Eintrachtfans dürfen am Samstag nun doch, entgegen des Polizei-Plans, in die Darmstädter Innenstadt.
Eintrachtfans dürfen am Samstag nun doch, entgegen des Polizei-Plans, in die Darmstädter Innenstadt.

Das Darmstädter Verwaltungsgericht hat das am Dienstag verhängte Innenstadtverbot ab Freitagabend bis Sonntagfrüh für Eintracht-Fans heute gekippt. Die Richter gaben den Eilanträgen gegen die Sperrzone statt.
Wie zu erwarten war, wurden gegen die von der Stadt Darmstadt und den Darmstädter Sicherheitsbehörden verhängte Allgemeinverfügung offizielle Eilanträge beim Verwaltungsgericht gestellt. Zum einen habe die Rechtsanwaltschafts-Kanzlei Lankau heute gegen 10:30 Uhr einen Antrag eingereicht, der allen formalen Ansprüchen entsprach, teilte der Pressesprecher des Gerichts, Jürgen Gasper, bereits am Mittag dem „hr-sport“ mit. „Wir haben dafür eine relativ knappe Frist gesetzt“, so Gasper. Am frühen Nachmittag reichte zum anderen der „Eintracht Frankfurt Fanclubverband e.V.“ ebenfalls einen Eilantrag gegen die Allgemeinverfügung bei dem Gericht ein. „Wir betrachten dieses Betretungsverbot als einen wesentlichen Eingriff in unsere Grundrechte. Im Darmstadt und Umgebung sitzen einige EFCs, in Darmstadt wohnen viele Eintracht-Fans, die fast das komplette Wochenende an ihrem Lebensmittelpunkt erheblich eingeschränkt sein werden, eigentlich dürften sie gar nicht vor die Haustür. Das kann so nicht sein“, begründete der Verband auf seiner Facebookseite diese Entscheidung.

Jetzt können SGE-Anhänger sich also am Samstag vor, während und nach dem Spiel doch ganz normal in der Darmstädter Innenstadt bewegen und müssen keine Konsequenzen fürchten, weil sie ein Fanutensil an sich tragen. Die Darmstädter haben allerdings die Möglichkeit, Revision einzulegen und in der nächsten Instanz vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof in Kassel gegen den Beschluss vorzugehen. Bis dahin ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Bis am Abend war noch nicht bekannt, ob die Stadt Darmstadt von diesem Rechtsmittel Gebrauch machen wird. Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen, bleibt die Strafe der DFL bestehen. Ins Stadion kommen die Anhänger dennoch nicht.

Der Kapitän von Darmstadt 98, Aytac Sulu, bedauert, dass kein SGE-Anhang live im Stadion am Böllenfalltor dabei sein wird. „Als Fußballer willst du Stimmung im Stadion haben. Ich fände es besser mit gegnerischen Fans, die dich mal auspfeifen, die Schmähgesänge anstimmen, das motiviert“, sagte er heute im „kicker“. Dennoch geht er davon aus, dass das Spiel von seinem Derbycharakter leben wird: „In jedem Derby ist es normal, dass es auch mal zu einer Rudelbildung kommt.“ Lilien-Trainer Schuster erwartet ebenfalls einen intensiven Fight. „Wir haben gewisse Möglichkeiten, der Eintracht einen großen Kampf zu bieten“, sagte er auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

Dem Präsidenten von Darmstadt 98, Rüdiger Fritsch, fehlt hingegen das Verständnis für die immer größer werdende Rivalität zwischen den Eintracht- und Lilienanhängern. „Für mich ist es rätselhaft, woher der Hass in der Szene herkommt“, so Fritsch in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Der 54-Jährige hat eine klare Meinung zu den Randalen und Auseinandersetzungen des Hinspiels und der letzten Tage: „Das alles, was gerade passiert, hat mit unserem geliebten Fußballsport nichts zu tun.“

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15 Kommentare

  1. Auferstanden aus Ruinen, unser Rechtsstaat.
    Hoffentlich glauben jetzt nicht einige Hornochsen, das wäre ein Freifahrtschein.

