Neuzugang Noah Atubolu hat aufregende Tage erlebt. Vor einer Woche kam er in Frankfurt als klare Nummer eins an, unterschrieb seinen Vertrag, absolvierte die erste Trainingseinheiten mit der neuen Mannschaft und gab beim Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin sein Debüt. Nun folgte mit einer leichten Verspätung die obligatorische Vorstellungspressekonferenz. „Es ging brutal schnell. Es ging zack, zack“, resümierte Atubolu mit Blick auf seine Ankunft. Eintracht Frankfurt vereinbarte mit dem SC Freiburg ein Leihgeschäft mit anschließender Kaufpflicht, die unter bestimmten Voraussetzungen greift. Dem Vernehmen nach liegt sie bei rund 12 Millionen Euro. Zudem enthüllte nun die „Bild“, dass der anschließende Vertrag bereits ausgehandelt wurde. Demnach soll Atubolu mit einem Kontrakt bis mindestens 2031 ausgestattet werden.
„Richtig, richtig cool“: Neuzugang schwärmt von Frankfurt
Der Neuzugang fühlt sich bei seiner neuen Mannschaft wohl. „Ich bin gut angekommen. Ich wurde sehr, sehr gut aufgenommen. Wir haben eine richtig geile Truppe! Es macht Spaß“, schwärmte er. Der erfolgreiche Start in die neue sportliche Heimat hätte mit dem Auftaktsieg in Berlin gekrönt werden können. Am Ende stand jedoch ein bitteres 3:3 trotz 3:1-Führung zu Buche. „Leider haben wir nicht drei, sondern einen Punkt geholt“, zeigte sich auch Autbolu enttäuscht. Doch das ändert nichts daran, dass die Frankfurter Eintracht für ihn der nächste richtige Verein in seiner noch jungen Karriere ist. Atubolu spiele jetzt „bei einem der besten Vereine in Deutschland, bei einem großen Verein. Ich find es richtig, richtig cool.“ Nach elf Jahren bei seinem Heimatclub, beim SC Freiburg vollzog der 24-jährige Torwart den ersten Vereinswechsel in seiner Karriere.
Atubolu setzt auf Zusammenhalt
Für Atubolu bedeutet das neue Kapitel in Frankfurt außerdem, dass er in eine neue Rolle hineinschlüpft. „Ich bin 24 Jahre alt geworden und bin somit der fünft- oder der sechstälteste Spieler in der Mannschaft. Die Mannschaft ist sehr, sehr jung.“ Atubolu glaubt an die Qualität seiner Mitspieler. „Wir haben eine unfassbar talentierte und gute Truppe.“ Als neue Nummer eins möchte er mehr Verantwortung, die auf der Position ohnehin auf den Spieler lastet, übernehmen. „Ich habe eine gewisse Erfahrung aus drei Jahren und Bundesliga und aus der Europa League mitgenommen. Ich hatte große Spiele und das will ich hier komplett in die Mannschaft reinbringen“, begründete der gebürtige Freiburger, der als Führungsspieler vorangehen und die jungen Spieler bestmöglich unterstützen möchte. „Mir ist dieses Füreinander wichtig. Ich will kein Gegeneinander.“ Das sei bei der Eintracht gegeben und solle auch langfristig so bleiben. „Wenn wir dieses Verbissene haben, wird es sehr, sehr gut.“
Ex-Freiburger lobt Santos
Atubolu legt deshalb auch viel Wert darauf, ein positives Verhältnis zu seinem Konkurrenten, Kaua Santos, der nach seinem Patzer beim FC Brentford zum Ersatzkeeper degradiert wurde, zu pflegen. Der Brasilianer versprühte in seinen jüngsten Aussagen gegenüber der „Bild“ Kampfgeist. Eine Haltung, die Atubolu ausdrücklich begrüßt. Die Kommunikation mit der neuen Nummer zwei sei sehr gut. „Er ist ein guter Typ. Ich mag ihn. Ich habe ihn sehr positiv aufgenommen.“ Der ehemalige deutsche U21-Nationalkeeper ist ohnehin mit dem gesamten Torwartteam zufrieden. „Für mich ist Kaua wie Jens (Grahl, Anm. d. Red.) und Amil (Siljevic, Anm. d. Red.) ein guter Torwart. Wir haben eine sehr gute Torwarttruppe, die mich sehr dabei unterstützt, zu spielen und gute Leistungen zu bringen, genau wie ich jeden unterstützen würde, wenn er spielt.“ Die Arbeit mit Jan Zimmermann und Jonas Gabi mache dem Schlussmann Spaß. „Mir ist es wichtig, in den Gesprächen, im Torwartteam und in der Mannschaft insgesamt diese Gruppendynamik zu haben. Die ist richtig gut. Das ist das, was mit gefällt.“
Dankbare Worte für Ex-Klub
Atubolu erlebte vor seinem Wechsel nach Hessen keine einfache Zeit. Zusammengefasst: Er lehnte eine Vertragsverlängerung beim SC Freiburg ab, um sich nach einer neuen Herausforderung umzusehen. Doch weil sich nichts ergeben und Atubolu sich verzockt hat, trennte er sich von seiner Berateragentur „Epic Sports“. Nun wird er von einem Anwalt und Familienmitgliedern beraten. Freiburg sortierte das Eigengewächs aus, da mit Mio Backhaus bereits der neue Stammtorhüter verpflichtet wurde. Der Sport-Club ging dennoch professionell und respektvoll mit dem eigenen Spieler um, wofür sich der Neu-Frankfurter dankbar zeigte: „Was Freiburg mit mir gemacht hat, ist nicht selbstverständlich. Die Reaktionen in der Mannschaft waren unfassbar. Bei vielen Vereinen wäre es nicht so abgelaufen, wie es in Freiburg der Fall war.“ Seinen Heimat- und Jugendverein wird Atubolu deshalb immer im Herzen tragen. „Ich habe elf Jahre dort gespielt. Freiburg wird immer ein Teil meiner Karriere sein.“
