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Adi Hütter sieht die Eintracht auf dem richtigen Weg. Foto: IMAGO / Oliver Ruhnke

Hütter über seine Eintracht-Rückkehr: „Ich habe es keinen Tag bereut“

Vier Monate ist Adi Hütter inzwischen wieder Trainer von Eintracht Frankfurt. Sportlich läuft es mit aktuell Tabellenplatz 15 noch nicht nach Wunsch, dennoch sieht der 56-Jährige seine Mannschaft auf einem guten Weg. In einem Interview mit der „Bild“ sprach der Österreicher über seine Rückkehr, die Entwicklung einzelner Spieler, den öffentlichen Druck auf Trainer und die Perspektive von Nachwuchstalent Niko Ilicevic.

Hütter mit seiner Rückkehr zufrieden

Seine persönliche Zwischenbilanz fällt für Hütter ausgesprochen positiv aus. Auf die Frage nach einer Schulnote für seinen bisherigen Start bei der Eintracht vergab er sich selbst eine Eins. Die Rückkehr nach Frankfurt sei für ihn die richtige Entscheidung gewesen, die er „keinen Tag bereut“ habe. Sportlich gebe es allerdings noch einiges zu verbessern. Der aktuelle Tabellenplatz sei nicht zufriedenstellend und auch die bisherige Punkteausbeute entspreche nicht den eigenen Vorstellungen. Dennoch wolle er sich momentan weniger an der Tabelle orientieren, sondern vor allem die Entwicklung der Mannschaft betrachten. Diese gehe seiner Ansicht nach in die richtige Richtung. Nun müssten allerdings auch die entsprechenden Ergebnisse folgen.

Ein Thema, das Hütter dabei besonders beschäftigt, ist die Einstellung gegen den Ball. Axel Hellmann hatte zuletzt von einem veränderten „Fighting Modus“ der Mannschaft gesprochen. Der Trainer erklärte dazu, dass sein Team über viele gute Fußballer verfüge, die jedoch verinnerlichen müssten, auch ohne Ball zu arbeiten. „Sie müssen lernen und verinnerlichen, dass sie, wenn sie den Ball nicht haben, auch kämpfen und laufen müssen“, betonte Hütter. Das sei ein Prozess, den man nicht von heute auf morgen durchlaufe. Dabei verwies er auch auf seine eigene Spielerkarriere: Als Techniker habe er zunächst ebenfalls lernen müssen, konsequenter gegen den Ball zu arbeiten. Diese Entwicklung habe ihn letztlich zu einem besseren Spieler gemacht.

Lob für Uzun und Koch nach öffentlicher Kritik

Auch Can Uzun war zuletzt Gegenstand öffentlicher Kritik durch seinen Trainer. Hütter stellte im Interview jedoch klar, dass es ihm nicht darum gehe, jeden Offensivspieler zu einem Pressing-Spezialisten zu machen. Vielmehr erwarte er, dass sich alle an den gemeinsamen Plan gegen den Ball halten. Als positives Beispiel führte er das Pokalspiel beim Hamburger SV an. Dort sei Uzun mit zahlreichen guten Aktionen ein wichtiger Aktivposten gewesen. „So stelle ich mir das vor“, erklärte Hütter. Der Trainer sei zuversichtlich, dass der 20-Jährige seine Anforderungen verstanden habe. Schließlich verfüge der Türke über die Qualität, eines Tages bei einem internationalen Topverein zu spielen. Dafür müsse er allerdings auch die nötige Arbeit gegen den Ball verinnerlichen.

Ähnlich deutlich war Hütter zuletzt bei Kapitän Robin Koch vorgegangen. Nach der 0:6-Niederlage in Leipzig hatte er den Innenverteidiger zur Halbzeit ausgewechselt und anschließend öffentlich kritisiert. Ob er diese Entscheidung erneut treffen würde? „Ja“, antwortete der Österreicher unmissverständlich. Gleichzeitig habe er Koch unmittelbar nach der Partie versichert, dass dieser weiterhin Kapitän bleibe und am folgenden Wochenende wieder spielen werde. Besonders gefreut habe ihn die Reaktion des Verteidigers. Koch habe die Kritik angenommen, zuletzt wieder eine stabilere Leistung gezeigt und könne dadurch nun auch seine Mitspieler motivieren.

