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Vallejo und Mascarell spielten gleichzeitig bei Eintracht Frankfurt. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Vom Torjäger bis zum Talent: Diese Spanier spielten für Eintracht Frankfurt

Mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft hat Spanien einmal mehr seine außergewöhnliche Fußballtradition unter Beweis gestellt. Auch Eintracht Frankfurt setzte im Laufe der vergangenen Jahre immer wieder auf Spieler aus dem Land der Iberischen Halbinsel. Die Rollen der spanischen Profis am Main fielen dabei ganz unterschiedlich aus: Vom Pokalsieger über einen späteren Europameister bis hin zu vielversprechenden Talenten, die den Durchbruch nie schafften. SGE4EVER.de blickt auf alle Spanier zurück, die das Trikot der Eintracht trugen oder zumindest zum Profikader gehörten.

Joselu: Vom Leihspieler zum Europameister und Champions League Sieger

Joselu wechselte im Sommer 2013 auf Leihbasis von der TSG Hoffenheim zu Eintracht Frankfurt. Nach einem schwierigen Start steigerte sich der Spanier im Saisonverlauf deutlich und avancierte mit 14 Toren in 33 Pflichtspielen zum treffsichersten Frankfurter Angreifer. Besonders in der Europa League und der Bundesliga bewies der Stürmer immer wieder seine Abschlussqualitäten. Die Eintracht hätte Joselu gerne über die Saison hinaus gehalten. Zwar verfügte der Klub über eine Kaufoption, diese war für die finanziellen Möglichkeiten der Hessen jedoch nicht zu stemmen. Stattdessen sicherte sich Hannover 96 die Dienste des Angreifers, der Hoffenheim für eine Ablösesumme von rund fünf Millionen Euro verließ. Erst einige Jahre später nahm Joselus Karriere richtig Fahrt auf. Nach Stationen bei Stoke City, Deportivo La Coruna, Newcastle United, Alaves und Espanyol gelang ihm der späte Durchbruch. Es folgte der Wechsel zu Real Madrid, der Sprung in die spanische Nationalmannschaft und schließlich der Gewinn der Europameisterschaft und der Champions League.

Omar Mascarell: Publikumsliebling und Pokalsieger

Omar Mascarell kam 2016 von Real Madrid nach Frankfurt und entwickelte sich schnell zum Schlüsselspieler im defensiven Mittelfeld. Mit seiner Zweikampfstärke, Ruhe am Ball und Führungsqualität wurde er schnell Stammspieler. In zwei Jahren absolvierte er 45 Pflichtspiele und gewann 2018 den DFB-Pokal. Anschließend machte Schalke 04 von einer Ausstiegsklausel Gebrauch und verpflichtete den Spanier. International entschied sich Mascarell später für einen Verbandswechsel und läuft inzwischen für Äquatorialguinea auf. Nach Stationen bei Schalke und Mallorca spielt der Mittelfeldmann in der kommenden Saison in Saudi Arabien bei Al Khaleej.

Jesus Vallejo: Viel Talent, wenig Spielzeit

Der Innenverteidiger wechselte 2016 auf Leihbasis von Real Madrid an den Main. Verletzungen verhinderten jedoch, dass Vallejo sein großes Potenzial dauerhaft zeigen konnte, sowohl in Frankfurt, als auch später bei den Madrilenen. Trotzdem hinterließ der U21-Europameister einen positiven Eindruck, wenn er fit war. Insgesamt kam er auf 27 Pflichtspiele für die SGE. Nach seiner Rückkehr zu Real Madrid folgten weitere Leihen zu Wolverhampton und Granada. Heute steht Vallejo weiterhin in Spanien unter Vertrag – allerdings beim Zweitligisten Albacete.

