Die Torlos-Serie unter Niko Kovac konnte die Eintracht in Hoffenheim zumindest beenden. (Foto: imago/Thomas Frey)

Zwar konnte die Frankfurter Eintracht ihre Serie von ungeschlagenen Spielen in der Liga auf sechs Spiele ausbauen, doch in dieser Partie schnupperten die Hessen lange an einem Sieg. Dank eines frühen Treffers von Kevin-Prince Boateng und einem couragierten Auftritt in der Fremde, hielt man ihr bis zur 91. Minute die drei Punkte auf der eigenen Seite. Doch mit seinem sechsten Saisontor egalisierte Mark Uth die Führung Sekunden vor dem Abpfiff.

Mit Gacinovic, ohne Hasebe – Boateng trifft

Die Eintracht begann in Sinsheim überraschend ohne Makoto Hasebe. Dafür beorderte Trainer Niko Kovac den Serbe Mijat Gacinovic zurück in die Startelf und stellte mit ihm, Marc Stendera und Kevin-Prince Boateng ein kompaktes Mittelfeld auf den Platz. Die Dreierkette bildeten Salcedo, Abraham und Falette. Auf den Außenbahnen agierten Wolf und Willems, in der Spitze das bis dato starke Duo Haller und Rebic. Die Hoffenheimer setzten ebenfalls eine Dreierkette entgegen und setzten auf ein kompaktes Mittelfeld.

Den ersten Annäherungsversuch markierten die Kraichgauer in der 5. Minute. Nach einem Eckball von Demirbay köpfte Uth aber links am Tor vorbei. Zwei Minuten später war es Wolf, der sich im Dribbling gegen Akpoguma durchsetzte, in den Strafraum eindrang, aber dessen Pass von der Grundlinie keinen Abnehmer fand. Die Eintracht presste früh. Haller, Rebic und Gacinovic setzten die gegnerischen Verteidiger und Oliver Baumann immer wieder unter Druck. Solch eine Situation führte dann auch prompt zum Führungstreffer. Boateng eroberte einen schlampig gespielten Ball, ging ein paar Meter und vollendete über Baumann hinweg zum 1:0 in der 13. Minute. Sein zweiter Saisontreffer.

Zähe Partie in Halbzeit zwei – Kurz vor der Schluss der Rückschlag

In der Folge rieb sich insbesondere Haller in vielen Zweikämpfen auf und fand häufig in Schiedsrichter Felix Zwayer seinen Meister. Die SGE stand äußerst kompakt und die Hoffenheimer taten sich schwer, Räume zu finden. Die Frankfurter hingegen eroberten immer wieder den Ball im dichten Mittelfeld den Ball und kombinierten sich das ein ums andere Mal mit schnellem Umschaltspiel in Richtung des Gegners Tor. So auch in der 29. Minute. Stendera schickte Rebic, der wiederum auf den Mittelfeldmann zurücklegte. Dessen Schuss allerdings war leichte Beute für Baumann. Schüsse von Rupp (35.), Gacinovic (38.) fanden nicht ins Netz. In der 41. Minute dann ein brutaler Aussetzer von Hradecky, der den Ball im Strafraum Uth vor die Füße spielt, der passt quer zu Wagner, dessen Schuss aber knapp rechts am Pfosten vorbei geht. Riesenglück für die Eintracht. Mit dem Zwischenstand ging es dann in die Pause.

Die Hoffenheimer kamen mutig aus der Kabine. Direkt in der 46. Minute zog Geiger allerdings über das Tor. Direkt in der 46. Minute zog Geiger allerdings über das Tor. Die Eintracht fand allerdings schnell wieder zu ihrer Kompaktheit zurück. Julian Nagelsmann reagierte dann auch früh und brachte Serge Gnabry für Lukas Rupp. Der orientierte sich direkt neben Wagner, Uth musste auf die Seite ausweichen. Auch Niko Kovac reagierte im Anschluss und wechselte defensiv. Der überraschend nicht berücksichtigte Hasebe kam positionsgetreu für den ausgepowerten Marc Stendera. Das Spiel hingegen wurde immer fahrige. Viele Ballverluste und die Hessen konnten die Eroberungen ihrerseits nicht mehr präzise zu Ende spielen wie in Halbzeit Eins. In der Folge zogen sich die Frankfurter mehr und mehr zurück und lauerten nur noch auf Konter. Kovac nahm dann Haller runter (68.) und setzte mit Rebic und Jovic auf ein serbisch-kroatisches Sturmduo. Die beiden traten in der 76. Minute bei einem Konter auch in Erscheinung. Jovic spielte den letzten Ball auf Rebic, der im Strafraum am Gegenspieler vorbeiging, aber drüber zog. Rebic war es auch, der Baumann in der 79. Minute mit einem satten Schuss aus kurzer Distanz prüfte. In der Schlussviertelstunde liefen die Badener immer wieder an, fanden aber kein probates Mittel, um sich wirklich nennenswerte Chancen herauszuspielen. Mit einem Tempodribbling auf der linken Seite setzte sich in der Nachspielzeit allerdings Serge Gnabry durch und passt auf den freien Uth, der Hradecky keine Chance ließ. Die Entstehung allerdings war äußerst fragwürdig. Der Freistoß vor dem Konter war mehr als strittig und den „Tatort“ verlegte die TSG auch deutlich weiter vorne. Etwas, das Schiedsrichter Felix Zwayer bei den Hessen während des Spiels zweimal ahndete. Die Eintracht verpasste damit den ersten Sieg in Sinsheim seit 2012.

