Im Sommer 2014 kehrte Timothy Chandler an seinen Geburtsort nach Frankfurt zurück. Seither ist der Deutsch-US-Amerikaner für viele im Umfeld der Eintracht eine waschechte Identifikationsfigur. In der laufenden Spielzeit stand er kein einziges Mal in einem Pflichtspiel auf dem Platz und lediglich acht Mal überhaupt im Kader. Auch wenn der 35-Jährige sportlich keinen großen Einfluss mehr hat, bleibt der Rechtsverteidiger gerade für den Zusammenhalt in der Mannschaft von hoher Bedeutung.
Chandler vor St. Pauli zuversichtlich
Ob mit oder ohne eigenen Einsatz, auf das Auswärtsspiel beim FC St. Pauli freue er sich: „Ich freue mich, dass der FC St. Pauli als Traditionsverein seit vergangenem Jahr wieder in der Bundesliga ist. Sie haben ein tolles Stadion und energische Fans, die ihnen einen entsprechenden Push geben können“, wird Chandler in einem Interview auf der vereinseigenen Webseite zitiert und ergänzte zuversichtlich: „Wenn wir aber, gemeinsam mit unseren zahlreichen Fans dort vor Ort, an die Entwicklung der vergangenen Spiele anknüpfen, bin ich mir sicher, dass wir dort auch etwas mitnehmen können.“ Das Hinspiel im Deutsche Bank Park gewann Eintracht Frankfurt mit 2:0.
Spätestens seit der Einstellung des neuen Cheftrainers Albert Riera verspüre der ehemalige Nationalspieler der USA einen positiven Aufwind. Der selbstbewusste Auftritt des spanischen Coaches gebe den Ton vor. Das helfe dabei, dass sich das Team auch auf dem Platz wieder deutlich mehr trauen würde. Vor allem im Pressing habe sich die Mannschaft unter dem neuen Trainer verbessert: „Im Großen und Ganzen glaube ich, dass es grundlegend ein etwas anderes Konzept ist, wie wir jetzt Fußball spielen wollen. Er hat eine andere Idee des Fußballs, das merkt man auch in der Art und Weise, wie die Gegner analysiert werden“, sagte der Publikumsliebling, der mit der Eintracht den DFB-Pokal sowie die Europa League gewann.
Albert Riera habe neuen Schub reingebracht
Schon beim Heimspielsieg über den SC Freiburg (2:0) hätten seine Mitspieler die taktischen Ansätze Rieras gut umgesetzt. „Ich glaube, dass die Art und Weise, wie wir Fußball gespielt haben, vor allem in der zweiten Halbzeit sehr gut war und es daher auch insgesamt ein starker Auftritt war“, blickte er positiv zurück. Sollte die Mannschaft an die Leistung der vergangenen Woche anknüpfen können, habe er keine Zweifel, dass ein erneuter Sieg gelingt.
Um die Saisonziele des Vereins zu erreichen, wären weitere drei Punkte beim Tabellenfünfzehnten der Bundesliga tatsächlich äußerst wichtig. Eintracht Frankfurt steht derzeit auf dem siebten Platz der Bundesliga. Mindestens dort soll die Eintracht laut den sportlichen Verantwortlichen um Sportvorstand Markus Krösche auch landen, um sich in der nächsten Saison für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren. Auch Chandler würde in Zukunft nur ungern auf die magischen Frankfurter Europapokal-Abende verzichten wollen: „Man hat in den vergangenen Jahren gesehen, wie wichtig der internationale Wettbewerb für uns als Eintracht Frankfurt ist. Auch wenn wir jetzt gegen Ende des vergangenen Jahres und zu Beginn des neuen Jahres eine schwächere Phase hatten, glaube ich, dass die Qualifikation absolut in Reichweite ist.“ Auf dem Weg dahin warten jedoch nicht nur vermeintlich schwächere Gegner auf die SGE. An den letzten beiden Bundesliga-Spieltagen geht es immerhin noch gegen Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart.






2 Kommentare
Chandler, ein toller und sympathischer Typ, aber ich denke die Planstelle "Motivator" wird unter Riera überflüssig werden. Das macht der Maestro ganz selbstverständlich mit, ohne zusätzlichen Aufwand und mit Erfolg.
OT: der Wolfsburger Torwart, der wahrlich kein schlechter ist, hat heute beinahe einen Elfmeter gehalten und sah dabei sehr unglücklich aus. Erinnerte mich an die eine Szene von Santos, die einige Leute darin bestärkt hat, Santos die Bundesligatauglichkeit abzusprechen.
Aber genau wie damals, hatte das auch heute nichts mit Unfähigkeit zu tun.
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