Immer mit einem Lächeln im Gesicht – „Gonzo“ Paciencia

Gonzalo Paciencia geht bereits in seine zweite Saison mit der Eintracht und erhofft sich von dieser Spielzeit sicherlich den endgültigen Durchbruch in der Bundesliga. Neben seiner frühen Verletzung, erschwerte ihm auch die bärenstarke Konkurrenz im Sturm den Weg zum Stammspieler. Dennoch freue sich der sympathische Portugiese nicht über den Abgang der Büffelherde. „Die Medaille hat zwei Seiten: Klar, auf der einen Seite ist es gut für mich, weil es zwei großartige Stürmer sind, die immer gespielt und immer getroffen haben. Für mich war es dadurch etwas schwieriger. Andererseits muss man klar feststellen, dass die Mannschaft durch ihren Weggang Qualität verloren hat. Aber so ist das heutzutage im Fußball: Spieler gehen, Spieler kommen. Das ist normal.“ Generell habe er auch viel von der Büffelherde gelernt – sie allerdings ebenso von ihm.

Dost ein „fantastischer Stürmer“

Einen seiner neuen „Konkurrenten“ kennt Paciencia bereits aus seiner Zeit in Portugal: Bas Dost. „Er ist ein fantastischer Stürmer, ich kenne ihn aus Portugal, habe einige Male gegen ihn gespielt. Er ist gut für die Mannschaft, seine Verpflichtung hebt die Qualität des Teams an.“ Auch aus Deutschland verfolge der Stürmer weiterhin die portugiesische Liga und hält Sporting für ein „großes Team“ in Portugal. Jedoch unterscheide sich die Bundesliga grundsätzlich von der Liga NOS, weshalb er sich zunächst auch eingewöhnen musste.„In Portugal haben wir drei Topteams, Porto, Benfica und Sporting, aber die übrigen Mannschaften fallen ab. Das heißt, dass die Konkurrenz nicht so hoch ist und man nicht jede Woche auf höchstem Level gefordert wird. Hier ist die Intensität sehr viel höher, auch das Training ist viel härter, alles ist schneller. Und dann kommt noch dazu, dass man sich ja auf ein neues Land, eine neue Sprache und neue Menschen einlassen muss. Das ist nicht so einfach am Anfang. Für mich war es ja noch mal schwieriger, weil ich gleich verletzt war und nicht bei der Mannschaft sein konnte.“

Genau diese bittere Verletzung habe ihm jedoch auch in gewisser Weise geholfen – Es sei angenehmer wegen einer Verletzung nicht zu spielen, als aus Leistungsgründen verriet Paciencia mit einem schmunzeln. Die Bank hätte ihm in der letzten Saison auch ohne Verletzung sicherlich gedroht. „Na ja, ich habe mir dann einfach gesagt, ich spiele zwar nicht, aber nicht, weil sie so gut sind, sondern weil ich verletzt war. Das hat mir geholfen“ Generell sei der Portugiese aber niemand, der die Schuld bei anderen Suche. Wenn man spielt „hat man das verdient“ und wenn nicht, „muss man härter an sich arbeiten“.

„Ich fühle mich schon als Frankfurter“

Belohnt wurde er letzte Saison in jeden Fall beim Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim. Gerade eingewechselt, erzielte er in der Nachspielzeit den 3:2 Siegtreffer. „Es war einfach nur fantastisch, völlig verrückt, unvergesslich, ich werde mich mein ganzes Leben daran erinnern. Wir lagen zurück, keiner dachte, dass wir noch zurückkommen würden. Und dann passierte das. Ich habe damit nicht gerechnet, war nach meiner Verletzung erst eine Woche vorher in den Kader zurückgekehrt. Ich war vorher die ganze Zeit verletzt, saß nur auf der Bank. Aber ich denke, das war die Belohnung für meine harte Arbeit, die ich zuvor investiert hatte.“ 

