Eine solide Saison – da sind sich auch unsere Fantalker einig. (Quelle: imago images / Poolfoto)

Die Eintracht beendet die Saison mit einem Sieg gegen Absteiger Paderborn und sichert sich den neunten Tabellenplatz. Im letzten FPS-Fantalk der Saison lassen wir die abgelaufene Spielzeit Revue passieren und reden über das „Was-wäre-wenn“.

Der Fantalk erscheint während der Saison an jedem Bundesligawochenende, an dem Eintracht Frankfurt ein Heimspiel bestreitet, sonntags zwischen 12 und 14:30 Uhr auf SGE4EVER.de. Ihr wollt auch einmal mit uns diskutieren? Dann bewerbt euch über das Fantalk-Bewerbungsformular und seid bei einem der nächsten Fantalks, die per Telefonkonferenz geführt werden, dabei.

Am heutigen FPS-Fantalk nehmen teil: SGE4EVER.de-Redakteur Julian Jendrossek, Eintracht-Fan Tobias Anslinger und SGE4EVER.de-Chefredakteur André Eichhorn, der den kurzfristig verhinderten FPS-Geschäftsführer Paul Taaffe vertritt.

These 1: Unterm Strich hat die Eintracht eine mehr als solide Saison gespielt.

Julian:Das kann man pauschal so unterschrieben. Wir haben in den vergangenen Jahren über 100 Pflichtspiele gehabt, sind zweimal international dabei gewesen, sind es eigentlich immer noch. Sind das dritte Jahr in Folge auf einem einstelligen Tabellenplatz und wenn wir einen Blick auf die Eintracht-Historie werfen, ist es lange her, dass die Frankfurter so sicher gestanden haben. Nichtsdestotrotz, wenn man zur Winterpause stabiler gewesen wäre, wäre mehr drin gewesen. Die Niederlagen gegen Köln und Paderborn im Dezember waren unnötig.“

Tobias:Unterm Strich bin ich der gleichen Meinung. Bei Betrachtung des Endergebnisses war es eine sehr solide Saison. Zu Beginn der Saison hätten sicher viele gesagt, ein einstelliger Platz passt, aber zwischenzeitlich war die Erwartungshaltung eine höhere gewesen. Dann waren wir vor ein paar Wochen recht weit unten, da war der Anspruch wieder ein anderer. Es war eine Berg-und-Tal-Fahrt, es ging rauf und runter. Der 5:1-Sieg gegen die Bayern war in meinen Augen der Auslöser, an dem die Erwartungshaltung stark nach oben gegangen ist und das war kontraproduktiv.“

André: „Ich gebe Tobias recht, die Erwartungshaltung war zeitweise sehr hoch. Auch Julian, die Niederlagen gegen Köln und Paderborn waren einfach unnötig. Die Erwartungshaltung war nicht nur bei den Fans zu hoch, auch bei den Spielern könnte ein Schalter umgefallen sein. Von wegen: ‚Wenn wir die Bayern so wegputzen, dann wird der Rest ein Selbstläufer. Vielleicht holen wir dieses Jahr einen Champions League Platz und räumen alles auf.‘ In meinen Augen ist viel schiefgelaufen, weil die Spieler sich überschätzt haben. Paul ist auch der Meinung, dass diese Saison mehr drin gewesen wäre. Da bin ich ein wenig zwiegespalten. Mit Blick auf die über 100 Pflichtspiele, hat man schon gesehen, dass die Spieler ein wenig auf dem Zahnfleisch gelaufen sind. Das letzte Saisonspiel war da sinnbildlich. Die Eintracht schien die Partie im Griff zu haben, dann bricht sie ein, wie auch im Lauf der Saison. Das Spiel stand auf der Kippe – gegen einen Absteiger, der bereits feststand – da war das eine schwache Leistung gestern. Aber die Mannschaft ist auf dem Zahnfleisch gegangen, es war vielleicht nicht mehr drin. Das gestern war für mich wie die gesamte Saison.“

