Für viele Fans der Frankfurter Eintracht startete heute die neue Saison so richtig – genau wie für die Spieler. Neu- und irgendwie auch Alt-Trainer Adi Hütter pfiff am Montagmorgen die erste Trainingseinheit der Saison 2026/2027 an. Mit dabei: 2.000 Eintracht-Fans und 30 Spieler der SGE. Zusätzlich wurde das Training per Livestream auf YouTube übertragen, sodass noch viele Schaulustige mehr teilhaben konnten am Aufgalopp der Hessen.
25 Feldspieler, fünf Torhüter und ein „Fußballgott“
25 Feldspieler standen auf dem Platz. Darunter auch Neuzugang Malik Pimpong und die Leihrückkehrer Noel Futkeu, Junior Dina Ebimbe, Jessic Ngankam und Niels Nkounkou. Nicht dabei waren natürlich die Spieler, die bei der Weltmeisterschaft im Einsatz waren, da diese noch einen Sonderurlaub genießen dürfen.
Unter Applaus startete die Trainingseinheit. Vielleicht auch deshalb, weil das Aufwärmen im neuen Heimtrikot der Hessen erfolgte. Neben Cheftrainer Adi Hütter waren natürlich auch die Co-Trainer mit von der Partie. Neben Christian Peintinger, langjähriger Begleiter Hütters, Klaus Schmidt und Torwarttrainer Jan Zimmermann stand auch der neue Co-Trainer Alex Meier, vielen bekannt als „Fußballgott“ auf dem Rasen.
Insgesamt fünf Torhüter starteten in das Training. Neben Kaua Santos und Michael Zetterer absolvierten auch Jugendkeeper Amil Siljevic und der zurückgekehrte Simon Simoni das erste Training der Saison unter akribischer Beobachtung Zimmermanns.
„Die Intensität hat mir gefallen“
Für die Feldspieler ging es nach dem verdienten Sommerurlaub zunächst darum, wieder in das Fußballspielen hineinzukommen. Nach einem Warmup folgten Passübungen, gefolgt von drei Rondos (Übung, bei der auf engstem Raum genaues Passspiel gegen ein Gegnerteam betrieben werden muss, um den Ball in den eigenen Reihen zu halten). Während die Rasensprenger im Anschluss für eine kühle Verschnaufpause sorgten, bat Hütter zur ersten Besprechung. Danach ging es weiter und die Intensität nahm spürbar zu. Besonders gut kam bei den Fans das Elf-gegen-Elf an, das auf einem verkleinerten Feld ausgetragen wurde. Für Hütter war dies aber keineswegs als Bespaßung des Publikums gedacht: „Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Zonenspiel, nicht einfach frei spielen lassen. Einfach mal sehen, wie sich die Jungs bewegen. Die Intensität hat mir gefallen, es geht aber noch besser – es muss auch noch besser werden. Aber das, was sie gezeigt haben, hat mir gefallen“, ließ sich der Übungsleiter im Nachhinein in die Karten blicken.
Als dann gegen kurz vor 12:00 Uhr das Training beendet wurde, war die Zeit für die Fans gekommen, sich Fotos und Autogramme bei den Spielern abzuholen. Trainer Hütter zog nach dem ersten Mannschaftstraining ein sehr positives Fazit: „Alle waren zu 100 Prozent bei der Sache, mein erster Eindruck ist gut“. Obwohl alle Spieler auch im Sommerurlaub individuelle Trainingsprogramme abspulen mussten, will Hütter nicht zu schnell zu viel einfordern von den Spielern. „Wir werden die Jungs langsam aufbauen. Ich will, dass wir zu den laufstärksten Mannschaften gehören und immer hohe Intensität gehen können – das ist genügend Arbeit. Die erste Woche ist dazu da, um einige Elemente reinzubringen. Es geht auch um Ballbesitz und darum, einige Basics zu trainieren; möglicherweise auch um die Arbeit gegen den Ball, damit sie verstehen, wie sie sich nach Ballverlust verhalten sollen. Das Wichtigste: Was wir spielen wollen, muss ich in die Köpfe der Spieler bekommen.“
Aussortiertes Quintett
Trotz dessen, dass es um die erste Trainingseinheit ging, konnte man aber durchaus schon wegweisende Entscheidungen für die kommende Saison ablesen. Denn fünf Spieler durften nicht beim oben beschriebenen Elf-gegen-Elf mitspielen. Sie trainierten individuell auf dem angrenzenden Trainingsplatz: Noel Futkeu, Dina Ebimbe, Nkounkou, Ngangam und Michy Batshuayi. Nach dem Training äußerte sich Hütter dazu und gab an, dass die Spielerberater informiert seien, dass sie in Frankfurt keine Zukunft hätten. Klar ist also: Es wird sehr wahrscheinlich noch einige Abgänge mehr geben bei der Eintracht.
