Was gerade bei Eintracht Frankfurt passiert ist ein beispielloser Umbruch. Ja, Umbrüche – das kennt man bei der Eintracht. Immer wieder in den vergangenen Jahren wurden etliche Spieler und Leistungsträger abgegeben. Das Gesicht der Mannschaft wechselte immer wieder. Eine Konstante dabei gab es allerdings: Das europäische Geschäft. In diesem Jahr ist es anders. Die SGE tritt aufgrund der verkorksten letzten Bundesligasaison nicht auf Europas Bühnen auf und nicht nur das: Neben dem Umbruch im Kader gibt es zusätzlich auch noch einen Wechsel auf der Trainerposition.
Viel Geld eingenommen
Gefühlt im Dreitages-Rhythmus gibt die Eintracht gerade Leistungsträger für mehr oder weniger viel Geld ab. Nathaniel Brown wechselte für um die 50 Millionen Euro zum FC Bayern, Rasmus Kristensen ging für sechs Millionen Euro zurück in die dänische Heimat. Kürzlich erst wurde der Transfer von Aurele Amenda zu Coventry City nach England für ein Gesamtpaket von etwa 20 Millionen Euro abgewickelt. Dazu reißen Gerüchte um Shootingstar Can Uzun und Mittelfeldspieler Hugo Larsson nicht wirklich ab. Auszuschließen ist es also nicht, dass noch mehr Leistungsträger den Verein verlassen werden. Rechnet man die Ablösesummen der Abgänge mit denen der Zugänge gegen, so steht derzeit ein großes grünes Plus von ca. 70 Millionen Euro zu Buche. Klar, Neuzugänge sucht man neben Malik Pimpong bislang vergeblich. Dennoch ist theoretisch einiges an Geld da, das man nun teilweise in den Kader reinvestieren muss. Sportvorstand Markus Krösche arbeitet unter Hochdruck daran.
Doch die Situation ist durchaus heikel. Die Transfers müssen im Prinzip sitzen. Durch das Verpassen des europäischen Geschäfts muss Frankfurt auf sehr viel Geld verzichten. Nicht nur gibt es keine Prämien, auch TV-Gelder fallen geringer aus und logischerweise gibt es weniger Einnahmen durch Ticket-Verkäufe, weil weniger Heimspiele stattfinden. Auf den Punkt gebracht verkauft die Eintracht gerade Leistungsträger der letzten Jahre und erwirtschaftet damit eine Summe Geld. Diese Summe aber steht zu einem gewissen Anteil für den sportlichen Erfolg, den sich Eintracht Frankfurt in den letzten Jahren hart erarbeitet hat. Das Reinvestieren dieser Summe ist also eine heikle Angelegenheit. Um an die positive Entwicklung der Vorsaison und vorher anknüpfen zu können, muss die Eintracht in der Saison 2027/2028 wieder europäisch spielen. Der Grundstein dafür wird unter anderem mit der jetzt erwirtschafteten Summe und den daraus resultierenden Kaderentscheidungen gelegt. Verpasst Frankfurt das erfolgreiche Abschneiden in der Bundesliga ist dieses Geld wohl zu großen Teilen verpufft. Dann würde es danach ungleich schwerer werden, wieder eine konkurrenzfähige Mannschaft für das Angreifen der internationalen Tabellenplätze zusammenzustellen: Marktwerte sinken, Attraktivität ebenfalls. Ein Szenario, dass man in Frankfurt unbedingt vermeiden möchte.
Alles auf eine Karte?
