Nach 104 Spielen geht die Weltmeisterschaft 2026 am kommenden Sonntag zu Ende. Im Finale streiten sich Spanien und Argentinien um den begehrten WM-Pokal. Bei dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada sind auch neun Spieler von der Frankfurter Eintracht aufgelaufen. Auch wenn mittlerweile nicht mehr alle bei der SGE unter Vertrag stehen, haben sie doch zum Zeitpunkt des Turniers Frankfurt vertreten. Daher werfen wir einen Blick auf die Leistungen der Adlerträger und geben eine Zeugnisnote, die sich aus individueller Leistung, Erwartungshaltung und Teamerfolg zusammensetzt.
Nathaniel Brown (Deutschland)
Hinter Nathaniel Brown liegen bewegte Monate. Nachdem er bei der Eintracht einer der wenigen Lichtblicke einer schwierigen Saison war, wurde er folgerichtig von Bundestrainer Julian Nagelsmann für den WM-Kader nominiert. Anstatt der Herausforderer-Rolle wurde der 23-Jährige direkt zur Stammkraft und verdrängte den bisherigen Platzhirsch David Raum. Auch beim Auftaktspiel gegen Curaçao sollte der Höhenflug vorerst kein Ende nehmen. Beim 7:1-Kantersieg lieferte Brown mit einem Tor und einem Assist eine starke Leistung ab und gehörte damit definitiv zu den besten Spielern auf dem Platz. Gegen die Elfenbeinküste erwartete die DFB-Elf ein schwierigeres Spiel, das am Ende knapp mit 2:1 gewonnen wurde. Hier lieferte der Linksverteidiger erneut eine grundsolide Leistung. Bei der darauffolgenden Partie gegen Ecuador wurde er mit Adduktorenproblemen geschont. Im ersten und letzten K.o.-Spiel stand der gebürtige Amberger aber wieder über die volle Distanz und auch in der gesamten Verlängerung auf dem Platz. Der Ausgang sollte bekannt sein: Am Ende unterlagen die Deutschen im Elfmeterschießen gegen Paraguay. Der Außenverteidiger war dabei längst keine Katastrophe, wurde aber durch die allgemeine Leistung der Mannschaft heruntergezogen. Trotz eines für die DFB-Elf enttäuschenden Turniers, darf Brown mit seinem ersten internationalen Auftritt mehr als zufrieden sein. Er hat seine starke Entwicklung bei der Eintracht auch auf Nationalmannschaftsebene präsentiert. Damit dürfte er beste Chancen haben, die Zukunft auf der Linksverteidiger-Position des DFB-Teams zu werden. Kein Wunder, also dass sich der FC Bayern München die Dienste des ehemaligen Adlerträgers sicherte.
SGE4EVER.de-Note: 2
Fares Chaibi (Algerien)
In der algerischen Nationalmannschaft ist Fares Chaibi seit Jahren eine feste Größe. Bereits seit 2023 läuft er für das nordafrikanische Land auf. Auch bei diesem Turnier spielte der 23-Jährige eine wichtige Rolle. Dabei stand er in allen vier Spielen über die volle Laufzeit auf dem Platz. Er wurde meist auf dem linken Flügel eingesetzt. Im ersten Spiel setzte es für seine Mannschaft bei der Gala von Leo Messi eine krachende 3:0-Niederlage gegen Argentinien. Der in Lyon geborene Mittelfeldspieler machte dabei kein schlechtes Spiel, konnte aber gegen die Dominanz des Gegners auch wenig anrichten. In den beiden verbleibenden Gruppenspielen verzeichnete Algerien einen 2:1-Sieg gegen Jordanien und ein 3:3-Unentschieden gegen Österreich. Das reichte fürs Weiterkommen ins Sechzehntelfinale. Chaibi machte dabei einen guten Job, war aber ehrlicherweise auch kein Spieler, der groß herausstach. Eine eher schwache Leistung hingegen legte er dann bei der 2:0-Niederlage gegen die Schweiz hin. Das bedeutete das WM-Aus. Insgeheim hatte sich Algerien sicher mehr für das Turnier ausgerechnet. Angesichts der Gegner hat die Mannschaft aber keineswegs unterperformt. Chaibi spielte zwar ein solides Turnier, blieb in der Offensive hinter beispielsweise Ryad Mahrez aber eher blass.
