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Markus Krösche steht bei der Eintracht aktuell im Fokus. Foto: IMAGO / Schüler

Krösche über den Immobiliendeal: „Das würde ich heute anders machen“

Zuletzt bestimmte Markus Krösche die Schlagzeilen bei der Frankfurter Eintracht. Neben Gerüchten um einen möglichen Abgang stand der SGE-Sportvorstand vor allem aufgrund eines Immobiliendeals in der Kritik. Genauer gesagt geht es um einen Grundstückskauf auf der kroatischen Insel Dugi Otok im Jahr 2022. Hierbei war Spielerberater Andy Bara und seine Ehefrau Lana Banely eng involviert.

„Meine Familie und ich lieben Kroatien und machen dort seit Jahren gerne Urlaub. So entstand bei uns schon 2020 der Gedanke, sich dort mal ein Grundstück für eine Ferienwohnung zuzulegen. Wir haben uns dann länger umgeschaut und im Sommer 2021 habe ich auch mal mit Andy Bara darüber gesprochen, im Rahmen eines gewöhnlichen Smalltalks, da er Kroatien gut kennt“, steht Krösche im Interview mit dem „kicker“ Rede und Antwort. „Bei anderer Gelegenheit hat er mir später gesagt, dass seine Nachbarin auf Dugi Otok ihr Grundstück verkaufen wolle. Ich habe mir das anschließend vor Ort angeschaut und dann entschieden, es zu erwerben. Übrigens nicht, wie mitunter zu lesen war, von Andy Baras Frau, sondern direkt von seiner Nachbarin und zu einem marktüblichen Preis.“ Allerdings handelte es sich hierbei um ein Koppelgeschäft mit der Familie Banely. „Ein Teil des mir angebotenen Grundstücks ist eine Grünfläche, die ich als Ausländer zur damaligen Zeit nicht erwerben durfte. Wir haben das Grundstück daher damals aufgeteilt: Das Bauland habe ich gekauft, die Naturfläche hat Lana Banely erworben und mir ein innerhalb von fünf Jahren auszuübendes Vorkaufsrecht eingeräumt. Da die Aufteilung ohne meinen Grundstückskauf keinen Sinn ergab, waren die Kaufverträge gekoppelt. All das ist seit Jahren im Grundbuchamt transparent einsehbar.“ Damals soll es schon absehbar gewesen sein, dass Nicht-Kroaten solche Grünflächen zukünftig erwerben dürfen. Daher habe sich der 45-Jährige so das Grundstück gesichert. Banely soll mit ihrem Architekturbüro auch in den Bau der Immobilie involviert werden. Bisher ist auf dem Grundstück aber noch nichts passiert. „Ich hatte in den vergangenen Jahren mit der Eintracht genug zu tun und konnte mich nicht um diese Immobilie kümmern“, lacht der Frankfurter Funktionär. „Gerade habe ich auch nicht die allergrößte Lust, ausgerechnet jetzt damit anzufangen.“ Einen sechsstelligen Preis für das nicht am Wasser gelegene Hanggrundstück hat die Familie bezahlt. „Zu diesem Preis sind auch heute noch Grundstücke auf der Insel erhältlich.“

„Das war mein Fehler“

Weitere private Geschäfte mit der Familie Bara oder Angehörigen verneint Krösche strikt. Allgemein hält er seine privaten Angelegenheiten gerne aus der Presse fern. „Ich habe das Grundstück als Privatperson gekauft und mit meinem Privatleben gehe ich nicht öffentlich hausieren. Im Nachhinein wäre mehr Offenheit, insbesondere dem Aufsichtsrat gegenüber, sicherlich klüger gewesen. Das war mein Fehler, das würde ich heute anders handhaben.“ Darüber hinaus betont der gebürtige Hannoveraner nicht bei dem Kauf bevorzugt behandelt worden zu sein. Ebenso wenig soll Bara einen Vorteil in Verhandlungen mit der Eintracht gehabt haben. „Lana Banely hat mir keinen Gefallen getan. Sie führt ein Unternehmen, das auf Innenarchitektur und Immobilienentwicklung spezialisiert ist und auch auf Dugi Otok die Immobilie ihrer eigenen Familie realisiert. Die Grundstücke dort haben Hanglage, die Bodenarbeiten sind kompliziert, bedürfen diverser Gutachten. Ich habe Lana Banelys Unternehmen mit der Entwicklung meines Grundstücks beauftragt, weil sie an diesem Standort bereits Erfahrungen und Expertise gesammelt hat. Alle Dienstleistungen, die aus diesem Auftrag entstanden sind, habe ich nachweislich marktgerecht bezahlt und hatte natürlich auch kein Problem damit, dies unserem Aufsichtsrat gegenüber transparent offenzulegen“, erklärt Krösche.