„Sachen passiert, die nicht gehen“: Atubolu blickt auf schwierige Zeit zurück
Was der angestrebte Wechsel und die Arbeit mit seinem ehemaligen Berater trifft, hätte sich Atubolu aber einen anderen Ausgang gewünscht. „Nach dem Europa-League-Finale ist viel passiert.“ Das verlorene Endspiel gegen Aston Villa war vor dem 3:3 bei Union Berlin sein letzter Einsatz. „Es ist kein Geheminis: Es sind Sachen über die freie Zeit, über den Sommerurlaub passiert, die nicht genussvoll waren“, schilderte Atubolu. „Ich habe viel erlebt. Es war nicht immer alles top. Es war keine einfache Zeit, weil Sachen passiert sind, die nicht gehen“, blickte er enttäuscht auf die vergangenen Monate zurück. Umso größer ist die Freude und die Erleichterung, bei Eintracht Frankfurt wieder im Vordergrund zu stehen. „Ich bin glücklich, hier zu sein zu können, weil die Eintracht ein geiler Verein ist. Ich mag ihn sehr.“ Besonders die Entwicklung der letzten Jahre imponiert dem Spieler sehr. „Wenn wir die Saison vor der vergangenen Spielzeit und die Titel, die sie in den letzten Jahren gewonnen haben, nehmen, ist es ein sehr, sehr großer Verein. Ich habe Bock, hier zu sein.“ Für Atubolu kehrt nach dieser turbulenten Zeit damit auch der normale Tagesablauf zurück, worüber sich der Deutsch-Nigerianer erleichtert zeigte. „Ich kann wieder trainieren und mich verbessern. Ich kann jeden Tag mit den Jungs im Training sein. Ich habe sehr, sehr lange auf diesen Moment gewartet.“ Es seien viele Wochen vergangen. Er sei sehr froh gewesen, „das zu tun, was ich sehr liebe und auf dem Platz zu stehen, Fußball zu spielen für Eintracht Frankfurt mit coolen Jungs, die ich bereits von der A- und Jugendnationalmannschaft kenne. Das alles und der ganze Staff haben es mir sehr, sehr einfach gemacht.“ Atubolu ist sich deswegen sicher: „Es wird eine richtig coole Zeit hier.“
„Bin froh, dass er mein Trainer ist“: Spieler schwärmt von Hütter
Eine wichtige Rolle haben vor allem die Gespräche mit dem Vorstand und dem Trainer gespielt. „Die Gespräche mit Adi (Hütter, Anm. d. Red.) und Markus (Krösche, Anm. d. Red.) waren richtig gut. Adi ist ein sehr, sehr guter Trainer.“ Auch vom gesamten Trainerteam zeigt sich Atubolu angetan. „Die Sachen, die sie mitgeben, sind genau das, was die Mannschaft braucht, weil wir eine jüngere Mannschaft sind. Ich bin sehr froh, dass Adi mein Trainer ist.“ Zudem hat Ex-Adler Nathaniel Brown, der inzwischen beim FC Bayern München unter Vertrag, Atubolu einen Wechsel in die Mainmetropole nahegelegt. Beide Spieler sind gut befreundet und im engen Kontakt. „Ich habe mit Nene viel telefoniert. Er ist ein guter Freund von mir. Mit ihm habe ich hauptsächlich über den Verein gesprochen. Er hat nur Positives erzählt.“ Brown ist eines von vielen Beispielen für junge Spieler, die zur Eintracht kamen und sich dort hervorragend entwickelt haben. „Wenn man seinen Weg mitverfolgt, ist es sehr, sehr erfreulich für ihn. Der Verein ist dafür bekannt, dass hier viele Spieler ganz nach oben kommen.“ Einen ähnlichen Weg will auch Atubolu bei der SGE einschlagen. „Frankfurt ist für mich der richtige Karriereschritt, den ich gewählt habe.“ Ob der Schlussmann seine Zukunft langfristig beim hessischen Bundesligisten sieht und eine Ära prägen möchte, ließ er dagegen offen: „Ich kann das so nicht beantworten. Es ist schwierig, darüber zu denken, hier eine Ära zu prägen. Wo meinen Weg hinführt, kann ich nach fünf oder sechs Tagen bei der Eintracht nicht sagen.“
Atubolu hat „richtig Bock“ auf sein Heimdebüt
Schließlich richtet sich der Fokus bereits auf den kommenden Gegner und damit auf das erste Spiel vor heimischem Publikum. Zu Gast wird der FC Augsburg sein. Atubolu ist heiß: „Ich habe richtig Bock. Es hat schon Spaß gemacht, mit Freiburg hier zu spielen gegen Frankfurt, weil es eklig und das Stadion riesig ist. Es ist einer der lautesten Stadien in Deutschland.“ Der Keeper versprüht große Vorfreude: „Ich freue mich deshalb, das erste Mal hier zu spielen mit dem Adler auf der Brust.“






Ein Kommentar
Top Transfer. Wahrscheinlich der Wichtigste in diesem Sommer. Ich könnte mir vorstellen, dass er mit seiner Ausstrahlung, mit seinen Ansagen und positiven Art einen guten Einfluss auf unsere Hintermannschaft hat und das können wir mehr als gut gebrauchen!
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