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Einst Vereinskollegen: Heute sind Omar Marmoush (Tottenham) und Hugo Ekitiké (Liverpool) Rivalen. Foto: Imago / Kirchner-Media

Frankfurts Torjäger-Schmiede: Wo die Ex-Adler heute spielen

Wenn bei Eintracht Frankfurt von Kaderbaustellen die Rede ist, ist in der Regel nicht die Position des Mittelstürmers gemeint. Zu Recht: Auf dieser Position leistet der Verein seit vielen Jahren hervorragende Arbeit. Die SGE bietet jungen Angreifern kontinuierlich eine sportliche Perspektive, entwickelt sie weiter und macht sie damit für europäische Spitzenklubs interessant. Das Resultat: Nach erfolgreichen Jahren werfen regelmäßig internationale Topvereine ihre Angeln nach Frankfurter Torjägern aus – und entschädigen die Eintracht mit üppigen Ablösesummen.

So hat sich Frankfurt in den vergangenen Jahren zu einem bemerkenswerten Sprungbrett für Mittelstürmer entwickelt. Die Namen lesen sich beinahe wie eine kleine Chronik: Sébastien Haller, Ante Rebić, Luka Jović, André Silva, Rafael Borré, Randal Kolo Muani, Omar Marmoush und zuletzt Hugo Ekitiké. Inzwischen haben sie allesamt unterschiedliche Wege eingeschlagen. Grund genug, einmal einen Gesamtüberblick zu schaffen: Was wurde eigentlich aus den ehemaligen Frankfurter Torjägern?

Die Büffelherde: Drei Stars, drei Wege

Besondere Erinnerungen an dieses für jede gegnerische Abwehrreihe furchteinflößende Angriffstrio dürfte vor allem Cheftrainer Adi Hütter haben. Die „Büffelherde“ war schließlich eines der Meisterwerke seiner ersten Amtszeit in Frankfurt. Sébastien Haller, Ante Rebić und Luka Jović schossen die Eintracht 2018/19 bis ins Halbfinale der Europa League. In der Bundesliga landeten die Hessen auf Platz sieben und qualifizierten sich damit erneut für das internationale Geschäft. Doch auf den sportlichen Höhenflug folgte der unvermeidliche Umbruch: Innerhalb kurzer Zeit verlor die Eintracht alle drei Angreifer. Wirklich geradlinig verlief allerdings keiner ihrer Wege.

Foto: Heiko Rhode

Sébastien Haller tat sich nach seinem Wechsel zu West Ham United zunächst schwer, fand anschließend bei Ajax Amsterdam wieder zu seiner Torjägerform zurück und kehrte schließlich in die Bundesliga zurück. Bei Borussia Dortmund wurde seine Zeit jedoch von wechselhaften Leistungen und vor allem der schweren Krebsdiagnose überschattet. Nach erfolgreicher Behandlung folgte 2024 ein besonderes Highlight: Mit der Elfenbeinküste gewann Haller den Afrika-Cup. Nach seiner Rückkehr zum FC Utrecht wechselte Haller im Sommer 2026 nach Japan zu Sanfrecce Hiroshima. Dort ist der inzwischen 32-Jährige ordentlich gestartet: In seinen ersten sechs J1-League-Einsätzen erzielte er drei Tore und bereitete einen weiteren Treffer vor. Sein Torinstinkt ist also keineswegs verschwunden.

Foto: Heiko Rhode

Ante Rebić machte sich mit seinem Doppelpack im DFB-Pokalfinale 2018 gegen den FC Bayern unsterblich. Der legendäre Spruch „Bruder, schlag‘ den Ball lang“ dürfte immer noch in den Köpfen vieler Fans stecken. Seine Leistungen weckten das Interesse des AC Mailand, doch bei den „Rossoneri“ konnte der Kroate die hohen Erwartungen nicht dauerhaft erfüllen. Nach weiteren Stationen bei Besiktas Istanbul und US Lecce kehrte Rebić 2025 in seine Heimat zurück und schloss sich Hajduk Split an. Dort absolvierte der ehemalige kroatische Nationalspieler 30 Partien und erzielte sieben Tore. Eine Vertragsverlängerung kam anschließend jedoch nicht zustande. Seit dem 1. Juli 2026 ist Rebić vereinslos und befindet sich auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Ein Comeback in Frankfurt wäre angesichts der gemeinsamen Vergangenheit mit Hütter zwar eine romantische Vorstellung, aktuell ist es allerdings nicht mehr als ein Gedankenspiel.

