Vom Aufstieg mit der U21 in die Regionalliga bis zu den ersten Einsätzen in der Bundesliga: Für Jeremiaha Maluze ging es bei Eintracht Frankfurt in den vergangenen Monaten steil bergauf. Der junge Defensivspieler gehört mittlerweile zum Profikader und hat sich dort offenbar bestens eingelebt. Nach dem 3:1-Heimsieg gegen den Hamburger SV sprach der Youngster im „PwC Spieler-Gebabbel“ der Eintracht über seinen rasanten Aufstieg, den starken Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft und seine Freundschaft zu Torjäger Younes Ebnoutalib. Besonders ins Schwärmen geriet Maluze allerdings beim historischen Bundesligadebüt von Niko Ilicevic. Und auch mit Blick auf das anstehende Pokal-Achtelfinale gegen Borussia Dortmund fand der Frankfurter deutliche Worte.
Zwei Spiele gegen den Hamburger SV innerhalb von fünf Tagen, zweimal ein 3:1-Erfolg: Die Eintracht hat nach schwierigen Wochen wieder Selbstvertrauen getankt. Besonders die Leistungssteigerung nach der Pause und das verbesserte Defensivverhalten sorgten beim jüngsten Heimsieg für zufriedene Gesichter. Für Maluze war der Erfolg gegen die Hanseaten hochverdient. „Zu 100 Prozent. Wir sind sehr gut gestartet und haben uns einige Hochkaräter erspielt. Am Ende haben wir verdient gewonnen“, erklärte der Defensivspieler.
Dabei hob er vor allem die kämpferische Leistung der Mannschaft hervor: „Gas gegeben, leidenschaftlich verteidigt – da kann man sich nicht beschweren.“ Gerade die gemeinsame Arbeit gegen den Ball hatte zuletzt bei den Hessen im Mittelpunkt gestanden. Nach der deutlichen Niederlage in Leipzig war die Defensive wiederholt kritisiert worden. Inzwischen wirkt die Eintracht deutlich stabiler und geschlossener. Maluze sieht den Schlüssel dafür vor allem im mannschaftlichen Zusammenhalt: „Wir haben im Kollektiv gut verteidigt. Das muss uns ausmachen, dann sind wir zusammen stark. Alleine geht es nicht.“ Der Youngster betonte dabei, dass jeder einzelne Spieler seinen Beitrag zum Erfolg leisten müsse. Besonders Lilian Brassier hob er hervor, der mit seinem Kopfball am Treffer zum 2:1 beteiligt war: „Auch das gehört dazu. Eine super Leistung meiner Teamkameraden. Ich hoffe, dass es genau so bleibt.“
Ebnoutalib „strotzt aktuell vor Selbstvertrauen“
Ein weiterer Gewinner der vergangenen Wochen ist Younes Ebnoutalib. Der Frankfurter Angreifer erzielte gegen den HSV bereits sein achtes Pflichtspieltor der laufenden Saison und hat sich damit zu einer wichtigen Offensivwaffe entwickelt. Maluze freut sich besonders über die Leistungen seines Mitspielers, mit dem ihn mittlerweile auch abseits des Platzes eine Freundschaft verbindet: „Er strotzt aktuell vor Selbstvertrauen. Er ist ein superkorrekter Junge, ich gönne es ihm von Herzen.“ Die beiden Nachwuchsspieler haben sich innerhalb der Mannschaft offenbar schnell angefreundet: „Wir sind sehr gute Freunde geworden.“ Dass Ebnoutalib bereits acht Treffer in Bundesliga und DFB-Pokal erzielt hat, beeindruckt auch Maluze: „Nach der Rückrunde ist es nun seine erste Bundesligasaison von Beginn an, nun hat er schon acht Tore.“ Dabei gönne er nicht nur seinem Freund die Erfolgserlebnisse, sondern freue sich grundsätzlich über jeden Mitspieler, der sich in die Torschützenliste eintragen könne.
Dass Maluze selbst inzwischen fest im Kreis der Profis angekommen ist, führt er auch auf die Unterstützung seiner Mannschaftskollegen zurück: „Ja, alle haben mich super aufgenommen. Vor allem Younes, Nnamdi, Can, Noel und Jupp, aber auch die älteren Spieler.“ Der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft mache es jungen Spielern besonders leicht, sich einzuleben. „Hier keinen Fuß zu fassen, ist wirklich schwer – es ist eine super Mannschaft“, betonte er.