SGE4EVER.de-Note: 3
Ritsu Doan (Japan)
Für die japanische Nationalmannschaft ist Ritsu Doan seit Jahren einer der wichtigsten Leistungsträger. Dementsprechend groß waren auch bei dieser WM die Erwartungen an den Adlerträger, der sein Land zweimal sogar als Kapitän auf den Platz führte. Der 28-Jährige stand in jedem Spiel in der Startelf, wurde aber immer ausgewechselt. Meist lief er als rechter Schienenspieler in einer Dreierkette auf. Einmal aber auch als rechter offensiver Mittelfeldspieler. Zum Auftakt erkämpfte sich Japan ein 2:2 gegen die Niederlande. Doan hatte dabei große Probleme ins Spiel zu finden und so lief das Spiel meist über die andere Seite und seinen Kollegen Keito Nakamura, der auch einen Treffer erzielte. Als nächstes konnte ein 4:0-Sieg über Tunesien gefeiert werden. Hier war der Adlerträger schon wesentlich aktiver, fiel aber insgesamt hinter seinen Mitspielern eher ab. Anschließend verzeichneten die Japaner ein 1:1-Remis gegen Schweden. Dabei legte Doan mit einem starken Assist den Treffer von Daizen Maeda auf. Nach einem sehenswerten Doppelpass bediente er den Torschützen mustergültig im Strafraum. Zur Wahrheit gehört allerdings, dass er auch in dieser Partie sonst eher unglücklich agierte. So wurde er in der 66. Minute ausgewechselt. Genauso lange stand er übrigens auch bei der 2:1-Niederlage gegen Brasilien auf dem Platz, die das Ausscheiden der Mannschaft bedeutete. Hier blieb er ebenfalls eher blass und das Spiel konzentrierte sich mehr auf die linke Seite. Die japanische Nationalmannschaft hatte sicher auf mehr bei der Weltmeisterschaft gehofft, gerade nachdem man gegen Brasilien ein gutes Spiel ablieferte und erst spät in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer kassierte. Auch von Doan hatte man sich sicherlich mehr versprochen. Der SGE-Akteur spielte kein schlechtes Turnier. Dabei blieb er aber oft zu unauffällig und war zu wenig ins Spiel eingebunden für einen Spieler, der eigentlich Verantwortung und Führung übernehmen soll.
SGE4EVER.de-Note: 3-
Arthur Theate (Belgien)
Für Arthur Theate war es bereits die zweite Weltmeisterschaft. 2022 reichte es allerdings zu keinem Einsatz mit der belgischen Nationalmannschaft und auch dieses Jahr blieb ihm zunächst nur die Zuschauerrolle. Beim 1:1 gegen Ägypten saß der 26-Jährige 90 Minuten auf der Bank. Erst beim 0:0 gegen den Iran wurde der Adlerträger in der 73. Minute eingewechselt. In der verbleibenden Zeit lieferte Theate eine gute Leistung ab und so durfte er beim letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland sogar starten. Beim 5:1-Kantersieg zeigte der Defensivspieler einen souveränen und unaufgeregten Auftritt. So stand er auch beim ersten K.o.-Spiel gegen Senegal in der Startelf. Gegen die Westafrikaner entwickelte sich ein schwieriges Spiel, das erst in der Verlängerung mit 3:2 gewonnen werden konnte. Theate zeigte hier sicherlich nicht seine beste Leistung, trotzdem fiel er mit seinem Einsatz positiv auf. Bei den darauffolgenden Spielen gegen die USA (4:1) und dem Ausscheiden gegen Spanien (1:2) blieb der Adlerträger allerdings wieder nur auf der Bank. Insgesamt haben die Belgier ein starkes Turnier gespielt. Erst gegen einen WM-Favoriten musste man sich spät geschlagen geben. Theate, der immer als Innenverteidiger spielte, hätte sicherlich gerne die ein oder andere Minute mehr gespielt. Unterm Strich kann er dennoch mit seiner WM-Leistung zufrieden sein.