Foto: Heiko Rhode

Auch Luka Jović träumte von der ganz großen Weltkarriere. Real Madrid schien dafür zunächst die perfekte Adresse zu sein. In der spanischen Hauptstadt verbrachte der Serbe allerdings deutlich mehr Zeit auf der Bank als auf dem Rasen des Santiago Bernabéu. Auch bei seiner zwischenzeitlichen Rückkehr nach Frankfurt fand Jović nicht mehr zu seiner früheren Topform zurück. Nach weiteren Stationen beim AC Florenz und beim AC Mailand wagte Jović 2025 den Schritt zu AEK Athen, wo seit 2022 auch Ex-Adler Mijat Gacinovic unter Vertrag steht. Und dort scheint der Angreifer tatsächlich wieder zu seinem Torinstinkt gefunden zu haben. In seiner ersten Saison erzielte er in der griechischen Liga 17 Treffer in 29 Spielen und hatte damit maßgeblichen Anteil am Gewinn der griechischen Meisterschaft. Auch in der laufenden Saison trifft Jović bereits wieder: Nach den ersten fünf Spieltagen in der „Super League 1“ stehen für den serbischen Nationalspieler vier Tore zu Buche. Der Schritt nach Hellas hat sich damit bislang als bemerkenswerte Wiederbelebung seiner Karriere erwiesen.

Vom Eintracht-Rekordjäger zum Porto-Comeback

Nicht Cristiano Ronaldo, aber ein nicht minder talentierter Portugiese, den die Eintracht nach dem Verlust der „Büffelherde“ vom AC Mailand loseiste: André Silva.

Foto: Heiko Rhode

Der Portugiese schlug in Frankfurt voll ein und machte die Abgänge seiner Vorgänger zunächst vergessen. Nach zwölf Toren und vier Vorlagen in seiner ersten Saison explodierte Silva 2020/21 förmlich. 28 Treffer und acht Assists standen am Ende zu Buche – damit überbot er den 44 Jahre alten Vereinsrekord von Bernd Hölzenbein. Die Eintracht-Legende hatte 1976/77 insgesamt 26 Bundesliga-Tore erzielt. Kein Wunder also, dass Silva bereits nach zwei Jahren in Frankfurt den nächsten Karriereschritt machte. Überraschend war allerdings das Ziel: Statt ins Ausland ging es innerhalb der Bundesliga zu RB Leipzig. Dort begann seine Zeit zunächst vielversprechend. Silva konnte in seiner ersten Saison seine Qualitäten regelmäßig unter Beweis stellen und gewann mit den Sachsen den DFB-Pokal.

Anschließend geriet seine Entwicklung jedoch ins Stocken. Leihen zu Real Sociedad und Werder Bremen folgten, ehe Leipzig und Silva im Sommer 2026 endgültig getrennte Wege gingen. Nach seinem zwischenzeitlichen Engagement beim FC Elche kehrte der inzwischen 30-Jährige nun an den Ort zurück, an dem seine Profikarriere einst ihren Ausgang nahm: zum FC Porto. Dort ist Silva ordentlich in die Saison gestartet. In der Liga stehen nach den ersten Spieltagen drei Tore und zwei Vorlagen zu Buche. Nach einigen schwierigen Jahren ist das für den ehemaligen Frankfurter Rekordjäger ein durchaus bemerkenswertes Comeback in der Heimat.

Der stille Held kehrt zu River Plate zurück

Etwas in Vergessenheit geraten ist Rafael Borré. Dabei war der Kolumbianer zwar nie der Mann für die ganz großen Torzahlen, dafür aber einer für die ganz großen Momente. Das Traumtor im Camp Nou gegen den großen FC Barcelona aus rund 20 Metern, sein Aimmens wichtiger Ausgleichstreffer im Europa-League-Finale gegen die Glasgow Rangers oder der entscheidende Elfmeter im Elfmeterschießen: Borré prägte einige der schönsten internationalen Abende der jüngeren Frankfurter Vereinsgeschichte. „El Comandante“, wie er von den Fans liebevoll genannt wurde, war einer der großen Europa-Cup-Helden der Eintracht.

Foto: Heiko Rhode

In der darauffolgenden Saison verlor der Kolumbianer aufgrund der Konkurrenzsituation allerdings zunehmend seinen Stammplatz. Nach einem halbjährigen Intermezzo bei Werder Bremen kehrte Borré Anfang 2024 nach Südamerika zurück und schloss sich Internacional Porto Alegre an. Dort verbrachte er zweieinhalb Jahre, ehe im Juli 2026 die Rückkehr zu seinem früheren Klub River Plate folgte. Für Internacional absolvierte Borré insgesamt 105 Partien, erzielte 28 Tore und steuerte neun Vorlagen bei. Nach zweieinhalb Jahren in Brasilien kehrte der 31-Jährige im Juli 2026 zu River Plate zurück. In der laufenden Saison wartet Borré bislang noch auf seinen ersten Treffer.

