten das Gesicht dieser Saison entscheidend. Wie schon in den vergangenen Jahren hatten die Leserinnen und Leser von SGE4EVER.de nach jedem Pflichtspiel die Möglichkeit, ihren „Spieler des Spiels“ zu wählen und damit direkten Einfluss auf die Bewertung der Adlerträger zu nehmen. Nach 44 Pflichtspielen, aufgeteilt auf 34 Meisterschaftsspielen, acht Champions League Spielen und zwei DFB-Pokal Spielen, steht nun fest, welcher Profi sich mit konstant starken Leistungen, besonderen Momenten und wichtigen Impulsen die Auszeichnung zum „Adler der Saison 2025/26“ sichern konnte. Im letzten Jahr sicherte sich Omar Marmoush mit einem famosen Notenschnitt von 2,07 die Auszeichnung „Adler der Saison 2024/25“.
Insgesamt kamen in dieser Saison 31 verschiedene Spieler für Frankfurt zu einem benoteten Einsatz. Mit Elye Wahi, Aurelio Buta und Jessic Ngankam verließen drei Adlerträger den Klub in der Winterpause. Dafür kamen Younes Ebnoutalib, Ayoube Amaimouni, Love Arrhov und Arnaud Kalimuendo an Bord. Keita Kosugi wurde zwar ebenfalls im Winter verpflichtet, kam aber zu keinen Pflichtspieleinsatz.
Nur neun unterschiedliche Spieler wurden in dieser Saison mit der Auszeichnung „Spieler des Spiels“ bedacht: Nathaniel Brown und Jonathan Burkardt teilen sich mit je fünf Auszeichnungen die Spitze. Gefolgt von Ritsu Doan mit vier Auszeichnungen und Can Uzun mit drei Auszeichnungen. Rasmus Kristensen, Oscar Hojlund, Michael Zetterer, Younes Ebnoutalib und Arnaud Kalimuendo landeten jeweils einmal an der Spitze der Spieltagsbenotung. In 20 (!) Spielen wurde niemand zum Spieler des Spiels gewählt – absoluter Rekord seit Einführung der Spielerbenotung auf unserer Plattform.
In diesem Jahr küren wir Can Uzun zum Adler der Saison mit einem Notenschnitt von 2,96. In der letzten Saison hätte dieser Durchschnittswert übrigens nur zu Platz 14 geführt. Bezeichnend, wie groß die Qualitätsunterschiede im Vergleich zum letzten Jahr sind.
Nachfolgend die Einzelkritik der Adler der Saison 2025/2026:
2,96 – Can Uzun: Der Youngster war über weite Strecken einer der aufregendsten Spieler im Frankfurter Kader. Uzun brachte Kreativität, Unbekümmertheit und Torgefahr ins Offensivspiel und entschied mehrfach Spiele mit Einzelaktionen. Gerade in engen Partien war seine Technik ein wichtiger Faktor. Gleichzeitig zeigte die Saison aber auch, dass der junge Offensivspieler noch Schwankungen in seinem Spiel hat und körperlich nicht immer konstant auf höchstem Niveau agieren konnte, auch aufgrund zwei längeren Verletzungen in dieser Saison. Trotzdem setzte sich der türkische Nationalspieler am Ende verdient gegen seine Teamkollegen durch. Als einziger Adlerträger mit einer 2 vor dem Komma.
3,00 Michael Zetterer: Die Torwart-Diskussion war die gesamte Saison über präsent. Und so richtig zufriedenstellend fällt die Beurteilung der Gesamtsituation auf dieser neuralgischen Position nicht aus. Trotzdem spülten seine Leistungen ihn am Ende sogar auf Platz 2 der Gesamtbewertung. Gerade in hektischen Phasen der Saison war Zetterer zwar mehrfach ein wichtiger Rückhalt. Allerdings leistete er sich vereinzelt Unsicherheiten im Aufbauspiel und wirkte nicht immer komplett souverän bei hohen Bällen.
3,02 Jonathan Burkardt: Burkardt verlieh dem Frankfurter Angriff mit seiner Dynamik und Laufstärke sofort eine ganz neue Dimension im Vergleich zur Stürmer-Generation der Vorjahre. Besonders seine Tiefenläufe und sein aggressives Pressing passen normalerweise hervorragend ins Frankfurter Spiel, wenngleich diese Stärke über weite Strecken von den unterschiedlichen Trainerteams nur selten forciert wurde. Immer wieder zeigte er aber seine Abschlussqualitäten und war offensiv einer der wichtigsten Unterschiedsspieler. Verletzungsbedingt fehlte allerdings phasenweise die letzte Konstanz über die komplette Saison hinweg. So komplettiert er mit Zetterer und Uzun das Treppchen der drei besten Spieler der Saison.
