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Axel Hellmann kritisierte einige Punkte der WM scharf. Foto: IMAGO / Jan Huebner

„Hütter wird das Stadion wieder aufwecken“: Hellmann fordert wieder mehr Emotionen

Axel Hellmann will Eintracht Frankfurt in der kommenden Saison wieder deutlich emotionaler erleben. Beim Familientag der Hessen sprach der Vorstandssprecher über seine Eindrücke von der XXL-Weltmeisterschaft, kritisierte einige Auswüchse des Turniers deutlich und zog anschließend den Bogen zur Eintracht. Seine zentrale Forderung: Die Mannschaft muss wieder einen Fußball zeigen, der die Fans mitreißt und das Stadion zum Leben erweckt.

Zunächst blickte Hellmann auf die Weltmeisterschaft zurück, die er selbst intensiv verfolgt hatte. Die grundsätzliche Kritik an der Größe des Turniers teilte der Eintracht-Boss nicht. „Wir sind ja immer so schnell mit einem Urteil hier aus Deutschland am Start und sagen, die WM war viel zu groß und viel zu viel“, wird Hellmann in der „Bild“ zitiert. Sein persönlicher Eindruck sei ein anderer gewesen. „Wir waren alle mal da, haben alle Spiele gesehen, ich sogar sieben. Ich kann nur sagen, es war von der Atmosphäre her schon toll“, so der SGE-Vorstandssprecher.  Vor allem die Vielfalt der teilnehmenden Nationen habe ihn beeindruckt: „Viele kleine Länder zu sehen, viele Fans aus ganz unterschiedlichen Ecken der Welt und die Begeisterung war enorm.“ Gerade diese Bilder hätten gezeigt, welchen Stellenwert ein solches Turnier auch für Nationen habe, die sonst nur selten auf der größten Fußballbühne vertreten seien.

Heftige Kritik an einigen WM-Erscheinungen

Mit einigen Begleiterscheinungen der WM konnte Hellmann dagegen deutlich weniger anfangen: „Hydration Breaks und die ganze Schischi-Schuschu-Show drumherum, das glaube ich braucht’s nicht.“ Für die Eintracht schloss er eine solche Entwicklung jedenfalls kategorisch aus: „Das wird ganz sicher nicht der Weg sein, den wir bei Eintracht Frankfurt gehen, was Fußball anbelangt.“ Noch schärfer wurde Hellmann bei einigen Entscheidungen rund um das Turnier. Besonders die Veränderungen an traditionellen Abläufen stießen ihm sauer auf. „Ich konnte ehrlicherweise gar nicht glauben, dass man eine heilige Geschichte wie eine Halbzeitpause einfach ausdehnt“, machte Hellmann seinem Ärger Luft. Noch weniger Verständnis zeigte er für Eingriffe, die aus seiner Sicht sportfremden Interessen geschuldet waren: „Dass man Gelbe Karten zurücknimmt, weil ein Politiker das fordert und weil man die Weltmeisterschaft verkaufen will, da muss ich mich ehrlicherweise immer zwicken.“ Sein Fazit fiel entsprechend deutlich aus: „Das übersteigt alles, was wir ertragen können.“

SGE soll mit mehr Herz spielen

Von der Weltmeisterschaft richtete Hellmann den Blick anschließend auf die Eintracht – und dort vor allem auf die Lehren aus der enttäuschenden vergangenen Saison: „Wir haben ein paar Schlüsse gezogen aus der letzten Saison.“ Einer davon betrifft das Auftreten der Mannschaft im eigenen Stadion: „Was hier in diesem Stadion geboten werden muss, was Standard sein muss, was wir hinbekommen müssen, nämlich dass dieses Stadion aus dem Sattel, aus dem Sitz geht, wenn wir Fußball spielen.“ Genau dieser Funke habe in der vergangenen Spielzeit zu oft gefehlt. „Das haben wir vermisst in der letzten Saison.“ Die Eintracht soll deshalb wieder für einen Fußball stehen, der nicht nur Ergebnisse liefert, sondern auch Emotionen erzeugt.

