Nach der bitteren 2:3-Niederlage der Frankfurter Eintracht beim VfB Stuttgart rückte in der Nachbetrachtung eine Szene in den Fokus: der Fehler von Eintracht-Keeper Kaua Santos, der zum zwischenzeitlichen 1:1 führte. Bis dahin hatte die SGE das Spiel weitgehend im Griff, nach dem Gegentreffer aber waren die Hessen nicht mehr wieder zu erkennen und schwammen teils heftig.
Am Mittwoch stand Torwarttrainer Jan Zimmermann der Presse Rede und Antwort, ordnete die Situation ein und stellte sich klar vor seinen jungen Schlussmann. Santos habe in den letzten Monaten eine außergewöhnliche Entwicklung durchgemacht: „Bei ihm ist in kürzester Zeit sehr viel passiert. Zunächst gab es einen gewaltigen Hype. Dann kam die erste große Verletzung. Das ist schwierig für einen Spieler. Anschließend ist sehr viel auf ihn eingeprasselt.“ In den vergangenen Monaten habe Santos „unglaublich viel verarbeiten müssen: der Hype, die Verletzung, das erste Comeback im Herbst, dann wieder raus, jetzt der zweite Neustart“. Der Torwarttrainer mahnte zur Einordnung: „Nicht vergessen: Er ist noch ein sehr junger Torwart, der nicht über die Erfahrung von zig Bundesliga-Spielen verfügt.“ Leistungsschwankungen seien in diesem Alter normal. Zimmermann zog sogar einen prominenten Vergleich: „Das war bei Manuel Neuer damals auf Schalke nicht anders.“
Auch das erste Spiel des Jahres 2026 gegen Borussia Dortmund ordnete Zimmermann ein, hier habe er seinen Schützling stark gesehen: „Kaua hat eine sehr gute Ausstrahlung gehabt. Man muss sich in ihn hineinversetzen: Jeder war gespannt, wie er sich präsentiert. Er hatte viel Druck.“
„Wir stärken ihm den Rücken“
Den Fehler in Stuttgart sprach der Coach offen an und erklärte, was der Brasilianer hätte anders machen müssen: „In der Szene vor dem 1:1 hat er die falsche Entscheidung getroffen. Statt den Ball fangen zu wollen, muss er ihn fausten.“ In der Zeit danach wirkte Santos unsicher und hatte so einige brenzlige Situationen zu überstehen. Auch aus diesem Grund gab es Diskussionen über ein Gespräch der beiden noch auf dem Platz nach der ersten Halbzeit. Einen Streit oder gar ein Zwerüfnis der beiden wies Zimmermann entschieden zurück: „Ich habe nicht mit ihm gestritten. Ich buttere ihn doch nicht emotional noch weiter runter.“ Vielmehr hob er hervor, wie Santos mit der Situation umgegangen sei. „Dass Kaua so aus der Kabine kommt, sagt viel über seine Persönlichkeit und mentale Verfassung.“ Der Keeper habe sich nach einer extrem schwierigen ersten Hälfte eindrucksvoll stabilisiert: „Dass er nach dieser Halbzeit, in der du bis zum Hals im Treibsand steckst, so rauskommt, sagt viel über ihn aus. Er war dann sehr stabil.“ Zimmermann zeigte sich überzeugt: „Ich bin sehr optimistisch, dass Kaua aus der Erfahrung in Stuttgart gestärkt rauskommt.“
Grundsätzlich zweifelt der Torwarttrainer nicht an den Fähigkeiten seines Schützlings: „Er hat die Fähigkeiten, damit wir nicht aufs Prinzip Hoffnung bauen müssen.“ Positiv bewertete er zudem die Entwicklung im Risikomanagement: „Er hat sich schon angepasst und entwickelt, nimmt Risiko raus.“ Für ihn sei klar: „Er kann ein Mehrwert für unser Spiel sein.“ Gerade jene Szenen, in denen Santos mit mutigem Stellungsspiel Torchancen bereits im Ansatz vereitelt, seien ein großer Pluspunkt – etwa zwei Aktionen gegen Dortmund und auch vermehrt Aktionen in Stuttgart. Entsprechend deutlich fiel das Vertrauensbekenntnis aus: „Wir stärken ihm den Rücken, sind weit davon entfernt, den Stab über ihn zu brechen.“ Einen erneuten Torwartwechsel schloss Zimmermann aus. „Wir haben klar kommuniziert, dass er unsere Nummer eins ist, daran ändert sich nichts. Ein Torwart braucht diese Sicherheit.“






10 Kommentare
Also das Forum hat größenteils schon den Stab über den Jungen gebrochen. Man muss sich nur mal anschauen, was hier beim VfB-Spiel abgegangen ist. Unnormal und auch unfair.
