Bei der Frankfurter Eintracht gab es in den vergangenen 11 Jahren eine Formel, die sehr häufig zu einem positiven Ergebnis führte. Trifft Alex Meier, dann geht es den Hessen auch gut. Der von den Fans im Jahr 2013 zum „Fußballgott“ getaufte Torschützenkönig der Vorsaison traf in den vergangenen dreieinhalb Jahren wie er wollte. 50 Treffer erzielte der 32-Jährige in 92 Partien – eine ganz starke Quote, die wohl jedes lobende Wort rechtfertigt. Auch in dieser Spielzeit netzte er in nur 13 Begegnungen schon wieder siebenmal ein. Dennoch ist Meier, wie er im Gespräch mit BILD selbstkritisch und differenziert zugibt, nicht zufrieden: „Hätte mir nach der langen Pause einer gesagt: ‚Du machst 13 Spiele und sieben Tore,’ hätte ich sofort eingeschlagen. Aber wenn ich jetzt meine Leistung sehe, die vielen Spiele in denen ich nicht getroffen habe und auch nicht gut war, dann hätte ich das gerne geändert.“ Trotzdem vertraue Trainer Armin Veh, der für den Langen in den letzten Jahren ein ganz wichtiger Begleiter war, seinem Kapitän und nahm ihn, obwohl dieser nach langer Verletzungspause in ein Loch fiel, nicht raus. „Deshalb bin ich dem Trainer dankbar, dass er auch in der Zeit, in der es nicht so gut lief, zu mir gehalten hat.“
Gegen Borussia Dortmund (1:4) und den SV Werder Bremen (2:1) traf er dann auch wieder wie gewohnt für die Hessen. Der Club aus dem Ruhrpott musste einem gekonnten Schuss mit der Innenseite machtlos hinterhersehen, gegen die Hanseaten setzte er sich unnachahmlich mit dem Kopf gegen Theodor Gebre Selassie durch, der nicht den Hauch einer Chance hatte. Es war wie eine Wiederauferstehung für Meier, der im Nachbarschaftsduell am 14. Spieltag gegen den 1. FSV Mainz 05 wegen taktischen Fouls in der 41. Minute eine unnötige Gelb Rote-Karte unter die Nase gehalten bekam. Die Hessen verloren kurzzeitig völlig die Ordnung, kassierten das 0:2 noch vor der Pause und konnten die Niederlage (1:2) nicht verhindern. Seit dieser unfreiwilligen Pause jedenfalls, die ihn immerhin das Hessenderby gegen den SV Darmstadt kostete, wirkt er wieder deutlich beweglicher und fitter. Im Rückblick rätselt er daher: „Ich weiß nicht, ob es damit zu tun hat, dass es zuletzt wieder besser lief. Wenn ja, dann war das dumme Gelb-Rot wenigstens was Wert.“
Jetzt aber richtet sich der Blick wieder nach vorne. Der Sieg vor heimischen Publikum am letzten Hinrundenspieltag konnte die Wogen in Frankfurt etwas glätten. Natürlich waren 17 Zähler und Rang 14 ein absolut enttäuschendes Ergebnis und man sei, so Meier, noch lange nicht gerettet. Der Spielführer aber gilt als Optimist, der lieber ein halbvolles Glas vor sich stehen hat und zuversichtlich ins neue Jahr blickt: „Die letzten beiden Spiele waren von Einsatz und Willen her wieder okay, der Sieg gegen Bremen erleichtert auch. Weil wir wieder wissen, wie Gewinnen geht. Und weil wir ohne ihn auf einem Abstiegsplatz stehen würden. Da wäre die Aufgabe schon noch mal ein Stück weit schwerer.“ Auch der Coach habe mit seiner Wutrede einen gewissen Anteil an diesem positiven Erlebnis gehabt: „Der Trainer hat richtig erkannt, dass er dazwischen hauen muss, damit wir mal eine auf den Deckel kriegen – und zwar zu Recht, denn wir waren ja die meisten Spiele nicht gut.“







2 Kommentare
Alex hat recht. HB hat aus einem Klub am Rande des Kollaps ein solides, finanziell abgesichteres Gebilde gemacht. Kein " wir müssen einen Spieler verkaufen", keine Angst vor der Lizenzvergabe, das ist gute Arbeit.
Den Klassenerhalt ist die Mannschaft auch den Fans schuldig. Diese Atmosphäre und Unterstützung gibt es sonst sehr selten in der Liga
@1 so ist es! Mir fehlt Herri jetzt schon irgendwie. Bin gespannt wer danach kommt und wie es dann weitergeht.
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