Es ist eine Warnung, die in Frankfurt durchaus angekommen sein dürfte. Christoph Kramer, der die Höhen und Tiefen von Borussia Mönchengladbach über Jahre selbst miterlebt hat, sieht bei der Eintracht Parallelen zu seinem früheren Klub. „Es ist nur ein Gefühl, aber die Eintracht muss aufpassen, dass sie nicht das nächste Gladbach werden“, sagte der Weltmeister kürzlich im Podcast „Copa TS“. Der Kader sei zwar noch gut, aber nicht mehr sehr gut, während die Ansprüche weiterhin hoch seien. Diese Kombination erinnere ihn an seine Borussia vor einigen Jahren.
Und oberflächlich betrachtet mag der Vergleich nicht mal ganz an den Haaren herbeigezogen sein. Die sportliche Entwicklung der Frankfurter ist zuletzt ins Stocken geraten und der Verein verpasste dieses Jahr erstmals das internationale Geschäft, die Defensive bereitet erhebliche Sorgen und mit Markus Krösche ist ausgerechnet der Mann gegangen, der den sportlichen Aufstieg der vergangenen Jahre maßgeblich mitgeprägt hat. Die Eintracht steht vor einer wichtigen Phase, ohne Frage. Trotzdem wäre es voreilig, aus diesen Parallelen bereits eine ähnliche Entwicklung abzuleiten. Denn Frankfurt bringt einige Voraussetzungen mit, die gegen einen zwangsläufigen Absturz sprechen.
Gladbach zeigt, wie schnell sich ein Erfolgsmodell abnutzen kann
Die Geschichte der Borussia ist durchaus eine Mahnung. Zwischen 2012 und 2020 landeten die Gladbacher sechsmal unter den besten sechs Mannschaften der Bundesliga. Unter Lucien Favre entwickelte sich der Klub zu einem regelmäßigen Europapokalteilnehmer. Der dritte Platz in der Saison 2014/15 war einer der Höhepunkte einer Entwicklung, die Gladbach zeitweise sogar bis in die Champions League führte.
Doch seit der Saison 2020/21 gelang keine vergleichbare Platzierung mehr – mitten in der Corona-Krise, die sicherlich auch ihren Anteil am Absturz mit sich brachte. Die Borussia verlor sportlich an Boden und fand über längere Zeit keinen Weg zurück zu den früheren Erfolgen. Der Klub musste sich neu orientieren, während die Erwartungen im Umfeld nicht immer im gleichen Tempo wie die sportlichen Möglichkeiten zurückgingen.
Wer über Jahre wächst, gewöhnt sich schnell an höhere Ansprüche. Kader und Kosten entwickeln sich mitunter auf einem Niveau, das nur dann dauerhaft tragfähig ist, wenn dann auch die sportlichen Ergebnisse stimmen. Bleiben jene aus, kann aus einer vorübergehenden Schwächephase sicherlich ein längerfristiges Problem werden wie bei Kramers Ex-Klub.
Eine andere wirtschaftliche Ausgangslage
Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich aber bei den wirtschaftlichen Möglichkeiten. Eintracht Frankfurt erzielte in der Saison 2024/25 Gesamterlöse von 389,1 Millionen Euro. Gleichzeitig stand unter dem Strich ein Verlust von 8,3 Millionen Euro, weil unter anderem der Personalaufwand auf 177,3 Millionen Euro gestiegen war. Die Zahlen zeigen beides: die gewachsene wirtschaftliche Kraft der Eintracht und die Risiken, die mit diesem Wachstum verbunden sind.
Frankfurt ist inzwischen ein deutlich größerer wirtschaftlicher Faktor als noch vor wenigen Jahren. Internationale Wettbewerbe, Sponsoring, Merchandising und Einnahmen rund um den Spieltag haben die Basis verbreitert. Ein verpasstes Europapokaljahr ist ein Rückschlag, würde aber nicht automatisch bedeuten, dass der Klub zwangsläufig seine gesamte sportliche Strategie über Bord werfen müsste. Na klar: Hohe Einnahmen allein schützen nicht vor Fehlentscheidungen. Wenn die Kosten weiter steigen, während internationale Einnahmen oder Transfererlöse zurückgehen, kann auch ein wirtschaftlich gewachsener Verein unter Druck geraten.