Was erwartet man von ihm? Das er nach dem Rumgeeier in der Vorrunde vor Selbstvertrauen strotzend aufspielt? Für enttäuschte Erwartungen ist man nur selbst verantwortlich, nicht Santos. Bei dem Ding in der ersten Hälfte kam alles zusammen, ein abgewichster Undav und Amenda sowie Santos mit fehlender Spielpraxis und daher auch ohne Abstimmung. Santos hat danach übelst gewackelt, aber in der zweiten Hälfte war er schon wesentlich stärker und mindestens 2 klare Chance von Undav hat er auch vereitelt.
Unser Torwart ist die ärmste Sau in dieser Saison, so frei wie die Angreifer immer wieder vor dem Tor auftauchen, egal welcher Gegner.
Das Problem liegt weiter vorne, die mangelnde defensive Absicherung der Abwehr durch unser körperloses Mittelfeld. Shkiri, Chaibi, Dahoud, Hojlund, Götze, Larson. Alles technisch begabte Hänflinge, die physisch und mental Druck nicht standhalten können und so Stabilität generieren. Das sieht man schon daran, dass wir kaum gelbe Karten ziehen. Alles tolle Spieler NEBEN einem Leader. Genau der fehlt aber, der Schrittmacher, das Herz der Mannschaft. Einer der den Laden zusammenhält und auch mal dazwischenhaut. Ich vermisse den Seppl echt gewaltig als Typ auf dem Platz
Krösche sieht da keine Prio, weil Mr X den jungen Spielern "Entwicklungszeit nehmen" würde. Aus Businessperspektive mag das stimmen, aus sportlicher Perspektive ist es hingegen ein klarer Fehler in meinen Augen, denn die Mannschaft fällt einfach zu oft und zu schnell auseinander "um unsere Ziel zu erreichen".
Der Trainer ist leider auch kein Leader, aber das ist ein anderes Thema...
Dann bitte unseren Torwart nicht in der Halbzeitpause öffentlichkeitswirksam an den Pranger stellen. Auch der Zuspruch nach dem (zwar eklatanten) Fehler durch Mitspieler (einschl. des Kapitäns) blieb aus. Bei Eintracht liegt aktuell viel im Argen, zuviel und die immer wieder gebetsmühlenartig wiederholten Absichtsbekundungen verlaufen zu oft ins Leere und werden nicht mehr Ernst genommen.
@okocha4life
Ich stimme dir zu, dass hier eine Entscheidung getroffen werden muss. Wenn wir auf Santos im Tor setzen, dann müssen wir damit rechnen und leben, dass er in einiger Regelmäßigkeit richtig fette Patzer drin hat. Der Maßstab ist, dass es immer weniger wird und er sich auf hohem Niveau stabilisiert. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür, dass das "normal" ist: Nicht nur Neuer, sondern - noch nicht so lange her - Atubolu bei Freiburg. In der ersten Saison hatte er einige fiese Böcke drin, und er ist auch jetzt noch nicht frei davon. Aber mittlerweile sind die selten, und er hat auch Ausstrahlung und Erfahrung gesammelt. Wenn man das alles nicht will, muss man auf einen "erfahrenen" Keeper setzen, den man zukauft - wie bspw. Zetterer. Für mich hat er aber auch kein CL-Niveau, d.h. dass er sich deutlich von Santos absetzen würde. Gerade gegen Ende des Jahres hatte er auch zu viele Unsicherheiten drin, als dass ich den Gewinn eines weiteren Wechsels als hoch einschätzen würde.
Ein grundlegendes Problem ist sicher auch, dass die Abwehr als solche überhaupt nicht stabil ist, aber das ist ein anderes Thema... (Meiner Meinung ist das auch kaum an einzelnen Spielern festzumachen, sondern eher an der generellen Ausrichtung im zentralen Mittelfeld bzw. eines bestimmten Spielertyps da. Ich glaube, wenn man da einer Anker auf der 6 dazubekommen würde, wäre das ganze Konstrukt viel stabiler und einige der Spieler, die jetzt wackeln, würden auch wieder deutlich besser spielen. Aber wie gesagt, anderes Thema...).
