Alles oder nichts in Paris: Für die Frauen von Eintracht Frankfurt entscheidet sich am heutigen Mittwoch, ob der Traum von der Champions League weiterlebt. Nach dem 1:1 im Hinspiel gegen Paris Saint-Germain ist vor dem entscheidenden Rückspiel in der französischen Hauptstadt noch alles offen. Cheftrainer Niko Arnautis und Paulina Krumbiegel gehen selbstbewusst in die Partie. Die Frankfurterinnen wissen um die Qualität des Gegners – haben im ersten Duell aber auch erfahren, dass sie PSG vor große Probleme stellen können.
Das Hinspiel hat bei der SGE Spuren hinterlassen – vor allem positive. „Wir sind sehr positiv und haben im Hinspiel gezeigt, dass wir, wenn wir alles auf dem Platz geben, auch gegen Paris ein sehr gutes Spiel machen können“, erklärte Arnautis auf der Pressekonferenz vor dem Rückspiel. Seine Mannschaft habe gezeigt, „dass wir sie phasenweise vor große Herausforderungen stellen können“.
Die Ausgangslage könnte nach dem Remis kaum offener sein. Beide Mannschaften wissen, dass es am heutigen Mittwoch auf die maximale Leistung ankommen wird. „Wir sind sehr gut vorbereitet und heute gilt es dann, alles, was im Motor drin ist, rauszuhauen“, fordert Arnautis. Am Glauben an das Weiterkommen mangelt es dem Eintracht-Coach nicht: „Wir glauben an uns und wollen die Chance nutzen.“
Nürnberg? Für Arnautis kein Thema mehr
Einen kleinen Dämpfer mussten die Hessinnen allerdings am vergangenen Wochenende hinnehmen. In der Bundesliga kam die Eintracht gegen den 1. FC Nürnberg nicht über ein Unentschieden hinaus. Auswirkungen auf das Duell mit Paris erwartet Arnautis davon nicht. „Natürlich ist das Spiel am Sonntag nicht so ausgegangen, wie wir es uns erhofft haben, trotzdem beeinflusst uns das Spiel für heute nicht“, stellte der Trainer klar. Seine Spielerinnen hätten sich anschließend intensiv mit der Leistung beschäftigt: „Die Mannschaft hat die Woche sehr gut trainiert und hat die Fehler von Sonntag selbstkritisch aufgearbeitet.“ Entscheidender sei für Arnautis, dass die Entwicklung zuvor in die richtige Richtung gezeigt habe. „Man darf nicht vergessen, dass wir zuvor sehr gut gespielt haben. Darauf bauen wir auf.“
Auch Krumbiegel spürt innerhalb der Mannschaft keinen Stimmungsdämpfer. Im Gegenteil: Die Leistung aus dem ersten Aufeinandertreffen mit PSG hat zusätzliches Selbstvertrauen gegeben. „Die Stimmung ist gut. Wir sind euphorisiert und haben auch aus dem Hinspiel viel mitnehmen können“, sagte die 24-Jährige. Die Erkenntnis aus den ersten 90 Minuten sei eindeutig: „Wir haben gesehen, dass auf jeden Fall viel möglich ist und daran wollen wir nun anknüpfen und alles dafür geben, in die Champions League einzuziehen.“
„Da braucht es gar nicht so viel externe Motivation“
Krumbiegel kennt Paris bereits und hatte sich über das Los von Beginn an gefreut. Einschüchtern ließ sie sich vom großen Namen des französischen Spitzenklubs nicht. „Als die Auslosung kam, habe ich mich sehr gefreut, weil ich das Gefühl hatte, dass da was geht“, erklärte sie. Das Hinspiel habe diese Einschätzung bestätigt: „Wir haben bereits gezeigt, dass eine Chance besteht, und das möchten wir heute auch wieder zeigen.“ Auch die Kulisse in der französischen Hauptstadt soll dabei kein Hindernis darstellen. „Auch wenn wir aus Frankfurt mehr Zuschauer gewohnt sind, glaube ich, dass die Stimmung in Paris sehr gut wird“, sagte Krumbiegel. Zusätzliche Motivationsreden braucht es vor einem solchen Spiel ohnehin kaum. „Bei solchen besonderen Spielen kommt die Motivation von jeder Einzelnen. Da braucht es gar nicht so viel externe Motivation“, betonte die Offensivspielerin. Arnautis habe seiner Mannschaft dennoch noch einmal deutlich vermittelt, mit welcher Haltung sie in die Partie gehen soll: „Niko hat uns gesagt, dass ein Sieg auf jeden Fall möglich ist und wir selbstbewusst auftreten können.“ Dabei wollen die Frankfurterinnen nicht nach Paris reisen, um lediglich auf die Aktionen des Favoriten zu reagieren. Die Herangehensweise aus dem Hinspiel soll erneut zu erkennen sein. „Wir wollen aggressiv sein, so wie im Hinspiel, und Paris wehtun“, kündigte Krumbiegel an.
