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Aktuell muss sich Kaua Santos das Spielgeschehen von der Bank aus ansehen. Eine Torwartlegende rät ihm jetzt zu einem Tapetenwechsel. Foto: IMAGO / Jan Huebner

Uli Stein legt Santos Leihe nahe: „Schade, wenn er auf der Bank versauert“

Noah Atubolu scheint bei der Frankfurter Eintracht angekommen zu sein. Seine Art und seine Leistungen haben ihm nicht nur bei den Fans einiges an Sympathie beschert. Auch Bundestrainer Jürgen Klopp zollte dem Tribut mit einer Nominierung für die A-Nationalmannschaft. Dabei gerät schnell in Vergessenheit, dass noch vor wenigen Wochen Kaua Santos als Nummer eins eingeplant war. Dieser muss sich jetzt mit einem Platz auf der Bank begnügen. Torwart-Legende und Ex-SGE Keeper Uli Stein sieht für den jungen Torhüter nur eine Option für die Zukunft.

Hinter Kaua Santos liegen schwierige eineinhalb Jahre. In der vorletzten Saison machte er in der Bundesliga und auf europäischer Bühne mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. Schließlich wurde seine Saison von einer schweren Knie-Verletzung frühzeitig beendet. Im vergangenen Sommer sollte dann eigentlich seine Stunde schlagen. Der bisherige Stammtorhüter Kevin Trapp wurde nach Paris abgegeben und der Weg für den Brasilianer schien frei. Allerdings ließen seine Einsätze nach dem Comeback Zweifel aufkommen. Nach einer Gegentorflut mit 17 Gegentoren in fünf Spielen wurde er schnell wieder aus der ersten Mannschaft genommen. Nach der Winterpause stand er zwar wieder in der Startelf, doch bereits nach neun Bundesliga-Spielen folgte der nächste Schock. Der 23-Jährige zog sich einen Innenbandanriss im Knie zu und war erneut bis Saisonende zum Zuschauen verdammt. Unter dem neuen Cheftrainer Adi Hütter sollte ein fairer Zweikampf zwischen Santos und Michael Zetterer die Torwartnachfolge klären. Eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel hatte sich der Brasilianer eigentlich als Sieger herauskristallisiert. Dann kam allerdings die Generalprobe gegen den FC Brentford. Bei der katastrophalen 0:7-Niederlage machte der Schlussmann erneut keine gute Figur und lieferte weitere Argumente für seine Kritiker. Schließlich wurde auf den letzten Metern der Transferperiode noch Noah Atubolu vom SC Freiburg verpflichtet und der 1,96-Meter große Torwart blieb erneut nur der Platz auf der Bank.

Ex-SGE-Keeper rät zu Neuanfang

Die Saison ist inzwischen vier Spieltage alt. Wer Santos im Training beobachtet, sieht, dass er mit vollem Einsatz trainiert. Zudem wirkt er von außen betrachtet fröhlich und gelöst. Dennoch braucht ein junger Torhüter Spielpraxis. Torwartlegende Uli Stein hatte das „Torwart-Theater“ bei der Eintracht bereits im vergangenen Winter kritisiert. Gleichzeitig hatte er sich aber auch öffentlich vor Rundenstart für eine Atubolu-Verpflichtung starkgemacht. Stein glaubt prinzipiell weiterhin an den Adlerträger, sieht für ihn aber bei der SGE wenige Chancen. „Er ist ein guter Junge und hat riesiges Potenzial“, erklärt der 71-Jährige jetzt in der „Bild“. „Es wäre sehr schade, wenn er in Frankfurt auf der Bank versauert. Da ist eine Leihe wahrscheinlich schon die beste Option.“ Am sinnvollsten sei ein neues Umfeld, in dem er neu anfangen könne. „Er braucht das volle Vertrauen des Trainers. Und das Gefühl, dass er auch mal einen Fehler machen darf. Die Chance hatte er in Frankfurt zuletzt nicht.“ Dabei sei die Situation des Brasilianers nicht unbedingt seinen Fähigkeiten geschuldet, sondern handele sich vielmehr um ein Kopfthema. „Er hat schon klasse gehalten und definitiv durch seine Verletzungen nicht das Torwartspiel verlernt. In Frankfurt ging nach dem ersten Fehler direkt die Diskussion wieder los. Das beschäftigt einen Torwart natürlich“, fühlt der 276-fache Adlerträger mit dem Youngster. Santos hatte sich nach seiner Ausbootung bewusst für den Verbleib in Frankfurt entschieden. So schrieb er damals auf seiner Instagram-Seite: „Der einfache Weg im Fußball ist, wegzulaufen und sich einen anderen Verein zu suchen. Aber ich bin überzeugt, dass Frankfurt zum aktuellen Zeitpunkt der richtige Ort für mich ist. Der richtige Ort, um mich zu entwickeln, zu lernen, ein guter Teamplayer zu sein und mit dem Verein gemeinsam zu wachsen.“ An diesem Gedanken soll sich laut der „Bild“ seitdem nicht viel verändert haben. Der Spieler selbst würde am liebsten in Frankfurt den Durchbruch schaffen. Zum aktuellen Zeitpunkt scheint das jedoch recht unwahrscheinlich. So wird Kaua Santos im kommenden Winter wohl erneut vor einer Entscheidung stehen.

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