Die SGE-Defensive hat Neu-Coach Albert Riera stabilisiert. In den ersten sieben Spielen unter dem neuen Trainer kassierte die Eintracht nur fünf Gegentore. Dafür taten sich die Adlerträger mit dem Ball oft schwerer als noch zu Dino Toppmöllers Amtszeit. Gerade gegen tiefstehende Gegner wie Union Berlin, den FC St. Pauli, den 1. FC Heidenheim und den FSV Mainz 05 hatte es die Eintracht trotz klarer Ballbesitzvorteile sehr schwer in der Chancenerarbeitung.
In der Besetzung der Stürmerposition verfügt der SGE-Trainer über mehrere Möglichkeiten. Im Saisonendspurt werden Riera neben Jonathan Burkardt und Arnaud Kalimuendo auch der wiedergenesene Younes Ebnoutalib im Angriff zur Verfügung stehen. Außerdem könnte Michy Batshuayi, der nach seinem in Leipzig zugezogenen Mittelfußbruch im März bereits ins Training zurückkehrte, nochmal zu einer Option werden. Wie können die Angreifer der SGE zu einem erfolgreichen Saisonabschluss beitragen? Die Stärken und Schwächen der Eintracht-Stürmer im Vergleich:
Jonathan Burkardt: Burkardt ist derjenige, der in der Bundesliga über die meiste Erfahrung verfügt. In 168 Pflichtspielen für den FSV Mainz 05 und Eintracht Frankfurt erzielte er insgesamt 56 Treffer. In seiner ersten Spielzeit bei der SGE trifft der Stümer bisher bei jedem zweiten Einsatz (elfmal in 22 Spielen). Neben seiner Abschlussstärke verfügt der 25-Jährige außerdem über eine für seine Körpergröße von 1,81 Meter außergewöhnliche Gefahr in der Luft. 18 % seiner Tore im Profibereich markierte er per Kopf (laut „fussballdaten.com“). Seine Höchstgeschwindigkeit ist mit 33,6 km/h in dieser Spielzeit (laut dem „Kicker“) schneller, als sie ihm oft nachgesagt wird. Schwächen hat Burkardt noch in technischen Aspekten wie der Ballannahme. Zudem sind Burkardts Werte von 44 % erfolgreicheren Dribblings und 77 % angekommen Pässen in der aktuellen Spielzeit etwas schwächer als Kalimuendos in der aktuellen Spielzeit. Zudem ist seine Zweikampfquote von 33 % in dieser Saison unterdurchschnittlich, für einen Stürmer aber auch nicht ungewöhnlich schlecht.
Arnaud Kalimuendo: Nach seinem Wechsel zur Eintracht im Wintertransferfenster blieb Kalimuendo nicht viel Eingewöhnungszeit. Nachdem sich Ebnoutalib in Stuttgart verletzte, war der Franzose wochenlang der einzige fitte Stürmer im Profikader der SGE und erhielt dementsprechend viel Einsatzzeit. Diese verdiente er sich aber auch mit ordentlichen Leistungen. Bei seinem Debüt gegen den BVB legte er Ebnoutalibs zwischenzeitliches 2:2 mit einem starken Steilpass auf, bevor er im bisherigen Verlauf der Rückrunde viermal selber einnetzte. Seine Torstatistik ist zwar etwas schwächer als die von Burkardt, dafür verfügt Kalimuendo mit 58 % erfolgreichen Dribblings und 85 % angekommenen Pässen im Eintracht-Trikot über eine höhere Ballsicherheit. Mit einem Topspeed von 34,2 km/h in dieser Bundesliga-Saison bringt er zudem eine ordentliche Geschwindigkeit mit. Dafür strahlt sein Kopfballspiel etwas weniger Gefahr als das von Burkardt mit. Nur 9 % seiner Treffer erzielte er auf diese Weise, was für seine Körpergröße von nur 1,75 Meter aber keinen außergewöhnlich schlechten Wert darstellt. Seine Zweikampfquote entspricht der von Burkardt (33 %).
Younes Ebnoutalib: Bei seinem Bundesliga-Debüt gegen Borussia Dortmund erwischte Ebnoutalib einen Traumstart im SGE-Trikot. Seinen starken Auftritt krönte der gebürtige Frankfurter mit seinem ersten Tor für die Eintracht, das zum zwischenzeitlichen 2:2 führte. Einen guten Torriecher bewies er auch beim SV Elversberg. In der Hinrunde avancierte der Deutsch-Marokkaner mit 12 Treffern zum gefährlichsten Spieler der 2. Bundesliga, bevor ihn die SGE im Winter verpflichtete. Sein Aufschwung nahm aber ein jähes Ende, als er in Stuttgart bei seinem zweiten Einsatz für die Eintracht wegen einer Innenbandverletzung im Knie nach nur zwanzig Minuten ausgewechselt werden musste. Erstmals wieder im Kader stand Ebnoutalib vergangene Woche in Mainz, damit stellt er für die letzten sieben Saisonspiele wieder eine Option dar. Der 1,91 Meter hohe Stürmer bringt eine größere körperliche Präsenz als Burkardt und Kalimuendo mit und verfügt wettbewerbsübergreifend über eine etwas bessere Zweikampfquote als seine Stürmerkollegen (35 %). Miteingerechnet in diese Statistik sind auch seine Spiele für Elversberg, weil der 22-Jährige noch nicht genug Bundesligaspiele für eine aussagekräftige Vergleich absolvierte. Seine Höchstgeschwindigkeit ist mit 34,8 km/h aber die schnellste aller SGE-Angreifer. Die Passgenauigkeit von Ebnoutalib bewegt sich mit 81% zwischen dem Niveau von Burkardt und Kalimuendo. Das Dribbling ist keine seiner Stärken (33 % Erfolgsquote). Wichtig könnte Ebnoutalib im Saisonendspurt dennoch werden. Gerade gegen tiefstehende Gegner wäre ein Stürmer seines Profils in der Lage, für mehr Durchschlagskraft zu sorgen.
Michy Batshuayi: Batshuayi stand in seiner bisherigen Karriere schon für zehn verschieden Vereinen aus sechs unterschiedlichen Ländern auf dem Platz und erzielte dabei 197 Tore in 516 Spielen. Spielerisch hat der 32-Jährige seinen Zenit aber wahrscheinlich schon überschritten. Während der aktuellen Saison spielt Batshuayi noch keine große Rolle bei der SGE. Ein wichtiges Tor erzielte er aber: Beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg übernahm er Verantwortung und verwandelte in der sechsten Minute der Nachspielzeit den Elfmeter zum 1:1-Ausgleich. Als er aufgrund mehrerer Verletzungen in der Mannschaft beim Auswärtsspiel gegen RB Leipzig die Chance von Beginn an erhielt, zog er sich unglücklicherweise selber einen Mittelfußbruch zu und musste bereits zur Halbzeit ausgewechselt werden. Ins Training stieg er bereits diesen März wieder ein, wann genau er wieder in den Kader zurückkehren kann, ist aber unklar. Wegen seiner geringen Einsatzminuten (181) in dieser Spielzeit sind seine Statistiken aus diesen wenig aussagekräftig. Seine Höchstgeschwindigkeit von 31,4 km/h ist aber deutlich langsamer als die der anderen SGE-Stürmer. Auch seine Passgenauigkeit (73 %) und Zweikampfquote (25 %) liegen unter den Werten seiner Kollegen.






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