Es waren nur wenige Minuten, die Niko Ilicevic am Sonntagabend gegen den Hamburger SV auf dem Platz stand. Doch diese kurze Zeit reichte aus, um Bundesliga-Geschichte zu schreiben. Mit seiner Einwechslung in der Nachspielzeit beim 3:1-Erfolg der Eintracht wurde der 16-Jährige zum jüngsten Spieler, der jemals in der höchsten deutschen Spielklasse zum Einsatz kam. Und wer genau hingeschaut hat, konnte bereits erahnen, warum das Frankfurter Eigengewächs bei den Verantwortlichen so hoch im Kurs steht.
Denn der Debütant brauchte keine lange Anlaufzeit. Gleich mit seinem ersten Ballkontakt ließ er drei Hamburger Gegenspieler stehen und sorgte mit einem anschließenden Abschluss für ein erstes Ausrufezeichen. Natürlich war die Einsatzzeit zu kurz, um daraus weitreichende Schlüsse zu ziehen. Dennoch war es ein bemerkenswerter Einstand, der zeigte, dass der Youngster auch auf der großen Bundesliga-Bühne nicht vor mutigen Aktionen zurückschreckt.
Ein besonderer Moment für Eintracht und Ilicevic
Auch Adi Hütter war nach der Partie die Freude über den historischen Moment anzumerken. „Es ist etwas Besonderes, dass du den 34-jährigen Weltmeister Mario Götze und den 16-jährigen Niko Ilicevic einwechseln kannst. Wir haben heute Geschichte geschrieben bei der Eintracht“, erklärte der Cheftrainer in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Gleichzeitig wollte er den Rekord nicht isoliert betrachten, sondern in einen größeren Zusammenhang stellen. „Es ist der Weg der Eintracht, dass wir eine Durchlässigkeit haben. Elias Baum und Jeremiaha Maluze sind den Weg auch gegangen. Davon können alle profitieren.“
Für Hütter ist der Junge damit auch ein Beispiel für die Nachwuchsarbeit des Vereins. Junge Spieler sollen erkennen, dass der Sprung zu den Profis mit Talent und harter Arbeit möglich ist. „Für den Nachwuchs ist es wichtig, dass die Jungs sehen, dass mit Talent und harter Arbeit die Chance da ist, sich für die erste Mannschaft zu zeigen. Das freut mich für den Klub und das wird der Weg der Zukunft sein“, so der Trainer.
Geboren in einer ganz anderen Eintracht-Zeit
Wie groß die zeitliche Dimension dieses Debüts ist, zeigt ein Blick zurück auf den Tag seiner Geburt. Als Ilicevic am 31. Oktober 2010 das Licht der Welt erblickte, spielte die Eintracht noch unter Trainer Michael Skibbe. Am Tag zuvor hatten die Hessen mit 3:1 bei St. Pauli gewonnen und standen nach zehn Spieltagen mit 16 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Im damaligen Kader fanden sich Namen wie Oka Nikolov, Patrick Ochs, Maik Franz, Marco Russ, Pirmin Schwegler, Sebastian Rode, Alexander Meier und Theofanis Gekas. Spieler, die bei vielen Eintracht-Fans bis heute Erinnerungen wecken. Am Ende stand dennoch der letzte Bundesliga-Abstieg der Vereinshistorie zu Buche.
Damals war er gerade einmal einen Tag alt, heute steht er selbst auf dem Bundesliga-Rasen und teilt sich einen besonderen Rekord mit Youssoufa Moukoko. Auch der ehemalige Dortmunder hatte bei seinem Debüt am 21. November 2020 ein Alter von 16 Jahren und einem Tag. Damit stehen nun zwei Spieler gemeinsam an der Spitze der jüngsten Bundesliga-Debütanten.
Eintracht will das Talent behutsam entwickeln
Bei aller berechtigten Begeisterung machte Hütter allerdings deutlich, dass der Rekord nicht zum Maßstab für die weitere Entwicklung werden darf. „Er hat in diesen sechs bis sieben Minuten weit mehr gezeigt, als man erwarten kann. Das war schon außergewöhnlich. Mich hat es aber nicht gewundert, weil er es im Training genauso macht“, sagte der Trainer über den Auftritt des Youngsters.
Gleichzeitig kündigte er an, ihn nicht mit zu hohen Erwartungen zu belasten. „Wir werden behutsam mit ihm umgehen. Es geht jetzt nicht nur um ihn und ‚Wunderkind‘. Wir sind im Klub gefordert und ich als Cheftrainer, dass wir mit dem Jungen so umgehen, dass er eine gute und richtige Entwicklung macht.“ Dazu gehört auch, dass der 16-Jährige weiterhin Spielpraxis sammeln soll. „Er wird ab und zu auch in der U21 spielen. Es wird ihm nichts helfen, wenn er immer mal nur ein paar Minuten bekommt. Er wird auch Spiele brauchen. Jetzt hat er die Möglichkeit, dass er auch in der U21 spielen kann. Das wird dann auch passieren.“







2 Kommentare
richtig so nur nicht übertreiben da macht man mehr falsch als richtig
ich finde den jungen richtig geil aber er soll es hier auch noch längere zeit zeigen
gibt zu viele beispiele wie man es nicht macht.
immer mal ranführen und ihn fusball spielen lassen nicht nur bei der 1 sondern auch im nachwuchs.
nur die SGE
Wie oft haben es Spieler, die es können, nicht ganz bis nach oben oder auch gar nicht "nur" in die Bundesliga geschafft? Seeeeehr oft. Die Medien werden ihn nun auf den Thron heben und hypen - und dann auch schnell wieder runter holen. Tiefs und Verletzungen werden kommen.
Aber das Leuchten in den Augen nach dem Spiel im Interview und auch die Leistung war schon geil. Mehr positive offensive Aktionen in 7 Minuten als 20Mio-Mann Doan im ganzen Spiel. Das ist schon was! Jetzt bitte weiter hart arbeiten!
Für Arrhov bleibt jetzt nur die Leihe, oder?
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