In Summe verfügt der Klub heute aber über eine deutlich größere und vor allem breiter gestreute wirtschaftliche Basis als Gladbach zu ihren Höhepunkten. Das ist ein relevanter Unterschied, weil Gladbach nach Jahren mit hohen sportlichen Ansprüchen in eine schwierige Situation geriet: Der Klub hatte teure Kaderstrukturen aufgebaut, während sportlicher Erfolg und Transfererlöse zurückgingen. Die Folge waren finanzielle Verluste und weniger Spielraum für einen grundlegenden Umbau.
Frankfurt hat sich international eine andere Position erarbeitet
Der Europa-League-Sieg von 2022 war für die Eintracht weit mehr als ein Titel. Er hat den Verein international sichtbar gemacht und seine Attraktivität für Spieler, Sponsoren und Partner deutlich erhöht. Die Frankfurter haben sich in den vergangenen Jahren als Klub etabliert, der junge Talente entwickeln, ihnen eine Bühne bieten und sie anschließend mit Gewinn verkaufen kann.
Gladbach hatte in seiner erfolgreichen Phase sicherlich ebenfalls eine gewisse Strahlkraft. Entscheidend ist aber, dass die Rheinländer ihre sportlichen Erfolge nicht nachhaltig in wirtschaftliche und strukturelle Vorteile umwandeln konnten. Der Name alleine gewinnt keine Spiele und wenn die Mannschaft längere Zeit hinter den Erwartungen zurückbleibt, kann auch die nationale und internationale Attraktivität sinken. Aber Frankfurt verfügt heute über eine größere Bühne und zusätzliche Möglichkeiten, diese positive Entwicklung fortzusetzen.
Die Eintracht investiert gezielt in die Zukunft
Das betrifft auch die weitere strategische Ausrichtung des Klubs. Auf der Mitgliederversammlung wurde nun auch angekündigt, künftig stärker auf den deutschen Markt und das eigene Nachwuchsleistungszentrum zu schauen. Das ist eine Reaktion auf einen Transfermarkt, auf dem sich das bisherige Modell mit jungen internationalen Talenten nicht mehr in derselben Weise auszahlt. Das ist sicherlich mehr Chance als Beweis dafür, dass Frankfurt kein Gladbach 2.0 wird, dennoch scheinen die Verantwortlichen auf veränderte Marktumstände reagieren zu können und zu wollen.
Axel Hellmann hat auf der Mitgliederversammlung aber auch eine deutliche Erweiterung des Stadions oder sogar einen Neubau als langfristiges Zukunftsprojekt bezeichnet. Im Gespräch sind 70.000 bis 80.000 Plätze statt der heutigen gut 60.000. Erste Pläne sollen der Stadt noch 2026 vorgestellt werden. Die Eintracht versucht gezielt zusätzliche Erlöspotenziale zu erschließen und ruht sich nicht auf dem Status Quo aus.
Hinzu kommt eine enorme Vereinsbasis als stabilisierender Faktor hinzu. Eintracht Frankfurt hat inzwischen mehr als 160.000 Mitglieder. Unter Präsident Mathias Beck ist die Zahl um gut 20.000 gestiegen. Beck wurde nun wiedergewählt und kann seine Arbeit fortsetzen. Eine große Mitgliederbasis garantiert natürlich auch keinen sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg, sorgt aber dafür, dass der Klub sich immer weiter gesellschaftlich verankert. Dazu kommen die vielen Abteilungen und Sportangebote neben dem Profifußball. Faktoren, die allesamt – sicherlich auch, weil die Voraussetzungen deutlich schwieriger sind – in Gladbach im sportlichen Erfolg nicht in gleichem Maße verfolgt wurden.