Aufstellung Eintracht Frankfurt:

Hradecky – Salcedo, Abraham, Falette – Wolf, Stendera (60. Hasebe), Boateng, Willems – Gacinovic (75. Fernandes), Rebic – Haller (68. Jovic)

Die Leistungen der Spieler könnt ihr wie immer hier bewerten.

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15 Kommentare

  1. Ja , natürlich – aber wer von einem „verschenkten“ Sieg spricht , mein Gott , der hat noch nie Fußball gespielt.
    Natürlich Hoffenheim ist „Laufkundschaft“
    Egal , es geht weiter
    Forza SGE !

  2. Die arbeit gegen den ball hat gestimmt, aber sonst nicht viel. Hoffe wir machen den sack gegen Leverkusen am Samstag zu, sonst wird es eng mit dem Sprung über 20 Punkte

  3. Es bleibt wies is. Wenn wir einen großen Sprung in der Tabelle machen können, geht der Schuss nach hinten los.
    Egal, wir stehen trotzdem gut da in dieser Saison.
    Und trotzdem fühlt sich das Unentschieden heute scheisse an. 🙂

  4. Ich nehm d n Punkt gerne mit, nach 12 Spieltagen 19 Punkte ist so schlecht nicht!

    Klar ärgert mich die gefühlte Niederlage, egal, beim Blick auf die Tabelle ist mein grummeln schon fast verschwunden 😉

    Forza SGE

  5. Gute erste Halbzeit, mäßige zweite. Das 1:1 ist ein leistungsgerechtes Ergebnis weil Hoffenheim in der 2. HZ deutlich besser war, auch wenn sich so ein Last Minute Gegentor erstmal wie eine Niederlage anfühlt (wobei wir auch oft das Glück hatten in der letzten Minute selber noch zu treffen). Wir sind im gesicherten Mittelfeld, was meiner Ansicht nach auch unser Anspruch sein sollte, wir haben auswärts gegen eine ähnlich gute Mannschaft einen Punkt geholt, deswegen war meine Ansicht vor dem Spiel: Mit einem Punkt bin ich zufrieden, alles drüber ist Bonus.

  6. Sehr Sehr Schade diese 3 Punkte wären sehr wichtig gewesen . Jetzt vor der Pause noch gegen Bayer, Bayern,Schalke und in Berlin und Schalke da werden nicht mehr viel Punkte dazukommen befürchte ich . Ich hoffe die Jungs belehren mich eines besseren . Forza SGE !!! OT: Herzliches Beileid und viel Kraft der Famile von Friedel Rausch . Es gibt wichtigeres als Fußball . R.I.P

  7. Insgesamt kann man mit einem Punkt in Hoffenheim zufrieden sein. Ärgerlich ist halt das Tor kurz vor Schluss. Aber wie schon in Mainz, fehlt es uns in der zweiten Halbzeit an Entlastung. Wenn wir diese Qualität noch entwickeln können, wäre dies ein weiterer Schritt.

  8. Naja bis auf die 24 Punkte sollte man zur Winterpause schon noch kommen können. Gegen Hamburg, Bayer und Berlin ist sicher etwas zu holen, bei Bayern und Schalke braucht es auch Glück und einen guten Tag. Um rechnerisch im Soll zu liegen (40 Punkte zum Saisonende, macht 20 zur Pause) fehlt nur noch einer, aber etwas Reserve ist nicht schlecht wenn man an die letzte Rückrunde denkt. Wobei uns da ja Fabian als Impulsgeber und hoffentlich zum Saisonfinale auch AMFG14 als Joker wieder zur Verfügung stehen.

  9. 1:1 in Hoffenheim hätte ich vor dem Spiel genommen, beim 1:1 darf Gnabry an der Aussenlinie das Ding nicht so in die Mitte spielen dürfen.
    Vielleicht muss man nach 75. Minuten auch mal die alte Funkeltaktik umsetzen und das Ding verwalten. Keine schlechte Leistung, aber am Ende hätten wir vielleicht mehr mauern müssen .