3,04 Rasmus Kristensen: Kristensen verkörperte über die gesamte Saison hinweg Mentalität, Aggressivität und Einsatzwillen. Der Däne war auf der rechten Seite kaum wegzudenken und überzeugte mit seinem intensiven Spielstil. Aber auch er war defensiv in vielen Spielen nicht mehr so stabil. Zudem reihten sich auch bei ihm diverse Verletzungen ein, die ihn immer wieder zurückwarfen.
3,05 Nathaniel Brown: Brown entwickelte sich im Saisonverlauf zu einer der größten Überraschungen der Mannschaft. Der Linksverteidiger kombinierte enormes Tempo mit mutigen Offensivaktionen und überzeugte gleichzeitig defensiv deutlich konstanter als viele erwartet hatten. Vor allem seine Entwicklung über die Saison hinweg war beeindruckend. In manchen Spielen fehlte noch etwas Erfahrung, insgesamt aber ein klarer Gewinner der Spielzeit, auch wenn er es nicht auf das Treppchen schaffte.
3,08 Arnaud Kalimuendo: Kalimuendo brachte der Eintracht im Angriff Tempo, Tiefgang und Abschlussstärke. Gerade seine Bewegungen ohne Ball sorgten immer wieder für Probleme bei gegnerischen Abwehrreihen. Er war einer der Lichtblicke in der Rückrunde. Über viele Spiele hinweg musste der Franzose aber auch mit den unterschiedlichsten Positionen vorliebnehmen, womit er oft genug auch fremdelte.
3,35 Oscar Hojlund: Hojlund benötigte etwas Zeit zur Eingewöhnung, steigerte sich im Verlauf der Saison aber sichtbar. Besonders im zentralen Mittelfeld brachte er Dynamik und Intensität ins Spiel. Technisch zeigte der junge Däne immer wieder seine Klasse, auch wenn ihm in manchen Situationen noch die Ruhe und Erfahrung fehlte. Seine Entwicklung macht definitiv Hoffnung für die kommenden Jahre und im Vergleich zu Larsson hat er auf jeden Fall einen Schritt nach vorne gemacht.
3,36 Ansgar Knauff: Knauff blieb auch in dieser Saison ein Spieler mit extremen Schwankungen. Wenn er ins Rollen kam, war er mit seinem Tempo kaum zu stoppen und sorgte regelmäßig für Gefahr. Gleichzeitig fehlte ihm aber weiterhin die Konstanz im letzten Drittel. Zu oft wechselten starke Aktionen und unglückliche Entscheidungen direkt hintereinander. Auch er musste sich aus einer längeren Verletzung heraus zurückkämpfen und hatte insgesamt kein einfaches Jahr.
3,38 Arthur Theate: Theate brachte der Defensive Robustheit und Führungsqualität. Gerade in intensiven Spielen war der Belgier mit seiner Zweikampfhärte enorm wichtig. Allerdings hatte auch er Anteil an den defensiven Problemen der Mannschaft, vor allem wenn die Eintracht zu offen verteidigte. Im Verlauf der Saison musste er immer häufiger mit einem Bankplatz rechnen und verlor damit seinen Rang als Stammspieler bei der SGE.
3,51 Ritsu Doan: Doan gehörte spielerisch zu den elegantesten Akteuren der Mannschaft. Mit seiner Technik und Spielintelligenz sorgte er immer wieder für kreative Momente im Offensivspiel – vor allem in der Hinrunde. Allerdings fehlte ihm über längere Phasen etwas die Durchschlagskraft in Form von Toren und Assists. Gerade gegen tiefstehende Gegner tat er sich phasenweise schwer. In der Rückrunde war er signifikant oft der schlechteste Adlerträger auf dem Feld, weshalb ihn die Rückrunde einen Platz auf dem Treppchen zunichte machte.
3,57 Aurelé Amenda: Körperlich und im Spielaufbau bringt der Innenverteidiger viele spannende Anlagen mit. Gleichzeitig merkte man ihm in einigen Situationen die fehlende Erfahrung noch deutlich an. Vor allem bei schnellen Umschaltsituationen wirkte er gelegentlich unsicher. In der Rückrunde erkämpfte er sich aber einen Platz in der Startelf und gehörte damit sicherlich noch zu den formstärksten Spielern der Eintracht.
3,58 Hugo Larsson: Larsson bestätigte über weite Strecken leider kaum seine zweifelsfrei hohe Qualität im Mittelfeld. Er schaffte es nicht, einer dauerhaft schwankenden Mannsschaft Struktur und Sicherheit zu geben. In stärkeren Spielen war er allerdings klarer Taktgeber im Zentrum.
