In den letzten Wochen haben die Frauen der Frankfurter Eintracht einige Zeit im Bus verbracht. Gleich viermal in Folge ging es zuletzt auswärts ran für die Adlerträgerinnen. Nach zwei Bundesliga-Partien in Leverkusen und Stuttgart folgte das Hinspiel im Achtelfinale des UEFA Womenʼs Europa Cup in Eindhoven. Am vergangenen Sonntag ging es schließlich im Pokal nach Nürnberg. Rebecka Blomqvist stand dabei in allen Partien auf dem Platz. „Wir haben die vier Partien gut gemeistert“, freut sich die Stürmerin im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“. Drei Siege und ein Unentschieden konnte die Mannschaft von Cheftrainer Niko Arnautis in der Fremde einfahren. Lange Auswärtsfahrten machen der 29-Jährigen prinzipiell nichts aus. „Ich sitze ganz hinten im Bus. Wir quatschen und haben jetzt angefangen Karten- und Brettspiele zu spielen. Die Reise geht so schnell rum.“ Trotzdem merken natürlich auch die Spielerinnen, dass sie aktuell nicht viel zuhause sind. „Beispielsweise waren wir unter der Woche zwei Nächte in Eindhoven. Dann samstags ging es direkt weiter. Aber es macht auch Spaß, wenn wir weg sind.“
Die Schwedin wechselte im Sommer 2025 aus Wolfsburg an den Main. Fünf Jahre lang ging sie für die Niedersachsen auf Torejagd. Seit ihrer Ankunft in Frankfurt hat sich ihre Torquote um ganze 54 Prozent gesteigert. Allerdings kommt sie am Main auch auf deutlich mehr Einsatzzeit. „Ich habe bei Wolfsburg nicht so viel gespielt. Das war ja aber auch mein Ziel als ich nach Frankfurt kam. Ich wollte Tore machen.“ Bei der SGE fühlt sie sich mittlerweile pudelwohl. Auch bei den Spielen der Männer im Frankfurter Waldstadion wird sie hin und wieder gesichtet. „Ich versuche das schon immer zu verfolgen. Am Sonntag im Bus haben wir zum Beispiel das Spiel gegen Hamburg geschaut. Wenn ich die Zeit habe, schaue ich schon gerne zu oder lese die Ergebnisse. Aktuell sieht es ja ganz gut aus.“
„International ist immer besonders“
In der aktuellen Saison pendelt Blomqvist bei der SGE zwischen Startelf und Bankplatz. Die Angreiferin macht keinen Hehl daraus, dass sie als Auswechselspielerin nicht zufrieden ist. „Ich möchte am liebsten immer spielen. Ich glaube, so sollte es auch sein. Dann muss ich zeigen, dass ich noch besser bin.“ Die schwedische Nationalspielerin weiß aber auch, dass es im Fußball immer schnell gehen kann. „Man muss ruhig bleiben.” Dabei habe die Joker-Rolle durchaus auch ihre Vorteile. So könne man schon vorher von außen beispielsweise freie Räume erkennen oder Gegenspielerinnen beobachten. „An meinem Spielstil ändert sich nicht viel. Ich bin die Spielerin, die ich bin. Aber bei manchen taktischen Elementen kann es schon einfacher sein.“
Neben der Bundesliga und dem DFB-Pokal tritt die Eintracht auch im Womenʼs Europa Cup an. Nach dem 2:0-Auswärtssieg in Eindhoven hat die Mannschaft beste Chancen auf das Viertelfinale. Das Rückspiel im Stadion am Brentanobad findet am kommenden Mittwoch statt. Allerdings würde man in Frankfurt natürlich gerne zeitnah wieder in der Champions League spielen. „Es ist ja kein Geheimnis. Wir haben gegen PSG gezeigt, dass wir da auch hingehören.“ Dennoch mag die Adlerträgerin den neuen europäischen Wettbewerb für die Frauen. „International zu spielen ist immer etwas Besonderes, finde ich. Auch die Reisen: Sei es jetzt mit dem Bus nach Eindhoven. In Island waren wir auch schon. Wie gesagt, lieber Champions League, aber wenn das nicht klappt, dann ist der Europa Cup ein toller Wettbewerb.“
Wiedersehen mit der Vergangenheit
In der Bundesliga geht es am morgigen Freitag gegen den VfL Wolfsburg, den Ex-Verein der Schwedin. Zeitgleich ist es auch das Duell zwischen dem Dritten und dem Zweiten in der Tabelle. „Ich erinnere mich als ich noch in Wolfsburg war und wir gegen die Eintracht gespielt haben: Schon da war da wirklich eine Rivalität. Es ist schwierig zu sagen, was uns erwarten wird. Aber sie haben eine gute Mannschaft. Ich bin sehr gespannt.“ Blomqvist gesteht, dass sie in diesem Jahr noch nicht viele Spiele ihrer ehemaligen Kameradinnen gesehen hat. Dennoch kennt sie ihre Qualitäten: „Sie sind sehr stark in der Defensive aber auch mit dem Ball. Sie kommen zu vielen Flanken und Abschlüssen. Sicherlich haben sie aber auch Schwächen.“ Dabei wird es die Aufgabe der Adlerträgerinnen sein diese auszunutzen. Zumindest die Statistik in den letzten Jahren spricht für die SGE. Drei der letzten vier Ligaspiele konnten gewonnen werden. Übrigens werden auch noch weitere Spielerinnen mit Frankfurt-Wolfsburg-Verbindung auf dem Platz stehen. Bei den Gästinnen stehen mit Camilla Küver, Sophia Kleinherne, Stina Johannes und Lara Prašnikar gleich vier ehemalige Eintracht-Spielerinnen im Kader. Aber auch Sara Doorsoun und Pia-Sophie Wolter haben eine Vergangenheit bei den Wölfen. In der Kabine sei das aber kein großes Thema. „Wir sind mittlerweile daran gewöhnt, dass viel Bewegung drin ist.“
Insgesamt kann der bisherige Bundesliga-Saisonverlauf der SGE-Damen durchaus positiv bewertet werden. Nach acht Spielen steht man auf Rang drei. Die 29-Jährige sieht vor allem einen bestimmten Schritt nach vorne. „Wir gewinnen dieses Jahr auch Spiele, in denen wir nicht ganz unsere Leistung bringen. Klar, gibt es noch Potenzial und Dinge, an denen wir arbeiten müssen. Aber das ist für mich eine Sache, bei der wir uns entwickelt und stabilisiert haben.“ Als Beispiel nimmt sie den vergangenen Sonntag in Nürnberg. Beim Abstiegskandidaten tat man sich lange schwer, gewann aber schließlich im Elfmeterschießen. Dazu wachse die Mannschaft von Woche zu Woche mehr zusammen. „Das kommt nicht von alleine. Deswegen müssen und werden wir weiter arbeiten.“ In der Liga hat sich zudem die Konkurrenzsituation verschärft. „Ich würde schon sagen, dass es schwieriger geworden ist, Spiele zu gewinnen.“ Rebecka Blomqvist blickt mit Selbstvertrauen auf die kommenden Aufgaben, weiß aber auch, dass einem nichts geschenkt wird. „Es ist nicht selbstverständlich auf dem dritten Platz zu stehen. Deswegen muss man noch mehr kämpfen.”






Ein Kommentar
Wäre schön wenn sie ihre gute Form aus der letzten Saison wiederfindet. Was sie bisher gespielt hat ist doch sehr ausbaufähig.
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.