  10. Sieg verschenkt, das kann man nicht anders nennen und unterschreiben! Jetzt kommt das leichte Heimspiel gegen Leverkusen und es könnte bitter werden… Wir haben um das Gegentor gebettelt und es folgerichtig somit bekommen. Glückwunsch an Hoffenheim, trotz schwacher Leistung einen Punkt gewonnen. So naiv gegen einen Gnabry zu verteidigen… Nun ja.

  11. Binnen 60 Minuten gefühlte 50 Balleroberungen mit unmittelbar folgendem Fehlpass, als sei genau das eine strikte Vorgabe des Übungsleiters und würde tagtäglich bis zum Erbrechen so geübt. Falls ja, kann ich die Erfolgsabsicht dabei leider nicht erkennen. Hübner hat vollkommen Recht, wenn er von einem leistungsgerechten Remis redet, aber seine ostentative Gleichgültigkeit dabei spricht Bände. Hoppenheim war in der ersten Stunde der Partie so schlagbar wie kaum ein anderes Team in dieser Saison.
    Unserer Mannschaft fehlen immer noch die Mittel eine Führung konsequent auszubauen – und zwar nicht nur individuell-fussballerisch, das war bei einigen Spielern in vielen Momenten auch heute wieder offenkundig, nein, insbesondere strategisch: und genau das ist ein akutes Versäumnis des Trainers. Aus welchen Gründen auch immer will oder/und kann NK keine offensiven Spielformen herausbilden, die nach Balleroberung entweder durch Ballsicherung vorläufige Feldhoheit oder aber mit diagonalen oder vertikalen, präzisen(!) Pässen sowie zwei bis drei Angreifern lehrbuchmäßige Konter hervorbringen.
    M.E. war mittlerweile genügend Einspielzeit um die Umschaltautomatismen drauf zu kriegen, es stand heute kein B-Team auf dem Platz und die Spieler können nach reichlich Pause keinerlei mentale oder konditionelle Mängel gehabt haben. Auch wenn man durchaus sagen könnte, dass die wenigen Torchancen für ein zweites und drittes Tor durchaus gereicht hätten und der Schiedsrichter in selten dreister Weise parteiisch gepfiffen hat, bin ich nicht der Meinung, dass man dieses Spiel achselzuckend unter „diesmal halt Pech gehabt“ und „so ist Fussball“ abhaken darf.
    Wir haben ein personell fantastisches Offensivpotential und es wird daraus viel zu wenig gemacht – angesichts unserer glänzend funktionierenden Defensive halte ich das für nicht nachvollziehbar und fahrlässig. Diese Art Rumpelfussball der 2.HZ, im Grunde aber schon seit dem letzten Drittel der ersten HZ, will ich von dieser Mannschaft eigentlich nicht sehen: und zwar weil sie es überhaupt nicht nötig hat.

  12. Für mich war der Knackpunkt die Auswechselung von Haller. Daraufhin haben die Hoffenheimer ihrer 3 Kette aufgegeben und nur noch mit einer 2er Kette verteidigt. Haller hatte vorher die Leute gebunden. Für die, die den Wert von solchen Spielern wie Haller oder Meier nicht verstehen.
    Trotzdem bin ich hoch zufrieden mit dem Punkt. Bin übrigens immer mehr begeistert von Stendera. Er nähert sich sein alten Klasse wieder an. Nach seiner gelben Karte war aber die Entscheidung der Auswechselung von Kovac richtig.
    Werden den Punkt gebührend feiern, wenn wir wieder zurück sind.

  13. @dieter
    Wer Fussballergebnisse ausschließlich nach dem Namen der Mannschaften bewertet, der wird das so sehen. Bei den nächsten Spielen darf man dann froh sein wenn wir nur mit ein, zwei Toren unterschiedlich verlieren…. Zu punkten wäre Utopie…. Ich bin froh, dass Fussball immer noch auf dem Rasen gespielt wird und nicht immer der Favorit gewinnt.

    Grundsätzlich ist ein Punkt in Hoffenheim in Ordnung. Allerdings gilt das gleiche, was ich bereits nach dem Spiel in Mainz gesagt habe: nach der 1:0 Führung darf man sich nicht einfach zurück ziehen und dem Gegner das Spiel überlassen. Da muss man weiter den Gegner unter Druck setzen und auch nach vorne spielen, versuchen den zweiten Treffer zu erzielen. Das wird sicherlich nicht immer gelingen, aber das sollte das Ziel sein.

    Heute war wieder die Chance zwei Punkte mehr zu holen. Es wird sicher auch Spiele geben wo Gegner besser ist oder man unglücklich verliert. Ich hoffe es werden nicht zuviele Punkte liegen gelassen.

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