„Wo liegt also meine Bevorteilung? Inwiefern sollte dieses Geschäft meine Unabhängigkeit gefährden? Mit Andy Bara bzw. seiner Agentur haben wir zudem seit Beginn meiner Amtszeit 2021 genau vier Transfers realisiert: Kristijan Jakic, Jerome Onguené, Hrvoje Smolcic und Albert Riera. Das sind ganze vier Personalien bei vielleicht 150, 200 Transferbewegungen in diesem Zeitraum. Aktuell haben wir keinen Spieler der Agentur unter Vertrag, und es ist auch kein entsprechender Transfer in Anbahnung. Aus alldem ernsthaft auf eine Interessenkollision schließen zu wollen, ist für mich nicht nachvollziehbar.“ Besonders wurde der zeitliche Zusammenhang zwischen Kauf und den genannten Spielertransfers kritisiert. Alle lassen sich auf den Zeitraum 2021 und 2022 datieren. „Die beiden Prozesse hatten aber überhaupt nichts miteinander zu tun. Mal abgesehen davon, dass wir immer Spieler holen in der Überzeugung, mit ihnen bestmöglich die Ziele von Eintracht Frankfurt erreichen zu können. Selbst wenn ich wollte, wäre es bei unserer Arbeitsweise und in unseren Strukturen gar nicht möglich, einen Spieler zu verpflichten, um dem Berater einen Gefallen zu tun.“

Transparente Scouting-Prozesse

Alle Spielertransfers bei der SGE sollen intern transparent ablaufen. An den Prozessen, die auf der Basis von Scouting geführt werden, seien mehrere Personen beteiligt. „Diese Prozesse werden schriftlich dokumentiert und am Ende keine alleinigen Entscheidungen getroffen, sondern gemeinsame. Im professionellen Spitzenfußball gibt es, vergleichbar zur freien Wirtschaft, durchaus ein striktes Qualitätsmanagement, damit solche Alleingänge nicht möglich sind. Wir haben ein datenbasiertes Scouting, danach ein Live-Scouting, wir prüfen das Sozialverhalten möglicher Spieler, ihre Social-Media-Kanäle, vergleichen anhand von mathematischen Daten wie ihre Adaption zwischen ihrer aktuellen Liga und der Bundesliga sein könnte.“ In diesen komplexen Recruitment-Prozessen spiele der jeweilige Berater des Spielers keine Rolle.

„Trotzdem bleibt es so, dass Zugänge auch immer mal wieder nicht die Erwartungen erfüllen, aus unterschiedlichsten Gründen. Nehmen wir gerne Onguené, der ja öffentlich als so ein Beispiel dient. Der Spieler war ablösefrei, hatte schon ein Dutzend Champions-League-Spiele für Salzburg bestritten und passte ins Zweikämpferprofil, das wir für einen neuen Innenverteidiger definiert hatten. Auch Onguené kam wie alle anderen also nicht wie Kai aus der Kiste, selbstverständlich hat da wie immer ein seriöser Auswahlprozess stattgefunden. Und trotzdem hat es sportlich eben nicht funktioniert.“ Zukünftige Transfers mit der Agentur Niagara Sports von Bara will Markus Krösche nicht strikt ausschließen. „Wir identifizieren Spieler, die für uns interessant sind, immer losgelöst von ihren Beratern. Es geht allein um die bestmögliche Lösung für Eintracht Frankfurt. Insofern weiß ich heute noch nicht, von wem die Spieler beraten werden, die künftig für uns interessant sind.“

8 Kommentare

Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. Ob Stehblock, VIP-Loge, Currywurst oder Handkäs-Häppchen - Hauptsache SGE4EVER.de! Denn der User unterstützt das Onlinemagazin mit einem monatlichen oder jährlichen Betrag und genießt zudem besondere Vorteile: Werbefreiheit, Gewinnspiele etc. 1. Block42 18. Juli 26, 10:45 Uhr

Sehr gut das er auch öffentlich Stellung nimmt und damit sollte das Thema erledigt sein. Markus Krösche musste in letzter Zeit viele "Fehler" eingestehen und tut dies auch. So wünscht man sich das! Danke!