Insgesamt fühle er sich in Frankfurt inzwischen „total angekommen und intigriert“. Alles fiele leichter, wenn man sich wohlfühle. Auch Deutsch könne er inzwischen größtenteils verstehen – wenn es um Fußball gehe erst recht. Nur eins fehle ihm am Main. „Ich kann das Meer nicht sehen. Ich vermisse es, an den Strand zu gehen und mir den Sonnenuntergang anzusehen. (…) Aber noch mal: Ich mag es, hier zu sein. Deutschland ist ein tolles Land, Frankfurt ist eine schöne Stadt, ich mag die Menschen. Ich fühle mich schon als Frankfurter. Aber ich sehe halt nicht das Meer, nur den Fluss“                             

Überfall als einschneidendes Erlebnis           

So, wie „Gonzo“ heute ist und lebt, habe viel mit einem traumatischem Erlebnis aus seiner Jugend zu tun. Er und seine Familie wurden im eigenen Zuhause überfallen. „Ich war 14 Jahre alt, sie kamen bewaffnet in unser Haus, hatten uns vorher ausspioniert, sie hielten mir eine Pistole an die Schläfe. Sie dachten, Sie könnten bei uns groß abkassieren, weil mein Vater ein berühmter Fußballer war.“  Dieses Erlebnis, habe seine Blickweise auf vieles verändert – auch den Fußball.

Inzwischen sind die Täter im Gefängnis und er habe mit dem Vorfall komplett abgeschlossen.“ Ich versuche, das Leben zu genießen und aus allem das Beste zu machen. Ich mag es, lustig zu sein und die Menschen zu unterhalten. Ich mag die Menschen, und ich hoffe, die Menschen mögen mich auch.“ Die Eintracht Fans zumindest, scheinen ihn langsam aber sicher ins Herz zu schließen.
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29 Kommentare

  1. Paciencia wird nun allmählich aus seinem Schatten heraustreten, Verantwortung übernehmen und eine ganz andere Leichtigkeit und Leistung an den Tag legen.
    Das wiederum steigert das Selbstvertrauen und letztendlich die Scorrerpunkte auf dem Platz.
    Zum einen ist es das berühmte 2. Jahr, zum anderen natürlich das nicht mehr existente Sturmbollwerk, das „wie eine Wand“, ohne Chance vorbeizukommen, vor ihm stand.
    Wir werden in der Kombi Dost & Silva noch viel Freude an dem neuen Dreigestirn haben.

  2. @1 G-Block:
    Stimme dir voll zu.

    Und immer wenn ich ihn in Interviews sehe oder höre, denke ich „was für ein sympathischer, bescheidener und reflektierter junger Mann“.

  3. Bisher in der Liga 14 Spiele ( im Schnitt 41 Minuten) 5 Tore und 2 Vorlagen, davon diese Saison 3 Spiel mit 2 Toren und einer Vorlage. Seine Bilanz ist schon jetzt gut und wird besser werden.

    Er scheint ein positiver Mensch mit einer gesunden Einstellung zu sein. Das passt

  4. Hmmm. Ich mag ihn und seine Art zwar sehr gerne, muss aber sagen, dass das Interview gewisse ungute Ahnungen aufkommen lässt.
    Zum einen halte ich den Hinweis auf die Eingewöhnungszeit von Bas für etwas unglücklich. Bas hat im Vergleich zu Gonco schon drei Jahre mehr Bundesligaluft geatmet. Wohlgemerkt als Stammspieler.
    Zudem erhoffe ich mir von Silva einiges, sodass bei entsprechender Einsatzzeit von DJ und guter Performance von Dost für Gonco auch in diesen Jhr nur begrenzt Einsatzzeit zur Verfügung stehen könnte.

    Es bleibt spannend…

  5. @5. tommy1899:
    Ja.
    In der Tat könnte es sein, dass du am Ende mit deiner Überlegung richtig liegst.

    Vielleicht könnte es aber auch sein, dass die drei da vorne sich gegenseitig ergänzen und wir, je nach Gegner und System schlecht ausrechenbar sind, weil wir mir allen dreien oder mit jeweils Zweierkombinationen spielen kann.

    Aber richtig. Es bleibt spannend.

    Mein Eindruck von Paciencia ist einfach, dass er ein geerdeter junger Mann mit gesunder Selbstreflexion ist, der sich positiv in die Mannschaft einfügt und kein Stinkstiefel ist.
    Das macht ihn sehr sympathisch.
    Und darüber hinaus ist es ha auch nicht so, dass er als Stürmer keine Qualitäten hätte.

