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Meier

Alex Meier – Mit Kampf gegen die Herbstdepression

21 Grad bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel – so schön könnte es Alex Meier derzeit haben, wenn er im Frühjahr seinen Vertrag bei der Eintracht nicht um drei weitere Jahre verlängert und seine USA-Pläne verwirklicht hätte. Stattdessen erlebt der Lange bei ungemütlichen Temperaturen und grauem Himmel einen so tristen Herbst, wie man ihn in Frankfurt schon länger nicht mehr hatte. Seit dem 19. Oktober warten die Hessen auf einen Punktgewinn in der Bundesliga, zwischendurch mussten sie sich auch aus dem DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach verabschieden. Nach fünf verlorenen Pflichtspielen in Folge ist von der guten Stimmung, die nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln noch vorherrschte, nichts mehr zu spüren. Seine Entscheidung, den Kontrakt zu verlängern, bereut Meier trotz dieser negativen Serie in keinster Weise. Es sei eine Entscheidung des Herzens gewesen. „Dass es im Moment ein bisschen schwierig ist – da muss man durch. Da gehen wir auch durch„, gibt sich die Nummer 14 im Gespräch mit BILD kämpferisch. 

Der von den Fans getaufte „Fußball-Gott“ selbst musste zu Saisonbeginn eine schwierige Phase überstehen. Es hat etwas gedauert, bis Thomas Schaaf sich auch öffentlich dazu durchringen konnte, den Stellenwert des 31-Jährigen anzuerkennen. Hieß es zu Saisonbeginn noch, dass Spieler nur dann auflaufen, wenn sie bei 100% stehen, greift der neue Übungsleiter inzwischen auch auf einen unfitten Meier in der Startelf zurück. Dieser zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen bereits mit sechs Treffern zurück, auch wenn in den letzten beiden Partien gegen Hannover 96 und den FC Bayern München nichts klappen wollte. Trotzdem ist der stellvertretende Kapitän, der derzeit für den verletzten Kevin Trapp die Binde trägt, aus der ersten Mannschaft nicht wegzudenken. Alleine seine Erfahrung ist für den drohenden Abstiegskampf von unschätzbarem Wert. In den 10 Jahren, die der Lange nun schon bei der Eintracht unter Vertrag steht, ging es meistens ums Überleben – selten konnten die Fans und Spieler schon im März durchatmen und entspannt einem Bundesligaspiel entgegenblicken. Dieses Szenario droht auch dieses Jahr: „Jeder muss sich bewusst sein, dass es in den nächsten beiden Wochen ratz-fatz eng werden kann! Dass wir noch mehr unter drin stecken können„, weiß der Torjäger die Situation sehr realistisch einzuschätzen.

Neben den vielen Verletzten Spielern, wird auch immer wieder der große Umbruch, der im Sommer vollzogen werden musste, als Grund für die Probleme angesprochen. Es gebe zwar immer wieder Phasen, in denen das Spiel der Eintracht gut laufe. Dafür gibt es genügend Beispiele – ob gegen Freiburg, Wolfsburg, Schalke, Mainz oder auch Stuttgart – wenn der Ball dann einmal flüssig durch die Reihen lief, die gesamte Mannschaft in Bewegung war und jeder seine Fähigkeiten abrief, kamen tolle Spielzüge mit ebenso schönen Toren zustande. „Wir schaffen es bisher aber nicht über 90 Minuten und konstant über mehrere Spiele„, erklärt der Mittelfeldmann mit der Nummer 14 auf dem Trikot sogleich das Dilemma der Adler. Es kamen eben viele Neuzugänge hinzu, die – mit Ausnahme von Haris Seferovic – größenteils enttäuschten und nicht das hielten, was man sich von ihnen versprach. Dazu dürfe man nicht, warnt Meier, unterschätzen, welch große Lücke die Abgänge von Pirmin Schwegler (zur TSG Hoffenheim) und Sebastian Rode (zum FC Bayern München) ins Mittelfeld gerissen haben. „Das waren unsere Spielmacher. Die beiden zu ersetzen, ist in Kombination eigentlich nicht möglich„, gibt der Mittelfeldmann etwas ernüchtert zu. Aber alles wehklagen hilft nicht weiter, die Mannschaft hat jetzt noch fünf Spiele Zeit, um sich selbst aus dem Schlamassel, den sie sich etwas unnötig in den letzten Wochen selbst eingebrockt hat, zu ziehen. Man lag sowohl beim Auswärtsspiel in Paderborn (Endstand: 1:3), als auch eine Woche darauf bei der denkwürdigen Heimbegegnung gegen den VfB Stuttgart (Endstand: 4:5) jeweils in Führung, hatte also die Möglichkeit, 18 Punkte auf das Konto zu schaffen und einem heißen Herbst zu entgehen. Diese Gelegenheit wurde zwar leichtfertig verpasst, jedoch hat gerade die 0:4 Niederlage gegen den deutschen Rekordmeister im letzten Heimspiel neue Hoffnung aufkommen lassen: „Wir haben gekämpft. Das muss der Ansatz sein, dass wir alle laufen und kämpfen! Dann kommt das Spielerische auch wieder, wenn du solche Tugenden an den Tag legst. Und wenn du mal ein 1:0 erkämpfst, kommt auch Selbstvertrauen zurück.“ Vielleicht gelingt ja auf einmal in einer Woche im Borussen-Park einer dieser sogenannten dreckigen Siege?