Tobias: „Dass mehr drinnen gewesen wäre, wie Paul sagte, ist schwer zu sagen. Klar, wenn Bas Dost nicht verletzt und André Silva früher akklimatisiert gewesen wäre, dann wäre vielleicht mehr drin gewesen. Ich sage: Dieses Jahr war nicht mehr drin!“

Julian: „Siege über Leipzig und München und Niederlagen gegen Paderborn und Köln, da steht man am Ende nun mal in der Mitte. Ich denke dennoch, dass man zufrieden sein kann. Dieses Jahr war das vierte Halbfinale in einem Pokalwettbewerb in vier Jahren, das schaffen nicht viele Mannschaften in Deutschland.“

André: „Wir haben am Anfang der Saison mit unseren Bullen drei sehr wichtige Spieler verloren und, wie Tobias sagte: hätte Silva früher genetzt wie am Ende. Aber das hat seine Zeit gebraucht. Wie auch Sebastien Haller in seiner zweiten Saison deutlich besser war. Bei der Eintracht haben wir in den letzten Jahren gesehen, dass Stürmer eine Weile brauchen, um sich im System zu akklimatisieren. Hütter hat viel ausprobiert, da ging auch einiges schief. Der Blick ging zwischenzeitlich stark nach unten, da wurde man nervös. Auch wir haben hier ja gefragt, ob Hütter noch der richtig ist. Aber er hat es geschafft, hat die Mannschaft eingestellt bekommen. Jetzt gilt es, die wichtigen Spieler, wie Silva, zu halten.“

Tobias: „Es ist wichtig, dass man den Blick nicht nur auf die Liga richtet. Halbfinale im DFB-Pokal und die Europa League, wo wir formell noch drin sind. Das zeigt, dass die Mannschaft in K.O-Spielen über sich hinauswachsen kann. In der Bundesliga kamen dann die Schwächen zum Vorschein, die man in den anderen Wettbewerben, vielleicht auch durch den Push durch die Fans, kaschieren konnte.“

These 2: Nach der Coronakrise hat man gesehen, dass die Einkaufspolitik der SGE doch sinnvoll war.

Tobias: Das würde ich nur bedingt unterschreiben. Die Fehler, die im letzten Transfersommer gemacht wurden, sind auch nach der Zwangspause geblieben. Die Zeit nach Corona hat mich da jetzt nicht vom Gegenteil überzeugt. Ein Vorteil war sicher, wie schon erwähnt, dass Dost Zeit hatte, fit zu werden und Silva konnte sich sicher mental noch mal besser auf die Bundesliga einstellen. Aber die Versäumnisse, die im Sommer passiert sind, also Kreativmangel im offensiven Mittelfeld und rechter Flügel, diese beiden Positionen haben nach wie vor gefehlt. Also insgesamt reicht mir das nicht, um zu sagen, dass die Transferpolitik jetzt schlussendlich doch gut war.“

André: „Ich sehe es ähnlich, wie Tobias. Man kann nicht an der Corona-Pause festmachen, dass die Einkaufspolitik danach doch sinnvoll war. Es war insgesamt ordentlich, aber das hatte nichts mit Corona zu tun. Man hat es ja auch am Anfang der Saison gesehen, als wir in die Spielzeit noch relativ gut gestartet sind bis zu diesem ominösen 5:1 gegen die Bayern. Danach haben wir lange Zeit keine Punkte mehr eingefahren. Paul fragte sich im Vorfeld, warum Adi Hütter nicht schon früher damit umgehen konnte und wieso er so lange brauchte, die Stamm-Mannschaft zusammen zu stellen? Er habe viel durchprobieren müssen. Das sehe ich ähnlich wie Paul. Es fand lange Zeit sehr viel Rotation statt, die nicht unbedingt darauf bezogen war, dass wir in drei Wettbewerben mitgespielt haben, sondern ich glaube Hütter wusste lange Zeit selbst nicht, wie wir spielen sollen. Auch um das mal an einem Djibril Sow festzumachen, den ich mittlerweile als Fehleinkauf bezeichne. Er ist der teuerste Einkauf, den wir je hatten. Die Ablösesumme konnte er überhaupt nicht rechtfertigen. Immer, wenn ich seinen Namen in der Startelf gesehen habe, bin ich zusammengezuckt in den letzten Monaten. Ich sehe auf der Position ganz andere Spieler. Auch um das mal auf das gestrige Paderborn-Spiel zu beziehen: Direkt als er eingewechselt wurde, hat er einige Fehlpässe gespielt. Da hätte ich mir mehr einen de Guzman als Abschiedsspieler gewünscht. Entweder de Guzman ist noch schlechter im Training und wir bekommen das alle nicht mit oder aber Sow ist einfach einer der Lieblingsspieler von Adi Hütter.“