    Ich hab ein recht gutes Gefühl, dass das mit der Dreiercombo funktionieren kann und Joveljic von seinen Kollegen lernen wird.

  6. P.S.:
    Und seine Torquote war bisher schon gut.
    Das lässt für diese Saison hoffen!

  7. Würde mir sehr Leid tun, wenn Paciencia wieder nur auf der Bank sitzt.
    Letztes Jahr kam er an der Büffelherde nicht vorbei und dieses Jahr droht es wieder.

    Hat bisher überwiegend starke Leistungen gezeigt. Bin gespannt, ob Dost & Silva am Ende stärker sein werden.

    Wunschaufstellung: Sow, Rode, Kamada – Dost, Silva (oder Paciencia)

  8. Pacienca ist echt ein angenehmer Bodenständiger junger Mann der weiß wo er herkommt. Dafür hat er allen Respekt. Ich gehe davon aus, das mit Dost und Paciencia ein kongeniales Sturm Duo entsteht. Silva würde ich eher hinter den Spitzen sehen. Aber was weiss ich schon 🙂 Der Adi wirds richten! Forza nur die SGE

    Offtopic.:
    Sehr interesannter Bericht.:
    https://www.wiesbadener-kurier.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/ein-spielmacher-als-geschenk-daichi-kamada-uberzeugt_20410831#

  9. Ich mag Paciencia, ein sympathischer Typ. Ich hoffe auch, dass es Pacienca jetzt weiter beflügeln wird, dass er in seiner Sturmreihe portugiesisch sprechen kann. Für Silva wird es dadurch bestimmt auch einfacher mit dem Einleben in F werden, wenn er sich mit Jugendfreund Paciencia und Portugalfussballkenner Dost in seiner Muttersprache austauschen kann.

    Viva Portugal!
    Forza SGE!

  10. Guter, feiner Kicker und netter Kerl.
    Nicht zuviele Gedanken über Einsatzzeiten machen, wir brauchen alle 3 und jeder wird seine Spielzeiten bekommen, alles gut.

  11. Letztes Jahr hatten wir die Büffelherde, nun sind es portugiesische Stiere! (Bast zähle ich jetzt mal dazu 😉 )

  12. @13
    Wenn ich die gesamte Offensive sehe, mit Kostic, Kamada, Paciencia, Silva, Juwelic und – mit Abstrichen -Dost, dann erkenne ich am Ehesten noch eine Gazellenherde.

  13. @14: sge1899

    Jeden Morgen erwacht in der Bundesliga eine Gazelle. Sie weiß, daß sie schneller laufen muß als der schnellste Löwe, wenn sie am Leben bleiben will.
    Jeden Morgen wacht ein Löwe auf. Er weiß, daß er schneller laufen muß, als die langsamste Gazelle, wenn er nicht verhungern will.
    Egal, ob man ein Löwe ist oder eine Gazelle: Sobald die Sonne aufgeht, muß man laufen!

  14. Jeden Morgen wach ich auf um auf die Arbeit zu rennen.
    Und jeden Mittwoch und Samstag wach ich auf und spiele Lotto, damit ich nicht mehr rennen muss.

  15. Dieses Jahr haben wir keine Büffelherde sondern Lusitanos (portugiesische Rassepferde)
    Artbeschreibung: Vielseitiges, gelehriges, wendiges, schnelles und mutiges Stierkampfpferd mit besonderer Veranlagung zur Hohen Schule, auch im internationalen Sport erfolgreich.

  16. Es sind letztlich nur vier Stürmer. Einer ist Azubi. Einer spielt nur zentral. Es sind drei Wettbewerbe.

    Gonca hat bereits Aktien, hat dem Team bereits immens geholfen.

    In Gegensatz zu einigen Mittelfeldspielern kann er ganz entspannt sein diesbezüglich. Er kann doch alles. Zentral Mitte, Flügel. Er wird sich mit Silva die Einsatzzeiten teilen. Sie sind sich sehr ähnlich. Guter erster Kontakt, gutes Passspiel, guter Abschluss mit Kopf und beiden Beinen.