Außerdem fehlen Hütter natürlich noch einige Spieler, die im Laufe der Transferperiode ihren Weg nach Frankfurt finden werden. Sportvorstand Markus Krösche arbeitet unter Hochdruck an dringend benötigten Neuzugängen, die dann in den kommenden Wochen zum Team stoßen.






13 Kommentare
Was ist eure Meinung zu den aussortierten Spielern?
In betriebswirtschaftlicher Hinsicht finde ich es wirklich klug, dass man nach Außen klar kommuniziert, wer "aussortiert" ist und keine Zukunft hat. Das stärkt bestimmt die Verhandlungsposition mit potentiell aufnehmenden Vereinen. Mal abgesehen davon, dass ich Trainingsgruppen B menschlich nie nachvollziehen konnte. Auch wenn die Spieler vielleicht keine Zukunft in der Mannschaft haben, kann man sie doch in die Gruppe integrieren bis sie einen neuen Verein haben. Hat mE auch was mit Wertschätzung zu tun.
Ich denke, dass Futkeu und Ebimbe eine Chance verdient hätten. Beide haben in der letzten Saison bei Ihren Leih-Stationen gut performt.
Bei Dina kommt hinzu, dass der Marktwert wohl nicht zu erzielen ist. Neben Schlacke 05 gibt es wohl mit Hull City einen weiteren Interessenten. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung besteht Interesse und der Verein hat sich mit dem Spielerberater in Verbindung gesetzt. Zumindest werden wir ihn nicht für 1 Mio. € an die Blauen verramschen, weil es nun ja einen Verkäufermarkt gibt.
Futkeu ist nichts anderes als ein Invest für die SGE. Traurig ... aber wahr.
Verstehe ich nicht.
Weder Ebimbe noch Futkeu sind zu verramschen.
Dann hänge ich mal die Preisschilder um.
Ebimbe = 2,5
Futkeu = 4,5
Bei allem Respekt, aber mit 4,5 Millionen würde man Futkeu verramschen. Da sollte unter acht bis neun Millionen nichts gehen. Einen Markt für Futkeu sollte es geben. Erfolgreicher, fixer und junger Stürmer. Tm.de schätzt den Marktwert im Übrigen auf 7,5 Millionen Euro.
"Lesen können & verstehen" sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Teilnahme als Forist.
"Verramschen" bezog sich auf Ebimbe und den von Schlacke 05 angestrebten Ablösebetrag in Höhe von 1. Mio. €. Bei Futkeu habe ich gar keine Summe angeführt und habe ihn lediglich als "Invest für die SGE" bezeichnet. Die an Fürth bezahlte Rückkaufsumme wird ohne Frage wieder eingespielt werden, aber ich persönlich hätte es gerne gesehen, wenn er eine Chance erhalten hätte. Dem ist aber nicht so.
Den Rest hat Folke Müller zutreffend beantwortet.
Ebimbe undFutkeu sind bei mehreren Trainer nicht gut aufgestellt. Alle Trainer sind nahe dran.
Ich bilde mir ein das ich das nicht besser einschätzen kann.
Darum sollten wir den Trainern vertrauen.
Kann natürlich auch sein das sieben woanders einschlagen (Kostic bei uns) aber so ist es halt.
