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Laut Eintracht-Coach Albert Riera ließen die Hessen gegen St. Pauli vor allem Geschwindigkeit im Passspiel und Risiko vermissen. Foto: IMAGO / Philipp Szyza

„Waren zu langsam“: Riera fordert von Eintracht One-Touch-Fußball

Mit einem enttäuschenden, torlosen Remis geht die Frankfurter Eintracht aus dem 25. Spieltag der Bundesliga. Beim FC St. Pauli konnten die Hessen die Chance nicht nutzen, den Abstand auf den sechsten Platz zu verkleinern. Die Leverkusener hatten am Tag zuvor ebenfalls nur Unentschieden gegen Freiburg (3:3) gespielt. Erschreckenderweise strahlten die Adler bei den Kiezkickern, trotz 71 Prozent Ballbesitz, nahezu keine Torgefahr aus. „Mit dem Ball müssen wir besser werden. Das ist die Realität. Wenn jeder Spieler mit dem Ball drei Kontakte hat, kannst du den Gegner nicht überraschen“, lautete das Fazit von Eintracht-Chefcoach Albert Riera nach der Partie.

Die sich im Abstiegskampf befindenden Hamburger verteidigten oft mit den meisten Spielern hinter dem Ball, bildeten einen tiefen Block, setzten auf Umschaltmomente und kamen in der ersten Hälfte sogar zu den klarsten Torchancen der Partie. Zweimal rettete der Pfosten (23., 31.) vor einer möglichen Führung der Gastgeber. Die taktische Herangehensweise, mit der Riera die Elf von Alexander Blessin knacken wollte, erklärte der Trainer im Anschluss an die Nullnummer: In der ersten Hälfte habe man mit drei Zehnern und nur einer Sechs spielen wollen, um so durch die Mitte zu kommen. Dass das nicht wirklich klappte, hatte laut dem Coach einen Grund: „Wir müssen schneller sein. Nach dem ersten Pressen müssen wir eine Anspielstation mit der ersten Ballberührung finden. Da waren wir zu langsam.“

Riera vermisste Flanken im Spiel der SGE

Im zweiten Abschnitt habe man darauf reagiert, indem Nene Brown in eigenem Ballbesitz noch mehr auf die Sechserposition rücken sollte, um Umschaltmomente zu verhindern und Browns Kreativität zu nutzen. Ohnehin spielte der gelernte Linksverteidiger zuletzt häufig auf der entgegengesetzten Seite und zog in die Mitte. Ein weiteres Problem sah der Spanier darin, dass Farés Chaibi als Rechtsfuß im offensiven Mittelfeld auf der rechten Seite spielte, sich daher eher in Richtung der Außen orientierte. „Deshalb brauchten wir dort einen Linksfuß, denn das Tor steht innen. Daher habe ich Ritsu Doan als Linksfuß eingewechselt“, argumentierte Riera für die Hereinnahme des Japaners in Minute 66.

Doch auch die Anpassungen im zweiten Abschnitt verbesserten das biedere Offensivspiel der SGE nicht. „Wenn du gegen Teams wie diese, die mit allen Mann hinter dem Ball verteidigen, ohne Geschwindigkeit, ohne One-Touch-Fußball und ohne Risiko im letzten Pass spielst, wird es schwer“, monierte und forderte der 43-Jährige daher nach dem Spiel. Vor allem Stürmer Jonathan Burkardt, der in der Bundesliga bereits neunmal erfolgreich war, hing völlig in der Luft. Seine Mitspieler fanden den Knipser nur selten. Kein Wunder, dass keins der beiden Teams auf einen höheren xGoals-Wert (statistisch zu erwartende Tore) als 0,72 kam. Die vermeintliche Gelb-Rote Karte für St. Paulis Tomoya Ando, der erst in der 62. Minute Gelb sah und nur zwei Minuten später Chaibi foulte, wollte Riera nicht kommentieren. Wohl aber, was er im Spiel seiner Jungs völlig vermisste: „Rotationen auf den Seiten und Flanken. Wir hätten mehr Flanken benötigt. Vor allem in einem tiefen Block hätten wir Burkardt finden müssen. Heute boten sich manchmal Gelegenheiten zum Flanken und wir haben sie nicht genutzt.“ Insgesamt elf Flanken schlug die SGE im Spiel, genauso viele wie der Gegner. Ebenso war die Zweikampfquote in der Luft ausgeglichen, wenngleich Burkardt auf dem Papier körperliche Nachteile gegen die großgewachsene St. Pauli-Verteidigung hat.

„Wir sind erst seit vier Wochen zusammen“

Nach dem überzeugenden Heimdreier gegen Freiburg (2:0) sahen viele in den darauffolgenden Spielen Pflichtsiege, um die europäischen Startplätze wieder anzugreifen. Die unambitionierte Leistung am Millerntor dürfte die Euphorie rund um den Klub erstmal wieder ein Stück weit dämpfen. Doch Riera wollte das Ergebnis nicht darüber hinwegtäuschen lassen, dass es auch positive Aspekte an dem Spiel gab. Ohnehin sei es nicht die schwächste Leistung des Teams in seiner Amtszeit gewesen, bewertete er. Seine Mannschaft habe gut verteidigt und lasse mittlerweile nur noch wenige Chancen zu. Und dann ist da ja auch noch der Fakt, dass der Ex-Profi erst seit knapp einem Monat die Zügel beim hessischen Bundesligisten in der Hand hat. „Wir sind erst seit vier Wochen zusammen. Da ist es unmöglich alles perfekt zu machen. Ich erwarte eine Menge. Das braucht jetzt Zeit“, versuchte Riera die Leistung zu begründen. Weiter glaubt der Trainer daran, dass seine Schützlinge sich verbessern werden. Er sehe das „Leuchten in den Augen der Spieler“. Klar dürfte sein, dass Mannschaft und Trainerteam vor dem nächsten „Pflichtdreier“ gegen Heidenheim am kommenden Samstag zu tun haben. Mit einer erneuten Leistung wie auf St. Pauli dürfte die Jagd nach Europa jedenfalls schwierig werden.

3 Kommentare

Fallback Avatar 1. Reno 09. März 26, 08:12 Uhr

Spiel Aufbau viel zu langsam... zu viele Stationen.
Trotzdem: alles wird besser...

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Fallback Avatar 2. FD-Adler 09. März 26, 08:48 Uhr

Immerhin das dritte Spiel zu null unter dem neuen Coach . Ansonsten treffende Analyse . Wir werden uns von Spiel zu Spiel steigern, auch wenn es ggf mal einen kleinen Rückschlag wie gestern geben sollte. Die Mannschaft wirkt sehr gefestigt . Sehe das ganze optimistisch und hoffe auf einen EuroLeague Platz.

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Fallback Avatar 3. dennooo 09. März 26, 09:00 Uhr

Das Spiel war echt nicht schön anzusehen, aber gegen den Gegner auch sicherlich nicht leicht zu spielen. Bin gespannt wie es nächste Woche wird, wenn Heidenheim tief in der eigenen Hälfte steht.

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