Nach dem frühen WM-Aus mit der Türkei richtet Eintracht-Mittelfeldmann Can Uzun den Blick wieder nach vorne. Im Trainingslager von Eintracht Frankfurt in Grassau am Chiemsee sprach der Offensivspieler bei „Eintracht TV“ nochmals ausführlich über die Enttäuschung bei der Weltmeisterschaft, seine enge Freundschaft zu Juventus-Profi Kenan Yildiz, die ersten Eindrücke unter Trainer Adi Hütter und die Rückkehr zur täglichen Arbeit bei der Eintracht.
Das Aus in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft hat Uzun noch immer nicht vollständig verarbeitet. Der 20-Jährige hatte sich mit der türkischen Nationalmannschaft deutlich mehr vorgenommen und zeigte sich entsprechend selbstkritisch: „Die WM war gar nicht, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Die Enttäuschung sei auch Wochen später noch spürbar: „Jetzt ist es schon wieder vorbei für mich, aber ich war echt sehr traurig.“ Mit einem frühen Ausscheiden hatte der Offensivspieler überhaupt nicht gerechnet: „Ich hätte echt nicht gedacht, dass wir in der Gruppenphase ausscheiden. Also das hätte ich wirklich niemals gedacht.“ Dennoch akzeptiert Uzun die Realität: „Aber so ist der Fußball.“
Die erste Weltmeisterschaft seiner Karriere soll für ihn aber längst nicht die letzte gewesen sein. Der Frankfurter formulierte bereits das nächste große Ziel: „Ich hoffe, ich spiele noch ein paar Weltmeisterschaften und dann gebe ich mein Bestes, dass ich da helfen kann.“ Trotz der wertvollen Erfahrungen überwiegt bei ihm die sportliche Enttäuschung: „Die Erfahrung war schon schön, aber ich bin sehr ehrgeizig.“ Für Uzun zählt am Ende nur der sportliche Erfolg: „Wenn man dann nichts erreicht, dann ist das auch nichts Schönes. Man war dabei, aber hat nichts erreicht.“
Während des Turniers konnte sich Uzun immer wieder mit seinem besten Freund Kenan Yildiz austauschen. Der Juventus-Profi gehört zu seinen engsten Vertrauten – auch abseits des Platzes. „Wir sind beste Freunde“, sagte Uzun, der einen Einblick in seine Gedanken gab, als beide gemeinsam ihre erste Weltmeisterschaft erlebten: „Es war schon krass bei der WM.“ Gerade in schwierigen Momenten halfen sich die beiden gegenseitig. Dabei werde einem manchmal gar nicht bewusst, welch außergewöhnliche Erfahrungen man gerade sammelt: „Manchmal kommt es einem einfach normal vor, dass man an solchen Orten ist, aber das ist es nicht.“ Nach dem bitteren Vorrundenaus blickten beide bereits wieder nach vorne und fassten einen Vorsatz: „Nach den Spielen waren wir natürlich traurig. Wir haben gesagt, dass wir alles dafür geben werden, die Türkei zu weiteren WMs zu bringen.“
Vor dem Start der Vorbereitung nutzte Uzun die freie Zeit gemeinsam mit Freunden – darunter auch Yildiz. „Ich war mit meinen Freunden, unter anderem Kenan Yildiz, in Spanien in Marbella. Das war super und echt entspannt.“ Mittlerweile ist die Erholung jedoch beendet: „Jetzt geht es wieder los, ich freue mich wieder hier zu sein.“
Auch das Trainingslager in Grassau gefällt dem Offensivspieler. Zwar unterscheidet sich die Vorbereitung deutlich von der USA-Reise im vergangenen Jahr, doch die Atmosphäre stimmt für ihn. „Ich finde es cool. Es ist anders als in Amerika, aber der Vibe ist cool.“ Vor allem die Landschaft genießt Uzun: „Ich mag die Berge.“ Mit einem Augenzwinkern ergänzte er: „Ich fühle mich etwas älter.“
Nähe zur Heimat
Dass sich das Trainingslager nur unweit seiner früheren Heimat Regensburg befindet, spielte für ihn dagegen zunächst kaum eine Rolle. „Wenn ich ehrlich bin, denke ich, wir sind in Österreich.“, scherzte der Offensivspieler, der trotzdem die räumliche Nähe zu seiner Familie genieße: „Ich fühle mich hier schon wohl, es ist nah zu meinen Eltern. Die sind zum Spiel gekommen.“
Auf dem Trainingsplatz hat Uzun ebenfalls klare Vorlieben. Besonders die Einheiten mit Ball machen ihm Spaß: „Ich mag die Einheiten mit Ball und das machen wir auch viel.“ Weniger Begeisterung verspürt er dagegen für die klassischen Laufeinheiten. „Wir machen auch Läufe, das gehört dazu.“ Ganz verschweigen wollte er seine Meinung dazu nicht. „Ich finde Läufe manchmal etwas langweilig“, sagte er lachend. Dass diese Einheiten dennoch notwendig sind, weiß Uzun allerdings selbst. Er vertraut dabei auf die Methoden von Trainer Adi Hütter: „Aber der Trainer hat recht, wenn er sagt, dass wir dann in der Saison fitter sind.“ Deshalb steht für ihn außer Frage, die anstrengenden Trainingseinheiten mitzugehen: „Daher ziehe ich durch.“
Nach der Enttäuschung bei der Weltmeisterschaft richtet Can Uzun seinen Fokus nun vollständig auf Eintracht Frankfurt. Im Trainingslager wirkt der Offensivspieler motiviert und angriffslustig. Das frühe WM-Aus möchte er möglichst schnell hinter sich lassen – und mit starken Leistungen im Eintracht-Trikot den Grundstein dafür legen, dass bei der nächsten Weltmeisterschaft mehr zu feiern ist.






3 Kommentare
Na dann hoffen wir mal das er nun endlich genug Lehrgeld bezahlt und es wirklich verinnerlicht hat, denn diese "Laufmuffel" Eigenschaften haben ihn schon bei mehreren Trainern auf der Bank sitzen lassen. Leider unabdingbar in unserer Mannschaft. Hoffe wirklich es hat klick gemacht, denn geiler kicker ist er, wenn er jetzt noch mehr läuft hätten wir da wirklich ne Granate auf der Position
Ich wünsche mir, dass er sich erstmal zur Eintracht bekennt und weiter Gas gibt.
Ich würde ihn gerne weiter bei uns sehen!
Schaut Euch mal aus Spass den Kader von Golfsburg an.... ich denke die stellen drei Mannschaften.... :-) :-)
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