Der wichtigste Unterschied könnte aber sein, dass Frankfurt die Risiken jetzt offen anspricht. Frankfurt steht aktuell vor einer wichtigen Weichenstellung. Markus Krösche ist gegangen, und die Verantwortlichen haben eingeräumt, dass das bisherige Transfermodell nicht mehr im gleichen Umfang funktioniert. Statt einfach an der bisherigen Strategie festzuhalten, soll die Ausrichtung angepasst werden. Nicht die Größe eines Klubs entscheidet allein darüber, ob er abstürzt. Entscheidend ist auch, ob die Verantwortlichen rechtzeitig erkennen, wenn ein erfolgreiches Modell an seine Grenzen stößt. Und hier hat die Mitgliederversammlung zumindest nach außen hin gezeigt, dass hier gemeinschaftlich reagiert werden muss. Frankfurt hat also gute Gründe, optimistisch zu bleiben.






16 Kommentare
die Eintracht hat den Vorteil das man Gladbach, Werder u. Schalke als mahnende Beispiele hat. Diese Clubs wollten ihren Status Quo regelrecht erzwingen was dann erst recht deren Absturz beschleunigt hatte.
Ich hoffe das man bei der Auswahl des nächsten Sport Manager ein gutes Händchen hat und man nachhaltiger bei den Transfers vorgeht - Das Ziel sollte sein einen Stamm an Spielern zusammenzuhalten der zukünftig auch Erfolge\Titel erspielen kann wie die Mannschaft 2022. Ich fand den Abgang von Krösche durch die Vordertür prima der jetzt symbolisch für den Reset-Knopf Druck steht.
Es ist gut, dass die Risken und Fehlentwicklungen analysiert, diskutiert und hoffentlich in die richtige Richtung gedreht werden.
Axel Hellmann ist ein strategischer Kopf, er schaut weit in die Zukunft und ist bestens vernetzt.
Der Kader wurde schon schwer ausgedünnt. Hat man an der einen oder anderen Stelle nicht verstanden, aber die Personalkosten dürften ziemlich runtergegangen sein.
Dass das zu Lasten der Qualität geht, dürfte klar sein, aber die Mannschaft ist noch in der Entwicklungsphase. Wichtig ist, dass die Strategie auch mit Leben gefüllt wird.
Dass die Eintracht auch in anderen Sportarten weiter Gas gibt, halte ich für immens wichtig, was die Verankerung in der Region angeht.
Eigentlich sind alle Zutaten da, jetzt muss der Kuchen nur noch gebacken werden.
Gladbach hat mMn den umgekehrten Weg gewählt und hat dabei massiv Schiffbruch erlitten. Die Mannschaft um Sommer, Ginter, Bensebaini, Zakaria, Stindel, Kramer, Hofmann, Neuhaus, Herrmann, Thuram, Embolo und Plea wollte Eberl für den sportlichen Erfolg zusammenhalten und nicht verkaufen. Was am Ende dazu geführt hat, dass viele Spieler den Verein für sehr wenig Geld verlassen haben - oft ablösefrei. Das in Kombination mit Corona hat Gladbach mMn das Genick gebrochen. Krösche hingegen ist es oft gelungen, Spieler über Wert oder mit Gewinn (Einkauf versus Verkauf) zu verkaufen, so dass wir bis auf Sorgenkind Wahi doch recht zuversichtlich in die Zukunft schauen können und der Krösche-Nachfolger Handlungsspielraum haben sollte. Zudem hat die aktuelle Mannschaft Wert und Potential - auch wenn der Kader offensichtliche Schwachstellen hat. Von Gladbach sehe ich uns aktuelle seeeehr weit entfernt, auch wenn die Entwicklung natürlich nicht auszuschließen ist.
Die mahnenden Beispiele sehe ich auch als unseren großen Vorteil. Das war es dann aber schon.
Bei den Argumenten von Julian habe ich aber Zweifel. Wenn du deine Ausführungen mit konkreten Daten belegt hättest, wären meine Zweifel vermutlich geringer. Nicht dass ich die Entwicklung von BMG, HSV und S04 für wahrscheinlich oder gar zwingend halte. Ich würde die mahnenden Worte von Kramer aber ernst nehmen, da es durchaus Parallelen gibt und Kramer die gesamte Zeit, von Aufschwung bis Niedergang der Borussia erlebt hat.
