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Der 37-jährige Jens Grahl (Mitte) denkt noch nicht ans Karriereende. Foto: IMAGO / Schüler

„Müssen keine Zehner sein“: Eintracht-Keeper sollen vor allem Bälle halten

Eine der wenigen Konstanten im Kader von Eintracht Frankfurt ist Jens Grahl. Der heute 37-jährige Torhüter wurde im Sommer 2021 vom VfB Stuttgart verpflichtet, damit eine solide Option als Nummer-Drei parat steht. Zu diesem Zeitpunkt waren es noch Kevin Trapp und der heutige Heidenheimer Stammtorhüter Diant Ramaj, die in der Rangordnung vor ihm standen. Während besagte Keeper nun bei anderen Vereinen spielen, blieb Grahl der Eintracht erhalten. Auch im Jahr 2026 ist der gebürtige Stuttgarter für den neuen Cheftrainer Albert Riera die dritte Wahl zwischen den Pfosten. Nach der Verletzung von Kauã Santos wird er nun aber bis zum Saisonendspurt hinter Michael Zetterer auf der Bank Platz nehmen.

Nach Verletzung: Santos werde „stärker daraus hervorgehen“

Innerhalb eines Jahres zwei Verletzungen zu haben, ist natürlich sehr bitter. Ich bin davon überzeugt, dass Kauã stärker daraus hervorgehen wird. Ich selbst hatte früher links und rechts einen Meniskusriss und war jeweils sechs Monate raus. Das war auch keine einfache Zeit“, wird Grahl auf der Webseite des Vereins zitiert. Der Brasilianer Santos musste im Heimspiel (2:0) gegen den SC Freiburg nach circa fünf Minuten ausgewechselt werden. Ersatztorhüter Zetterer zeigte danach einen guten Auftritt und hielt die Null. Grahl habe während seiner laufenden Karriere die Erfahrung gemacht, dass so ein Kaltstart tatsächlich helfen könne. So bekäme ein Torhüter gar nicht erst die Möglichkeit, über potenzielle Fehler nachzudenken.

Außerdem helfe der klare Plan des neuen Cheftrainers. Besonders gegen den Ball verspüre Grahl in den vergangenen Wochen einen immensen Fortschritt. „Das Selbstvertrauen, das uns zuvor vielleicht auch aufgrund ausgebliebener Erfolgserlebnisse gefehlt hat, ist zurück. Albert Riera ist selbst sehr selbstbewusst, konnte das sehr schnell auf die Mannschaft übertragen und erreicht mit seiner Art und Weise jeden Einzelnen“, sagte er. Auch auf seiner Position seien neue Ideen hinzugekommen. Der Schlussmann solle den Abstand zur Verteidigungsreihe gering halten, um bei Steckpässen hinter die Kette besser eingreifen zu können. Doch als Hauptaufgabe eines Torhüters unter Riera nannte er: „Bälle halten! Ganz einfach. Wir Keeper müssen keine Zehner sein. Grundsätzlich möchten wir so konsequent wie möglich in Richtung gegnerisches Tor spielen. Entsprechend selten soll es zu Rückpässen kommen; egal in welcher Zone.

U21-Schlussmann Šiljević mit großem Selbstbewusstsein

In der laufenden Spielzeit stand Grahl erst einmal auf dem Spielfeld. Beim 5:0-Sieg über den FV Engers in der ersten Runde des DFB-Pokals spielte er über die volle Länge. Nichtsdestotrotz steht der erfahrene Torwart täglich auf dem Trainingsplatz und steht jüngeren Kollegen wie dem 22-jährigen Santos zur Seite. Auch Amil Šiljević aus der U21 trainiert seit einiger Zeit vermehrt bei den Profis mit. Grahl findet den 19-Jährigen durchaus spannend: „Amil ist ein junger, aufstrebender Torwart mit einem großen Selbstbewusstsein. Das spiegelt sich auch manchmal in seiner sehr risikoreichen Spielweise wider. Das ist im Grunde auch die Erwartungshaltung an einen Eintracht-Torhüter.

Auch im Leben nach der Profikarriere könne sich Grahl gut vorstellen, seine Erfahrung weiterzugeben. Ein Diplom zum Mentaltrainer hat er in der Tasche und die Trainerlizenz B+ müsse er lediglich noch einmal auffrischen. Doch was er mit diesen Kompetenzen im Detail machen möchte, sei eine Frage für später: „So wie es in den vergangenen Jahren persönlich und sportlich gelaufen ist, fühle ich mich unverändert wohl im Torwartteam, im Kader, im Verein und mit meiner Familie auch in der ganzen Region. Ich bin sehr froh, hier zu sein und mache so lange weiter, wie ich mich körperlich gut fühle. Ich bin Adler, habe Bock und ohnehin noch Vertrag bis 2027. Deshalb habe ich aktuell nur Gedanken an mein Spielerdasein und die Herausforderungen in den kommenden Monaten“, gab der 37-Jährige zu verstehen, dass ein Karriereende für ihn derzeit kein Thema ist und die Position der Nummer Drei mindestens bis 2027 unverändert zu bleiben scheint. Wer weiß, ob das Ende der Spielerkarriere dann auch ein Ende in Frankfurt bedeuten muss.

2 Kommentare

Fallback Avatar 1. Weltenlenker 06. März 26, 16:37 Uhr

Toller Typ, gefällt mir! Auch die Aussage Torhüter müssen keine 10er sein, ganz mein Ding.

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Fallback Avatar 2. Weltenlenker 06. März 26, 16:41 Uhr

Würde mir wünschen, dass das Torwartteam Santos mehr Körperspannung bei biegt. Er steht da immer, wie Surfer der auf die nächste Welle wartet. Auch ein großer Torwart kann sich noch größer machen, um seinen Vorteil auch zu nutzen. Aber erstmal gute Besserung!

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