Kommentar:

Man muss Alex Meier bei vielen Dingen, die er in diesem Gespräch mit der BILD-Zeitung anspricht, Recht geben. Die Abgänge von Schwegler und Rode taten weh, die Konstanz über 90 Minuten ist, bei einigen positiven Ansätzen, die vorhanden sind, noch nicht da und tatsächlich mag es auch gegen den FC Bayern München Sachen gegeben haben, die besser erschienen, als in den Wochen zuvor. Aber ist die Mannschaft wirklich so viel gelaufen, dass man dies lobend erwähnen muss? Der deutsche Rekordmeister ist, obwohl er den Ball viel hat laufen lassen können, insgesamt nur einen Kilometer weniger gelaufen (bei den intensiven Läufen steht es sogar pari) als die Hessen. Zum Vergleich: Als die Münchener am 4. Spieltag beim Hamburger SV antraten, rannte dieser 120 Kilometer und somit fünf mehr als der Gegner. Bei den intensiven Läufen waren die Hanseaten ebenfalls deutlich engagierte, sie gewannen auch in dieser Kategorie deutlich. Lewis Holtby und Zoltan Stieber liefen weit über 12, fast 13 Kilometer. Als Belohnung erkämpfte man sich ein 0:0! Bei den Hessen hingegen kratzte einzig Slobodan Medojevic überhaupt an der 12 Kilometergrenze. Der Serbe kam als laufstärkster Spieler auf 11,91 Kilometer – das genügt – weder gegen die Bayern, noch gegen andere Kontrahenten – in der deutschen Eliteliga einfach nicht!

4 Kommentare

Fallback Avatar 1. Adlerherb 14. November 14, 10:56 Uhr

wir können es uns nicht erlauben in der Liga die schwächste Laufleistung zu haben ! Das geht gar nicht, wenn man spielerisch, technisch usw. schwächer ist als der Gegener dann muss man zumindest rennen und Kämpfen. Kämpferisch war die Eintracht gegen Bayern verbessert aber wir brauchen viel mehr Bewegung gerade bei unseren offensiv Aktionen damit wir mehr Optionen bzw. Anspielmöglichkeiten bekommen. Auch das Passspiel ist meiner Ansicht nach katastrophal. Da muss man auch mal Schaaf tadeln !! Das sind Dinge die der Trainer ändern muss

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Fallback Avatar 2. eagle1978 14. November 14, 11:15 Uhr

Jein, das sehe ich nicht nur so.

Man kann im Training viel üben und machen lassen, gar keine Frage. Das machen die Jungs auch, ich bin ab und an mal vor Ort und kann das nur bestätigen.
Aber wenn dann auf dem Feld weniger gelaufen wird, dann macht der Trainer von außen auch nichts; das müssen die Spieler doch selbst regeln bzw. erkennen.
Schaaf wird mit Sicherheit niemals zu den Spielern gesagt haben "Lauft mal nicht so viel, das haben wir doch nicht nötig!"
Das Paßspiel bei uns geht schon insgesamt gesehen, nehmen wir nur mal das Tor von Alex gegen Mainz zum 1:2; das war eine wunderbare Kombination.
Aber zuletzt ist die Verunsicherung bzw. die Hektik eben greifbar bei allen, das passierte auch schon tausend anderen Fussballern in schlechten Phasen (nehmen wir nur mal die Nationalmannschaft zuletzt in den ersten Quali-Spielen); deswegen muss man aber nicht gleich alles komplett in Frage stellen.

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Fallback Avatar 3. eagle1978 14. November 14, 11:17 Uhr

Außerdem ist es in meinen Augen nicht zielführend, den HSV nun lobenswert gegen den FCB darzustellen.... gegen den FCB sind eh alle immer mit viel Einsatz und Engagement dabei; aber dennoch hat man zumeist am Ende keine Chance.
Dafür hat der HSV danach in Spielen gegen weitaus schlechtere Teams als der FCB wieder vieles vermissen lassen.... also sind Spiele gegen den FCB doch kein Maßstab.

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Fallback Avatar 4. Adlerherb 14. November 14, 11:29 Uhr

ok eagle 1978 du schaust Dir Trainingseinheiten an und ich schaue mir immer die Pressekonferenzen über Einracht TV an. Ich kann Dir leider nicht sagen Welche es gewesen ist aber angesprochen auf die schlechte Laufleistung der Mannschaft hat Schaaf gesagt, dass die Mannschaft noch nicht da ist wo er Sie gerne hätte und es noch einiges zu verbessern gibt (im Allgemeinen). Er sagte zwar auch, dass mehr laufen nicht gleichzeitig zwingend eine Verbesserung im Spiel darstellt aber er wisse, dass sich die Mannschaft in diesem Bereich verbessern muss. Tatsache ist doch, dass das Spiel in der offensive meist zu statisch ist, natürlich nicht immer aber es gilt noch einiges zu verbessern.

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