Der Marktwert von BMG betrug 2020/21 342 Mio. Heute sind es noch 134 Mio. Bei der Borussia sind die Marktwerte während des Niedergangs dramatisch gefallen. So ging der Marktwert von Zakaria von 45 auf 32 Mio. zurück, der von Plea von 38 auf 18 Mio., von Neuhaus von 38 auf 22 Mio. in 2022, Thuram von 40 auf 20 Mio., Ginter von 35 auf 18 Mio. und Elvedi ebenfalls von 35 auf 18. Mio. innerhalb von zwei Jahren. Dadurch verschärfte sich die Lage der Borussia dramatisch. Der Marktwertverlust war dabei nur das Resultat, der sich verschlechternden Bundesliga Ergebnisse. Nicht umgekehrt. Und auch bei der Borussia waren es hauptsächlich junge Spieler, die massive Marktwertverluste erlitten. Von daher sehe ich schon große Parallelen.
Darüberhinaus haben wir durch bauliche Vorhaben, massive Aufstockung des Personals und die Digitalisierung, insbesondere im Scouting, über lange Zeit Verbindlichkeiten geschaffen.
Und auch bei unserem Management habe ich so meine Zweifel. So halte ich es in der derzeitigen Lage für vollkommen abwegig, einen Stadionneubau zu planen. Das bindet on top wieder enormes Kapital, welches durch Kredite bedient werden muss. Und wer sagt, dass uns die Freunde der Eintracht etc. als finanzielle Unterstützer ewig erhalten bleiben.
Ich finde, was wir aus den Beispielen von BMG, HSV und S04 lernen sollten, dass man auch ein worst case Szenario im Blick haben sollte. Sprich, was passiert, wenn sich die positiven Erwartungen nicht erfüllen? Welche Reserven oder Handlungsspielräume haben wir dann noch.
Meiner Meinung nach befinden wir uns schon diese Saison und im Vergleich zu den Vorjahren in einer sehr entscheidenden Phase des Abwärtstrend. Durch die sehr schwierige Saison letztes Jahr, hat der Marktwert sehr gelitten. Hätten wir die letzte Saison erfolgreicher gespielt hätten wir Spieler eventuell nicht verkaufen müssen oder deren Marktwert wäre wesentlich höher geworden.
Es wird sich zeigen, ob unsere aktuelle Mannschaft in die Erfolgspur findet und sich Transfers noch als sehr wertvoll darstellen werden. Wo das uns hinführt ist im Moment nicht einschätzbar, aber die Zeit der 90 Millionen Transfers ist schneller vorbeigegangen als gedacht. Ich hoffe, dass wir uns diese Saison wieder stabilisieren und sich ein neues Grundgerüst findet, welches sich auch langfristiger an uns bindet. Gerade die
längere Bindung von Spielern finde ich für die Zukunft super wichtig.
Ich hoffe, dass die Ankündigung von Hellmann, vermehrt auf deutsche Nachwuchstalente und die eigene Jugend zu schauen, nur ein Ablenkungsmanöver war. Ein Ablenkungsmanöver um Fragen auszuweichen, wo denn die ganzen Transfereinnahmen der letzten Jahre hingeflossen sind. Eine realistische Strategie ist für mich jedenfalls etwas anderes.
Es ist zwar top, wenn ein Spieler wie Ebnoutalib für die Eintracht spielt, es wird aber auch in Zukunft eher die Ausnahme den die Regel bleiben.
Der erste Blick eines jeden Bundesligavereins dürfte immer auf den deutschen Markt sein. Da brauche ich nicht mal ein ausgeklügeltes Scouting und schon gar keine Datenbanken. Da reicht ein Auto, ein Bahnticket und manchmal sogar ein Fahrrad. Einfach nur zu dem entsprechenden Spiel fahren und den Jungen anschauen.
Das Problem ist, das machen alle und viele von denen haben mehr zu bieten. Sei es der größere Namen oder das Versprechen auf mehr Spielzeit. Vor zwei 1 - 2 Jahren hatten wir noch den Ruf, dass wir in Europa mit das beste Sprungbrett bieten, um junge Spieler in höhere Hemisphären zu katapultieren. Doch leider haben wir diesen Ruf fast komplett verloren.
