Elye Wahi hat sich in einem Interview mit der französischen Sportzeitung „L’Équipe“ ungewöhnlich offen über seine schwierige Zeit bei Eintracht Frankfurt geäußert und dabei sowohl den Klub als auch Ex-Trainer Dino Toppmöller deutlich kritisiert.
Der Stürmer, der aktuell auf Leihbasis für OGC Nizza spielt und dort zuletzt deutlich bessere Leistungen zeigte, fühlte sich in Frankfurt und auch zuvor bei Olympique Marseille offenbar nie wirklich angekommen. Besonders die mangelnde Geduld seiner früheren Vereine beschäftigt ihn bis heute. Bereits seine Zeit in Marseille beschreibt er rückblickend kritisch: „In Marseille war ich 21 Jahre alt und man hat mir vier Monate Zeit gegeben, mich zu beweisen – das ist nicht viel.“ Noch schwieriger sei anschließend jedoch seine Zeit in Deutschland gewesen. „In Deutschland habe ich eine andere Welt entdeckt, ohne die Sprache zu sprechen“, erklärte Wahi. Die fehlende Integration und die wenigen Einsatzminuten hätten ihm kaum eine echte Chance gegeben, sich zu entwickeln. Besonders frustriert zeigt sich der Franzose über seine geringe Spielzeit bei der Eintracht: „Ich hatte vier Einsätze in der Startelf in einem Jahr und ein paar kurze Einsätze.“ Selbst Weltstars bräuchten Zeit, argumentiert Wahi – und wählte dabei einen prominenten Vergleich: „Selbst wenn man Lionel Messi heißt, braucht man Zeit, um seine Qualitäten zu zeigen.“
Der Angreifer macht dabei keinen Hehl daraus, dass er sich sowohl von Marseille als auch von Frankfurt im Stich gelassen fühlte. Die beiden Vereine hätten ihm „keine Zeit gelassen und mir keine Chance gegeben“, sagte Wahi deutlich.
Kritik auch an Toppmöller
Besonders brisant wurden seine Aussagen, als er auf die Situation unter Dino Toppmöller angesprochen wurde. Wahi deutete an, dass er trotz guter Leistungen in der Vorbereitung kaum echte Chancen erhalten habe. „In der Vorsaison habe ich in den Vorbereitungsspielen getroffen“, erklärte der Offensivspieler, bevor die Eintracht mit Jonathan Burkardt einen weiteren Stürmer verpflichtet habe. „Den hat der Trainer aufgestellt“, kritisierte Wahi indirekt die Entscheidungen Toppmöllers. Der Franzose ist überzeugt, dass er bei ausreichendem Vertrauen deutlich mehr hätte zeigen können. „Ich glaube, ich kann in Nizza beweisen, dass ich meine Chancen nutze, wenn man sie mir gibt“, sagte der 22-Jährige selbstbewusst. Rückblickend beschreibt Wahi seine Zeit am Main sogar als tiefen Einschnitt in seiner Karriere. Bei der Eintracht habe er „einen kompletten Wandel“ erlebt. Aus einem „vielversprechenden Nachwuchsspieler“ sei plötzlich ein Spieler geworden, „der gar nicht mehr zum Einsatz kommt“.
In Nizza fühlt sich der Angreifer nun offenbar deutlich wohler. Schon vor seinem Wechsel habe ihn die Perspektive überzeugt. „Ich wusste, dass ich Spielzeit bekommen würde“, erklärte Wahi. Zudem habe ihm die Rückkehr in die Ligue 1 geholfen. Auch die Geschichte anderer Spieler habe ihm Mut gemacht. „Ich erinnerte mich daran, dass Hatem Ben Arfa, Valère Germain oder Mario Balotelli durch ihren Wechsel nach Nizza wieder in Schwung gekommen waren“, sagte Wahi – und zog schließlich ein positives Zwischenfazit: „Genau das mache ich gerade.“
Zuletzt hatten sich die Berichte verdichtet, wonach Nizza über die laufende Rückrunde hinaus an einer weiteren Zusammenarbeit interessiert sei. Nach diesen Aussagen dürfte jedenfalls klar sein, dass Wahi selbst nur wenig Interesse an einer Rückkehr nach Frankfurt haben dürfte. Wie die SGE über den derzeit verliehenen Stürmer denkt, in dessen Vertrag nach Medienberichten keine Kaufoption enthalten ist, ist derzeit noch nicht bekannt.