Julian: „Das kann man schon so sagen, dass Sow sein Lieblingsspieler ist. Anfangs hat man ihm auch als Außenstehender noch immer die Zeit gegeben und gesagt, dass er neu herkam und mit der Zentrale auch gleich eine anspruchsvolle Position übernehmen musste. Man hat ihm immer zugesagt, dass er sich da reinarbeiten kann. Jetzt, nach einem Jahr, habe ich noch keine Verbesserung bei Sow gesehen. Ich glaube aber, dass Hütter ihn noch nicht aufgegeben hat, sonst kann ich mir nicht erklären, wieso er ihn gestern einwechselt. Ich bin mir sicher, dass ein de Guzman das gestern nicht schlechter gemacht hätte. Denn de Guzman hat in den letzten Spielen ordentlich gespielt, da hatte man keine Bedenken, wenn er auf dem Platz stand. Deswegen ja, der Sow-Einkauf und auch seine dauerhaften Startelf-Aufgebote sind vielleicht auch ein Grund dafür, dass wir in der Tabelle nicht ganz so hoch angreifen konnten, wie man sich das vielleicht vor der Saison gewünscht hat.“

Tobias: „Man spricht gerne von Sow, aber wenn wir mal zur These zurückkehren, dann müssen wir das auch anderen Spielern vorwerfen. Auch wenn nicht jeder so enttäuscht hat, wie Sow. Aber Erik Durm zum Beispiel war auch eine völlige Enttäuschung. Dominik Kohr hat zumindest zum Schluss jetzt gezeigt, dass er anscheinend doch besser kicken kann, als die meisten gedacht haben und vielleicht nicht nur ein Abräumertyp ist. Also auch da eher bedingt. Über Silva haben wir schon gesprochen. Ich bleibe dabei: Diese fehlende Kreativität im offensiven Mittelfeld war klar und man hat nichts adäquates gefunden. Sow hat diese Erwartungen nicht erfüllen können. Über Gacinovic habe ich mich auch mehrfach schon geäußert. Das ist ein Spielertyp, der trifft von fünf Entscheidungen viermal die Falsche, aber gut, er ist auch kein Neuzugang gewesen. Dieses Vakuum im offensiven Mittelfeld konnte man nicht schließen und am rechten Flügel konnte man auch nie ein Pendant zu Kostic holen. Von daher bleibe ich bei meinen Kritikpunkten, dass die Transferpolitik dahingehend im Sommer nicht gut war.“

Julian: „Was ich aber noch ganz interessant finde: Wir waren vor der Saison sehr unsicher, wie man die Abgänge von Jovic, Haller und Rebic kompensieren könnte. Die haben so viele Tore für Frankfurt geschossen. Wenn man das jetzt mal vergleicht: Letzte Saison haben wir 60 Tore geschossen und dieses Jahr 59. Wir waren also ziemlich nahe dran an der Toranzahl von letzter Saison, sind uns aber trotzdem einig, dass es in der Offensive Probleme gab und nicht in der Defensive und da weiß ich nicht, woran das liegt. Wir haben mit 12 Gegentoren deutlich mehr Gegentore gefangen, als in der letzten Saison. Man hat die Tore kompensieren können und trotzdem sind wir uns einig, dass das Problem in der Offensive lag. Das ist spannend. Weil wie du schon sagst, Tobias, das mit dem offensiven Mittelfeld und dem rechten Außenbahnspieler, da fehlt es.“

