Zum Inhalt Zum Hauptmenü

Lajos Détári (rechts) spielte im Pokalfinale 1988 Seite an Seite mit Eintracht-Legende Karl-Heinz Körbel. Foto: IMAGO / Kicker/Liedel

Heute vor 38 Jahren: Eintracht-Held Détári blickt auf Pokaltriumph 1988 zurück

Genau 38 Jahre ist es nun her: Am 28. Mai 1988 gewann die Frankfurter Eintracht im Berliner Olympiastadion zum vierten Mal den DFB-Pokal. Beim 1:0-Erfolg gegen den VfL Bochum rückte ein Spieler besonders in den Mittelpunkt: Mit einem Freistoß, der für die Geschichte der Eintracht bis heute unvergessen ist, erzielte Lajos Détári in der 81. Minute den Siegtreffer. Bei „EintrachtTV“ blickte der heute 63-Jährige nun auf diesen historischen Moment zurück.

Ich fühlte: das ist meine Position, den mache ich. Ich habe zwei Schritte Anlauf genommen, geschossen und bin dann zurückgegangen, weil ich wusste, dass er reingeht. Der Rest war Jubel in Richtung der 30.000 Eintracht-Fans in der Kurve“, blickte Détári auf sein atemberaubendes Freistoßtor zurück. Mit einer ähnlichen Selbstverständlichkeit, mit welcher der damals noch junge Spieler zum Freistoß antrat, sei er auch in die Partie gegangen. Schließlich habe sich die Eintracht den Finaleinzug damals verdient: „Wir haben es nach Berlin geschafft. Deswegen wollten wir den Pokal nach Frankfurt holen.

Wir haben in der ersten Halbzeit ein bisschen geschlafen

In der ersten Halbzeit sah es dann aber dürftig für die Frankfurter Mannschaft aus. Eintracht-Keeper Uli Stein rettete durch seine Paraden das torlose Unentschieden in die Pause. Daraufhin platzte dem ehemaligen deutschen Nationalspieler der Kragen: „Wir haben in der ersten Halbzeit ein bisschen geschlafen. Und deswegen hat Uli die Spieler kritisiert. Aber das hat er gut gemacht, muss ich sagen“, lobte Détári seinen ehemaligen Mitspieler. Ohnehin sei Stein für ihn ein Weltklasse-Torhüter gewesen.

Ähnlichkeiten zur ersten Hälfte des DFB-Pokalfinals 1988 hatte auch Détáris Start in Frankfurt. Obwohl aufgrund der damaligen ungarischen Politik keine einheimischen Spieler ins Ausland wechseln durften, ließ die Regierung für den offensiven Mittelfeldspieler eine Ausnahmegenehmigung zu. „Détári ist für eine Ablösesumme von 3,6 Millionen Deutsche Mark nach Frankfurt gekommen. Natürlich wollten alle sehen, was er kann. Und die ersten drei, vier Monate hatte ich Schwierigkeiten gehabt“, blickte er selbstkritisch auf sich zurück. Ohne die deutsche Sprache zu beherrschen, sei es ihm als junger Spieler zunächst schwergefallen, den Anschluss zu finden. Ex-Manager Wolfgang Kraus verbot deshalb Zeugwart Toni Hübler sowie Spieler István Sztani, mit dem talentierten Détári ungarisch zu sprechen. Aus heutiger Sicht habe ihm das geholfen, ordnete er ein.

Mit dem Gewinn des DFB-Pokals verließ Détári die Frankfurter Eintracht nach nur einem Jahr wieder. Manchmal muss man eben gehen, wenn es am schönsten ist. Obwohl ihm die damalige Entscheidung schwergefallen sei, habe die Eintracht die aus heutiger Sicht 8,7 Millionen Euro von Olympiakos Piräus gut gebrauchen können. Auch der ungarische Verband habe von seinem Wechsel profitiert. An das Jahr in Frankfurt werde er sich aber immer positiv zurückerinnern.