Trotzdem freue ich mich auf die neue Saison (Argentinien und Messi sind ja nicht dabei)
"Was ist eure Meinung zu den aussortierten Spielern?"
Hängt für mich stark davon ab, was noch in der Pipeline ist. Aber vom Gefühl würde ich sagen, das passt!
Irgendwo hatte es ja auch seine Bewandnis, dass sie verliehen wurden.
Wenn der Kader von der Anzahl her an den Bedarf der Saison angepasst werden soll, eigene Spieler aus dem Nachwuchs Spielanteile bekommen sollen und auch neue Spieler wichtige Positionen füllen sollen, dann müssen viele Spieler halt gehen.
Da haben wir einfach keine Zeit, uns bei Jedem Gedanken zu machen, ob er vielleicht doch noch den Durchbruch schafft oder zu billig verkauft wird.
Wer nachher im Kader steht, ist mir eigentlich egal, Hauptsache, die Mannschaft funktioniert.
Nachfolgend, ein sehr seriös recherchierter Bericht über die Eintracht, erschienen in der FAZ von heute: hier wird indirekt auch sehr deutlich, wie wichtig die Arbeit von Hellmann ist, der die ganze Netzwerke erweitert und betreut.
Warum die Eintracht trotz Krise finanziell stabil bleibt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Peter Hess, 13. Juli 2026
Vor zehn Jahren wäre Eintracht Frankfurt beinahe abgestiegen. Danach folgte ein rasanter Aufstieg. Grund dafür ist nicht nur die Transferstrategie des Vereins.
Was wäre, wenn Haris Seferović im Mai 2016 im Relegationsspiel in Nürnberg die Frankfurter Eintracht mit seinem Tor nicht erlöst hätte und der hessische Traditionsklub zum fünften Mal aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen wäre? „Gute Frage, ich kann sie aber nicht beantworten“, sagt Julien Zamberk im Juni 2026. Der 38 Jahre alte Frankfurter, seit November 2024 Finanzvorstand der Eintracht, umreißt die Möglichkeiten: „Es gibt Beispiele wie den VfB Stuttgart, dass der Abstieg nur ein kurzzeitiger Rückschlag war, aber einige Klubs haben Jahre gebraucht, um wieder hochzukommen, andere spielen in der dritten Liga.“
Auf jeden Fall würde die Eintracht nicht dort stehen, wo sie heute steht, wenn die Hessen einen Umweg über die zweite Liga hätten nehmen müssen. Die Eintracht hat im vergangenen Jahrzehnt einen so rapiden sportlichen und wirtschaftlichen Aufschwung erlebt wie kaum ein anderer Verein der Fußball-Bundesliga. Aus dem Hinterbänkler, dessen Versetzung immer wieder gefährdet war und manchmal auch nicht erfolgte, ist ein Musterschüler geworden, der lediglich an schlechten Tagen ins Mittelmaß abgleitet. So wie in diesem Frühsommer. Erstmals nach acht Spielzeiten konnten sich die Frankfurter als Tabellenachter nicht für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren.
Aber die schlechten Zeiten sind nicht vergessen, und viele Fans fragen sich, ob es der Eintracht in der Sommerpause gelingt, wieder die Weichen nach Europa zu stellen, oder ob die Krise den Anfang vom Ende des Höhenfluges darstellt, so wie es bei Borussia Mönchengladbach vor einigen Jahren der Fall gewesen ist.
Die Eintracht steht finanziell immer noch gut da
An den finanziellen Voraussetzungen wird Sportvorstand Markus Krösche auf seinem Weg zum Ziel „internationale Wettbewerbe“ nicht scheitern, die Eintracht steht nach wie vor gut da. Die genauen Zahlen für das gerade abgeschlossene Geschäftsjahr werden noch ermittelt, aber wer eins und eins zusammenzählt, zweifelt nicht daran, dass die Eintracht einen Rekordumsatz von über 400 Millionen Euro verbuchen und ein positives Geschäftsergebnis vorweisen wird. Warum? Wegen der Zahlen des Vorjahres. Im Geschäftsjahr 2024/25 war der Transfer von Hugo Ekitiké (95 Millionen Euro) noch nicht verbucht. Der Umsatz lag bei 390 Millionen Euro, obwohl die Eintracht nur in der Europa League spielte und nicht in der lukrativeren Champions League. Zudem belasteten hohe Prämienzahlungen für das Erreichen der Königsklasse den Etat. Durch die Auszahlung der Boni kam ein Verlust von rund acht Millionen Euro zustande. Was für Unverständnis in der Öffentlichkeit sorgte und zu einigen aufgeregten Schlagzeilen in den Medien führte. „Party auf Pump“ prangerte die immens gestiegenen Personalkosten am prägnantesten an.
