Ein Geburtstag, ein Heimspiel gegen den Hamburger SV und möglicherweise der Beginn einer außergewöhnlichen Profikarriere: Für Niko Ilicevic könnten die kommenden Tage zu einem ganz besonderen Abschnitt werden. Das Nachwuchstalent der Eintracht erreicht an diesem Samstag das Mindestalter von 16 Jahren für einen Einsatz in der Bundesliga. Sollte Trainer Adi Hütter den Offensivspieler am Sonntag gegen den HSV tatsächlich einwechseln, wäre das nicht nur ein persönlicher Meilenstein, denn das Talent könnte sich auch in die Geschichtsbücher der Bundesliga eintragen.
Mehrere Jahrgänge am Riederwald übersprungen
Der Hype um den Youngster kommt dabei nicht von ungefähr. Schon seit Jahren sorgt der Linksfuß am Riederwald für Aufsehen. Er übersprang mehrere Altersklassen, überzeugte gegen deutlich ältere Gegenspieler und durfte bereits seit Monaten mit den Profis trainieren. 2018 wechselte er im Alter von sieben Jahren vom VfR Goldbach in das Nachwuchsleistungszentrum der Eintracht. Was folgte, war eine bemerkenswert rasante Entwicklung. Bereits mit 13 Jahren debütierte er in der U17, ein Jahr später lief er erstmals für die U19 auf. Damit bewegte er sich schon früh in Altersklassen, in denen viele andere Nachwuchsspieler erst einige Jahre später aufkreuzen. In 45 Einsätzen für die U17 und U19 der SGE traf er insgesamt 15-mal und gab zehn Assists. Neben der deutschen Staatsangehörigkeit besitzt er auch die kroatische Staatsbürgerschaft und absolvierte bislang Einsätze für die deutsche U15 und U16. Zuletzt gehörte er zum Kreis der U16-Nationalmannschaft.
Was zeichnet ihn auf dem Platz aus?
Er ist ein offensiver Mittelfeldspieler, der vor allem durch seine Kreativität und seine technische Qualität auffällt. Er ist Linksfuß, kann zentral hinter der Spitze eingesetzt werden und fühlt sich auch auf dem rechten Flügel wohl. Dort kann er mit seinem starken linken Fuß nach innen ziehen und selbst den Abschluss suchen oder seine Mitspieler in Szene setzen. Ein bisschen „Arjen-Robben“-Style. Besonders bemerkenswert ist, dass er nicht nur durch einzelne technische Aktionen auffällt. Auch die Intensität, mit der er im Training der Profis agiert, soll bereits Eindruck hinterlassen haben.
„In dem Alter diesen Spielwitz zu haben und die Intensität mitgehen zu können, das ist schon sehr gut. Man darf das Alter nicht vergessen. Wo war ich mit 15?“, erklärte Mario Götze. Auch der ehemalige Sportvorstand Markus Krösche zeigte sich beeindruckt: „Wenn ich Niko hier so sehe, das ist schon außergewöhnlich.“
Eintracht setzt sich (noch) gegen Konkurrenz aus Europa durch
Die Entwicklung des Neffen von Ivo Ilicevic, der damals interessanterweise beim Hamburger SV seine größten Karrieremomente sammelte, ist auch außerhalb Frankfurts nicht unbemerkt geblieben. Mehrere internationale Topklubs sollen sich mit dem Offensivspieler beschäftigt haben. Medienberichten zufolge gehörten dazu unter anderem Real Madrid, der FC Barcelona, Manchester City sowie die beiden Mailänder Vereine AC und Inter. Auch der FC Chelsea wurde im Zusammenhang mit dem Interesse an dem Talent genannt.
Anfang Juli 2026 verkündete der Verein aber eine Vertragsverlängerung. Sportdirektor Timmo Hardung erklärte bei der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung auf „eintracht.de“: „Niko hat schon in jungen Jahren gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt. In der vergangenen Saison hat er in der A-Jugend den nächsten Schritt gemacht und sich auch auf hohem internationalen Nachwuchsniveau gegen ältere Gegenspieler behauptet.“
Ein möglicher Eintrag in die Bundesliga-Geschichtsbücher
Seit 2020 dürfen Spieler bereits ab dem 16. Geburtstag in der Bundesliga eingesetzt werden. Sollte Hütter ihn am Sonntag gegen den HSV bringen, könnte der Frankfurter damit einen besonderen Altersrekord einstellen beziehungsweise gleichziehen. Youssoufa Moukoko war bei seinem Bundesliga-Debüt für Borussia Dortmund im November 2020 ebenfalls 16 Jahre und einen Tag alt. Ob Adi Hütter den Youngster tatsächlich in den Kader beruft oder ihm sogar erste Minuten ermöglicht, bleibt abzuwarten. Eine Startelfnominierung ist angesichts seines Alters und der fehlenden Pflichtspielerfahrung im Männerbereich sicherlich nicht zu erwarten. Eine Einwechslung im passenden Spielmoment ist jedoch eine Möglichkeit und würde zeigen, dass er wieder vieles schneller erreicht als Gleichaltrige. Unter der Woche hat er bereits seine feste Rückenummer 23 erhalten. Ein Fingerzeig, dass sein Debüt naht.






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