Dabei setzt Hellmann große Hoffnungen in Rückkehrer Adi Hütter. Über Tabellenziele möchte er die Arbeit des neuen Trainers jedoch nicht vorschnell bewerten. „Wir sind da vorsichtig genug, weil solche Veränderungen nie immer sofort in Tabellenplätzen gemessen werden können.“ Eine Sache traut Hellmann dem Österreicher aber ohne Zweifel zu: „Ganz sicher, und das weiß ich und da kenne ich auch Adi gut genug, wird er es nicht zulassen, dass wir hier alle wieder zum Einschlafen bringen.“ Hütter soll stattdessen genau jene Energie zurückbringen, die die Eintracht über viele Jahre ausgezeichnet hat: „Er wird die Besucher, die Fans, das Stadion aufwecken.“ Eine klare Erwartung, die sich mit den bisherigen Aussagen des Trainers deckt. Hütter betonte seit seiner Rückkehr immer wieder, dass er einen proaktiven, intensiven und begeisternden Fußball sehen möchte.

Auch die Fans sind in der Pflicht

Für Hellmann funktioniert diese Emotionalität allerdings nicht nur in eine Richtung. Mannschaft und Fans müssten sich gegenseitig mitziehen: „Es ist mir wichtig, dass wieder ein Zusammenspiel zwischen dem Platz und den Rängen stattfindet.“ Deshalb nahm der Vorstandssprecher beide Seiten in die Pflicht: „Da muss die Mannschaft was dafür tun, da müsst ihr was für tun.“ Sein Appell an Mannschaft und Anhänger fiel entsprechend deutlich aus: „Lasst uns Gas geben in der neuen Saison, dass wir wieder Großes erreichen können.“

Damit formuliert Hellmann weniger ein konkretes Tabellenziel als vielmehr eine Erwartung an die Art und Weise. Die Eintracht soll wieder emotionaler, intensiver und mitreißender auftreten – und damit jene besondere Verbindung zwischen Mannschaft und Tribüne zurückgewinnen, die in der vergangenen Saison zu häufig verloren gegangen war.

6 Kommentare

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Frei nach Markus aus der NDW Zeit:

Ich geb Gas - Ich will Spaß!

Hab Bock uff die neue Saison, denn ich glaube uns wird net so oft langweilig werden, wie in der letzten.

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Fallback Avatar 2. culo blanco 10. August 26, 10:09 Uhr

Also, was sich sicherlich ändern muss, ist, dass wir seit geraumer Zeit einen unheimlichen Aufwand betreiben müssen, um ein Tor zu schießen. Abgesehen von der Handlungsschnelligkeit, fehlenden Bewegung etc, was Adi ja auch gut auf den Punkt gebracht hat nach dem letzten Spiel, sind Standards ein Mittel, wo wir im Vergleich abstinken.

Wir erarbeiten uns Ecken en masse, die dann verpuffen. Da habe ich bisher noch nichts gehört, wie das verbessert werden soll. In der PL haben die meisten Vereine ja sogar Einwurf-Trainer und Arsenal ist ja quasi wegen seiner Standards Meister geworden.

Geht das nur mir so oder erwartet ihr da auch mehr in der neuen Saison?

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Fallback Avatar 3. deraldesack 10. August 26, 10:27 Uhr Zitat - culo blanco Also, was sich sicherlich ändern muss, ist, dass wir seit geraumer Zeit einen unheimlichen Aufwand betreiben müssen, um ein Tor zu schießen. Abgesehen von der Handlungsschnelligkeit, fehlenden Bewegung etc, was Adi ja auch gut auf den Punkt gebracht hat nach dem letzten Spiel, sind Standards ein Mittel, wo wir im Vergleich abstinken. Wir erarbeiten uns Ecken en masse, die dann verpuffen. Da habe ich bisher noch nichts gehört, wie das verbessert werden soll. In der PL haben die meisten Vereine ja sogar Einwurf-Trainer und Arsenal ist ja quasi wegen seiner Standards Meister geworden. Geht das nur mir so oder erwartet ihr da auch mehr in der neuen Saison? Path

Vorletzte Saison waren wir mit die Stärkste Mannschaft bei Standards.
Was letzte Saison gefehlt hat ist
A) Die Ecken und Freistöße von Omar
B) Ekitike und Tuta im Strafraum - so konnten sich die Gegner voll auf Robin und Rasmus konzentrieren.