Genau an diesem Punkt waren in der Vergangenheit Bundesligaklubs wie Gladbach, Hamburg und Schalke gescheitert, die ihre Investitionen in den Kader auf die Teilnahme an der Champions League auslegten, anschließend den Königswettbewerb des europäischen Fußballs aber verpassten und in finanzielle Schieflage gerieten, was zu Notverkäufen führte und in den sportlichen Niedergang.
Die Eintracht wirkt da viel stabiler, weil sie trotz der großen Steigerung eine gesunde Kostenstruktur bewahrte. Sie schließt im Vergleich zur Konkurrenz stärker erfolgsbezogene Verträge ab und achtet auf die Personalausgaben. So betrug die Personalkostenquote im Geschäftsjahr 2024/25 trotz der Rekordhöhe der Aufwendungen von 177 Millionen Euro knapp über 45 Prozent, das entspricht etwa dem Durchschnittswert der Liga. In der abgelaufenen Saison sind die Personalkosten wieder gesunken, da keine Prämien ausgeschüttet werden mussten. Es herrscht kein Druck für Spielerverkäufe. Zudem stärkt das Eigenkapital in Höhe von 69 Millionen Euro die Unabhängigkeit.
So funktioniert die Transferstrategie der Eintracht
Die finanzielle Stärke der Eintracht ruht auf zwei Säulen. Zum einen wurde und wird das Geschäftsmodell durch die Transfereinnahmen befeuert, indem Spieler billig ein- und teuer verkauft werden. Zudem sorgt die Vermarktung für Einnahmen. In der Hierarchie der Bundesligaklubs belegt die Eintracht hinter Bayern München und Borussia Dortmund Rang drei, was die an Spieltagen generierten Einnahmen sowie Sponsoring und Marketing betrifft. Die Erlöse werden auch dadurch erzielt, dass die Eintracht dank einer seriösen und nachhaltigen Vereinspolitik nicht nur auf dem Werbemarkt, sondern auch in der Gesellschaft, der Politik und in der regionalen Wirtschaft bestens positioniert ist. Nie war ihr Ansehen höher in der Bankenwelt, der Vertrag mit der Deutschen Bank wurde bis 2035 verlängert, nie war die Zusammenarbeit mit der Stadt enger und vertrauensvoller. Und die Verbindung zur Basis wurde mit den sportlichen Erfolgen größer und intensiver. Das Stadion ist praktisch immer ausverkauft, für Business Seats und Logen haben sich 2000 Unternehmen auf eine Warteliste eingetragen.
Der Businessplan des hessischen Traditionsklubs ist durch einen ganzheitlichen Ansatz und durch Weitblick gekennzeichnet. Der Verein hat in sein Proficamp investiert, in den Stadionausbau, hat den Stadionbetrieb über den Fußball hinaus übernommen, Tochtergesellschaften gegründet und eine eigene Fernsehproduktion ins Leben gerufen. Wenn die geplante Multifunktionshalle gebaut wird, steht die Eintracht bei der Vergabe der Betreiberrechte in den Startlöchern. Und sollte die Erfolgsgeschichte weitergehen, wird in zehn bis 15 Jahren auch ein Stadionneubau zum Thema werden.