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Fallback Avatar 2. mainesge 18. Juli 26, 11:07 Uhr

Sorry Markus, dass ich dich als Immobilienhai bezeichnet hab, hab dir Unrecht getan. Du sitzt wohl doch einfach nur mit Badehöschen an der Adria 👍

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Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 5 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 3. blackforest 18. Juli 26, 11:26 Uhr

Hab ich mir schon fast gedacht, dass die Story schon arg herbeigezogen ist.
War würde das nicht tun, wenn man jemanden kennt? Als wenn heute noch Immobiliendeals normal über Immoscout laufen und nicht das meiste über wer kennt wen.
Wir lieben Kroatien auch, aber es ist nicht die letzte Luxuswohnung in Monaco, die Krösche für die Hälfte des Marktpreises bekommen hat, nachdem er einen Drittligaspieler für 25 Mio vom Eigentümer der Wohnung gekauft hat.

Dass der SpringerVerlag nur auf Hass, Neid und Angst aufgebaut ist, ist kein Geheimnis.
Dazu verleiht er gerade einem bekannten Antidemokraten einen Preis, die Eintracht hat andere Ansichten, daher kann man neben Auflage noch einen offen demokratischen Verein versuchen in den Dreck zu ziehen.

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Fallback Avatar 4. hadabambata 18. Juli 26, 14:58 Uhr

Tatsächlich wie erwartet, dennoch bin ich beruhigt.

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Avatar 5. Hooliganverachter 18. Juli 26, 15:04 Uhr

Das ehrt MK, dass er sich hierzu äußert.

M.E. immer noch seine Privatangelegenheit!

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Fallback Avatar 6. rider66 18. Juli 26, 15:11 Uhr Zitat - Hooliganverachter Das ehrt MK, dass er sich hierzu äußert. M.E. immer noch seine Privatangelegenheit! Path

Das ist es definitiv nicht, zumal er es den Verantwortlichen bei der Eintracht nicht mitgeteilt hat. In der freien Wirtschaft wäre er nicht mehr im Amt. Stichwort "Compliance".

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Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 7. eldelabeha 18. Juli 26, 16:22 Uhr Zitat - rider66 Das ist es definitiv nicht, zumal er es den Verantwortlichen bei der Eintracht nicht mitgeteilt hat. In der freien Wirtschaft wäre er nicht mehr im Amt. Stichwort "Compliance". Path

Compliance bedeutet die Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien.
Es müsste also in dem jeweiligen Unternehmensrichtlinien festgehalten sein, dass man es Arbeitgeber mitzuteilen hat, wenn man sich auf einer Insel ein Grundstück kauft und den Tipps dazu von einem Kunden bekommen hat.
Ich bezweifle, dass das in der "freien Wirtschaft" oft der Fall ist.

Dein Arbeitgeber hat in der Regel kein Recht dazu, zu erfahren, ob und wo du ein Ferienhaus hast und noch dazu, wie du daran gekommen bist.

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Fallback Avatar 8. hadabambata 18. Juli 26, 17:12 Uhr Zitat - rider66 Das ist es definitiv nicht, zumal er es den Verantwortlichen bei der Eintracht nicht mitgeteilt hat. In der freien Wirtschaft wäre er nicht mehr im Amt. Stichwort "Compliance". Path

Und Krösche ist noch im Amt, weil er bei der Eintracht verbeamtet ist? Oder ist die Bundesliga eine sozialistische Planwirtschaft?

Was schreibst du denn da?

Und mal so. Nicht jeglicher Bruch von Compliance-Regeln führt zur Kündigung. Das wird intern beurteilt und je nach Schwere des Fehlverhaltens.

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