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Jean-Mattéo Bahoya blüht aktuell nach einer schwierigen Saisonphase neu auf. Foto: IMAGO / Eibner

Bahoya über schwierige Phase: „Habe nicht meine besten Leistungen gezeigt“

In den Reihen der Frankfurter Eintracht gibt es einige Spieler, die von der Ankunft des neuen Cheftrainers Albert Riera profitiert haben. Einer davon ist ohne Zweifel Jean-Mattéo Bahoya. So lobte Riera seinen Schützling erst kürzlich gegenüber der Presse. „Der Coach spricht sowieso mit mir, also wusste ich Bescheid“, erzählt Bahoya im Interview auf der SGE-Homepage. „Er hat mir gesagt, dass es Spieler mit viel Talent weit bringen können, dafür aber auch den nötigen Einsatz zeigen müssen. Andernfalls fällt die Leistung ab. Mir gefällt, wie er über Fußball denkt und uns spielen lässt.“ Der neue Frankfurter Trainer legt großen Wert auf die Arbeit gegen den Ball und nimmt hier auch seine Offensivspieler in die Pflicht. An der Spielweise des Franzosen hätte sich dadurch aber nicht grundlegend viel verändert: „Ich spiele weiter mit großem Selbstvertrauen und weiß natürlich um die Dinge, bei denen der Trainer von mir verlangt, dass ich mich weiter verbessern muss.“ Vordergründig gehe es darum, der Mannschaft zu helfen. „Klar, ein Offensivspieler wird am meisten an Toren und Vorlagen gemessen, also arbeite ich weiter hart daran. Es ist aber grundlegend auch sehr wichtig, dass ich nach hinten mitarbeite und die Mannschaft unterstütze. Spieler können nicht nur auf Bälle warten und diese verlangen. Hinzu kommen die Aufgaben, die ich als offensiver Flügelspieler sowieso immer übernehme: Flanken schlagen, Situationen für mich entscheiden und zum Abschluss kommen.“ Der Lohn für die harte Arbeit folgte in den letzten Wochen. Der 20-Jährige stand in den letzten vier Spielen über die volle Distanz auf dem Feld und erzielte dabei gegen Freiburg auch einen recht spektakulären Treffer. Teamkollege Farès Chaibi sagte nach dem Spiel, das Tor sei eigentlich ein Flankenversuch gewesen. Bahoya selbst lacht: „Der spinnt doch. Torschuss, ganz klar!“

Mit Bewegung und Dynamik gegen Heidenheim

Am vergangenen Wochenende tat sich die Eintracht gegen St. Pauli offensiv schwer. Trotz 72 Prozent Ballbesitz fehlte nach vorne die nötige Durchschlagskraft. „Vor allem hat es uns bei diesem Spiel an kreativen Ideen gemangelt“, analysiert der Flügelspieler das 0:0. „St. Pauli hat richtig stark und konsequent verteidigt, was es uns schwergemacht hat, offensiv durchzudringen. Wir hätten mehr Dribblings, Flanken und Torschüsse gebraucht. Uns bringt Ballbesitz wenig, wenn wir die Situationen nicht für uns entscheiden können.“ Am kommenden Samstag steht in der Bundesliga die nächste Aufgabe auf dem Programm. Dann ist mit dem FC Heidenheim erneut eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller im Frankfurter Waldstadion zu Gast. Man kann also davon ausgehen, dass die SGE erneut auf einen tief stehenden Gegner treffen wird. Bahoya fordert: „Das, was der Coach auch sehen will: mehr Bewegung, mehr Dynamik in den Aktionen und ein variableres Spiel. Wir müssen es ständig immer und immer wieder versuchen, nur so können wir Tore erzielen und die Partie für uns entscheiden.“ Ein Mittel können hierbei die schnellen Außenbahnspieler der Eintracht sein. Bahoya stellte in der vergangenen Saison gegen Heidenheim mit einer gemessenen Geschwindigkeit von 37,16 km/h einen neuen Bundesligarekord auf. Auch in Hamburg war er mit 33,98 km/h der schnellste Spieler auf dem Platz. Allerdings liegen in der aktuellen Spielzeit Nathaniel Brown und Ansgar Knauff mit ihrem gemessenen Topspeed noch vor dem Youngster. „Zwei Monate habe ich noch Zeit“, lacht der Franzose und fügt angesprochen auf die erfolgreiche Leichtathletikabteilung der Eintracht hinzu: „Dafür liebe ich den Fußball zu sehr!“

„Wollen das Maximum herausholen“

Der 20-Jährige gilt als eine echte Frohnatur und hat meist ein Grinsen im Gesicht. Das war allerdings in dieser Saison nicht immer so. Nicht nur die Mannschaft, auch er persönlich hatte keine einfache Zeit. „Wir wollen als Fußballer Freude auf dem Platz versprühen und diese auch spüren, das war in den vergangenen Monaten nicht immer der Fall. Ich hatte in dieser Zeit sehr starken Rückhalt von meiner Familie und meinen Freunden, dafür bin ich sehr dankbar“, erklärt der Junioren-Nationalspieler und ergänzt selbstkritisch: „Ich muss auch sagen, dass ich leider nicht meine besten Leistungen gezeigt habe. Wenn man daraus etwas Positives ziehen möchte, dann, dass ich daraus gelernt habe. Nicht nur als Sportler, sondern auch menschlich. Wenn ich nicht häufig auf dem Platz stehe, wie ich mir das wünsche, dann fehlt mir etwas, also habe ich immer weitergearbeitet. Im fußballerischen, aber auch physischen Bereich, ich bin noch öfter ins Gym gegangen.“ Übrigens ist er nicht der einzige in der Familie Bahoya, der mit sportlichen Rückschlägen zurechtkommen muss. Sein Bruder Paul spielt aktuell für die U19 der SGE. Erst durch einen gebrochenen Arm und jetzt aufgrund einer Schulterverletzung ist der Außenverteidiger aktuell zum Zuschauen verdammt. „Auch für ihn war es keine einfache Zeit, inzwischen geht’s ihm aber viel besser. Ich konnte trainieren und an mir arbeiten, ihn hatte es aber schlimmer erwischt und er musste pausieren. Mittlerweile ist er auf einem guten Weg und kann hoffentlich bald zurück auf den Platz. Auch wenn es keine angenehme Zeit war, so war es dennoch eine wichtige Erfahrung für meinen Bruder.“

Trotz der schwierigen Monate ist in der Hinrunde für den Offensivspieler auch ein Traum in Erfüllung gegangen: „Die Champions League ist etwas ganz Besonderes. Einige Ergebnisse waren nicht nach unserem Geschmack und wie wir uns das vorgestellt hatten. Für mich persönlich war es dennoch ein großes Erlebnis, in der Königsklasse zu spielen. Als Mannschaft haben wir aus diesen Spielen viel gelernt, wir sind noch ein junges Team. Diese Spiele liegen aber in der Vergangenheit, wir konzentrieren uns auf das, was vor uns liegt und wollen erfolgreich sein.“ Dafür haben Jean-Mattéo Bahoya und seine Teamkollegen in dieser Saison noch neun Spiele Zeit. Der Franzose brennt auf die anstehenden Herausforderungen: „Ich habe richtig Bock und freue mich auf die restlichen Spiele, aus denen wir natürlich das Maximum herausholen wollen. Dazu möchte ich einen Teil beitragen. Am Ende der Saison wollen wir auf einem Tabellenplatz stehen, der uns ins internationale Geschäft bringt.“ Damit dürfte die Marschrichtung für den kommenden Samstag klar sein.

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