Doch etwas überraschend feierte Ansgar Knauff bereits am vergangenen Sonntag sein Comeback für die Frankfurter Eintracht. Knapp zehn Minuten durfte der 24-Jährige nach überstandener Verletzungspause gegen Mainz 05 ran. An der späten Niederlage konnte aber auch er nichts mehr ändern. Im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ spricht der Adlerträger über seine Leidenszeit, das neue System unter Riera und die Marschroute für die letzten Spiele.
„Ein Tag nach dem Spiel war noch alles gut gewesen. Da hatten wir frei“, erinnert sich Ansgar Knauff an die Tage nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Hier hatte der Flügelspieler mit seinem Treffer noch den 3:0-Endstand erzielt. „Da habe ich dann einfach ganz normal zu Hause gesessen und nichts groß gemacht. Es ging mir eigentlich gut. Und dann mittags habe ich Bauchschmerzen bekommen, die immer stärker geworden sind. Irgendwann dann so extrem, dass wir den Rettungsdienst rufen mussten.“ Im Krankenhaus wurde schnell klar, dass man operieren muss. Und zwar sofort: „Sie konnten zum Glück mit einer relativ leichten OP wieder alles lösen. Dadurch musste nichts entfernt werden. Aber es war natürlich erst einmal ein Schock. Ich dachte: Heute Vormittag lag ich noch auf der Couch und jetzt wollt ihr mich hier operieren?“ Dabei war die Situation durchaus kritisch: „Es hatte sich im Darm etwas verdreht, sodass die normale Blutzufuhr nicht mehr richtig funktioniert hat. Je länger das andauert, desto mehr Schwierigkeiten oder Komplikationen kann das verursachen. Deswegen habe ich einfach am Ende Glück gehabt.“ Trotz gutem Verlauf warf der Eingriff den gebürtigen Göttinger natürlich zurück und vor allem die Ungewissheit machte ihm zu schaffen. „Ich wusste auch nicht, wie lange es dauert bis ich wieder fit bin. Ich lag erst einmal vier, fünf Tage im Krankenhaus. Bei einer Operation hat man Stellen am Körper, die geöffnet wurden. Gerade beim Bauch brauch man einfach 100 Prozent Stabilität. An Fußball spielen war erst mal nicht zu denken.“
Extra-Einheiten in der Pause
Halt gab ihm in dieser Zeit vor allem seine Familie. „Meine Verlobte hat sich wirklich toll um mich gekümmert. Auch meine Mama und meine Familie drum herum hat mir sehr viel Kraft gegeben. Sie haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass es in der Situation so schnell ging. Aber auch danach haben sie mich sehr unterstützt und alle Sachen im Hintergrund geregelt. Die Wunden sind dann relativ schnell innerhalb der nächsten ein, zwei Wochen gut verheilt. Und jetzt merke ich von den Narben nicht mehr viel.“ Nach der überstandenen Operation ging es für den 24-Jährigen dann schnell in die Reha und damit zurück zur SGE. „Wir haben von Tag zu Tag immer mehr gearbeitet und uns natürlich auch weiterhin eng mit den Ärzten ausgetauscht. So haben sie mich schnell wieder fit bekommen. Auch wenn wir uns in Mainz ein anderes Ergebnis gewünscht hätten, war es für mich persönlich einfach ein sehr gutes Zeichen, dass ich jetzt doch so schnell wieder zurück bei der Mannschaft sein konnte.“ Trotz Zwangspause war Knauff aber weiterhin nah an der Mannschaft und verpasste kaum ein Team-Meeting.