Auf das eigene Nachwuchszentrum zu bauen klingt auch logisch. Und das ist es auch. Das Problem ist nur, das für minderjährige Spieler maximale Vertragslaufzeiten vorgegeben sind. Diese sind drei Jahre. Nehmen wir Ilicevic und Is. Ilicevic hat seinen dreijährigen Vertrag dieses Jahr mit 15 abgeschlossen, bei einer Vertragslaufzeit bis 2029, Is hat seinen zweijährigen Vertrag letztes Jahr mit 16 abgeschlossen, bei einer Laufzeit bis nächstes Jahr. Wenn jetzt ein potenter Club um die Ecke kommt und den beiden einen Anschlussvertrag anbietet, hat die Eintracht nach meiner Einschätzung keine Handhabe. Praktisch kann sie die Spieler gegen kleines Geld sofort „verkaufen“, weil ein weiteres ausbilden auf Vereinskosten keinen Sinn macht. D.h. Auf junge Spieler setzten zu wollen klingt zwar schlüssig, es ist aber für einen Verein wie unseren in der Praxis kaum möglich, es sei denn, es handelt sich um Spieler mit überschaubaren Fähigkeiten wie Baum.
Klingt alles ziemlich pessimistisch, auch wenn es sehr gut argumentiert ist.
Ob unser Ruf ramponiert ist, können wir allerdings nicht wissen, das muss der Sportvorstand einschätzen können.
Aber allein, dass mal von oberster Stelle gesagt wird, wir nehmen den heimischen Markt in den Fokus, ist schon ein Schritt in die richtige Richtung. Der Neue muss die Stellschrauben drehen, wahrscheinlich wird er nach diesem Kriterium auch ausgesucht.
Es wird nicht jede Saat aufgehen, da brauchen wir uns nichts vorzumachen, aber was Mainz und Freiburg können, das schaffen wir auch.
Klingt für mich eher nach Prinzip Hoffnung, wir setzen aufs Nachwuchszentrum!
Das mit Krösche war doch nur ne Frage der Zeit, und wenn die Herren des Vorstandes das nicht erkannt haben sollte man nachdenklich werden.
Es sieht nicht so aus als wenn man, und hier hoffe ich, das ich falsch liege, einen Kandidaten hat und nicht nur Wunschkandidaten die kein Interesse haben.
Machen wir uns nichts vor sportlich gesehen sind wir auf den absteigenden Ast , die letzen Jahre sind nicht gerade förderlich für die Mannschaftsentwicklung, wir haben keine kompakte Mannschaft, es fehlen Führungsspieler und erfahrene Leute,die auch mal Ordnung reinbringen! Götze ist in meinen Augen nicht der richtige dafür!
Wir müssen endlich mal ein Mannschaftsgerüst haben auf dem man aufbauen kann das die jungen Spieler an die Hand nimmt und ihnen Sicherheit vermittelt!
Wenn man nicht aufpasst werden wir doch noch mehr Sorgenkind als wir schon sind!
Diese Saison ist gelaufen, und wir werden wohl irgendwo zwischen 9 und 14 platziert sein und mit oben und unten nichts zu tun haben.
Noch so eine Umbruchssaison dürfen wir uns nicht leisten.
Wenn ich unsere Situation mit dem größten Teil der Mitbewerber vergleiche, sollten wir mit der Schwarzmalerei mal aufhören. Saison ist gelaufen, was ein Unsinn. 3 Punkte mehr und wir würden auf den internationalen Plätzen stehen.
Man kann den Verantwortlichen auch die internationale Marktentwicklung nicht vorwerfen.
Eine fehlende bzw. falsche Reaktion natürlich schon. Ich kann da nur hoffen, dass die richtigen Weichen gestellt werden. Wir werden immer noch junge Spieler mit Potential im Ausland finden können. Die kommen dann aber nicht aus dem Franzosen- oder Spanienpool.