16 Kommentare
Naja. Er ist in einer sehr frankophonen Mannschaft gewesen, da kann ich das Thema mit der fehlenden Integration nicht so ernst nehmen.
Und ehrlich gesagt hat er in keinem seiner Einsätze auch schon ein halbes Jahr vor Jonny gezeigt, dass er wirklich will.
Es hat nicht gepasst, Nizza zahlt hoffentlich einen ordentlichen Betrag und Schwamm drüber. Das war kein sehr stilvolles Nachtreten.
Also trotz seiner Tore bin ich von seiner Qualität nicht wirklich überzeugt. Französische Liga ist etwas anderes, und in Frankfurt hat man nur seehr wenig Ansätze von ihm gesehen.
Ist oke, soll er woanders sein Glück finden. Soll er es auf andere schieben, solange wir ein paar Millionen für ihn kriegen.
Das wir ihn verkaufen halte ich auch für sehr wahrscheinlich. Nur vermute ich mal nicht an Nizza, die haben um den finanziellen Faktor keine großen Geheimnisse gemacht bzgl dieses transfers. Und was mir erst gestern aufgefallen ist..... alter die sind kurz vor nem Abstiegsplatz. Daher kauf ich denen die finanzielle Lage ab.
Aber im allgemeinen komme ich bei Wahi auf eine Theorie. Funktioniert er womöglich nur bei "schlechteren" Teams? Immer wenn er zu einem besseren Team wechselte, reduzierten sich seine scores drastisch.
Ist er vielleicht so eine art Underdogteam hero?
Gibt ja solche Spieler, er fühlt sich vielleicht einfach wohler mit deren Spielweise.
Naja, das kann so aber auch nicht ganz stimmen…
Er hatte die komplette Rückrunde der letzten Saison Zeit gehabt sich zu zeigen, von einem kleinen Trainingsrückstand ausgenommen, aber da war nix, kein Wille, kein Einsatz, keine Körpersprache, nichts was erahnen könnte was er drauf hat.
Als Ekitike damals auch im Winter kam, auch eine andere Welt, eine andere Sprache, der hatte gefühlt ein Jahr lang keine Spielpraxis, Trainingsrückstand und war erst zum Ende der Saison eine echte Alternative, hatte dort aber schon mal eine Handvoll Tore geschossen und gezeigt, dass er Lust hat und ehrgeizig ist, da war die Körpersprache eine komplett andere, der hat auch mal 2 Gegenspieler stehen gelassen, da konnte man das Potential erkennen und der Rest ist Geschichte…
Sowohl Ekitike als auch Wahi haben und hatten französisch sprechende Spieler in der Mannschaft gehabt, Trapp, Skhiri, Chaibi, Theate, zudem mit Toppmöller einen französisch sprechenden Trainer, gibt also deutlich schlechtere Chancen sich in eine Mannschaft zu integrieren.
Jonny wurde zudem erst im Sommer geholt, nachdem Wahi die Rückrunde über Zeit gehabt hat sich zu zeigen und vielleicht auf 10 Scorer zu kommen (5 Tore, 5 Vorlagen), aber da kam halt überhaupt gar nichts und deshalb hat man Jonny dann vermutlich auch geholt, hätte Wahi ansatzweise eingeschlagen oder sein Potential zumindest angedeutet wie damals Ekitike, hätte man Jonny womöglich gar nicht geholt…
Klingt so als wäre Wahi ein Typ Mensch bei denen immer die anderen schuld am eigenen scheitern sind, naja, hoffentlich gibts es ansatzweise Geld für ihn und dann kann man das Kapitel mit möglichst wenig wirtschaftlichen Verlust im Sommer beenden…
Na die Kritik war schon oft vollkommen drüber oder komplett daneben, im ersten halben Jahr hat er insgesamt 200 Minuten gekriegt, das sind dann aber nicht 2 Spiele und ein halbes, sondern immer 10 Minuten am Ende, wenn die Nebenspieler schon ausgepowert sind und im Toppmöller-Stil am Ende nur noch verwaltet wird. Insbesondere sein Zusammenspiel mit Burkhardt war in der Vorbereitung richtig gut, daher habe ich auch nicht verstanden, warum er dann in der Liga fast nie spielen durfte und so seine aufsteigende Form wieder gehemmt wurde.