André: „Das ist recht einfach, Julian. Das liegt daran, dass sehr viele Tore in dieser Saison durch die Innenverteidigung erzielt wurden bzw. durch die Defensive. Letztes Jahr hat eben die Büffelherde vorne überwiegend die Tore gemacht. Auf deren Konto gingen ja über 70 oder 80 Prozent der Tore. Dieses Jahr waren mit Hinteregger und Chandler viele Torschützen dabei, die viele Tore gemacht haben und aus der Defensive kamen. Wahrscheinlich machen wir es deshalb daran fest, dass wir in der Offensive nicht so gestärkt waren, wie in den letzten Jahren. Das lasse ich aber nicht für die letzten Wochen gelten, denn da haben dann ja auch unsere Stürmer wieder getroffen. Und ein Hinteregger hat eine Durststrecke als Torschütze hingelegt, muss man ja fast sagen (lacht).“

Tobias: Das sehe ich genauso. Hinteregger hat viele Tore gemacht, auch Abraham oder Ilsanker haben das eine oder andere erzielt. Ich habe auch vor der Saison schon gesagt, dass andere eben die Tore schießen müssen, wenn die Büffelherde geht. Das ist ein Stück weit so passiert. Die Tatsache, dass wir nur ein Tor weniger erzielt haben, zeigt ja, dass das diesmal andere übernommen haben. Wir haben extrem viele Tore nach Eckbällen gemacht. Das hat uns auch das eine oder andere Spiel gerettet. Ich bleibe aber dabei, dass in erster Linie Stürmer Tore schießen sollen und die müssen aus einem kreativen Mittelfeld gut bedient werden oder von den Außen.“

Julian: „Es mag sein, dass unsere Tore kompensiert wurden, aber das ändert ja nichts daran, dass wir deutlich mehr Gegentore bekommen haben. Das ist die andere Seite.“

Tobias: „Das stimmt und das kann ich mir auch nicht erklären. Gut, vielleicht lag es ein bisschen an dieser Systemumstellung. Also, dass die Viererkette einige Spiele ganz gut funktioniert hat im Januar und Februar und danach dann gar nicht mehr, ist seltsam. Vielleicht ist die Dreier- bzw. Fünferkette doch das richtige System. Aber auch dann hatten wir noch Spiele, wo wir viele Tore bekommen haben. Obwohl ich unsere Innenverteidiger an sich alle sehr stabil finde. Das ist ein Mysterium. Man würde nicht erwarten, dass die Innenverteidigung eine große Baustelle wäre und Hütter hat es ja auch nochmal gesagt, dass er in der Innenverteidigung keinen Bedarf sieht. Jetzt kommt noch Tuta zurück.“

These 3: Es tut der Mannschaft gut, dass sie nächste Saison nicht international spielt.

André: „Nee!! (lacht) Einfach deswegen, weil ein internationaler Wettbewerb immer einen großen Vorteil mit sich bringt, da man wesentlich interessanter für neue und vor allem für gute Spieler in der Transferperiode ist. Natürlich verstehe ich die Intention hinter dieser These, dass es vielleicht dem einen oder anderen gut tut, mal durchzuschnaufen. Gerade auch weil jetzt die Pause recht kurz ausfallen und auch wegen Corona die neue Saison sehr komprimiert stattfinden wird, tut es der körperlichen Verfassung schon gut. Aber das ist nicht das Streben, das ein Profi-Verein haben sollte, denn genauso ist es auch in der Wirtschaft. Denn wenn es für ein Unternehmen mal schlechter lief, wird man auch nicht sagen: ‚Mein Gott, wenn wir nächstes Jahr fünf Prozent unter den Erwartungen liegen, ist das auch okay. Hauptsache wir haben alle mal ein bisschen weniger zu tun.‘ Deswegen unterstütze ich die These nicht, muss aber gleichzeitig hinzufügen: Wir haben noch die theoretische Chance. Auch wenn nach dem 0:3 gegen Basel die Chancen sehr düster aussehen: Unmöglich ist es nicht, dass wir nächstes Jahr international spielen. Die Eintracht hat ja schon so einiges erreicht. Auch wenn es nur ein Fünkchen Hoffnung ist, darf man es nicht ganz abschreiben.“