Mein Kommentar zum Abgang von Krösche : Er wäre ausgebrannt, finde ich eine unglückliche Formulierung. Besser wäre die Wahrheit, dass er keine Ideen mehr hat und selbstverständlich ist das Geld ein tragender Faktor seiner Entscheidung. Das darf man ihm doch gar nicht übel nehmen . Wenn er aber so fertig ist, kann er ja nicht mit vollem Elan bei Mailand anfangen. Warum fällt es immer so schwer die Wahrheit zu sagen. Ist doch kein Verbrechen.
Pessimistisch würde ich es nicht nennen. Wohl aber skeptisch. Wenn jemand eine Strategie verfolgt, die in dieser oder einer ähnlichen Weise noch nie von einem anderen angewandt wurde, erzeugt das bei zunächst einmal ein Stirnrunzeln. Ich halte es einfach für sehr unwahrscheinlich, dass in einem Geschäft, in dem mittlerweile hunderte Milliarden über den Tisch geschoben werden und in dem es Horden von hochqualifizierten Experten gibt, plötzlich eine Strategie zum Erfolg führt, die bislang noch niemand verfolgt hat. So geschehen mit der Strategie der letzten Jahre, junge talentierte Spieler zur Eintracht zu holen und nach wenigen Jahren mit hohem Gewinn zu verkaufen und gleichzeitig!!! eine Mannschaft auf den Platz zu stellen, die sich für einen europäischen Wettbewerb qualifiziert. Und Stand heute muss ich feststellen, daß ich leider richtig lag. Diese Strategie hat kurzfristig zum Erfolg, langfristig aber an den Rand einer Krise geführt.
Hellmann‘s Strategie ist zunächst einmal keine wirkliche Strategie sondern nur eine Aussage oder ein Wunsch. Er hat ja auch nicht behauptet, dass man auf anderen Märkten nicht mehr aktiv sein wird. Von daher bin ich mir sicher, dass wir im Scouting genügend qualifizierte Leute haben, die wissen, dass es die Mischung macht. Die Mischung aus jungen talentierten Spielern, next step Spielern (Spielern die hoffentlich unsere Kasse füllen), Spielern mit Fanlieblingspotenzial (Marke Hinteregger, Rode, Marmoush), Spieler mit Bezug zur Region und letztlich erfahrene Spieler, welche die anderen leiten und Vorbild sein können.
Ich würde die Zukunft unserer Eintracht nicht am Beispiel Mönchengladbach festmachen.
Eintracht erzielt hohe Einnahmen über's Sponsoring, das Stadion ist immer ausverkauft. Da ist also wesentliches schon ziemlich ausgereizt. Wenn zusätzliches Kapital jedoch durch die europäischen Wettbewerbe zulange ausbleibt, schlägt sich dies zumindest mittelbar in der Konkurrenzfähigkeit nieder. Die neue Strategie, verstärkter auf den eigenen Nachwuchs zu schauen und möglicherweise auch eine andere Transferstrategie zu wählen, ist spannend und macht Sinn. Ich persönlich sah immer gerne auch Spieler aus dem ehemaligen Jugoslawien in unserer Mannschaft, ihre Qualitäten würden uns auch heute gut tun. Das ist allerdings nur meine unbedeutende Sichtweise.
Ist das jetzt meine subjektive Beobachtung, das viele Berichte bzw Beiträge die sich kritisch mit der Eintracht befassen immer mehr Daumen runter bekommen?
Mach dir nichts draus, es gibt immer einen, der gegen alles ist.
Aber auch viele, die inhaltlich bewerten und die sind die absolute Mehrheit, alles gut.
Uns mit Mönchengladbach zu vergleichen ist wie Äpfel und Birnen zu vergleichen, immerhin beides Kernobst. Wobei ein wahrer Kern dabei ist, der Anspruch und die Wirklichkeit klaffen auseinander.