Sein Gejammer jetzt ist aber schon ziemlich Mimimimimi und stillos, da hast du schon Recht. Integration ist ja auch keine Einbahnstraße, ich hab ihn auch nie mit den Jungs Quatsch machen gesehen oder so, es liegt nicht nur an den anderen, wenn man keinen Anschluss findet. Es ist ja auch offensichtlich, dass man mit 22 nicht mehr verhätschelt wird wie Bambi mit 16 oder so. Wenn man der Rekordzugang eines Vereins ist und der 27 Mio. hinlegt, ist einfach schon eine gewisse Erwartung dabei. Bei einem größeren Verein wirst du oviously nicht das Nesthäkchen sein. Da muss man halt durch das tiefe, dunkle Tal gehen und den nächsten Gipfel wieder von Neuem erklimmen. Bei einer neuen Stelle kommt es schon vor, dass man nicht gleich anerkannt wird, dann kommt man halt ein halbes Jahr überpünktlich und macht mehr als andere, bis diese kritischen Stimmen verstummt sind. Scheinbar war er auch nicht so zugänglich für Toppmöller wie Ekitiké oder Marmoush.
„Ich hatte vier Einsätze in der Startelf in einem Jahr und ein paar kurze Einsätze.“
„Selbst wenn man Lionel Messi heißt, braucht man Zeit, um seine Qualitäten zu zeigen.“
Puuh…
Du bist bereits Profi – natürlich ist die Bundesliga ein anderes Niveau. Aber Dino hat dir wirklich viele Chancen gegeben, egal ob von Beginn an oder als Einwechselspieler. Die Frage ist doch: Hast du davon wirklich eine genutzt? Hast du auf dem Platz alles reingeworfen und den absoluten Willen gezeigt?
Ein bisschen mehr Selbstkritik würde dir wahrscheinlich guttun.
614 Minuten innerhalb eines Jahres im Eintracht-Trikot, weniger als jetzt schon in Nizza.
"Viele" Chancen sind das definitiv nicht.
Was auch immer man sich im Vorfeld voneinander erhofft hat - irgendwas in der Kommunikation ist da ziemlich schief gelaufen.
2 Sachen zu Wahi - erstens gezeigtes Potential. Ein befreundeter Gladbachfan hat das Spiel in München gesehen und direkt gesagt, wow, wenn dieser Ekitike noch nicht mal richtig fit ist, werdet ihr noch sehr viel Freude an dem haben. Das hat man bei Wahi nie gesehen.
Zweitens Unterstützung - bei einem Spiel gegen Heidenheim, was schnell entschieden war, hätte man ihn suchen sollen, damit er sein Tor noch macht oder ihn den Elfer gegen Union schießen lassen sollen, Tor zum 3:2 auf die eigene Kurve, Diskussion vorüber (und Heki hatte gerade verballert). Und wenn jemand sagt, das Risiko ist zu groß - ein Haller hat auch sein erstes Tor so gemacht, im 5. Spiel zum ersten Sieg in Köln gefühlt seit dem Krieg.
1. Ich würde nicht gegen den Arbeitgeber schießen bei dem ich noch Vertrag habe und nicht weiß wie es weitergeht. Nachher muss er sich wieder entschuldigen weil Nizza ihn sich nicht leisten kann.
2. Kaum Chancen bekommen ?
Er hat laut Statistik 25 Pflichtspiele für die Eintracht gemacht.
