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Nathaniel "Nene" Brown will mit der DFB-Elf Eindruck hinterlassen. Foto: IMAGO / Schüler

„Es ist etwas ganz Besonderes“: Nathaniel Brown lebt seinen WM-Traum

Eintracht-Linksverteidiger Nathaniel Brown dürfte derzeit so etwas wie seinen größten Traum leben. Der 22-Jährige ist der einzige Eintracht-Akteur, der mit der deutschen Nationalmannschaft zur WM in die USA, Kanada und Mexiko reist. Entsprechend groß sind Vorfreude und Emotionen beim Frankfurter Shootingstar. „Ich kann es ehrlich gesagt nicht beschreiben“, sagte Brown am Donnerstag in einer Medienrunde über seine Gefühle nach der Nominierung. „Es ist so eine Freude in mir. Es ist echt etwas Besonderes. Ich will jetzt einfach alles aufsaugen und alles mitnehmen.“ Er freue sich nicht nur auf die Spiele selbst, sondern auf das gesamte Erlebnis. „Einfach auf die Reise mit dem Team. Die Erinnerungen, die wir dann schaffen. Auf die ersten Spiele natürlich und drumherum einfach auf alles“, erklärte er.

Den Moment seiner Nominierung, zwei Tage vor der offiziellen Bekanntgabe klingelte sein Telefon, sei ebenso etwas Besonderes gewesen: „Da war ich im Auto und auf dem Weg zu meiner Familie und da hat Julian Nagelsmann angerufen. Da habe ich mich natürlich extrem gefreut. Er hat mir gesagt, dass ich dabei bin und wir haben kurz gequatscht. Es war einfach ein sehr, sehr schöner Moment.“

Dass Brown mittlerweile zum Kreis der Nationalmannschaft gehört, ist alles andere als selbstverständlich. Schließlich schaffte der gebürtige Amberger innerhalb kürzester Zeit den Sprung von der Zweiten Liga zur SGE und dort auf die ganz große Bühne. Auch das Interesse europäischer Spitzenvereine soll mittlerweile groß sein. Immer wieder wird sein Name unter anderem mit Topklubs wie Real Madrid oder dem FC Bayern München in Verbindung gebracht. Doch Brown bleibt bodenständig. „Es ging jetzt alles sehr, sehr schnell für mich“, sagte er. „Ich glaube, ich muss einfach ruhig bleiben. Ich selbst bleiben, mich nicht verändern.“ Dabei helfe ihm vor allem sein engstes Umfeld. „Da hilft meine Familie sehr, sehr viel, dass ich einfach ich bleibe. Ich bin jetzt hier. Ich fokussiere mich jetzt voll auf Deutschland und der Rest ist mir eigentlich relativ egal.“

In der Nationalmannschaft fühle er sich wohl – auch wegen des Zusammenhalts innerhalb des Teams. „Ich verstehe mich mit jedem gut“, erklärte der Frankfurter. „Mit den Jüngeren redet man natürlich ein bisschen mehr. Aber auch die Älteren sind super angenehm. Die haben mich sehr, sehr gut aufgenommen, schon die letzten Male.“ Für den Linksverteidiger ist dabei vor allem die Atmosphäre innerhalb der Mannschaft bemerkenswert: „Ich glaube, da kann etwas Großes entstehen.“ Auf die Frage, welcher Führungsspieler ihn besonders unter die Fittiche genommen habe, wollte Brown keinen einzelnen Namen hervorheben. „Da gibt es eigentlich nicht einen Einzelnen. Es sind wirklich alle“, betonte er. „Ich habe direkt das Gefühl gehabt, auch als ich das erste Mal dabei war, dass ich von jedem echt akzeptiert werde.“ Vor der Reise in die USA steht zunächst noch das Testspiel gegen Finnland in Mainz auf dem Programm. Dort wird Brown noch einmal Unterstützung von seinen Liebsten erhalten. „Meine Freunde, Familie werden auf jeden Fall da sein“, verriet er. „Nach dem Spiel werde ich auf jeden Fall mit meinen Freunden und der Familie reden und mich nochmal verabschieden. Und dann geht es los nach Amerika.“

Mit der Nationalmannschaft hat sich Brown für das Turnier klare Ziele gesetzt. Persönliche Ambitionen stellt er dabei bewusst hinten an: „Ich will einfach so weit kommen, wie es geht. Wir wollen guten Fußball spielen, wollen die Fans mitnehmen, dass sie gerne einschalten, gerne Deutschland sehen. Es soll einfach Spaß machen.“

