Nino Berndroth verantwortet bei Eintracht Frankfurt die Kaderplanung der Mannschaften von der U17 bis zur U21. Damit gilt er unter anderem als Architekt des Wiederaufstiegs der U21 in die Regionalliga Südwest sowie des Einzugs der SGE ins Achtelfinale der UEFA Youth League. Um die Saison 2025/26 abzuschließen, gab der 39-Jährige nun ein Interview im vereinseigenen Podcast „Eintracht vom Main“.
„Insgesamt sind wir auf einem sehr, sehr guten Weg. Ich kenne das NLZ schon sehr lange. Ich gehe hier jetzt schon in meine sechste Saison, war aber auch selbst hier Teil der Nachwuchsarbeit von Eintracht Frankfurt“, ordnete Berndroth die aktuelle Arbeit des Frankfurter Nachwuchsleistungszentrums ein und ging ergänzend noch einmal genauer auf seinen persönlichen Werdegang ein: „Ich habe hier in der Jugend selbst gespielt, auch am Riederwald. Das hat sich nicht geändert. Wir sind immer noch am glorreichen Riederwald. Auch wenn sich ein bisschen etwas verbessert hat. Aber im Großen und Ganzen hat sich das NLZ extrem weiterentwickelt. Den Personalschlüssel, den wir jetzt haben, kann man nicht vergleichen mit dem, den wir früher hatten.“
Wiederaufstieg perfekt: U21 zurück in der Regionalliga
Dass die Eintracht beim Thema Jugendarbeit ein eigenes Erfolgsrezept gefunden habe, sei vor allem Sportvorstand Markus Krösche zu verdanken. Auf Wunsch des 45-Jährigen meldeten die Hessen die im Jahr 2014 abgeschaffte zweite Mannschaft wieder an. „Wir haben die Mannschaft 2022 wiedereingeführt. Und das, muss man sagen, war für uns als Verein ein absoluter Erfolg. Wir sehen auch täglich, wie wichtig diese Mannschaft für unsere jungen Spieler ist“, sagte Berndroth. Umso erfreulicher sei es dann, wenn die U21 auch noch sportliche Erfolge feiere. Tatsächlich dominierte das Team mit 90 Punkten und 100 geschossenen Toren in der abgelaufenen Saison die Hessenliga und stieg somit deutlich in die Regionalliga auf.
Auch über die Erfolge der anderen Jahrgänge habe er sich freuen können. Beispielsweise unterlag das U19-Team erst im Viertelfinale des DFB-Pokals mit 1:2 dem 1. FC Köln. Ein Wettbewerb habe allerdings für ihn herausgestochen: „Gerade in der U19 haben wir eine unfassbare Youth-League-Saison gespielt“, sagte der Sohn des ehemaligen Eintracht-Co-Trainers Ramon Berndroth. Eine Besonderheit sei hier gewesen, dass Spieler aus der U17, U19 sowie U21 zusammen ins Rennen gingen. Die Eintracht habe während des Wettbewerbs erfolgreich auf die Erfahrung einiger Jugendnationalspieler vertrauen können: „Unser NLZ besteht aus sehr vielen Nationalspielern. Wir haben, glaube ich, mittlerweile mit die meisten Nationalspieler in Deutschland. Nicht nur sehr viele deutsche Nationalspieler, sondern auch für andere Nationen. Das heißt, die messen sich schon sehr, sehr oft auf internationalem Niveau.“ Schlussendlich schaffte es die Frankfurter Eintracht bis ins Achtelfinale. Gegen die Jugendauswahl von Sporting Lissabon verloren die Adlerträger dann mit 0:1.
„Wir wollen unseren Jungs viel fürs Leben mitgeben“
Gleichzeitig empfinde er es nicht als schlimm, wenn seine Teams manchmal eben auch Rückschläge erleben würden. So gelang weder der U17 noch der U19 die Qualifikation für die Liga A der DFB-Nachwuchsliga. „Jeder wünscht sich jede Woche nur Siege. Aber du wünschst dir auch mal Negativergebnisse, damit sie auch damit mal lernen, umzugehen“, ordnete er aus der Sicht eines Jugendkaderplaners die Thematik ein. Zwar habe für ihn das Sportliche immer Vorrang, fast genauso wolle er den jungen Spielern aber auch bei ihrer Persönlichkeitsbildung helfen: „Wir wollen unseren Jungs viel fürs Leben mitgeben. Dann macht Nachwuchsarbeit, glaube ich, auch nachhaltig Sinn. Ja, natürlich sind wir ein Fußballverein und wollen Fußballer ausbilden, aber wir wollen den Jungs auch fürs Leben ein gewisses Mindset und eine gewisse Arbeitseinstellung mitgeben.“
Ihm sei vor allem die Verantwortung bewusst, weil er wisse, dass es nicht jeder talentierte Spieler auch gleich in den Profifußball schaffe. Deshalb versuche die Frankfurter Eintracht, den Spielern auch Werte für das Leben außerhalb des Fußballs mitzugeben. Dabei unterstütze der gesamte Verein: „Wir haben natürlich mit Christian Nuß auch einen Sportpsychologen bei uns im NLZ, der auch schon jahrelang dabei ist. Er arbeitet sehr viel mit den Spielern im Einzelcoaching, aber auch im Mannschaftscoaching“, erklärte Berndroth. Jedoch seien genauso die Trainer, der Staff und alle Verantwortlichen gefragt, was in Frankfurt auch ernst genommen werde.