18 Bundesliga 0 Tore 0 Assists
3 Champions League 0 Tore 1 Assist
3 Europaleague 0 Tore 0 Assists
1 DFB Pokal 1 Tor 1 Assist (gegen die Oberligamannschaft Engers)
Und viel schlimmer finde ich das die meisten Auftritte auch noch komplett Lustlos aussahen.
Ich will ihm nicht komplett den Willen abstreiten aber man hat ihn nicht wirklich in den Spielen gesehen.
Und das die französische Liga weniger Niveau hat sollte auch einem Wahi aufgefallen sein, sonst wäre er nicht in die Buli gewechselt.
Ich hab einfach das Gefühl das gewisse Spieler es einfach nicht kapieren. Da gibt es 2 Paradebeispiele die es kapiert haben und ihren Weg gegangen sind wie Marmoush oder Ekitike !
Fand es bei Ekitike noch krasser, der Junge musste auch erstmal klar kommen bei uns und jeder hat schon gedacht er wäre ein krasser Fehleinkauf. Aber er hat es kapiert und sich nicht hängen lassen. Vor allem auch seinen spielstil geändert und Mannschaftsdienlich geackert und zurück gearbeitet.
Selbst ein Karma Muani hat kapiert wie man hier spielen muss aber da war halt der Abgang sch…
Und wer jetzt schon nachtritt bevor er überhaupt weg ist auf den können wir gerade aktuell eh verzichten da es sonst noch mehr Unruhe gibt als sowieso schon.
Warum sagt er das kurz vor Saisonende? Weil er nicht zurück will, weil sein Berater ihm dazu geraten hat, weil er eine Freigabe möchte oder den Preis drücken? Wer weiß das schon in dem Geschäft. Das ist auf jeden Fall kein Zufall und da steckt ein Plan dahinter. Bei Krösche ist er da aber an der falschen Person, weil K. seine eigene Vorstellung hat und diese oft genug schon durchgesetzt hat. Aus den in anderen Kommentaren genannten Gründen und der kurz bevorstehenden Entscheidung über seine Zukunft, kann ich diese Aussagen nicht ernst nehmen! Wenn er als über 20 Millionen Transfer sich vorstellt, bei einem Verein wie der Eintracht zwei Jahre Zeit zu bekommen, lebt in seiner eigenen Welt. So was können wir uns nicht leisten.
Man kann nur hoffen, dass möglichst viele Käufer das Interview lesen ... und glauben!
Wahi war für mich die personifizierte Unlust. Ich hatte noch insgeheim gehofft, dass er vielleicht doch gestärkt zu uns zurück kommen könnte, aber nach diesem Interview denke ich, die Tür ist zu. Er wäre ein ständiger Unruheherd. Selbstreflexion scheint auch nicht gerade seine größte Leidenschaft zu sein.
Ich denke, er ist ein Spieler der viel Zuneigung und Zuspruch braucht. Von daher kann man ihn nicht mit Ekitike oder gar Marmoush vergleichen. Eher schon mit Kolo Muani. Bei letzterem war aber die Stimmung in der Mannschaft und im Umfeld eine ganz andere.
In meinen Augen ist der Sprung ins Ausland für ihn viel zu früh gekommen. In der Bundesliga könnte ich mir allenfalls Freiburg für ihn vorstellen. In Frankreich käme eventuell Straßburg für ihn infrage. Die haben genügend Geld, setzen fast ausschließlich auf junge Spieler und die Mittelstürmer sind aus England bzw. Spanien geliehen.
Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass unter DT weder Doan, noch JB noch Matanovic noch Wahi besser geworden sind... und Matanovic, der bei DT auch nie ne Chance bekommen hat, jetzt den SC hoffentlich zum EL Sieg schießt....
Matanovic wurde hier im Forum mehrfach die Bundesligatauglichkeit abgesprochen. Zu langsam, technisch schwach usw. Im Nachhinein ist es immer leicht, es besser zu wissen, aber Dino wurde zum Schluss immer attackiert, wenn er Matanovic gebracht hat.
Gut, dass Schuster das nicht gelesen hat ;)
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