Die Ausgangsbasis ist völlig unterschiedlich. Beide sind Traditionsmanschaften, aber die wirtschaftliche Infrastruktur ist völlig unterschiedlich. Frankfurt ist ein Standort der von der Lage Rhein-Main mit seiner Bevölkerungszahl und -struktur zu den stärksten in Deutschland gehört. Die Konkurrenz im räumlichen Umfeld ist gering. Mainz liegt in der Nähe ist aber trotzdem Provinz. Das meine ich nicht überheblich und geringschätzig, aber wer sich in Geld-/Sponsorenkreisen umhört wird das bestätigen. Schaut mal bei den teuren Logenplätzen, die sind in Frankfurt alle verkauft, in Mainz und Gladbach...(bei deutlich geringeren Preisen)? Das spiegelt sich auch so im Trikotsponsoring wieder.
Das Konzept junge Talente zu entwickeln ist nicht gescheitert und auch nicht überholt. Es muss allerdings angepasst werden. Im Übrigen wurde das ja bereits von Krösche eingeleitet mit der U21 und den starken Ausbau des Jugendbereichs. Da ist in den letzten Jahren kräftig investiert worden. Was die gestiegenen Preise angeht, zur Erinnerung, ein N'Dicka wurde z.B. für 6,5 Mio. aus der 2. französische Liga geholt und hat dort nur wenige Spiele gemacht (zu einem Zeitpunkt wo wir finanziell deutlich schlechter gestellt waren). Wir haben zuletzt überwiegend auf teure Spieler gesetzt die bereits im Profibereich auf sich aufmerksam gemacht haben. Das erhöht einerseits die Wahrscheinlichkeit die Spieler schnell in der BL zu etablieren und einer Wertsteigerung, andererseits aber auch das finanzielle Risiko sowohl was die zu zahlende Ablöse, als auch der Gehaltseinstieg. Darüber hinaus wurde der Kader so aufgebläht, dass nicht nur die Gehaltskosten explosiert sind, sondern aufgrund der Vielzahl der Spieler die Einsatzzeiten der Talente zu gering waren. Dies ist schlecht für die Entwicklung der Spieler und ausserdem für die Marktpreise. Auch das wurde in der Saison erfolgreich korrigiert.
Es wurde bemängelt, dass für Brown, Larsson, Bahoya etc. zu niedrige Ablösesumme erzielt wurden, Fakt ist, dass bei den Transfers Überschüsse erzielt wurde. Das vereinzelt auch mal draufgelegt wurde lässt sich nicht vermeiden. Aus den Leihverträgen sind hier auch Erlöse für die nächste Saison schon gesichert, respektive zu erwarten.
Alles in Allem wurde in der letzten Jahre vieles richtig gemacht. Korrekturen von Fehler der Vergangenheit wurden eingeleitet. Wichtig ist die Erwartungen und Ansprüche auf ein realistisches Mass zurückzufahren. Wir haben nach wie vor alle Voraussetzungen um uns in der oberen Tabellenhälfte festzusetzen und nix mit den Abstieg tun zu haben.
Wenn gute Arbeit geleistet, sowie Ruhe und Geduld bewahrt wird bin ich sicher, dass wir auch regelmässig um die Plätze im vorderen Drittel der Liga spielen werden. Das schliesst aber auch mal Plätze wie in der Vorsaison ein. Als Konkurrenten sehe ich neben FCB, BVB, B04 und RB die sich um die CL Plätze balgen in Stuttgart, Köln, Hamburg, S04 weil diese ebenfalls eine guten strukturellen Backround haben. Wir haben/hatten das bessere Management.
Ich bring Mal ein paar Zahlen rein aus den letzten Saisons nach dem 6. Spieltag:
18/19: 7 Punkte/Platz 11, 19/20: 10/9, 20/21 9/10, 21/22: 5/14, 22/23: 8/11, 23/24: 7/9, 24/25: 13/3, 25/26: 9/7.
Durchschnitt: 8,5 Punkte.
Aktuell: 8 Punkte.
Erwarte schon, dass man im Winter einem Kalimiendo für 25 Mio. holen kann. Wichtig ist, welches Gehalt verlangt wird. Bei den Fixkosten muss man am meisten aufpassen. Glasner schont ihn doch extra gür uns. Ich sehe ihn übrigens als Box to Box Spieler.
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