Hütter über Trainer-Druck und Kompany-Zwischenfall

Im Gespräch mit der Boulevardzeitung ging es außerdem um den hohen Druck, dem Fußballtrainer ausgesetzt sind. Anlass war unter anderem der gesundheitliche Zwischenfall von Vincent Kompany. Der Bayern-Coach war am 23. Oktober auf dem Trainingsgelände des deutschen Rekordmeisters zusammengebrochen und musste anschließend im Krankenhaus behandelt werden. Wenige Tage später konnte er die Klinik wieder verlassen. Als Ursache wurde von Bayerns Sportvorstand Max Eberl eine Hirnhautreizung genannt. Kompany soll sich nun zu Hause erholen.

Hütter wollte sich nicht zu den konkreten Umständen des Vorfalls äußern, kritisierte jedoch den Umgang mit Trainern im Profifußball. Die öffentliche und mediale Kritik sei häufig „übertrieben hart und voreilig“. Zudem fehle Vereinen oftmals die Geduld, um eine sportliche Entwicklung voranzutreiben. Gerade bei Traditionsvereinen sei die Erwartungshaltung besonders hoch. Gleichzeitig müsse der Trainer bei ausbleibendem Erfolg meist als Erster seinen Platz räumen. „Man ist nicht nach drei Siegen ein hervorragender Trainer und nach drei Niederlagen plötzlich ein schlechter“, stellte Hütter klar. Kritik sei zwar ein wichtiger Bestandteil der medialen Berichterstattung, dürfe seiner Meinung nach aber nicht unter die Gürtellinie gehen.

Der Eintracht-Coach erklärte außerdem, dass er längst nicht alles lese, was über ihn geschrieben werde. Er wolle sich nicht von äußeren Einflüssen leiten lassen und dadurch möglicherweise an sich zweifeln oder falsche Entscheidungen treffen. Auch der gesundheitliche Vorfall bei Kompany habe ihn bislang nicht dazu veranlasst, seinen eigenen Tagesablauf grundsätzlich zu verändern. Er sei mit seiner Routine zufrieden, achte auf seine Ernährung und versuche, die richtige Balance zu finden. Inzwischen wisse er, wie sich schwierige Phasen anfühlten, wolle sich davon aber ebenso wenig aus der Ruhe bringen lassen wie von sportlichen Erfolgen.

Hütter will Ilicevic behutsam aufbauen

Besonders angetan zeigte sich Hütter von Nachwuchsspieler Niko Ilicevic. Das Talent, das gestern seinen 16. Geburtstag feierte, sorgt bei der Eintracht derzeit für Aufmerksamkeit und wird bereits mit großen Erwartungen begleitet. Bereits heute in der Partie gegen den Hamburger SV könnte der Mittelfeldspieler zu seinem Bundesliga-Debüt kommen. Der Trainer bestätigte dessen außergewöhnliche Fähigkeiten und erklärte, bislang noch keinen Spieler gesehen zu haben, der in diesem Alter bereits so viele Dinge beherrsche. Gleichzeitig mahnte er zur Geduld. „Mir ist wichtig, behutsam mit ihm umzugehen“, betonte Hütter. Er wolle den Youngster bestmöglich unterstützen und besonders darauf achten, ihn nicht zu früh mit zu großen Erwartungen zu belasten. Mit einem Augenzwinkern erinnerte er daran, dass der 16-Jährige teilweise noch „den Schulbeutel auf dem Rücken“ habe.

Auch mit den gestandenen Spielern im Frankfurter Kader zeigte sich Hütter zufrieden. Dass zuletzt mit Jonathan Burkardt, Younes Ebnoutalib und Noah Atubolu gleich drei Eintracht-Spieler zum Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft gehörten, wertete er positiv. Der Verein verfüge inzwischen über ein „fantastisches Portfolio an deutschen Spielern“. Besonders die Leistungen des Sturmduos Burkardt und Ebnoutalib, die zusammen in dieser Saison bereits zwanzig Scorerpunkte gesammelt haben, beeindruckten ihn. Nach der Vorbereitung hätte er selbst nicht mit einer solchen Ausbeute gerechnet. Beide seien „echte Knipser, echte Goalgetter“. Mit Blick auf deutsche Nationalspieler bezeichnete Hütter die beiden aktuell sogar als das beste Sturmduo der Bundesliga.

Ein Kommentar

Fallback Avatar 1. sgemarc 01. November 26, 11:24 Uhr

Ich denke ein Sieg heute und wir sind alle fein mit dem was er sagt :-) auf gehts!

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