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Markus Krösche war knapp zwei Jahre lang für RB Leipzig als Sportdirektor tätig. Foto: IMAGO / Sven Simon

Duell am Samstag: Diese Trainer und Funktionäre arbeiteten für RB Leipzig und die SGE

Nach der langen Länderspielpause steht dieses Wochenende für Eintracht Frankfurt wieder der reguläre Ligabetrieb auf dem Programm. Am Samstag (18:30 Uhr) treten die Hessen auswärts gegen RB Leipzig an. Somit werden sich zwei Vereine duellieren, deren Struktur und Historie erheblich voneinander abweichen. Auf der einen Seite das 2009 von Red Bull ins Leben gerufene Marketingkonstrukt, auf der anderen Seite der 1899 gegründete Traditionsverein. Nachdem wir von SGE4EVER.de gestern bereits mehrere Spieler, die für beide Vereine aktiv waren, näher beleuchtet haben, werfen wir heute einen Blick auf vier Funktionäre und Trainer, die bereits in Leipzig und Frankfurt gearbeitet haben.

Sportvorstand mit RB-Vergangenheit

Rund zwei Jahre lang war Markus Krösche als Sportdirektor bei RB Leipzig tätig. Im Sommer 2019 wechselte der heute 46-Jährige als Sportdirektor zu den Sachsen. Zuvor hatte er in der Rolle des Geschäftsführers Sport mit dem SC Paderborn  den Durchmarsch von der 3. Liga bis in die Bundesliga geschafft. Krösche und Leipzig standen am Ende ihrer ersten gemeinsamen Saison in der Bundesliga auf dem dritten Tabellenplatz. In der Champions League kam das Marketingkonstrukt sogar bis ins Halbfinale. Nach der Corona-Pause wurden dabei die K.o.-Duelle ab dem Viertelfinale ohne Rückspiel und ohne Zuschauer ausgetragen.

Im Jahr darauf konnten die Sachsen ihre letzte Bundesligasaison toppen und standen am Ende auf dem zweiten Tabellenplatz. Bereits im Achtelfinale schied Leipzig dafür aber gegen Liverpool in der Champions League aus. Dafür kam RB im DFB-Pokal bis ins Finale, verlor dort aber deutlich mit 1:4 gegen Borussia Dortmund. Trotz der insgesamt solide verlaufenden Saison entschied man sich in Leipzig bereits im April dazu, den Vertrag mit Krösche aufzulösen.

Nachdem der damalige Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic die SGE 2021 in Richtung Hertha BSC verließ, bemühten sich die Hessen erfolgreich darum, den Ex-Leipziger als Nachfolger für diese Position zu verpflichten. In der Liga verlief die erste Saison unter Krösche als Sportvorstand mit Tabellenplatz elf eher unter den Erwartungen. Dafür wurde auf europäischer Ebene Historisches erreicht: Mit dem Europa-League-Titel holte die Eintracht ihren wohl größten Vereinserfolg seit dem Gewinn des UEFA Cups 1980 und qualifizierte sich damit auch für die Champions League. In dieser kamen die Adlerträger in der Folgesaison ins Achtelfinale, wo gegen den SSC Neapel Schluss war. In der Liga endete Frankfurt auf dem siebten Tabellenplatz.

Es folgten weitere Spielzeiten, in denen sich die SGE stets für den internationalen Wettbewerb qualifizierte. Erst die vergangene Saison stellte während Krösches Amtszeit eine Ausnahme dar. Nachdem sich die Frankfurter 2024/25 mit dem dritten Tabellenplatz zum ersten Mal über die Liga die Champions League erreichten, verabschiedeten sie sich im Jahr darauf mit nur vier Punkten bereits nach der Ligaphase aus der Königsklasse. Auch in der Bundesliga lief es nicht so richtig. Im Januar reagierte Krösche und entließ Trainer Dino Toppmöller aus seinem Amt. Mit der Verpflichtung des in Deutschland unerfahrenen Nachfolgers Albert Riera traf der Sportvorstand anschließend eine mutige Entscheidung, die sich nicht auszahlen sollte. Am Ende der Saison verpasste die Eintracht als Achtplatzierter knapp den Einzug ins europäische Geschäft.

Zur neuen Spielzeit hat Krösche den Eintracht-Kader stark verkleinert. Mit dem neuen Cheftrainer Adi Hütter setzte er diesmal auf einen Coach, der den Verein bereits gut kennt. Der Saisonstart lief mit fünf Punkten aus vier Spielen noch nicht ganz rund, zeigte in Teilen aber vielversprechende Ansätze. Aktuell hat Krösche noch bis Juni 2028 einen Vertrag bei der Eintracht.

Timmo Hardung hat gemeinsam mit Krösche sowohl bei RB Leipzig als auch bei Eintracht Frankfurt zusammengearbeitet. 2019 stieß der 36-Jährige als Leiter des Lizenzbereichs zu den Sachsen. Im Sommer 2021 wechselte er dann ebenfalls nach Frankfurt, wo er zunächst dieselbe Rolle ausfüllte. Seit der Saison 2023/24 arbeitet Hardung als Sportdirektor bei der SGE. Sein Vertrag läuft noch so lange wie der von Krösche.

Vom Co-Trainer in Leipzig zum Cheftrainer in Frankfurt

Vor seiner Amtszeit bei Eintracht Frankfurt arbeitete Toppmöller während der Saison 2020/21 ein Jahr lang bei RB Leipzig als Co-Trainer unter dem damaligen RB-Chefcoach Julian Nagelsmann. Zur gleichen Zeit waren auch Krösche und Hardung noch beim Marketingkonstrukt angestellt. Nachdem Nagelsmann für die Spielzeit 2021/22 von Bayern München verpflichtet wurde, folgte Toppmöller ihm zum Rekordmeister und blieb dort, bis der Ex-Bundestrainer im März 2023 beim FCB entlassen wurde.