Aktuell befinden sich zahlreiche Spieler auf Länderspielreise und dem restlichen Kader hat Cheftrainer Albert Riera eine Woche frei gegeben. Nur die Verletzungsrückkehrer Can Uzun, Younes Ebnoutalib und eben Knauff haben Anwesenheitspflicht am Profi-Camp. „Ich fühle mich wieder sehr fit und habe die ganze letzte Woche auch schon wieder mit der Mannschaft trainiert. Aber die Fitness wollen wir alle jetzt natürlich auch nicht wieder verlieren. Deswegen arbeiten wir hier ein paar Tage noch am Trainingscamp und haben dann auch noch ein Laufprogramm für die restlichen Tage.“ Unter Riera haben die Flügelspieler eine besondere Rolle und eine enorme Bedeutung für das Spielsystem. Sowohl mit als auch gegen den Ball. „Es ist ein Spiel, wo wir wirklich mit klaren Flügeln spielen, die erst einmal wichtig sind, auch die Kette vom Gegner auseinanderzuziehen und dann auch immer wieder die Tiefe zu attackieren. Am Ende ist es ein Prozess, in dem wir noch viel mehr gute Aktionen nach vorne kreieren können als vielleicht in den letzten Spielen. Ich glaube, dass ist für mich und alle anderen Flügelspieler ein gutes System.“ Insgesamt sieht der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler die ersten Wochen unter Riera positiv. „Ich glaube, dass er viel Neues mitbringt. Natürlich ist es immer schwierig, wenn du mitten in der Saison den Trainer wechselst, mit einer neuen Idee und ohne Vorbereitungszeit. Dass jetzt noch nicht alles perfekt läuft und alle Abläufe genau stimmen, ist auch normal nach ein paar Wochen. Ich glaube, wir sind da auf einem guten Weg.“ Nach Timothy Chandler ist Knauff der langjährigste Adlerträger im Kader. Verstehen würde er sich aber mit allen gut. Sowohl mit den Älteren als auch den Jüngeren. „Ich bin ungefähr in der Mitte, was das Alter angeht. Ich bin bei allen nicht so weit weg.“
„Die Saison ist noch nicht vorbei“
Für die Eintracht stehen in der aktuellen Bundesliga-Saison nur noch sieben Spiele auf dem Programm. Die SGE hat zwar noch alle Chancen auf das europäische Geschäft, allerdings hinkt sie den Erwartungen, während der gesamten Spielzeit hinterher. „Es ist einfach eine extrem schwierige Saison“, erklärt Knauff. „Wir haben viele sehr junge Spieler, die sich erst einmal an die Liga anpassen müssen, die vielleicht auch neu in der Bundesliga sind. Dann hatten wir dazu noch eine Champions League-Saison, in der wir extrem starke Gegner bekommen und gegen einige der besten Teams aus Europa gespielt haben.” Trotzdem gibt der 24-Jährige zu, dass man sich natürlich mehr erhofft hatte. „Am Ende sind es alles Sachen, wo wir viel daraus mitnehmen und lernen können. Es ist eine Erfahrung, die wir gemacht haben. Aber die Saison ist auch noch nicht vorbei. Wir haben jetzt noch sieben Spiele und einen klaren Plan. Wir wollen so viele Punkte wie möglich noch holen und dann sehen wir am Ende der Saison, wozu es reicht.“ Mit seiner persönlichen Saison ist der Flügelspieler recht zufrieden. Vor allem an der Konstanz seiner Leistungen hat er gearbeitet. „Solange ich fit war, ist mir das glaube ich gut gelungen. Ich habe auch eine gute Menge an Toren erzielt. Aber auch da: Die Saison ist noch nicht vorbei. Ich habe auch noch Ziele für die letzten Spiele. Ich bin jetzt wieder topfit und will die Länderspielpause nutzen, um mich auf das bestmögliche Level zu bringen. In den letzten Spielen will ich nochmal voll performen.“ Seitdem Ansgar Knauff am Main ist, hat sich Eintracht Frankfurt immer für einen internationalen Wettbewerb qualifiziert. Diese Serie soll auch in diesem Jahr nicht reißen. „Es könnte bis zum letzten Spieltag dramatisch werden. Es ist noch möglich und wir werden bis zum letzten Spiel alles daransetzen, um das auch zu schaffen.”






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