Ilicevic begeistert Maluze: „Ein einminütiges Highlight-Video“
Für eine der emotionalsten Geschichten des Heimsiegs gegen den HSV sorgte Niko Ilicevic. Der Offensivspieler feierte im Alter von gerade einmal 16 Jahren und einem Tag sein Bundesligadebüt und schrieb damit Geschichte. Auch Maluze zeigte sich begeistert von seinem jungen Mannschaftskollegen: „An dieser Stelle erst einmal Glückwunsch! Ich mag den Jungen wirklich sehr.“
Während er neben dem Platz eher ruhig sei, zeigt Ilicevic auf dem Platz schon jetzt außergewöhnliche Fähigkeiten. Obwohl der 16-Jährige gegen Hamburg nur wenige Minuten zum Einsatz kam, konnte er seine Qualitäten bereits andeuten. „Seine Qualität auf dem Platz ist verrückt, das konnte jeder sehen: Aus den paar Minuten, die er gespielt hat, könnte man ein einminütiges Highlight-Video machen“, so Maluze, für den feststeht, dass Ilicevic das Potenzial besitzt, den Frankfurter Fans noch viel Freude zu bereiten: „Ich hoffe, dass er gesund bleibt und uns allen noch viel Spaß und Freude bereiten wird. Er soll genau so weitermachen.“
Von der Hessenliga in die Bundesliga: „Alles ging sehr schnell“
Auch Maluze selbst hat eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. Noch in der vergangenen Saison spielte er mit der Frankfurter U21 in der Hessenliga und feierte dort den direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga Südwest. Nur wenige Monate später stand der junge Defensivspieler zum Bundesliga-Auftakt gegen den 1. FC Union Berlin plötzlich in der Startelf der Profimannschaft. Ein Karrieresprung, mit dem er selbst nicht gerechnet hatte. Auf die Frage, ob er sich eine solche Entwicklung bereits während seiner Zeit in der U21 hätte vorstellen können, antwortete Maluze offen: „Nein, tatsächlich nicht. Es kam überraschend, alles ging sehr schnell.“ Der Frankfurter versuchte allerdings, sich von der neuen Situation nicht aus der Ruhe bringen zu lassen: „Ich habe versucht, die Situation anzunehmen und immer mein Bestes zu geben.“ Dabei verfolgt er eine einfache Herangehensweise, die ihm bislang offenbar gutgetan hat: „Gas geben und nichts überbewerten.“
Mit dieser Einstellung hat sich Maluze innerhalb kurzer Zeit eine Perspektive im Profikader erarbeitet. Seine Entwicklung zeigt zugleich, wie wichtig die U21 als Bindeglied zwischen Nachwuchs- und Profifußball für die Eintracht sein kann.
„Wir haben noch eine Rechnung mit Dortmund offen“
Mit dem Erfolg gegen Hamburg verbesserte sich die Eintracht in der Bundesliga auf den achten Tabellenplatz. Auch wenn Trainer Adi Hütter nach eigenen Angaben derzeit nicht auf die Tabelle schaut, weiß Maluze um die Bedeutung des jüngsten Sieges. „Wir wussten, dass wir punkten müssen – ein sehr wichtiger Sieg“, resümierte er. Vor allem die Reaktion der Mannschaft auf die schwierige Phase stimmt den Youngster positiv: „Die Mannschaft hat die Situation angenommen und es umgesetzt.“
Der Blick richtet sich nun auch auf den DFB-Pokal. Dort wartet im Achtelfinale mit Borussia Dortmund ein besonders reizvoller Gegner auf die Hessen. Das Heimspiel bietet der Eintracht zugleich die Gelegenheit, sich für die knappe 0:1-Niederlage in der Bundesliga zu revanchieren. Maluze macht keinen Hehl daraus, dass die Frankfurter noch etwas gutzumachen haben: „Wir haben nach dem knappen 0:1 in der Liga vor einer Woche noch eine Rechnung mit ihnen offen.“ Entsprechend groß ist die Vorfreude auf das Duell mit dem BVB im heimischen Waldstadion.
„Wir freuen uns darauf, es wird ein geiles Spiel – auch für jeden Fußballliebhaber“, so der Innenverteidiger, der sich kämpferisch gab: „Wir wollen gewinnen und in die nächste Runde einziehen.“






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