So Leute, ich habe mich wieder abgeregt. Beim dargeboteten Furor hatte ich nicht mitgemacht; die Lust war groß. Das gebe ich zu.
Wenn der Junge nicht Wochen zuvor Sprüche geklopft hätte (Weltbester Torwart usw), dann wäre ich sicherlich milder mit meiner Bewertung umgegangen.
Wenn jemand derart die Backen aufbläst, muss er auch pfeifen. Es kam aber nicht mehr als ein lauwarmer Kaninchenfurz.
In der Haut der Trainer möchte ich jetzt nicht stecken. Gegen Bremen würde ich Santos nochmal stellen. Danach läuft m.E. die Bewährungszeit ab.
Wenn ich Krösche wäre, würde ich schon mal bei Ramaj für nächste Saison anrufen.
Klingt ja alles ganz plausibel von Zimmermann. Und ich finde es gut, dass Santos öffentlich in Schutz genommen wird. Was hier im Forum ihm gegenüber gelaufen ist, war wirklich schlimm.
Ich hab beim 1:1 vor dem Ferseher auch geflucht. Aber so was schreibt man einfach nicht oder entschuldigt sich wenigstens danach.
Die Szenen zwischen Theate und Kaua werden m.E. überbewertet. Ich bin öfters auf dem Fußballplatz. Ich fände es eher schlecht, wenn sich nach solchen Treffern nicht auch angekackt würde. Entscheidend ist das danach. Und so wie Kaua aus der Kabine kam, gab es durchaus Ermutigung und bestimmt nicht nur von Zimmermann. Ich hab am Bildschirm auch durchaus mitbekommen, dass Kaua Unterstützung fand und nicht nur diese eine Szene im Kopf, wo er alleine dastand.
Es wäre rückblickend wahrscheinlich besser gewesen, wenn Kaua nicht so früh in der Saison ins Tor gekommen wäre. Danach hätte man aber an ihm festhalten müssen. So hat man einen Fehler mit dem nächsten Fehler versucht gut zu machen. Das jetzt an ihm festgehalten werden soll, ist für mich positiv (menschlich psyhologisch betrachtet) und vor allem richtig (fußballerisch gesehen).
Klar kann man das nicht belegen , aber Kaua wäre m.E. schon heute stabiler, wenn er drin gelassen worden wäre. Und wir hätten zum jetzigen Zeitpunkt zumindest ein Problem weniger.
Unser Defensivproblem hat darüber hinaus mit dem Torwart, egal welchem, eher weniger zu tun, sondern mit den Leuten vor ihm. Und das ist alleinige Verantwortung des Trainers.
Klar wird zurecht moniert, dass in Stuttgart durch den Gegentreffer ein Bruch kam.
Aber erstens weiß ich auch von anderen Fehlgriffen anderer Torhüter (in der Bundesliga), wo die Mannschafft es danach aufgefangen hat.
Und zweitens haben wir genug Spiele bisher gehabt, wo die Defensive es versaut hat (und nicht der Torwart), oder?
Und Drittens hätten wir das Spiel trotzdem auch nach dem Faux-pas von Kaus noch mit Unentschieden oder gar Sieg abschließen können. Und bei den anderen Stuttgarter Chancen sah Kaua teilweise richtig gut aus.
Naja, der SWR feier Undav für seine schlitzohrigkeit....
Wir hätten doch hier auch 5:1 untergehen können. Leute das l8egt nicht am TW. Zetti hat mindestens genau so viele Fehler drin und meist Glück, dass es nicht eingeschlagen ist....
Geb dem Jungen mal 5-6 spiele in ner stabilen Mannschaft, dann wird dass.... dafür bräuchte es halt ne stabile Mannschaft ...
Stimme dir Punkt für Punkt uneingeschränkt zu. Schön das hier zu lesen 🫡
Wer nicht merkt, dass Kaua jetzt in vieler Hinsicht sicherer und überzeugter auftritt, als in der Phase, wo er (m.E. zu früh) für Zetti reingestellt wurde, hat entweder nie im Tor gestanden oder schaut eben nicht ordentlich hin. Dass Zimbo Aurele nicht einmal erwähnt, zeigt wie professionell da gearbeitet wird. Denn ohne den (unnötigen) Rempler von AA, hätte Kaua den Ball locker und sicher gehabt.