Lucas Torro: Der stille Arbeiter

Torro kam 2018 vom damaligen Real Madrid Farmteam und sollte die Lücke von Omar Mascarell schließen. Unter Adi Hütter kam der robuste Mittelfeldspieler nur unregelmäßig zum Einsatz. In zwei Jahren kam er insgesamt auf 25 Pflichtspieleinsätze, da auch ihn zahlreiche Verletzungen heimsuchten. Den ganz großen Durchbruch schaffte Torro daher in Frankfurt nicht. 2020 wechselte er zurück nach Spanien zu CA Osasuna. Dort entwickelte sich der Sechser zu einer festen Größe und gehört seit Jahren zu den Leistungsträgern des La-Liga-Klubs.

David Montero: Aufstieg mit der Eintracht, unrühmlicher Abschied

David Montero wechselte im Sommer 2002 vom Waldhof Mannheim nach Frankfurt und gehörte in der Aufstiegssaison unter Trainer Willi Reimann zum Stammpersonal. Der spanische Mittelfeldspieler absolvierte 32 Pflichtspiele für die SGE, steuerte drei Treffer bei und feierte am Ende den Wiederaufstieg in die Bundesliga. Auch am ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 2003/04 kam er noch einmal für die Eintracht zum Einsatz. Sportlich war Montero durchaus ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft. Seine Zeit am Main fand jedoch ein unschönes Ende. Wegen wiederholten unprofessionellen Verhaltens wurde der Spanier zunächst suspendiert, ehe sich Verein und Spieler Ende August 2003 auf eine Vertragsauflösung einigten. Anschließend wechselte Montero zu Rot-Weiß Oberhausen. Nach weiteren Stationen unter anderem bei Jahn Regensburg beendete er 2010 seine Karriere beim SV Böblingen.

Nacho Ferri: Torgefahr im Nachwuchs, Durchbruch blieb aus

Nacho Ferri wechselte im Sommer 2022 aus der Jugend von Alzira zur U19 von Eintracht Frankfurt. Der groß gewachsene Mittelstürmer machte schnell mit seiner Torquote auf sich aufmerksam und empfahl sich über die U19 und die U21 für höhere Aufgaben. Unter Dino Toppmöller durfte Ferri mehrfach bei den Profis mittrainieren und feierte schließlich auch sein Pflichtspieldebüt für die Eintracht. Insgesamt kam der Angreifer auf mehrere Kurzeinsätze in Bundesliga und DFB-Pokal, der endgültige Durchbruch blieb ihm am Main jedoch verwehrt. Über zwei erfolgreiche Stationen in Belgien bei Kortrijk und Westerlo wechselte er in diesem Sommer in die Niederlande zu Feyenoord.

Fabio Blanco: Das große Talent, das nie ankam

Als Fabio Blanco 2021 von Valencia nach Frankfurt wechselte, galt er als eines der größten Offensivtalente Spaniens. Der Flügelspieler entschied sich bewusst gegen eine Vertragsverlängerung bei Valencia und für die Eintracht. Bei den Profis kam er anschließend allerdings nicht zum Einsatz.. Nach nur einem halben Jahr und ein paar Einsätzen bei der U19-Mannschaft flüchtete er zurück in die Heimat. 500.000 Euro gab es anschließend von Barcelona Athletic, der zweiten Mannschaft des großen FC Barcelona. 2025 wechselte er dann zumindest für 1,25 Millionen Euro zu Vitoria Guimaraes, wo er sich mit 22 Jahren nun zum Stammspieler entwickelt hat.

Enrique Herrero: Ohne Profieinsatz geblieben

Auch Enrique Herrero gehörte zeitweise zum Frankfurter Nachwuchs und galt als großes Versprechen für die Zukunft. Der Offensivspieler absolvierte jedoch kein Pflichtspiel für die Profimannschaft und spielte nur im Nachwuchsteam der Hessen. Nach einem Jahr ging es für 300.00 € zur U19 von Real Madrid. Im Profifußall konnte er sich derweil noch nicht durchsetzen. Aktuell spielt er in der dritten Mannschaft von Real Madrid in der vierten spanischen Liga.

4 Kommentare

Fallback Avatar 1. mainhesse 20. Juli 26, 12:52 Uhr

An Joselu sieht man, wie sich die Zeiten ändern.