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Fallback Avatar 4. einesgehtnochrein 10. August 26, 10:34 Uhr

Man kann ein Stadion durch Siege oder kämpferische Spielweise „anzünden“. Das Problem ist, der Zeit, wo uns Kampfgeist auch bei einem knappen Spielverlust zufriedenstellte,, sind wir entwachsen. Die Ergebnisse müssen mittlerweile eben auch stimmen.
Ob diese Mannschaft „kämpferisch“ kann, wage ich zu bezweifeln. Klar, wenn es Siege hagelt, werden wir auch diese Mannschaft laufen sehen. Aber was geschieht, wenn es nicht läuft? Laufen und Kilometer abspulen ist eine Sache, kämpfen und grätschen eine andere.
Da fehlen uns meines Erachtens die Spieler. Die wenigen Spieler, die das verkörpern, haben uns verlassen (Kristensen), werden uns vielleicht verlassen (Theate) oder spielen bei uns nicht die zentrale Rolle (Hojlund, Knauff).
Wenn ich eine Dosensuppe nehme, wird sie durch ein paar Chili nicht zu einer feurigen ungarischen Suppe. Wir haben uns die letzten Jahre ganz bewusst dafür entschieden, filigrane Spieler Kämpfertypen vorzuziehen. Da wird auch Hütter keine Metamorphose bewirken. Stimmung wird es mit dieser Mannschaft vor allem über Ergebnisse geben.

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Fallback Avatar 5. culo blanco 10. August 26, 11:22 Uhr Zitat - deraldesack Vorletzte Saison waren wir mit die Stärkste Mannschaft bei Standards. Was letzte Saison gefehlt hat ist A) Die Ecken und Freistöße von Omar B) Ekitike und Tuta im Strafraum - so konnten sich die Gegner voll auf Robin und Rasmus konzentrieren. Path

Ja, vorletzte Saison, da war es allerdings auch nur offensiv gut, defensiv war es auch zu schwach.
Aber die Erklärung ist mir auch zu einfach, mit Uzun, Doan, Jupp, Götze etc hätte auch mal eine Ecke ankommen können. Und dass nur Koch und Kristensen bei Ecken gefährlich sein können, kann es ja auch nicht sein.

Auch die Einwürfe waren eine Katastrophe. Auffällig war auch, dass, wenn der Gegner (z. B. Dortmund in den 3 Spielen) einen Einwurf in der eigenen Hälfte hatte, war der schnell gesichert, Seitenwechsel und ab ging es. Bei uns musste man da quasi immer die Luft anhalten, wie man da aus dem Pressing rauskam. Andersrum hat es immer gebrannt und bei offensiven Einwürfe von uns kam kaum was bei rum.
Das war auch immer ein Downer für die Stimmung, Ecke/Einwurf mit vollem Einsatz rausgeholt und Arme hoch zur Kurve und dann stumpf auf den ersten Pfosten, geklärt, Ball zurück zum Torwart. Nur mein Eindruck.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 50 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 6. keineahnungvieldavon 10. August 26, 11:23 Uhr

@4
Sehe ich einwenig anders , wir sind im Mittelfeld ganz anders besetzt durch Noel A& Raphael O. , die eine andere kämpferische Note reinbringen werden.
Auch Oscar hat körperlich zugelegt so hört man zumindestens und war schon letzte Saison einer der wenigen der das kämpferische auf den Rasen gebracht hat.
Baum wird sein Leben für die Eintracht geben soviel ist sicher, falls er spielen darf und auch auch bei Otavio besteht Hoffnung wenn sein Fitnesslevel auf Bundesliga Niveau gebracht wird.
Hütter wird für die nötige Einstellung sorgen und in der Abwehr wird bestimmt noch etwas passieren auf dem Transfermarkt.
Ich blicke zuversichtlich auf den Start der Saison , denn schon in den Testspielen hat die Mannschaft gefühlt schneller direkter gespielt und einen Quantensprung im Pressing hingelegt, unabhängig von den Ergebnissen, die man natürlich nicht so hoch hängen sollte.

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