3,63 Robin Koch: In Summe leider eine Saison zum Vergessen für den Kapitän. Zu oft brach er wie der Rest der Mannschaft in sich zusammen. Auch als Führungsspieler gab er zu selten eine gute Figur ab. Hier darf sicherlich auf dem Prüfstein stehen, ob er ein geeigneter Kapitän für diese Mannschaft ist.
3,65 Mario Götze: Bei ihm wurde deutlich, dass ihm in intensiven Spielen zunehmend die Dynamik fehlt, um dauerhaft Spiele an sich zu reißen. Zu selten gab es die klassischen „Götze-Momente“ im Spiel. Erstmals seit 16 Jahren – seiner damaligen Debüt-Saison – blieb er ohne Scorerpunkt in einer Meisterschaftsrunde.
3,68 Jean-Matteo Bahoya: Bahoya gehörte zu den Spielern, die im Saisonverlauf immer wieder für Begeisterung sorgten. Mit seinem Tempo und seiner Unbekümmertheit brachte er Schwung ins Offensivspiel, gerade im ersten Viertel der Saison. Danach kamen aber auch regelmäßig Einsätze bei rum, die arg verwundernswert waren. So richtig hat er in Frankfurt immer noch nicht den Durchbruch geschafft.
3,68 Fares Chaibi: Chaibi zeigte immer wieder seine technischen Fähigkeiten und seine Kreativität zwischen den Linien. Allerdings gelang es ihm zu selten, Spiele dauerhaft zu prägen. Gerade in schwierigeren Saisonphasen tauchte der Algerier phasenweise zu sehr ab. Trotzdem blieb er offensiv ein Spieler, der jederzeit mit einer Einzelaktion den Unterschied machen konnte. Mit zehn Vorlagen und drei Toren war er der Topscorer der SGE – und trotzdem gab es nur einen Notenschnitt von 3,68.
3,87 Nnamdi Collins: Collins hatte eine schwierige Saison mit Licht und Schatten. Körperlich und athletisch bringt der Verteidiger weiterhin spannende Voraussetzungen mit, allerdings unterliefen ihm immer wieder haarsträubende Fehler im Stellungsspiel und in der Entscheidungsfindung. Gerade defensiv fehlte häufig die nötige Ruhe. Spätestens mit der Nationalmannschaftsberufung verlor er komplett den Faden. Zum Saisonende fiel er dann auch noch verletzt aus.
3,97 Kaua Santos: Santos konnte leider kaum überzeugen. Der Brasilianer war teilweise ein absolutes Sicherheitsrisiko im Kasten der Frankfurter. Von einer Breakout-Season war er meilenweit entfernt. Spannend wird nun sein, ob er, wenn er denn wieder fit ist, noch einmal beweisen kann, dass er die Nummer 1 sein sollte.
3,98 Ellyes Skhiri: Eine absolut enttäuschende Saison für den Tunesier. Gemessen an seiner Erfahrung und dem Sälar teilweise sogar eine Zumutung, was er auf dem Rasen zeigte. Als Innenverteidiger teilweise aufgeboten, zeigte er hier noch die besten Auftritte. Im Mittelfeld ist er aber unter diesen Voraussetzungen nicht zu gebrauchen.
Maßgeblich für die Einzelkritik sind mindestens 15 Pflichtspieleinsätze. Younes Ebnoutalib, Paxten Aaronson, Jens Grahl, Niel Nkounkou, Ayoube Amaimouni, Mo Dahoud, Elye Wahi, Michy Batshuayi, Elias Baum, Love Arrhov, Aurelio Buta und Jessic Ngankam sind daher nicht aufgeführt.






5 Kommentare
Da scheint sich was zu tun: https://www.kicker.de/huetters-vertragsunterschrift-in-frankfurt-rueckt-naeher-1223880/artikel
Wahi mit 2 Toren den Abstieg von Nizza verhindert. Wird wahrscheinlich kein so großes Millionengrab.
Ich liebe Uzuns Spiel, finde Jonny toll und Amenda hat sich gemacht - aber Adler der Saison ist Nene!
Ich traue hier auch zu, dass es Gespräche gibt, aber auch mit anderen Trainern.
Wenn es so gehypt ein anderer Trainer wird, hat man automatisch schon Futter für den nächsten Artikel: Krösche verliert A Lösung, neuer Trainer nur C Lösung? Und schon kann man wieder mit Dreck werfen, ohne die Grundlage zu belegen zu müssen, dass wirklich Hütter Wunsch Nummer 1 ist...
Meine gefühlte Statistik
1.) Nene Brown
2.) Aurele Amenda
3. ) Can Uzun
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