    Dost bleibt in der Mitte. Die Satellitenstürmer werden viel laufen und arbeiten. Auch wenn Silva Stamm spielt, Gonca bekommt solide Einsatzzeiten. Und wer weiß. Ich kann mir auch wieder drei Stürmer vorstellen. Hatten wir doch erst.

  17. @15. 911

    Wo hast du den her, geil 🙂

    Paciencia kommt sehr sympathisch rüber. Ein feiner Junger. Freue mich schon auf unseren „neuen“ Sturm 🙂

    Eines habe ich mit ihm gemeinsam, mir fehlt auch das Meer, kann es hier leider auch nicht sehen 😉

  18. Ob Silva vielleicht auch mit Kamada rotieren kann? Habe ich bei Silvas Selbstbeschreibung so ein wenig raus gelesen, dass er auch gerne flexibel hinter den Spitzen agiert und arbeitet. Dann kann mal in die Überlegungen Kamada rein nehmen als Sturmbestandteil. So gäbe es Möglichkeiten zu

    ………….Tor…………
    ……….Abwehr………
    ………….MF………….
    ……….Kamada……… oder ……….Silva………..
    …..Dost…Paciencia… oder …Dost…Joveljic…

    Und Kombinationen. So könnten Silva, Dost und Paciencia gleichzeitig auf dem Feld stehen, wenn Kamada auf die Bank rückt. Oder man könnte Joveljic mal rein nehmen und dafür Paciencia raus lassen. Dost würde ich ürbigens immer spielen lassen. Außer er hält seine Form nicht. Ich denke sein Spiel ist weniger kräftezehrend. Dagegen werden vor allem Kamada (wie man jetzt schon sieht) aber auch Paciencia oder Silva viele km schrubben. Da darf dann rotiert werden.

  19. Paciencia wird diese Saison einen großen Schritt machen. Er ist ein sehr intelligenter Stürmer. Man hat gemerkt, dass Bas viele Bälle ins Nichts gespielt hat, weil er die Laufwege nicht kannte. Nach etwa 30 Minuten ist Paciencia fast immer in die Richtung gelaufen, in die der Ball kam und zwar schon vor dem Pass von Bas.

    Er spielt oft noch ein wenig umständlich und ohne klare Linie, aber das wird von Spiel zu Spiel besser. Ähnlich übrigens bei Kamada, der sehr nervös wird, sobald er im Strafraum ist.

    Es ist aber doch gut, dass wir vor Joveljic, der noch Zeit braucht, drei Stürmer haben. Wir sind auf drei Hochzeiten vertreten. Da wird immer mal rotiert und es ist wichtig, von der Bank nachlegen zu können.

    Ich denke sowohl Bas als auch Gonza werden diese Saison zweistellig treffen. Bei Silva weiß ich zu wenig über seine Torgefährlichkeit. Er hat eine gute Technik, Grundschnelligkeit und Spielintelligenz. Ob er aber eher als (Vor-)Vorbereitet oder Vollstrecker in Erscheinung tritt, wird sich für mich noch zeigen.

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  21. @rob:

    „Ich könnte mir vorstellen, dass Dost bei Mannschaften wie Bayern oder Dortmund öfter mal in der Luft hängt. Da könnten Silva und Gonzo zusammen sinnvoller sein und Silva eine Option, wenn wir hinten liegen und sich der Gegner etwas zurückzieht.

    Bas braucht Flanken und Anspiele im Strafraum. Kann mich an kein Tor von ihm erinnern, das er von Außerhalb oder einem Sprint geschossen hat.

  22. Paciencia hat die Technik und die Übersicht um auch hinter den Spitzen spielen, so wie in Hz. 2 gegen DDorf. Das hieße dann z.B Paciencia hinter Dost und Silva.

  23. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum Pacienca nicht regelmäßig spielen sollte. Er hat bereits im bisherigen Saisonverlauf seine Qualitäten gezeigt. Silva und Bas Dost müssen sich erstmal beweisen. Im Übrigen halte ich es nicht für ausgeschlossen, dass alle drei spielen.

    Allein die Diskussion zeigt schon, dass Hütter die Qual der Wahl hat. Ich glaube, da gibt es Schlimmeres.

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