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Patrick Glöckner sah trotz der Niederlage gegen Stuttgart auch Positives. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Glöckner nach zweiter U21-Pleite: „Es war sehr viel Angst dabei“

Zweites Spiel, zweite Niederlage: Der Start der U21 von Eintracht Frankfurt in die Regionalliga Südwest ist zumindest ergebnistechnisch misslungen. Nach dem 0:3 bei Hessen Kassel zum Auftakt unterlag der Aufsteiger auch im ersten Heimspiel den Stuttgarter Kickers mit 2:3. Anders als noch in Kassel bewies die junge Mannschaft von Cheftrainer Patrick Glöckner dieses Mal allerdings große Moral, kämpfte sich nach einem frühen 0:2-Rückstand zurück und schnupperte bis in die letzten Sekunden am Punktgewinn. Trotzdem fand Glöckner nach der Partie vor allem für die Anfangsphase deutliche Worte.

„Natürlich sind wir nicht in der Situation, Vorwürfe zu machen, sondern wir müssen die Jungs entwickeln“, betonte der U21-Coach bei „Eintracht TV“. Genau darin sieht Glöckner die zentrale Aufgabe bei der Frankfurter Zweitvertretung: „Wir wollen sie immer da abholen, wo sie momentan stehen.“ Das bedeutet für den 49-Jährigen allerdings nicht, Fehler schönzureden. „Dann gehört auch die Wahrheit dazu, dass man sagt, dass wir die ersten 20 Minuten überhaupt nicht auf dem Platz gewesen sind“, kritisierte der Trainer. Die Leistung seiner Mannschaft habe in dieser Phase wenig mit dem zu tun gehabt, was er von seinen Spielern eigentlich gewohnt ist: „Es war zumindest nicht die Mannschaft, die ich kenne.“

Glöckner sieht „sehr viel Angst“

Bereits nach sechs Minuten geriet die Eintracht durch Glessing in Rückstand, nur sieben Minuten später erhöhte Frauendorf auf 2:0 für die Gäste. Glöckner erkannte bei seinen jungen Spielern in der Anfangsphase vor allem ein mentales Problem. „Es war sehr viel Angst dabei, es war sehr wenig Selbstvertrauen“, analysierte der Eintracht-Coach. Sinnbildlich dafür sei bereits die Entstehung des ersten Gegentreffers gewesen: „Da ist das 0:1 exemplarisch, wo wir den Ball einfach unnötig in die Mitte spielen und der Gegner dann die Kontersituation nutzt.“ Nach dem Fehlstart zeigte die Eintracht allerdings eine bemerkenswerte Reaktion. Kumashiro brachte die SGE in der 21. Minute zurück ins Spiel, zehn Minuten später stellte Bauer auf 2:2. Aus einem völlig misslungenen Start entwickelte sich plötzlich eine offene Partie. Gerade angesichts der hohen Temperaturen wollte Glöckner diesen Kraftakt ausdrücklich hervorheben. „Man muss nach einem 0:2 bei den Temperaturen erst einmal so zurückkommen und so lange den Ausgleich halten“, lobte der Trainer. Mehr noch: „Wir hatten sogar die Option, in Führung zu gehen.“

„Jungs, das habt ihr ab da richtig gut gemacht“

Die Aufholjagd ist für Glöckner deshalb mindestens genauso wichtig für die weitere Entwicklung wie die Fehler der Anfangsphase. „Nach dem 2:2 war es eine offene Partie im Anschluss“, erklärte der 49-Jährige. Entsprechend wolle er seinen Spielern nicht ausschließlich die negativen Szenen vor Augen führen. „Da bin ich auch jemand, der den Spielern natürlich auch den positiven Spiegel vorhält und sagt: ‚Jungs, das habt ihr ab da richtig gut gemacht‘“, so Glöckner. Genau hier setzt allerdings auch seine entscheidende Frage nach dem zweiten Spieltag an: Warum benötigte seine Mannschaft erst zwei Gegentore, um den Fußball zu zeigen, den sie eigentlich spielen kann? „Die Frage, die sich jetzt stellt: Warum haben wir das nicht geschafft von der ersten Minute?“, sagte Glöckner. Die Antwort darauf soll die gemeinsame Aufarbeitung liefern: „Die Frage werden wir uns mit Sicherheit nach der Analyse beantworten und wir werden daran wachsen.“

Kaltschnäuzigkeit fehlt zum ersten Punkt

Dass es trotz der starken Reaktion nicht zum ersten Regionalliga-Punkt reichte, lag für Glöckner auch an der fehlenden Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. In der 72. Minute brachte Stojak die Kickers erneut in Führung. Die Eintracht warf anschließend noch einmal alles nach vorne, konnte das 2:3 aber nicht mehr beantworten. „Ich denke, die Kaltschnäuzigkeit hat gefehlt, um das Spiel zu gewinnen“, bilanzierte Glöckner. Dabei wollte er nicht verschweigen, dass auch die Gäste ihre Möglichkeiten hatten: „Die Kickers hatten auch die eine oder andere Chance natürlich, aber die hatten wir auch.“

Gerade bei den kräftezehrenden Bedingungen sei klar gewesen, welche Bedeutung der nächste Treffer haben würde. „Es war klar, dass bei diesen Temperaturen derjenige, der diesen Ball dann als erstes verwandelt, wahrscheinlich als Sieger vom Platz geht“, erklärte Glöckner. Das gelang den Stuttgartern. Und trotzdem fehlten der Eintracht am Ende nur wenige Zentimeter zum 3:3. In der allerletzten Aktion rettete ein Stuttgarter Verteidiger einen Abschluss von Scheller auf der Linie. „Sonst wäre der Ausgleich noch gefallen“, haderte Glöckner.

So steht seine Mannschaft nach zwei Spielen zwar weiterhin ohne Punkt da, die Reaktion auf den frühen 0:2-Rückstand macht dem Trainer aber Mut. Nun gilt es für die junge Mannschaft, genau diese Leistung von Beginn an auf den Platz zu bringen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Samstag beim VfR Aalen.

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