Nach dem 7:1-Testspielsieg gegen den FC Gießen sprach Eintracht-Trainer Adi Hütter ausführlich über seine Angreifer. Dabei fand der Österreicher lobende Worte für Jonathan Burkardt, bremste die Euphorie um Nachwuchsstürmer Younes Ebnoutalib und gab Malick Pimpong gleichzeitig ein klares Entwicklungsthema mit auf den Weg.
Die deutlichsten Worte fand Hütter dabei für Jonathan Burkardt. Der Nationalstürmer soll auch in der neuen Saison eine zentrale Rolle im Frankfurter Offensivspiel einnehmen – und vor allem das liefern, was ihn auszeichnet. „Ich erwarte das von Johnny Burkardt, was er kann. Und das sind Tore“, stellte der Eintracht-Coach unmissverständlich klar.
Besonders Burkardts spektakulärer Rabona-Treffer gegen Gießen hatte es Hütter angetan. „Wenn man das Tor gegen Gießen gesehen hat – wenn ihm das in der Bundesliga gelingt, könnte es das Tor des Jahres werden“, schwärmte der Trainer. Für Hütter ist der 26-Jährige jedoch weit mehr als nur ein Torjäger. Bereits zu Mainzer Zeiten habe ihn Burkardt überzeugt. „Er ist ein mutiger Stürmer, der mir schon in Mainz gut gefallen hat.“ Vor allem seine Arbeit gegen den Ball schätzt der Österreicher: „Er kann für die Mannschaft arbeiten, er geht viele Meter und kann gut Druck auf den Gegner ausüben.“ Seine Qualitäten vor dem Tor seien ohnehin längst nachgewiesen: „Und er kann Tore machen, das zeigt die Statistik der letzten Jahre.“
Neben Burkardt rückte gegen Gießen auch Youngster Younes Ebnoutalib in den Fokus. Der Angreifer bereitete das 1:0 mit einer cleveren Laufbewegung entscheidend vor und sammelte weitere Pluspunkte. Hütter hob insbesondere dessen taktisches Verhalten hervor. „Wir müssen lernen, dass wir aus dem Ballbesitz heraus die richtigen Bälle spielen. Das hat mir bei ihm gefallen, er hat die richtige Gegenbewegung gehabt und die Verteidiger beim 1:0 herausgezogen“, so der Österreicher.
Trotz des gelungenen Auftritts will der Trainer die Erwartungen an den jungen Stürmer allerdings bewusst niedrig halten. Ebnoutalib habe zwar einen bemerkenswerten Aufstieg hingelegt. „Er ist ein Spieler, der schnell hochgekommen ist und mit einem Tor eingeschlagen ist.“ Dennoch brauche seine Entwicklung Zeit. „Aber die Jungs brauchen trotzdem noch Zeit und wir müssen weiter geduldig sein und wissen, wo die Jungs herkommen.“ Gleichzeitig sieht Hütter das Trainerteam in der Verantwortung. „Es ist unsere Aufgabe, die Jungs zu stärken.“ Gleichzeitig machte er deutlich, dass die Talente ihren Teil dazu beitragen müssen. „Aber sie müssen auch weiter hart arbeiten.“
Auch Malick Pimpong erhielt nach seinem Einsatz ein differenziertes Fazit. Trotz nachlassender Kräfte hinterließ der Neuzugang einen ordentlichen Eindruck. „Er hat es trotz Müdigkeit ganz gut gemacht“, sagte Hütter. Gleichzeitig sprach der Österreicher aber auch einen Punkt an, an dem der junge Offensivspieler noch arbeiten muss. „Das Verspielte müssen wir ihm natürlich austreiben, weil das einfach nichts bringt.“ Besonders technische Spielereien seien auf höchstem Niveau selten erfolgreich. „Hacke, Spitze, eins, zwei, drei – das funktioniert in der Bundesliga nicht.“
Dennoch erkennt Hütter großes Potenzial im dänischen Nachwuchsstürmer. „Von den Möglichkeiten, die er hat und seinem Profil, ist er ein interessanter Spieler für die Zukunft.“ Wie schon bei Ebnoutalib appellierte der Eintracht-Trainer jedoch an Geduld. „Aber das sind alles Spieler, wo wir etwas Geduld brauchen, es geht nicht alles von heute auf morgen.“
Die Aussagen des Eintracht-Coaches zeigen damit auch die Rollenverteilung im Frankfurter Sturm: Während Burkardt als erfahrener Torjäger sofort Verantwortung übernehmen soll, erhalten Ebnoutalib und Pimpong die Zeit, sich Schritt für Schritt an das Bundesliga-Niveau heranzuarbeiten. Das Vertrauen des Trainerteams besitzen beide Talente bereits – nun liegt es an ihnen, dieses auf dem Platz weiter zu rechtfertigen.






6 Kommentare
Hinweis: Spiel endete meiner Kenntnis nach 7:1, nicht 4:0, das war glaube ich das Halbzeitergebnis
Das stimmt natürlich! Danke fürs Bescheid geben!
"Hacke, Spitze, eins, zwei, drei" kann er gerne beim Stand ab 4:0 machen, schließlich wollen wir das doch auch sehen.
Die richtige Reihenfolge wäre: erste den Gegner erlegen, dann deprimieren. In der Bundesliga gibt's kein Mitleid, die Mannschaften müssen schon vor dem Spiel die Hosen voll haben.
Das hatten sie in der letzten Saison zwar auch, aber eher vor Lachen.
Absatz 4: Ebnoutalib hat das 1:0 nicht vorbereitet, sondern selbst erzielt. Vorbereiter war IV Jeremiah Maluze. Der ist hochinteressant, möglicherweise auch mal für die erste Mannschaft, ein Charakterspieler. Er hat in der letzten Saison in der Hessenliga, nachdem einige andere die Chancen vergeben hatten, das 100. Tor erzwungen und selbst erzielt, also das letzte Eintracht-Tor der Saison gemacht und jetzt das erste Tor der Saison sehr stark vorbereitet mit einem langen Ball aus der Abwehr.
Der Adi macht das schon die Büffelherde wurde auch nicht in der ersten Trainingswoche erfunden...
Lasst dem Adi mal die Zeit und fangt nicht wieder nach drei Spielen an zu meckern wie beim Dino !!!
Ich erinnere nur an Adis erstes Pflichtspiel, na wer weiß es noch...
neben mir waren fast 6.000 Adlerträger
Also, das erste Spiel war der Supercup gegen Bayern München- 0:5.
Das zweite war dann gegen SSV Ulm- 1:2.
Ja der Anfang war schwer.
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