SGE4EVER.de-Note: 2-
Elye Wahi (Elfenbeinküste)
Dass Elye Wahi noch auf den WM-Zug aufspringen würde, haben vor ein paar Monaten wohl nur die wenigsten gedacht. Doch seine starken Auftritte bei seiner Leihe in Nizza brachten dem gebürtigen Franzosen schließlich eine Nominierung für die Elfenbeinküste ein. Beim Auftaktspiel gegen Ecuador stand der 23-Jährige dann direkt in der Startelf. Beim 1:0-Erfolg zeigte er bis zu seiner Auswechslung in der 56. Minute eine gute Leistung. Nur die Latte trennte ihn von seinem ersten WM-Treffer. Anschließend wurden gegen den Adlerträger die Vorwürfe der Spielmanipulation publik. Laut der „Bild“ scheinen diese mittlerweile entkräftigt zu sein. Das führte trotzdem dazu, dass Wahi für das zweite Gruppenspiel gegen Deutschland erst verspätet einreisen durfte. Bei der 1:2-Niederlage gegen die DFB-Elf saß er 90 Minuten auf der Bank. Erst gegen Curaçao kam er wieder zu einem 23-minütigen Einsatz. Die Partie ging mit 2:0 an die Ivorer. Anschließend ging es im Sechzehntelfinale gegen Norwegen. Wahi wurde in der 59. Minute beim Stand von 0:1 für den Gegner eingewechselt. Trotz zwischenzeitlichem Ausgleich ging das Spiel schließlich an die Norweger. Wahi blieb in seiner Einsatzzeit weitestgehend unauffällig. Insgesamt war es ein zufriedenstellendes Turnier für die Elfenbeinküste. Als Ergänzungsspieler zeigte Wahi durchaus solide Ansätze. Ein entscheidender Faktor war er aber, auch aufgrund der Einsatzzeit, nicht.
SGE4EVER.de-Note: 4+
Ayoube Amaimouni-Echghouyab (Marokko)
Die letzten Monate müssen sich für Ayoube Amaimouni-Echghouyab wie ein Traum angefühlt haben. Erst folgte im Winter der Wechsel aus der dritten Liga in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt. Dann brachte er sich dort in kürzester Zeit in Stellung für die erste Mannschaft und kam in 17 Minuten zum Einsatz. Dabei gelangen ihm sogar zwei Tore. Damit kann man den 21-Jährigen zu einem der Lichtblicke der abgelaufenen Saison zählen. Trotzdem kam seine Nominierung für die marokkanische Nationalmannschaft doch etwas überraschend, wenngleich sie aufgrund seiner Leistungen verdient ist. Im ersten Gruppenspiel traf seine Mannschaft auf Brasilien. Und tatsächlich wurde der Adlerträger in der 80. Minute eingewechselt. In der Nachspielzeit beim Stand von 1:1 landete plötzlich ein Abpraller vor den Füßen des Flügelspielers. Doch Alisson verhinderte in letzter Minute die Sensation. Auch beim 1:0-Erfolg gegen Schottland kam „Jupp“ zu einem sechsminütigen Einsatz. Auch hier hätte der Youngster beinahe kurz vor Schluss getroffen. Sein Schuss aufs lange Eck ging nur knapp am Pfosten vorbei. In den darauffolgenden vier Spielen bis zum Ausscheiden gegen Frankreich im Viertelfinale kam der Adlerträger nicht mehr zum Einsatz. Insgesamt hat Marokko eine gute WM gespielt, auch wenn sicherlich der ein oder andere die Mannschaft als Geheimfavorit auf dem Schirm hatte. Für Amaimouni reichte es zwar nur zu zwei Kurzeinsätzen, trotzdem zeigte er dort schon sehr gute Ansätze. Dazu war allein seine Nominierung schon ein unfassbarer Erfolg.
SGE4EVER.de-Note: 2-
Can Uzun (Türkei)
Seine erste Weltmeisterschaft hatte sich Can Uzun sicher ganz anders vorgestellt. Nachdem der türkische Nationalspieler vor zwei Jahren nicht nominiert wurde, war es das erste internationale Turnier. Doch schon im Auftaktspiel erhielt die Euphorie einen gehörigen Dämpfer. Zum Start setzte es eine 2:0-Niederlage gegen Australien. Uzun saß dabei 90 Minuten auf der Bank. Erst im zweiten Gruppenspiel gegen Paraguay durfte er sein Debüt feiern, aber auch hier wurde es nicht besser. Die Türken verloren gegen die Südamerikaner mit 1:0. Das bedeutete das vorzeitige WM-Aus. Der 19-Jährige kam eine gute halbe Stunde zum Einsatz. Dabei war der Adlerträger sehr bemüht und hatte auch zwei sehr gute Torchancen. Das Ruder herumreißen konnte aber auch er nicht mehr. Beim 3:2-Sieg über die USA reichte es erneut nur zu einem kurzen Einsatz. Immerhin bereitete der Youngster hier den Siegtreffer vor. Insgesamt war es ein enttäuschendes Turnier für die Türkei und den Offensivspieler persönlich. Am Ende scheiterte die Mannschaft an einer durchaus machbaren Gruppe mit zwei bitteren Niederlagen zum Auftakt. Uzun hätte sicherlich auf deutlich mehr Einsatzzeit gehofft, gerade nach seinen starken Auftritten in den Testspielen. Viel Ausrichten konnte er daher gegen das enttäuschende Turnierausscheiden nicht.