Zurück zur Alten Dame: Kolo Muani findet wieder zu Juventus

Ganz anders verlief die Geschichte von Randal Kolo Muani. Der Franzose schaffte es innerhalb kürzester Zeit, vom Publikumsliebling zur Persona non grata zu werden. Sein sportlicher Abgang war für die Eintracht trotzdem ein finanzieller Volltreffer. Der Wechsel zu Paris Saint-Germain im Sommer 2023 brachte dem Bundesligisten eine Ablöse von rund 95 Millionen Euro ein. Damit gehört Kolo Muani gemeinsam mit Hugo Ekitiké zu den teuersten Abgängen der Vereinsgeschichte. In Paris konnte Kolo Muani allerdings nie dauerhaft an seine Frankfurter Leistungen anknüpfen. Bei den Hessen hatte er in seiner einzigen Saison dagegen 26 Tore und 17 Vorlagen gesammelt und sich damit in den Fokus der europäischen Spitzenklubs gespielt.

Foto: Heiko Rhode

Im Winter 2025 folgte deshalb eine Leihe zu Juventus Turin – und dort deutete der Torjäger wieder an, was in ihm steckt. In 22 Pflichtspielen erzielte er zehn Tore und bereitete drei weitere Treffer vor. Die Turiner wollten Kolo Muani infolgedessen unbedingt halten, konnten sich mit PSG zunächst aber nicht auf einen festen Transfer einigen. Stattdessen folgte im Sommer 2025 der Wechsel auf Leihbasis zu Tottenham Hotspur. Dort erlebte Kolo Muani allerdings eine Saison zum Vergessen. In 30 Premier-League-Einsätzen erzielte er lediglich ein Tor und bereitete einen weiteren Treffer vor. Zudem steckten die „Spurs“ tief im Abstiegskampf. Erst am letzten Spieltag sicherten sich die Engländer den Klassenerhalt.

In der Champions League lief es etwas besser. Dort verbuchte er vier Tore und zwei Assists. Besonders pikant: Einen seiner Treffer erzielte er ausgerechnet bei Tottenhams 2:0-Sieg an alter Wirkungsstätte. Vor der Partie wurde er von den Eintracht-Fans mit einem lautstarken Pfeifkonzert empfangen. Nach seinem Treffer verzichtete er anschließend nicht auf den Torjubel – und zog damit den Unmut der Anhänger endgültig auf sich. Inzwischen ist das Kapitel Tottenham allerdings wieder beendet. Seit Sommer 2026 steht Kolo Muani erneut bei Juventus Turin unter Vertrag – diesmal dauerhaft. Nach den ersten fünf Serie-A-Spielen der neuen Saison wartet er dort noch auf seinen ersten Ligatreffer, hat aber bereits einen Assist verbucht. In der Europa League traf er zudem beim 5:0 gegen NEC Nijmegen. Die Geschichte des 27-Jährigen bei der „Alten Dame“ geht damit in die nächste Runde.

Der Premier-League-Traum bleibt holprig

Omar Marmoush hat sich seinen Traum von der Premier League erfüllt – allerdings bislang mit überschaubarem Erfolg. Der Ägypter verdankt der Eintracht seinen verspäteten Durchbruch in der Bundesliga. Nach dem kurzfristigen Abgang Kolo Muanis übernahm Marmoush 2023 dessen Rolle und nutzte seine Chance. Ein Jahr später bildete er gemeinsam mit Hugo Ekitiké eines der gefährlichsten Offensivduos der Bundesliga. Die Leistungen weckten Begehrlichkeiten. Im Januar 2025 folgte schließlich der Wechsel zu Manchester City. Frankfurt kassierte dafür eine Ablöse von rund 75 Millionen Euro.

Foto: Heiko Rhode

In Manchester begann Marmoush zunächst vielversprechend. In der Rückrunde erzielte er acht Tore und bereitete drei weitere vor. Anschließend wurde es schwieriger. An Erling Haaland gab es im Sturmzentrum kein Vorbeikommen, und unter Pep Guardiola war ein dauerhaftes Sturmduo nicht die bevorzugte Lösung. In der Premier League kam Marmoush 2025/26 deshalb auf 21 Einsätze, drei Tore und drei Vorlagen. Trotz seiner schwierigen zweiten Saison bei den „Citizens“ blieb der Rechtsfuß auf dem Transfermarkt gefragt. Aston Villa, Barcelona und Tottenham wurden mit dem Torjäger in Verbindung gebracht. Letztlich landete Marmoush tatsächlich in Nordlondon: Im August 2026 wechselte er zunächst für eine Saison auf Leihbasis zu Tottenham. Der Vertrag beinhaltet eine Kaufpflicht, die unter bestimmten Bedingungen greift. Medienberichten zufolge soll das Gesamtpaket bei rund 58 Millionen Euro liegen.