All die Geschäftsfelder, die zum finanziellen Erfolg der Eintracht beitragen, sind jedoch stark vom Erfolg der Fußballer abhängig. Deshalb kommt dem Wirken auf dem Transfermarkt eine überragende Bedeutung zu. Bis 2016 agierte die Eintracht betont vorsichtig. Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen scheute, auch wegen der Sünden der Vergangenheit, bis zum letzten Monat seiner Verantwortung so gut wie jedes Risiko. Mit Bruchhagens Abschied, der mit der erfolgreichen Relegation 2016 zusammenfiel, war der Weg frei für die innovativen Kräfte um Vorstand Axel Hellmann, die auch die Chancen auf dem Transfermarkt sahen.
Frankfurter Transferwunder: Mit der „Büffelherde“ fing alles an
Das Konzept wurde von der Saison 2017/18 an umgesetzt, im ersten Jahr nach dem Klassenerhalt per Relegation im Mai 2016 waren noch keine größeren Sprünge möglich, genau genommen gar keine. Sportvorstand Fredi Bobic standen damals 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, um seinen Trainer Niko Kovač mit neuen Spielern zu versorgen – für alle, nicht für einen einzigen Profi. Der Umsatz der Eintracht in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 lag jeweils bei 110 Millionen Euro, damit befand sie sich im letzten Drittel der Liga.
Aber Kovač gelang es im Mai 2017, sein Team voller Leihspieler bis ins DFB-Pokal-Finale zu führen, was der Eintracht finanziellen Spielraum verschaffte. Sie investierte für die nächste Saison zwölf Millionen Euro in ihren ersten Königstransfer, den Franzosen Sébastien Haller. Luka Jović und Ante Rebić vervollständigten, zunächst auf Leihbasis, das Sturm-Trio, das als „Büffelherde“ in die Eintracht-Geschichte eingehen sollte und das Frankfurter Transferwunder begründete. Sportvorstand Bobic legte die Grundlage, sein Nachfolger Markus Krösche setzte von 2021 an dessen Arbeit mit noch größerem Erfolg fort.
Die Liste derer, die mit großem Gewinn weiterverkauft wurden, ist lang: Hugo Ekitiké, Omar Marmoush, Randal Kolo Muani, Willian Pacho, Jesper Lindström, André Silva, Tuta, Filip Kostić, dazu die „Büffelherde“, die 2019 für über 100 Millionen Euro ihrer Wege zog. Die Umsatzentwicklung und die Erlöse gingen mit den Transfers stetig nach oben – unterbrochen von der Corona-Pandemie. Die Geschäftsjahre 2020/21 und 2021/22 schloss die Eintracht mit kumuliert rund 70 Millionen Euro Verlust ab. Ein Fehlbetrag, der vor allem durch den Einsatz des zuvor entwickelten Eigenkapitals gestemmt werden konnte, ohne das Transferkarussell signifikant zu verlangsamen. Hilfreich beim Überwinden der Corona-Krise war auch der sensationelle Gewinn der Europa League 2022 in Sevilla gegen die Glasgow Rangers.
Erfolgsmodell: Wie die Eintracht ihren Umsatz in zehn Jahren vervierfachte
Die Umsatzentwicklung verlief von 110 Millionen Euro im Jahr 2016 über 140 Millionen 2018, 280 Millionen 2020 und jeweils 390 Millionen 2024 und 2025 auf deutlich über 400 Millionen Euro 2026. Damit vervierfachte sich der Umsatz im vergangenen Jahrzehnt. Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung ergibt für die Dekade eine schwarze Null – trotz der großen Corona-Delle von 70 Millionen Euro.
Die Eintracht rangiert nun in der Bundesliga zwischen den Rängen fünf und sieben, was die Finanzkraft anbetrifft. Hinter Bayern München, Borussia Dortmund, RB Leipzig und Bayer Leverkusen, auf einer Höhe mit dem VfB Stuttgart, knapp vor der TSG Hoffenheim. Da Stuttgart in der kommenden Saison in der Champions League spielen wird und Hoffenheim in der Europa League, ist damit zu rechnen, dass die beiden Konkurrenten an den Frankfurtern vorbeiziehen werden.