Damals waren 5 Mio für die Eintracht schon zuviel, während Hannover sich das leisten konnte.
Aktuell hat der gesamte Kader von Hannover einen Marktwert von 28 Mio.
Bei der Eintracht sind drei Spieler im Kader, die schon teurer sind.
Und da ist der Teuerste der letzten Saison schon nicht mehr dabei.

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 100 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 2. Handballer85 20. Juli 26, 14:45 Uhr

Zu Joselu: Ich meine mich an sein Tor gegen Porto zu erinnern ? Auf jeden Fall ein geiler Werdegang mit Real Madrid die CL gewonnen.

Mascarell: War bei der SGE einer der technisch besten Mittelfeldspieler den wir hatten.

Vallejo wäre bei uns durch die Decke gegangen. Technisch sehr anspruchsvoll und das in dem Alter damals. Da hat man die spanische Schule früh gemerkt. Danach wollte er sich meine ich mehrmals bei Real durchsetzen und pendelte zwischen Tribüne und Bank. Leider ist er ein ewiges Talent geblieben. Viele Titel gewonnen ohne je eine Rolle gespielt zu haben.

Torro: Kann ich nicht viel zu sagen, ist mir irgendwie kaum im Kopf hängen geblieben.

Montero: Schnaps für Montero, Champagner für uns, wir sind alles Frankfurter Jungs 😂

Nacho Ferri: Talent und leider nicht mehr.

Fabio Blanco: Reisende soll man nicht aufhalten. Hat sich zu viel höherem berufen gefühlt und wollte dann schnell wieder weg von uns.

Herrera: Da bleibt bei mir nicht viel hängen.

OT: Was ist eigentlich aus dem fast schon sicheren Transfer von Ben Farhat vom KSC geworden ? Geht es immernoch um die Ablöse ?
Halte ihn für einen guten Jungen.

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Der User hat SGE4EVER.de finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 3. Homburg1974 20. Juli 26, 20:18 Uhr

>> Francisco Copado <<

Ich vermisse den legendären Francisco Copado,
dessen Trikot ich heute noch trage.

Er war zwar Spanier und Deutscher aber er schrieb Geschichte
spätestens am 25.10.2005 DFB-Pokal Eintracht - Schalke 04

Ich hatte das Glück live im Stadion zu sein und diesen genialen
Tag des kleinen Spaniers zu erleben, der Schalke im
Alleingang abschoss !!

Francisco Copado

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Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 4. Boris 21. Juli 26, 10:08 Uhr Zitat - Homburg1974 >> Francisco Copado << Ich vermisse den legendären Francisco Copado, dessen Trikot ich heute noch trage. Er war zwar Spanier und Deutscher aber er schrieb Geschichte spätestens am 25.10.2005 DFB-Pokal Eintracht - Schalke 04 Ich hatte das Glück live im Stadion zu sein und diesen genialen Tag des kleinen Spaniers zu erleben, der Schalke im Alleingang abschoss !! Francisco Copado Path

Ouh stimmt, der war Hammer!

@2, Nacho Ferri hat sich immerhin zu Feyenoord hochgearbeitet, das ist jetzt kein Dorfverein, die spielen dieses Jahr Champions League. Das sind Lorbeeren für die gesamte Jugendabteilung der SGE. Er hat eben bei der Eintracht kaum Chancen gekriegt, da waren Kolo, Omar und Eki im Weg. Dennoch hat er in 68 Spielminuten immerhin ein Bundesligator erzielt (+ eine Torbeteiligung, weil den Ball gut durchgelassen). Ferri ist ein klassischer Stürmer und kein Wirbelwind, aber mit Auge für den Nebenmann. Wer weiß, wie weit ihn das noch bringt. An dem Transfer verdient die Eintracht gut mit. Wenn das so weitergeht, kann sich die Jugendabteilung der Eintracht bald selbst finanzieren.

@Redaktion, also als Spitzentalent galt Fabio Blanco vermutlich nie und bei Guimaraes ist er keineswegs Stammspieler, 400 Minuten ist nichts, etwa so viel wie Wahi gekriegt hat.

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