Das klingt nun so, als setze Krösche mit der aktuellen Transferpolitik alles auf eine Karte. Was zum Teil sicherlich zutrifft, liegt aber auf der anderen Seite nicht unbedingt in der Macht der Eintracht. Das Credo des Vereins ist es, Spielern, die sich schneller als der Klub entwickeln, eine Freigabe zum Wechseln zu erteilen. So macht sich die SGE attraktiv auf dem Markt. Wenn also lukrative Angebote hereinflattern und ein Spieler wechseln möchte, kann die Eintracht vielfach einfach nicht „Nein“ sagen. Das funktioniert nicht. Auch ist es nicht so, dass der komplette sportliche Erfolg der Hessen finanziell ausschließlich im Kader angelegt wurde. Infrastruktur wurde geschaffen, Connections geknüpft und eine echte Marke wurde etabliert. Also nein: Es wird nicht alles auf eine Karte gesetzt. Trotzdem sind es am Ende die Spieler, die auf dem Rasen stehen, die für Erfolge sorgen müssen. Geschieht das langfristig nicht, dann setzt das automatisch den Wert von Connections und Markenbildung herab. Die vielen Millionen, welche die Eintracht jetzt eingenommen hat, müssen also dafür investiert werden, möglichst schnell wieder in die Erfolgsspur zu gelangen – noch ein Jahr im Mittelmaß wäre wohl vorerst das Ende des Höhenflugs der Adler.




7 Kommentare
Ich verstehe die aktuelle Transferpolitik nicht. Mit Aseko alles klar ? Wohl eher nicht? Warum kommt der nicht? Was ist mit Kalimuendo ? Der hat doch gesessen , auch wenn teuer, warum kommt der nicht fix ?
So viele Abgänge, die Vorbereitung läuft. Immer noch keine Zugänge und die dann ? Vorbereitung vorbei , die Saison läuft dann nicht und dann wird gesagt: "Naja wir hatten keine Vorbereitung zusammen".
Das verstehe ich nicht ! Ist doch absehbar. Der Immobilienskandal kam zu Unzeit und wenn das der Grund für die Lähmung ist, mag ich der Konkurrenz gratulieren, dass dies genau jetzt bekannt wurde oder platziert wurde.
Nächste Woche sollten neue Spieler kommen . Fix , vor Ort ! in Frankfurt - Meine Meinung.
Und wie viele Klugscheisser gab oder gibt es hier die verkündet habe kein Probleme ohne Europa.
Man wird gerade eines besseren belehrt .
Dein Kommentar verstehe ich nicht. Zum Glück ist Markus geduldiger. Neuzugänge werden kommen, spätestens zum Trainingslager werden wir "Neue" Spieler präsentieren. Und nein, ein Immobilienskandal gibt es nicht, das hat MK doch ausreichend in verschiedenen Statements, Interviews erklärt und vor allem dem AR dargestellt.
Danke für die gute Analyse, Folke!
Ich bin zuversichtlich, daß die Verantwortlichen die Angelegenheit genau so auf dem Schirm haben. Jedenfalls macht es den Eindruck. Ich hoffe Can und Hugo können uns erhalten bleiben. Beide würde ich gerne unter AH sehen. Und dann ist da noch ein gewisser Love Arrhov in den Katakomben. Der ist zum Schluß komplett unter den Radar gekommen. Vielleicht macht uns der überraschenderweise viel Freude in der kommenden Saison. Die Vorfreude auf die neue Spielzeit wächst
Du hast ja recht, vermutlich bin ich etwas zu ungeduldig und verunsichert und kann das dann nicht im Zaum halten. Dieser Ungelduld wollte ich einfach mal Luft machen. Ich erinnere daran, dass nicht mehr viel Zeit ist bevor das Trainingslager losgeht. Wenn bis Mittwoch (Donnerstag beginnt das Trainingslager) noch einige Verstärkungen hinzukommen bin ich , wie geschrieben beruhigt. Ich denke so eine Zeit dort ist wichtig fürs Team Building, fürs Einspielen und vieles mehr.
Also so wie letztes Jahr gespielt haben, können wir froh sein das wir da noch so viel Kohle für die bekommen zumal wir nicht international spielen und wir sicherlich die Gehälter nicht mehr so zahlen können . Also ist es gar nicht so dumm die halbe Mannschaft für einen guten Preis zu verkaufen und hungrige Junge Speieler zu verpflichten die dann auch weniger Gehalt beziehen. Vielleicht dauert es ja noch 2 Jahre bis wir wieder International spielen. Ist mir lieber als so weiter herum zu stochern. Adi sollte seine schnellen Spieler für sein System bekommen daran muss und kann er sich dann aber auch messen lassen. Hauptsache nicht mehr dieser beschissene Ballbesitzfussball das hat mir die WM gerade wieder gezeigt.
Der erste ist schon mal da. Aseko ist durch.
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