Berndroth startet beruhigt in den Transfersommer
Mit Blick auf die kommende Spielzeit sei Berndroth schon jetzt relativ zufrieden. Schließlich gehe die SGE mit einem festen Plan in den Transfersommer: „Dieses Jahr ist es uns sehr, sehr gut gelungen, dass wir bereits sehr früh an Spielerprofilen dranwaren, auf die wir uns festgelegt haben. Dann konnten wir im Scouting schon die Talente identifizieren, die wir extern verpflichten wollen.“ Neuzugänge wie Davyd Ramaki, Julian Etse oder George Didoss sollen die U21 demnach ab der kommenden Spielzeit in der Regionalliga unterstützen. Dennoch richte Berndroth seinen Blick immer erst darauf, ob eigene Talente aus dem Frankfurter Nachwuchsleistungszentrum für die kommende Saison in Frage kämen. „Erstmal wollen wir natürlich die Entwicklung der Jungs weiter vorantreiben. Wir haben auch dieses Jahr wieder sehr, sehr viele junge Spieler, die noch in der U18 oder in der U19 spielen könnten“, erklärte er. Dabei müsse er allerdings ebenfalls die Balance zwischen Entwicklung und Erfolg finden.
„Wir wollen wieder eine schlagkräftige Truppe aufs Eis bringen, die vor allem unseren Fußball umsetzen kann. Und auch eine spannende Mannschaft ist für unsere eigene erste Mannschaft. Aber auch für die Entwicklung, dass wir da einige Fußballprofis entwickeln können“, erläuterte er weiter. Denn schlussendlich freue er sich über jeden Fußballprofi, den Eintracht Frankfurt hervorbringe. Mit den steigenden Erwartungen an die Profimannschaft sei es nämlich zunehmend schwerer, Talente an diese heranzuführen. Berndroth sagte dazu: „Über die Durchlässigkeit kann man immer sprechen. Aber da kann man auch immer über die Qualität der eigenen Jungs sprechen, weil mittlerweile die erste Mannschaft eben nicht nur irgendein Bundesligist ist, sondern dieses Jahr eine Champions-League-Mannschaft gewesen ist.“ Nichtsdestotrotz wolle er die Kluft zwischen Profis und NLZ in den kommenden Jahren immer weiter verringern.






11 Kommentare
Off topic:
Kann eigentlich mal jemand die Hintergründe kritisch hinterfragen, weshalb so viele Spielerinnen die Frauenfussball-Frauschaft ;-) verlassen? Man stimmt da irgend etwas nicht im Gefüge oder irre ich mich? Ich sehe in naher Zukunft nur noch Mittelmaß, wenn überhaupt :-(
Man = mMn = meiner Meinung nach….
Warum schreibst Du das nicht in einen passenden Frauen-Thread?
Weil er im Hier und Jetzt unterwegs ist und zu Recht vermutet, dass in den alten Threads kein Schwein auf seine Frage eingeht.
Macho ;-)
Wo finde ich einen passenden Frauen-Thread? Nicht gefunden, daher Off Topic
Meinst du diesen?
Ablösefreier Abgang bei den SGE-Frauen: Jella Veit wechselt zu Union Berlin
Mein Thema ist auch mehr an die Redaktion gedacht.
Hat jetzt auch nichts mit dem Artikel zutun, aber langsam könnte es schon losgehen mit Transfervollzügen bei Zu- und Abgängen, damit AH ruhig arbeiten kann ab Tag1 der Vorbereitung.
Bei der Menge der zu erwartenden Transfers ist das Zeitfenster nicht allzu groß.
Ich verstehe zwar in manchen Fällen will man die WM vielleicht abwarten zwecks Wertsteigerung, aber da gibt es noch genügend Spieler die nicht dabei sind.
Natürlich weiß MK wie es geht nur meine positive Anspannung auf die neue Mannschaft ist riesig.
Ja
Im Gegensatz zu hier ... ?? ;-)
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