Tatsache ist, und das war besonders auffällig als Kaua Kevin abgelöst hat, Kaua ist anders als viele "normale" TWs ein Fänger. Mit seinen langen Armen, seiner enormen Reichweite insgesamt und seinen tellergroßen Pranke, ist er besonders prädestiniert den Ball sicher zu fischen und festzuhalten. Womit er übrigens, Zimbo erwähnt ihn ja nicht zufällig, durchaus mit Manu Neuer verglichen werden muss, der allerdings schon in jungen Jahren sowohl im präzisen Fausten als auch im sicheren Fangen Weltklasse erreicht hat - und das insbesondere, weil er so oft die korrekte Entscheidung getroffen hat: Pritschen vs. Fausten vs. Fangen. Wer sich aber mit Torwartspiel intensiv beschäftigt, wie auch Zimbo, weiß, dass auch Manu seine Jahre der Praxis und Erfahrung brauchte, mit entsprechenden Böcken.
Ich als langjährige Ex-Goalie habe Kaua von seinem ersten Einsatz an fasziniert und begeistert zugeschaut, ich bin seitdem ein absoluter Fan. Und finde auch grandios, wie Zimbo ihn jetzt coached - ihn sich unverzüglich zur Seite nimmt, die Aktion analysiert und ihm Mut zuspricht.
Nach wie vor sehe ich in Kaua einen Ausnahme-TH mit Weltklassepotenzial. Man erkennt auch immer wieder seine besondere Spielintelligenz. Wäre ich sein Coach würde ich ihm v.a. noch das eine, auch für einen Goalie Wesentliche, ans Herz legen: Optimiere mindestens 2 Sprachen, damit du dich auch zwischenmenschlich gut verständigen kannst: also Deutsch und Englisch. Ich weiß nicht wie das bei ihm aussieht, ich schätze aber, dass KS aufgrund des bei uns implementierten Geschäftsmodells sich auf Deutsch maximal die notwendigen Fussball-Begriffe draufgeschafft hat und seine sonstige Zeit anderweitig nutzt. Was Wunder, da das planmäßige Nahziel ein lukrativer Transfer zu einem TopTop-Club ist.
Wenn ich mich da irre, Sorry. Ich erinnere mich noch gut, dass unter Niko, so unendlich lange ist das nicht her, der Spracherwerb, sprich die tägliche Deutschstunde nicht nur als Tugend, sondern sogar als Pflicht galt. Tempi passati.....
So ist es, alternativlos. Jetzt ein erneuter Torwartwechsel wäre der Chaos-Super-Gau.
Schwierige Situation für Eintracht und Santos, aber irgendwie selbstgestrickt.
Der Tausch Zetterer/Trapp wird immer unsinniger. Auch finanziell sehr unausgewogen. Ablöse-Einnahme für Trapp
ca. 1 Mio, Ablöse-Ausgabe für Zetterer mind.
4,5 Mio plus Boni. Leider hat sich gezeigt, dass Zetterer insgesamt den Wechsel nicht rechtfertigte und ein Verbleib Trapps die bessere Lösung gewesen wäre. Aber, diesen hatte man doch seitens der Verantwortlichen unmissverständlich degradiert, ohne Entwicklungen abzuwarten. Hinterher ist man halt oft schlauer.
@ 4
ich persönlich finde es gut, dass wir spieler haben, welche ein klares karriereziel haben - selbst wenn diese ziele noch so weit weg sind oder gar abgehoben erscheinen. schließlich ist unsere eintracht auch ein verein mit ambitionen.
Es liegt weder an Santos noch an Zetterer. Wenn Santos in der zweiten Halbzeit nicht drei viermal im 1:1 gehalten hätte, wäre es ganz deutlich geworden. Es liegt für mich ganz klar daran, wie wir verteidigen. Wenn ich sehe wie leicht es der Gegner in unserem Strafraum hat sich durchzusetzen, oder wie oft Spieler komplett frei stehen und gleichzeitig zwei Verteidiger von uns bei einem Gegner dann liegt es nicht am Torhüter. Klar sind für mich beide derzeit kein Ersatz für Trapp, aber es war ja so gewollt.
Leute schaut euch das dritte Gegentor an...Amenda muss nur den Fuß hinhalten und den Ball ins Toraus lenken...er macht nichts obwohl er klar in der besseren Position ist als der Angreifer.
Auffällig für mich auch wie Hüftsteif unsere Verteidiger sind, ein Haken und sie laufen ins leere.
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