Zur Saison 2023/24 trat Toppmöller das Erbe von Oliver Glasner in Frankfurt an, wo er als Spieler 2003 Teil der Aufstiegsmannschaft war. In seiner ersten Spielzeit als Eintracht-Trainer erreichte der 45-Jährige in der Liga den sechsten Tabellenplatz. In der Conference League schied die SGE aber unerwartet früh in der Zwischenrunde gegen den belgischen Vertreter Union Saint-Gilloise aus.

Die zweite Spielzeit unter Toppmöller endete mit einem großen Erfolg für die Hessen. Dank eines 3:1-Auswärtssiegs gegen den SC Freiburg am letzten Spieltag  behauptete die Eintracht den dritten Tabellenplatz. Damit erreichte sie zum ersten Mal in ihrer Vereinsgeschichte die Champions League über die Ligaplatzierung.  Auch auf europäischer Bühne lief es etwas besser als im Vorjahr. Im Viertelfinale der Europa League scheiterte die SGE knapp an Tottenham Hotspur.

Es bestanden rund um den Verein also wenige Zweifel, den gemeinsamen Weg in der Saison 2025/26 fortzuführen, und so ging Toppmöller in seine dritte Spielzeit als Eintracht-Trainer. Zum Jahreswechsel dieser standen die Hessen in der Bundesliga auf dem siebten Tabellenplatz. In der Champions-League-Ligaphase, in der es teils hohe Niederlagen setzte, besaßen die Adlerträger nur noch geringe Chancen aufs Weiterkommen. Besonders auffällig im Vergleich zur Vorsaison war die bemerkenswert anfällige Defensive. Nachdem das Team von Toppmöller in den ersten drei Partien des Jahres 2026 neun Gegentore kassierte, sah sich die Eintracht gezwungen, ihren Trainer freizustellen.

Ex-Adler auf RB-Trainerbank

Seit der aktuellen Spielzeit ist Martin Demichelis Chefcoach bei RB Leipzig. Einer seiner Co-Trainer, Stefan Buck, war in derselben Position auch schon bei der Eintracht aktiv. Ab Juli 2023 war er bis zur Entlassung Anfang dieses Jahres Teil von Toppmöllers Trainerteam. Nun hat Buck in Leipzig eine neue Aufgabe gefunden. Mit Demichelis hat er zuvor bereits im Trainerteam der U19 und der Zweitvertretung  von Bayern München gearbeitet. Der Saisonstart in Leipzig liegt mit sechs Punkten aus vier Spielen und einer Auftaktniederlage in der Champions League unter den Erwartungen von RB. Diesen Samstag trifft Buck dann zum ersten Mal seit der Trennung auf seinen Ex-Verein.

 

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Ein Kommentar

Avatar 1. braumerganedruebberedde 08. Oktober 26, 18:27 Uhr

Spieler, Funktionäre..viele tolle Verbindungen der zwei 'Vereine'.
Als Nächstes wünsche ich mir nen Artikel, was die beiden Clubs voneinander unterscheidet ;)
Derzeit wird national aufgrund der Entscheidung des BVerfG viel über Wolfsburg und Leverkusen in Bezug auf 50+1 geschrieben. Währenddessen wird RBL dabei mit Samthandschuhen angefasst.
Geht man rein nach Mitgliedern, dann stehen da 70.000 bei Bayer 04, die ich jetzt nicht größer und toller reden will, als sie sind. Doch ich kann mich erinnern, dass die echt viel in Leichtathletik steckten und da viele gute deutsche Sportler herkamen. Bei diesem Club erkenn ich noch am Ehesten einen Mehrwert für die Gesellschaft.
Beim VfL Wolfsburg hat man 22.000 Mitglieder. Die GmbH, der Club, ist eine 100prozentige Tochtergesellschaft. Das muss man kritisieren, eindeutig. Wahrscheinlich isses bei Leverkusen ähnlich.
Doch bei RB Leipzig werden auch 99% der Anteile von der Red Bull GmbH gehalten. Der Club hat 1.100 Mitglieder, davon ~20 stimmberechtigt...sehr fragwürdig, wie das geht.

Ist der Konzern zu groß für die Bundesliga, um sich mit ihm anzulegen? Oder liegt es daran, dass es mit VW und Bayer zwei deutsche Konzerne sind? Da ist der Draht kurz und bei Red Bull isses ein ausländischer Konzern und da geht grad keiner ans Telefon?

Das ist tatsächlich das, was mich bei Leipzig am meisten interessiert.
Die Frage: 'Warum gibts die noch?'
Wäre cool, wenn man den Eintracht-Fan seriös (nicht so wie ich hier) aufklären könnte, warum wir nun seit roundabout 10-15 Jahren dazu gezwungen werden, gegen die zu spielen. Und warum so wirklich keiner (mehr) daran interessiert ist, dieses Konstrukt aufzulösen? Früher gabs noch Proteste. Inzwischen hat man sich anscheinend damit arrangiert, dass da ne Zecke ist, die man nicht wegbekommt. Eigentlich wird dieses Konstrukt doch vom gemeinen Fan noch mehr gehasst als VW und Bayer..oder lieg ich da falsch?
Sitzt von RB einer im Bundestag oder Bundesrat? Seltsames Ding, dieses RBL.

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