Es ist mehr als nur eine Unterschrift: Mit seiner Vertragsverlängerung bis 2028 bekennt sich Mario Götze klar zu Eintracht Frankfurt. Im Interview mit „Eintracht TV“ spricht der 33-Jährige ausführlich über seine Entscheidung und hinterlässt dabei einen sehr reflektierten Eindruck. Schnell wird deutlich: Die Verlängerung ist weit mehr als nur eine sportliche Entscheidung.
„Ein Gefühl von Heimat“: Warum Götze verlängert hat
Für den gebürtigen Memminger war die Entscheidung kein kurzfristiger Impuls, sondern das Ergebnis eines längeren Prozesses. „Ich fühle mich wohl, meine Familie fühlt sich wohl“, erklärt der 66-fache deutsche Nationalspieler und deutet damit an, wie sehr sich seine Perspektive im Laufe der Karriere verschoben hat. Er habe gelernt, auch die Dinge außerhalb des Platzes mehr zu schätzen, gleichzeitig sei aber die Freude am Fußball ungebrochen. Für Götze ist es am Ende die „die Summe der Themen“, die ihn zur Verlängerung bewegt hat: Fußball, Umfeld und Familie. Nicht nur der Sport zählt, sondern auch das Gesamtpaket. Dass finanzstarke Alternativen im Ausland vorhanden gewesen waren, blendet er bewusst aus: „Für mich ist das hier das Richtige. Ich fühle mich hier wohl. Und da haben dann die anderen Optionen keine Rolle für mich gespielt.“ Ein ausschlaggebender Punkt seien für ihn auch die Fans der SGE und diese besondere Wucht, die der Verein entwickeln kann, wenn Stadion und Mannschaft im Einklang sind.
Frankfurt als Lebensmittelpunkt: „Total positiv überrascht“
Dass seine Entscheidung weit über den Fußball hinausgeht, zeigt sich auch abseits des Platzes. Frankfurt habe ihn und seine Familie nachhaltig überzeugt. Der 33-Jährige sei von der Stadt von Beginn an positiv überrascht gewesen, als er vor vier Jahren an den Main wechselte, und verweist auf die Internationalität, Infrastruktur und Lebensqualität. „Du hast viele Möglichkeiten. Das Gesamtpaket war mir wichtig“, so der Offensivspieler, der inzwischen auch privat eng mit der Region verbunden ist. Als seine Lieblingsorte in der Mainmetropole nennt er abgesehen vom Stadion den Stadtkern, den Grüneburgpark und den Palmengarten. Besonders prägend war für ihn vor allem die Geburt seiner Tochter Gioia 2023 in Frankfurt. Doch es sind nicht nur die großen Momente: Auch der Alltag in der Stadt und die besonderen Stadionerlebnisse machen seine Zeit in Frankfurt aus. Gerade die emotionale Komponente hebt der Weltmeister hervor: „Du läufst in Stadion hinein. Das Stadion ist voll. Das fühlt sich einfach gut an.“ Diese Momente seien es, die bleiben, auch über die aktive Karriere hinaus.
Entwicklung der Eintracht und Götzes Rolle: „Der Weg ist geebnet“
Auch sportlich sieht der ehemalige Nationalspieler den Klub auf einem klar positiven Weg. „Man hat einen richtigen Sprung gemacht“, sagt er mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Jahre. Die Eintracht habe sich nicht nur sportlich, sondern auch strukturell deutlich verbessert und müsse sich vor den großen Namen der Bundesliga längst nicht mehr verstecken. Für den gebürtigen Memminger ist klar: Der eingeschlagene Weg stimmt.
Seine eigene Rolle beschreibt er dabei differenziert. „Als Spieler kann ich den größten Impact haben“, erklärt er, sieht sich aber längst nicht mehr ausschließlich als Leistungsträger. Vielmehr versteht er sich als Verbindungsspieler zwischen den Generationen. Gerade im Umgang mit jungen Spielern will der erfahrene Mittelfeldakteur Verantwortung übernehmen, ohne dabei die eigenen körperlichen Grenzen auszublenden.
Blick nach vorne: Titelhunger und realistische Ziele
Trotz aller Zufriedenheit bleibt der sportliche Ehrgeiz ein wichtiger Antrieb. Die knappe 0:2 Pokalfinalniederlage gegen RB Leipzig 2023 sitzt noch immer tief: „Das tut schon weh. Wir waren so nah dran“, gibt der 33-Jährige zu. Ein Titel mit der Eintracht wäre für ihn ein großer Wunsch: „Das wäre nochmal etwas, was sensationell gut wäre.“ Für den weiteren Saisonverlauf fordert er vor allem Konstanz und Professionalität, nachdem sich die Mannschaft vor der Saison deutlich mehr vorgenommen habe. „Aus den letzten Spielen das Maximale herausholen“, lautet daher seine klare Vorgabe, wobei auch die internationalen Plätze im Fokus stehen. „Wenn wir international spielen können, muss das auch das Ziel sein“, betont er und unterstreicht damit die Ambitionen des Teams.
Das Interview zeigt einen sehr reflektierten Mario Götze, der sich seiner Situation und Rolle bei der Eintracht sehr bewusst ist. Die Vertragsverlängerung bis 2028 wirkt dabei wie eine bewusste Entscheidung für Frankfurt und für ein Kapitel, das längst noch nicht zu Ende ist.






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