Was aber keinen allgemeinen Abwärtstrend für die Eintracht bedeuten muss. Denn trotz der Rückschläge in den vergangenen Monaten ist der Kaderwert relativ stabil geblieben, da die Eintracht vornehmlich in junge Spieler mit Perspektive investierte und ihnen langfristige Verträge gab, ohne festgeschriebene Ablösesummen. Der Wert des Kaders wird auf 350 bis 400 Millionen Euro taxiert. Das Spiel auf dem Transfermarkt kann für die Eintracht also von Neuem beginnen.
Es ist keine gewagte Prognose, dass sich der Eintracht-Kader stark verändern wird. Das tat er fast in jedem Jahr, was der Eintracht von verschiedenen Seiten Kritik einbrachte. Punktuell versucht der Klub, auch Identifikationsfiguren aufzubauen, etwa im Fall von Kapitän Robin Koch. „Aber unabhängig von der eigenen Strategie ist es ohnehin unrealistisch zu glauben, dass Eintracht Frankfurt einen Marmoush oder Ekitiké halten kann, wenn Manchester City oder Liverpool den Spielern überaus lukrative Angebote unterbreiten“, sagt Finanzvorstand Zamberk.
Auch für Fälle, die nicht ganz so eindeutig liegen, erläutert Zamberk den grundsätzlichen Eintracht-Ansatz, „Spieler in Wert zu setzen, wenn sich die Opportunität ergibt, denn das Risiko, sie um jeden Preis zu halten, ist doch viel größer“. Der Finanzvorstand meint damit steigende Kosten, die mit der Transferstrategie einhergehen und die mit Transfererlösen refinanziert werden. Dadurch, dass die Eintracht diese Erlöse zu einem Großteil wieder in entwicklungsfähige Spieler reinvestiert, schafft sie sich die Chance auf den nächsten Millionencoup. Zamberk: „Es geht immer um die Balance zwischen sportlicher Substanz und wirtschaftlichem Risiko.“ Ein Risiko, das Zamberk nicht nur nach den Grundsätzen eines Finanzbuchhalters bewertet, er bezieht auch die Gefühle der Fans mit ein: „Wir sind als Eintracht Frankfurt letztlich nicht dazu da, Gewinnmaximierung zu betreiben, sondern die Menschen durch guten Fußball glücklich zu machen.“
„Nicht dabei waren die Nationalspieler, die noch bei der WM im Einsatz waren.“ Aber mal ehrlich: Welche WM-Fahrer kommen denn überhaupt noch zurück?
Brown ist schon weg, Theate und Amenda stehen kurz vor dem Absprung.
Bei Skhiri, Uzun und Chaïbi gilt ein Wechsel als durchaus wahrscheinlich, wenn die passenden Angebote kommen.
Sollte es so kommen, blieben von den „fehlenden WM-Fahrern“ letztlich nur noch Dōan und Amaimouni-Echghouyab.
Ja, ja ... Uzun kommt zurück, aber ... bleibt er auch ? Vielleicht sollte sich Can Uzun mal die Karriere seines türkischen Kollegen Emre Mor ansehen.
Emre Mor galt auch als außergewöhnliches Offensivtalent und wechselte sehr früh nach Dortmund. Dort kam er in seiner einzigen Dortmunder Saison nur auf 18 Pflichtspiele. Danach wechselte Mor auf eigenen Wunsch zu Celta Vigo (44 Spiele / 1 Tor). Nachfolgende Leihen zu Gala und Olympiakos brachten keinen Fortschritt oder gar Durchbruch.
Schauen wir auf 2026:
Im Juli 2026 durfte Emre Mor als Trainingsgast bei NEC Nijmegen vorspielen, um sich für einen festen Vertrag zu empfehlen.
Der Abstand zwischen Anspruch und Realität ist bei diesem gehypten Überflieger erheblich. Internationale Spitze war der Anspruch - die Realität ist eine wechselhafte Karriere als Rotations-, Leih- und Ergänzungsspieler.
Emre Mor ist 28 Jahre jung und er wird wohl beim NEC Nijmegen einen 2-Jahrsvertrag unterschreiben (dürfen).
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