Fragezeichen hinter Mühlhaus – Blomqvist wieder Option
Personell gibt es vor dem entscheidenden Spiel allerdings noch ein Fragezeichen. Larissa Mühlhaus konnte am Dienstag nicht am Abschlusstraining teilnehmen. „Wir hoffen, dass sie heute wieder fit ist, können aber nur abwarten“, erklärte Arnautis. Am Dienstagmittag wurde bekannt, dass sie nicht nach Paris reiste – eine spätere Nachreise wurde allerdings nicht ausgeschlossen. Bessere Nachrichten gibt es dagegen bei Rebecka Blomqvist. Die Schwedin hatte zuletzt rund zwei Wochen verletzungsbedingt pausiert und wurde anschließend behutsam wieder herangeführt. „Rebecka Blomqvist ist für uns eine wichtige Säule, sie hat einen guten Eindruck gemacht“, sagte der Eintracht-Coach. Nach der Pause sei es zunächst darum gegangen, die Belastung richtig zu steuern. Das scheint gelungen. Arnautis macht deshalb Hoffnung auf einen Einsatz: „Das haben wir geschafft, jetzt können wir sie wieder reinwerfen.“
Arnautis: „Wir werden alles tun“
Für die neu formierte Frankfurter Mannschaft sind die frühen internationalen Aufgaben gleichzeitig ein wichtiger Teil des Findungsprozesses. Krumbiegel sieht darin einen Vorteil. „Als Spielerin hilft es, so früh in den Rhythmus reinzukommen und als Team enger zusammenzuwachsen“, erklärte sie. Spiele auf diesem Niveau würden dabei helfen, Abläufe schneller zu verinnerlichen. ie hohe Bedeutung der Partien macht sich nach Krumbiegels Eindruck auch im täglichen Training bemerkbar. „Jeder in der Mannschaft ist motiviert und brennt. Das steigert die Trainingsqualität und auch besonders den Teamgedanken, auf und neben dem Platz.“
Nun wartet allerdings die bislang größte Prüfung. Für Arnautis gibt es trotz der Qualität des Gegners keinen Grund, das eigene Ziel kleiner zu formulieren. „Ich habe als Ziel generell immer, die Spiele zu gewinnen. Und so arbeiten wir auch und bereiten die Mannschaft vor“, stellte der 46-Jährige klar. Die Eintracht könne an einem guten Tag für jeden Gegner schwierig werden: „Wir wissen, dass wir an einem guten Tag ein sehr unangenehmer Gegner sind.“ Schon vor Beginn der Qualifikation hatte die SGE ein klares Ziel ausgegeben. „Das klare Ziel war es, das Miniturnier zu gewinnen und in die Playoffs zu kommen. Wir wollen international spielen“, erinnerte Arnautis. Daran hat sich vor den entscheidenden 90 Minuten – oder möglicherweise mehr – in Paris nichts geändert: „Wir werden alles tun, um die Partie gegen Paris zu gewinnen.“
Nach dem 1:1 in Frankfurt braucht es dafür am heutigen Mittwoch vor allem eines: eine ähnlich mutige Vorstellung wie im Hinspiel. Die Eintracht hat bereits bewiesen, dass sie mit Paris mithalten kann. Nun müssen die SGE-Frauen zeigen, dass sie den französischen Favoriten auch schlagen können.






Ein Kommentar
Wäre mal ne geile Sachen wenn wir das endlich wieder packen würden. Für das neue Team ist aber auch die Europaliga nicht schlecht und die ist ja sicher.
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