SGE4EVER.de-Note: 3-
Ellyes Skhiri (Tunesien)
Als Kapitän sollte Ellyes Skhiri die tunesische Nationalmannschaft in dieses Turnier führen. Letztendlich präsentierten sich die Tunesier aber als chancenlos in ihrer Gruppe. Direkt zum Start setzte es eine 5:1-Klatsche gegen Schweden. Der 31-Jährige, der auf der Sechs agierte, machte hier keine gute Figur und leistete sich zudem einen dicken Patzer, der zum zwischenzeitlichen 3:1 führte. Auch in der zweiten Partie gegen Japan kassierte Tunesien eine Abreibung. 4:0 endete die Partie, in der sich Skhiri erneut viele Fehler leistete. Ein folgenschwerer Ballverlust im Mittelfeld führte erneut zum Gegentor. Als krönender Abschluss erzielte der Adlerträger gegen die Niederlande noch ein unglückliches Eigentor. Auch dieses Spiel ging mit 3:1 an den Gegner. Die allerwenigsten dürften Tunesien große Chancen bei diesem Turnier ausgerechnet haben. Die Art und Weise, wie man allerdings agierte, sorgte dann aber doch für Enttäuschung. Skhiri selbst erwischte eine rabenschwarze WM. Statt Stabilität im Mittelfeld, leistete er sich in jedem Spiel folgenschwere Patzer. Als Kapitän und Führungspersönlichkeit in der Mannschaft hatte man sich sicherlich mehr vom Mittelfeldspieler erhofft.
SGE4EVER.de-Note: 5
Aurèle Amenda (Schweiz)
Auch für Aurele Amenda war es die erste Weltmeisterschaft. Die Schweiz legte in sechs Spielen ein gutes Turnier hin. Erst im Viertelfinale gegen den späteren Finalisten Argentinien war Schluss in der Verlängerung. Der Innenverteidiger kam in keinem Spiel zum Einsatz. Daher fällt auch seine Benotung aus. Amenda hat sein letztes Spiel im Eintracht-Trikot bereits absolviert. Am gestrigen Donnerstag wurde sein Wechsel zu Coventry City offiziell bekannt gegeben..
SGE4EVER.de-Note: /






4 Kommentare
Vielen Dank für die Einschätzungen der WM Fahrer. Auf die Benotung hätte ich an eurer Stelle aber verzichten. Einem Spieler, der in zwei Spielen insgesamt 16min gespielt hat, eine 2- zu geben, ich weiß nicht. Ich glaube in einem Buli Spiel wäre das eher die Kategorie „Zu spät gekommen“.
Wir brauchen dringend wieder einen Argentinier im Kader, nach Abraham. Die haben die "Kämpfen und Siegen"-Mentalität, die auch zur Eintracht passt. Nicht umsonst meine Nationalmannschaft ;)
Argentinien (mit Paraguay) ist die unsympathischste Mannschaft der WM!
Aber ich gebe dir recht. Es ist an der Zeit, dass wir wieder unsympathische Spieler verpflichten. Spieler, die man verabscheut, wenn sie woanders spielen, aber glücklich ist, sie in den eigenen Reihen zu haben. Mehr Zambrano, Abraham, Franz, Chris oder Boateng und weniger Schwiegersöhne Götze, Koch, Larsson, Chaibi usw.
Ich kann nach der letzten Saison keine lieben Spieler mehr sehen. Auch wenn ich sie natürlich trotzdem mag.
Woran machst du das fest, dass du die unsympathisch findest? Am unsympathischsten definitiv immer Portugal wegen Cristiano und natürlich die USA weil's die USA ist. Ich tippe ja auf Spanien, aber wenn's Messi doch schafft, ist zumindest die Goat-Debatte endgültig beendet.
Ansonsten geb ich dir natürlich Recht, die Schwiegersöhne und Chorknaben sind echt unerträglich, wir brauchen unbedingt mehr Kampfgeist.
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