Grinsen musste er beim Fakt, dass er nun mit Spielern zusammen auf dem Platz steht, die er als Kind vor dem Fernseher bewundert hat. Vor allem das erste Treffen mit Torwart Manuel Neuer, der für die WM sein Comeback gibt, hinterließ Eindruck. „Es ist natürlich sehr, sehr cool, dass ich dann Leute wie Manuel Neuer und Joshua Kimmich kennenlerne“, sagte Brown. „Ich habe Manu auch gestern das erste Mal kennengelernt. Es war schon etwas Besonderes ihn dann zu sehen.“ Die Erinnerungen an die WM 2014 sind noch immer präsent. „Ich habe ihn natürlich 2014 gesehen, als er die WM gewonnen hat und jetzt spiele ich mit ihm. Ja, es ist einfach ein extrem schöner Moment.“

Abseits des Rasens entdeckt Brown aktuell ein neues Hobby für sich. Während viele Profis ihre freie Zeit mit Gaming verbringen, hat der Frankfurter eine andere Leidenschaft gefunden. „Ich habe jetzt mit Padel angefangen, da glaube ich bin ich nicht schlecht“, sagte er mit einem Lächeln. „Und ja, es gibt hier auch einen Padel-Court. Ich glaube, da muss ich dem einen oder anderen mal zeigen, wie es geht.“

Die gute Laune ist Nathaniel Brown aktuell ohnehin anzumerken. Kein Wunder: Für den Frankfurter Eigengewächs-Traum auf internationaler Bühne beginnt gerade das vielleicht größte Abenteuer seiner bisherigen Karriere.

6 Kommentare

Fallback Avatar 1. njol 29. Mai 26, 14:07 Uhr

Aufgeräumter junger Mann. Ein echtes Juwel.

Wünsche dir persönlich viel Erfolg Nene!

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Fallback Avatar 2. Reebok 29. Mai 26, 14:14 Uhr

Von seiner Spielanlage hat er aus meiner Sicht gewaltiges Potential, trotz seiner aktuell schon guten Fähigkeiten geht da noch mehr. Und er ist erst 22! Wenn er klar im Kopf und gesund bleibt, kann er auch prägend für die Nationalelf werden.
Dass er dabei ist, war für mich eigentlich klar, er ist der einzige, der ein "inverser" LV ist, d.h. der auch im Ballbesitz in die Zentrale rücken kann. Außen kann er auch, ebenso aus einer Fünferkette. Nur als LIV ist er wahrscheinlich nicht so geeignet, aber das deckt sowohl die Eintracht als auch die Nationalmannschaft über andere Spieler ab.

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Fallback Avatar Der User hat SGE4EVER.de mit mind. 25 € finanziell unterstützt, als es um den großen Relaunch 2024 ging. 3. eldelabeha 29. Mai 26, 15:01 Uhr

Ja, Brown ist schon verdammt weit und trotzdem sieht man, dass er noch ganz viel Potenzial in sich schlummern hat. Kein Wunder, dass sowohl Nagelsmann als auch Riera schon gesagt haben, er wisse gar nicht wie gut er ist.

Er ist bereits ein kompletter LV, bringt Tempo, Ballbehauptung, Zweikampfstärke mit und zeigt auch immer wieder seine Torgefahr.

Was ihm noch fehlt, ist der Zug, die Überzeugung in seinen Aktionen. Mit seinen Fähigkeiten, könnte er aus der Mitte viel stärker anschieben und selbst im Positionsspiel nach vorne stoßen.

Er erinnert mich von seinen Anlagen ziemlich an Kimmich und kann sich bei der WM sicherlich etwas von diesem abgucken.

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Fallback Avatar 4. culo blanco 29. Mai 26, 16:25 Uhr

Naja, das Potenzial ist unbestritten aber komplett ist er natürlich noch nicht. Er hat herausragende Spiele gemacht und einigen Stars gezeigt, dass man an ihm nicht so einfach vorbei kann (Wirtz, Yamal, Olise), das können schon wenige von sich behaupten. Allerdings ist er auch wie ja die komplette Mannschaft zu oft abgetaucht oder hat sich mit runterziehen lassen. Außerdem haben wir 80 Gegentore bekommen, da hat die ganze Abwehr ihre Aktien dran. Bei ihm auf jeden Fall, dass er zu oft zu weit weg stand bei Flanken. Positiv ist, dass das etwas ist, was er abstellen kann, nichts was ihm per se fehlt. Von diesen Voraussetzungen wie Schnelligkeit, Ballbehauptung, Zweikampfstärke, sauberes Passspiel, Abschluss hat er ja alles, deswegen steht ihm die Zukunft offen.

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Fallback Avatar 5. Zchadadse 29. Mai 26, 17:49 Uhr

Bodenständiger Typ, jedes Wort nehme ich ihm ab. Bei der WM wird er noch ganz andere Eindrücke und auch Impulse bekommen, die ihm helfen werden. Ich hoffe, dass er noch ein Jahr hier bleibt.

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Fallback Avatar 6. Zchadadse 29. Mai 26, 17:49 Uhr

Oder 8! :-D

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