  2. Finde ich selbstverständlich
    Da haben die verantwortlichen in Darmstadt sehr oberflächlich gehandelt. Es wäre inakzeptabel gewesen. Jetzt brauchen wir Publiic Viewing direkt vorm Stadion!
    Auf jetzt SGE

  3. Man muss nun auch nicht übertreiben!

    Es wäre auch nicht sinnvoll, nun mit zig tausenden nach Darmstadt zu fahren, was soll das denn bringen?

    Dass einige hinfahren ist ok (einige kommen eh aus der Region), aber nun wie @3 fordert vor deren Stadion was zu machen ist mit Sicherheit total schwachsinnig und bringt außer Krawallen nix.

    Nur nochmals ganz allgemein zur Erinnerung: Nach wie vor stehen wir unter besonderer Beobachtung und der Verein wie schon mehrfach mitgeteilt wurde ebenfalls unter strenger Beobachtung – wenn da trotz des richtigen Aufhebens der Verbots Heute was ärgeres passiert steht der Verein ggf. vor einem Punktabzug… und was das bedeuten würde, muss ich hoffentlich keinem erklären…..

  4. Fände nicht im Stadion statt und unterläge somit nicht der DFB-Gerichtsbarkeit.

  5. Ach Leute, ich finde wir sollten hier bei diesen Thema echt keine solchen Sachen zum Besten geben…..

  6. Da gibt es jetzt nix Schön zu Reden oder zu Schreiben, der Verein sollte schleunigst im Waldstadion ein
    Public Viewing Organisieren für den Steh Block.
    Dann brauch keiner nach Darmstadt Fahren.
    Iss jetzt ma meine Meinung dazu.
    Auf jetzt SGE

  7. Wäre eine tolle Sache – aber wurde heute doch schon aufgeklärt…. wollten die Verantwortlichen bei uns ja auch eigentlich machen, aber wurde doch nicht genehmigt…… oder habe ich da was falsch verstanden?

  8. Lieber 5000 Eintrachtfans beim Abschlusstraining !
    Auswärtssieg.

    Vor ein paar Jahren war ich mit unserer U23 in Da, man warf aus unserm Block Kuscheltieren zu den Darmstädtern mit dem Hinweis „Montag fängt die Schule an“. Und dann wurde noch gewonnen. Durch unsere AMATEURE. Und jetzt kommt unsere erste Garde, auf jetzt ! Ich glaube an 3 Punkte.

  9. @Eagle: Korrekt. Es wurde übr ein public viewing bei uns gesprochen. Zitat: „Die Eintracht hat wegen des Zuschauerausschlusses über ein Public Viewing nachgedacht. „Das kann aber nur bei der DFL beantragt werden, wenn die Sicherheitsbehörden das ausdrücklich befürworten“, sagte Eintracht-Mediendirektor Markus Jestaedt dem hr-sport. Weil die Polizei der Meinung war, dass sich dadurch nichts an der Sicherheitslage für das Darmstadt-Spiel ändern würde, wurde die Idee verworfen.“

  10. ich kenn die Begebenheiten vor Ort nicht aber wäre schon geil wenn unsere Mannschaft im Stadion die Eintracht Fans um das Stadion hören würden wie das schon Änis gesagt hat. Klärt mich mal auf ist das in der Theorie möglich ?

  11. Uns Fans steht doch alles zu Verfügung um unsere Mannschsft zu unterstützen. Man muss nur seine Phantasie nutzen.
    Beispiel wie oben genannt beim abschlusstraining viele Fans mobilisieren. Jetzt abrr wohl zu spät.
    Oder wie Bremen den Bus mit der Mannschaft nach dem Spiel (ergebnisunabhangig) begrüßen oder besser noch bei Abfahrt verabschieden!
    Das wäre mal eine zusatzliche Motivationsspritze die vllt dir 1-2% rauskitzelt.
    Zum Urteil. Das kann man nur begrüßen. Die Stadt sollte ihre Ressourcen besser nutzen und vorher genau prüfen, was sie darf und was nicht. Unnötig Stress hervorgerufen.
    Dennoch sind wir Fans für deren Reaktion verantwortlich oder zumindest mitverantwortlich.

  12. Man stelle sich folgendes Szenario vor. Die Eintracht schießt das 1:0 und von außerhalb des Stadions hört man die Jubelschreie der 10.000 mitgereisten Fans. Gänsehaut !

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