Der Start des Europa-League-Siegers von 2025 verlief allerdings holprig und Marmoush war bisher kein Faktor. Die Londoner blieben in den ersten vier Spieltagen torlos. Immerhin konnte der Vorjahres-17. bei der 2:3-Heimniederlage gegen Aston Villa die ersten Saisontore erzielen. Marmoush selbst wartet aber weiter auf seinen ersten Scorer im „Spurs“-Trikot. Tottenham ziert aktuell mit zwei mageren Pünktchen den letzten Tabellenplatz. Momentan deutet vieles auf eine erneute Saison gegen den Abstieg hin. Marmoushs Traum von der Premier League ging zwar in Erfüllung, Stand jetzt ist jedoch seine Zeit im Mutterland des Fußballs bei Weitem nicht von Erfolg gekrönt.

Achillessehnenriss beendet Ekitikés WM-Traum

Last but not least: Hugo Ekitiké.

Foto: Heiko Rhode

Der Franzose trug wie sein ehemaliger kongenialer Partner Marmoush rund eineinhalb Jahre das Eintracht-Trikot. Im Winter 2024 wechselte er zunächst auf Leihbasis von Paris Saint-Germain in die Mainmetropole. Der Start verlief aufgrund von Fitnessrückständen noch schleppend. Doch Ekitiké arbeitete sich Schritt für Schritt heran und überzeugte die Verantwortlichen schließlich davon, ihn dauerhaft zu verpflichten. In der Saison 2024/25 bestätigte der quirlige und dribbelstarke Angreifer seine Entwicklung. Gemeinsam mit Marmoush bildete er das neue Frankfurter Traumduo. Die beiden erinnerten damit unweigerlich an die berühmte „Büffelherde“. Unvergessen bleibt beispielsweise das spektakuläre 3:3 gegen den FC Bayern. Der Rekordmeister war über weite Strecken überlegen, doch Ekitiké und Marmoush sorgten dafür, dass die SGE dem Favoriten einen Punkt abtrotzte.

Als sich Marmoush im Winter 2025 Manchester City anschloss, musste Ekitiké plötzlich deutlich mehr Verantwortung übernehmen. Diese Rolle nahm er an und entwickelte sich immer mehr zum offensiven Fixpunkt der Mannschaft. Am Ende stand für die Eintracht Platz drei und damit die erstmalige Qualifikation für die Champions League über die Bundesliga. Dass Ekitiké anschließend ebenfalls den nächsten Karriereschritt machen wollte, kam deshalb nicht überraschend. Schon als Kind hatte er laut eigener Aussage von Manchester United geschwärmt. Die „Red Devils“ und weitere englische Topklubs zeigten Interesse. Das Rennen machte schließlich der FC Liverpool. Rund 95 Millionen Euro flossen für den Rechtsfuß in die Bankenstadt. Damit setzte Ekitiké die beeindruckende Reihe hochpreisiger Frankfurter Stürmertransfers fort.

Bei den „Reds“ knüpfte er zunächst an seine Frankfurter Leistungen an und schaffte sogar den Sprung in die französische Nationalmannschaft. In der Champions League traf er beim 5:1 gegen die Eintracht an alter Wirkungsstätte zum zwischenzeitlichen 1:1. Auf einen Torjubel verzichtete Ekitiké und erklärte anschließend seinen großen Respekt vor den Fans und dem gesamten Verein. Seine erste Liverpool-Saison verlief insgesamt durchaus erfolgreich: In der Premier League kam Ekitiké auf 28 Einsätze, elf Tore und vier Vorlagen. Hinzu kamen weitere Treffer und Assists in den Pokalwettbewerben und der Königsklasse.

Doch ausgerechnet im Saisonendspurt folgte der bittere Rückschlag. Im April 2026 riss sich der 24-Jährige die Achillessehne. Die Diagnose bedeutete nicht nur das vorzeitige Saisonende, sondern auch das Aus für seinen großen Traum von der Weltmeisterschaft 2026. Auch zum Start der neuen Saison steht der Ex-Frankfurter noch nicht wieder auf dem Platz. Für ihn bleibt deshalb zunächst nur eines: Geduld. Nach den vergangenen Jahren hätte Ekitiké allen Grund, sich möglichst schnell wieder auf dem Fußballplatz zurückzumelden.

 

 

 

Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. Werner 29. September 26, 09:06 Uhr

Vielen Dank für diese Zusammenfassung.
Eintracht und ihre stürmer...
Ich wünsche allen das sie erfolgreich sind. Auch "kolo"

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