Julian: „Ja also ich bin auch der Meinung, dass wenn man die Möglichkeit hat, international zu spielen, dann soll man sich darüber freuen und das auch anstreben. Klar ist das immer so, dass es Fluch und Segen zugleich ist. Häufig ist es auch so, dass man sagt, auch wenn es nicht auf Eintracht Frankfurt zutreffen würde, die Teilnahme am internationalen Geschäft kommt ein Jahr zu früh. Niemand gibt einem aber eine Garantie dafür, dass wenn man nicht international spielt, automatisch die Bundesliga besser wird. Von daher bin ich auch nicht der Meinung, dass es unbedingt gut ist für den Verein ist, nächstes Jahr nicht international dabei zu sein. Für die Mannschaft oder einzelne Spieler im Team vielleicht schon, wenn sie nicht mehr zwei Spiele pro Woche haben. So können sie sich voll auf die Bundesliga oder mal ein Pokalspiel fokussieren, aber insgesamt wird es dem Verein sicher nicht gut tun.“

Tobias: „Da sind wir uns relativ einig. Auch von mir zu dieser These ein klares Nein. Wir haben uns natürlich auch ein Stück weit von dem Auf und Ab der letzten Wochen beeindrucken lassen, sodass man schon mal gesagt hat: Jetzt mal ein Jahr durchschnaufen, gut dass wir nicht dabei sind. Aber Fakt ist natürlich, so wie ihr es schon gesagt habt, international zu spielen ist der Anspruch. Das ist wichtig, dort stellt man sich ins Schaufenster und da kann man auch auf den Verein aufmerksam machen. Diese Fanbase, die immer zu den internationalen Spielen mitgezogen ist. So etwas fällt jetzt alles weg. Das ist der eine Punkt, der mir wichtig ist und der zweite ist der, dass sich die Mannschaft nur durch permanente Erfahrung mit Doppel- oder Dreichfachbelastung dahingehend auch weiterentwickeln kann. Ich bin mir sicher, dass, wenn wir jetzt wieder international dabei wären, das Trainerteam schon einen Plan hätte, was denn zu machen wäre, wenn die Mannschaft Ermüdungserscheinungen zeigen würde. Also diese Erfahrungen der letzten Jahre könnte man sicher auch beim nächsten Mal direkt umsetzen. Irgendwann beginnt man auch, das Ganze als normal zu erachten und dann kann man das Ganze auch viel besser managen. Jetzt geht man sozusagen wieder einen Schritt zurück, ist meine Befürchtung. Und dann, wenn wir nächstes Mal international spielen, müssen wir diese Erfahrungen ein Stück weit nochmal machen. Und es ist nicht gesagt, dass wir direkt übernächste Saison wieder international spielen. Deswegen finde ich es eher schade, dass man nicht international dabei ist. Wobei es natürlich, wie André schon gesagt hat, noch eine Chance gibt. Die ist aber eher utopisch.“

Julian: „Der eine Punkt, den du angesprochen hast, ist ganz wichtig. Es gibt keine Garantie, dass, wenn wir jetzt dieses Jahr nicht international dabei sind, dass wir es dann im darauf folgenden sein werden. Das heißt, wir müssen eine Mannschaft zusammenstellen, bei der wir überzeugt sind, dass wir das mit der Qualität auch schaffen können. Wenn man sich die Mannschaften vor uns anguckt, muss man mindestens zwei bis drei Vereine davon hinter sich lassen. Dafür muss man auch die nötige Qualität im Kader haben, um die anderen Mannschaften auszustechen. Da bin ich mir beim aktuellen Kader unsicher, ob das möglich ist. Das heißt im Umkehrschluss, dass man auf zwei, drei Positionen mal einen Spieler bekommen muss, der dann wieder die Qualität anhebt. Ob wir das diese Saison überhaupt hinbekommen, sowohl finanziell, als auch ohne den internationalen Anreiz, das wird sich zeigen und das ist auch ein wichtiger Punkt.“

Zum Abschluss wollen wir noch wissen, wie es am heutigen Sonntag um das Aufstiegsrennen bzw. dem Rennen um den Relegationsplatz Drei in der 2. Bundesliga bestellt ist und wer damit auf den SV Werder Bremen treffen wird.