Weitere Artikel

3 Kommentare

Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 1. SGE74 28. Mai 26, 16:00 Uhr

Ich war damals dabei und mir kommt es vor als es erst gestern war. 38 Jahre welch eine Zeit. Wahnsinn! Wir mussten ja noch durch die DDR fahren. Ein Super Erlebnis in Berlin, natürlich mit dem Pokalsieg umso schöner. Vor allem was vorher und nachher in der Stadt los war. Wir mussten lange warten, aber Lajos hat alle Eintracht Fans erlöst. Übrigens die Karten hatte ich per Post einfach bestellt und 3 Tage später waren sie da 😊

0
Fallback Avatar 2. Sammy94 28. Mai 26, 17:29 Uhr

So, OSammy94 schreibt also Zeit für mehrere hundert Daumen nach unten:

Am 28.05.1988 fuhr ich mit dem EFC-West, Bus 6 nach Bärlin, damals gab es die Stauvorhersage auf der A5 wegen rund 200 SGE-Bussen nach Berlin und Pfingsten. Der Busfahrer von Bus 6 entschied daher über Die A66 und die B-Irgendwas über Fulda zu tuckern, wir kamen über 2 Stunden zum spät zur Kartenverteilung am letzten Rastplatz vor dem DDR-Grenzübergang an. Das bezahlte Geld schuldet der "EFC-West" dem ganzen Bus bis heute, also kamen wir erst 35 Minuten vor Spielbeginn erst am Stadion an - alle waren schon drin incl. Bus 1 mit den Tickets !!! Wir wurden rausschmissen und guter Rat war teuer, nach und die Sinflut...

Jeder von uns Beiden hatte ca. noch 50 Mark einstecken, ich hatte eine EC-Karte, toll. Mein Kumpel war noch Schüler der guckte noch dümmer aus der Wäsche. Gott sei Dank kam so ein Heini vom DfB am Stadion an uns suchte zwei Käufer für VIP-Sitzplätze ohne Futtern.

Wir fragten was er haben will, er gab und die beiden Tickets je für nen Zehner, ich hab sie gerade mal rausgesucht, da steht "Ehrengäste Berliner Fußballverband" drauf. An unseren Plätzen angekommen saßen wir 5 Reihen unter der Pokalübergabe direkt an der Treppe zum Aufgang zur Pokalübergabe. Wie oft verfluche ich noch den Tag, ich hatte nur einen Film in meiner Pocketkamera mit 12 Bildern, grrrrrrrrrrrrrrrr

Also war der Plan klar, Spalier stehen gesagt, getan. Alle Spieler kamen an uns vorbei, beginnend mit dem treuen Charly bis hin zum Zeugwart Anton Hübler der bildete den Abschluss und staunte nicht schlecht: "was macht den ihr beide hier???" Er sagte noch schließt Euch an kommt mit auf die Ehrenrunde und keiner hielt uns auf, da lief der Anjo mit also wir auch...

Sensationelles Erlebnis, bis heute unwiederbringlich ich war dabei und setzte dem dem Dieter Schlindwein meine Eintracht-Mütze auf, auf dem Bild oben hat sie Lajos auf !!!!

Die bekam ich am Ende der Ehrenrunde zurück, erst hatte sie der Detari auf dann der Charly auf der Ehrenrunde, am Schluss hätten wir auch mit in die Kabine laufen können, es hätte uns keine Ordner aufgehalten aber das haben wir uns dann doch nicht getraut...

Auf der Rückfahrt hat diese Mütze ein DDR-Grenzer gegen ein Mütze von eisern Union tauschen wollen, da meine beiden Cousins bei Union kickten nahm ich das Angebot gerne an, sechs Wochen vorher war ich bei Union-Dynamo (0:2) in Ostberlin und die Mützen waren leider ausverkauft also konnte ich meine vielen mitgebrachten Wormatia- und SGE-Programme nur gegen Aufnäher und Union-Stadionzeitungen tauschen.

Mein 2. Pokalsieg im Stadion meine erste und letzte Ehrenrunde auf dem Stadionrasen...

Schee wars...

17
Fallback Avatar 3. dieseeledesadlers 28. Mai 26, 21:27 Uhr

Traumtor !

Danke Lajos für die Ewigkeit.

War damals zwar nur vor dem Fernseher, unvergesslich.

Seltener Glücksmoment der einen für immer begleitet.

Adler, was habe ich dich an diesem Tag noch mehr als sonnst geliebt.

31

Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.

Weitere Artikel