Tobias: „Wenn ich mir die Begegnungen der letzten beiden Relegationskandidaten ansehe, rechne ich ganz klar damit, dass der HSV Dritter wird. Sie haben ein Heimspiel gegen Sandhausen. Natürlich ist ein Heimspiel in Corona-Zeiten nicht automatisch ein Vorteil, aber trotzdem ist es für mich die leichtere Aufgabe als Heidenheim, die nach Bielefeld müssen, welche eine überragende Saison gespielt haben. Insofern sehe ich den HSV heute einen Tick vor Heidenheim. Hamburg wird gewinnen, Heidenheim wird verlieren oder nur unentschieden spielen und dann würde es für den HSV reichen, noch auf den Relegationsplatz zu kommen. Dann erwartet uns die Mutter aller Nordderbys mit Hamburg gegen Bremen. Zum einen fände ich es super, wenn der HSV wieder aufsteigen würde, weil er als Traditionsclub in die 1. Bundesliga gehört, auf der anderen Seite wäre eine gewisse Schadenfreude dabei, wenn sie es wieder nicht schaffen würden. Ich bin da noch ein bisschen hin- und hergerissen.“

André: „Das sehe ich genauso, wie Tobias. Der HSV hat mit dem Heimspiel die bessere Ausgangssituation. Bielefeld wird sich zu Hause gegen Heidenheim noch einmal entsprechend aus der 2. Bundesliga verabschieden wollen. Ein kleiner Vorteil für Heidenheim könnte noch sein, dass die Arminia nicht vor Publikum spielt. Insgesamt wäre es nicht schlecht, wenn Bremen in der Relegation auf eine Mannschaft stoßen würde, gegen die die Wahrscheinlichkeit zu verlieren höher wäre. Einfach, damit sie auch mal den Gang in die 2. Bundesliga antreten müssten. Genauso wie es anderen großen Vereinen mit Frankfurt, Köln, Hamburg, Kaiserslautern oder Stuttgart in den letzten Jahren oder Jahrzehnten schon wiederfahren ist. Die Bremer haben in den letzten Saisons häufig schlechten Fußball gespielt, sodass sie, auch wenn ich gegen Werder nichts habe, auch mal an der Reihe wären. Die Chance, dass Bremen in der Relegation verliert, ist gegen den HSV wesentlich größer als gegen Heidenheim, weil die Hamburger in einem solchen Duell deutlich gefestigter auftreten würden, als es die Heidenheimer täten.“

Julian: „Aus meiner Sicht sind das ähnliche Vorzeichen. Ich vermute, dass Heidenheim heute gewinnen muss, damit es mit dem dritten Platz etwas wird. Grundsätzlich gibt es aber auch immer diese Charakterfrage beim HSV. Hamburgs Trainer Dieter Hecking hat diese Woche auch noch einmal mahnend gesagt, dass man fokussiert sein müsse und da bin ich mir bei denen nicht immer ganz so sicher. Aber ich glaube auch, dass der HSV heute die besseren Chancen hat. Grundsätzlich würde ich mir wünschen, dass beide Mannschaften in der 2. Bundesliga spielen, aber für mich ist Bremen in den letzten Jahren immer mehr zum ‚HSV 2.0‘ geworden, deswegen würde ich im Relegationsspiel HSV gegen Bremen den Hamburgern den Aufstieg gönnen.“

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52 Kommentare

  1. Fazit BL 19-20:
    haben im direkten Vergleich gegen Tabellen Ersten und Letzten gewonnen!
    Und jetzt lebt damit 🙂

  2. Mit Marco Russ wär das nicht passiert.!!!

    Ein Spiel das die ganze Runde spiegelte .Etwas Licht aber auch viel Schatten. Hütter hat nun die Vorrunde Zeit um zu zeigen warum die Eintracht mit ihm verlängern soll.Ein Stillstand spricht nicht für weitere Jahre. Man darf auch nicht vergessen das er im 1 Jahr noch von der Arbeit Nico Kovac profitierte.

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