„Schlampig mit Ball, passiv gegen den Ball. Das war nicht gut genug“, so das vernichtende Urteil von Eintracht-Kapitänin Laura Freigang, nachdem ihr Team am Samstagnachmittag in Bremen gegen den SV Werder mit 2:4 verlor. Nach dem bitteren Viertelfinal-Pokalaus am Mittwoch gegen den VfL Wolfsburg (0:1) also die nächste Niederlage für die Frauen von Eintracht Frankfurt. Vor der Länderspielpause befand sich die SGE eigentlich in einer guten Verfassung, gewann fünf Pflichtspiele in Folge. Im Norden ließ man aber nach einer guten Anfangsphase vieles vermissen. Dadurch rücken die Bremerinnen in der Tabelle nun auf einen Zähler ran, wobei sie ein Spiel weniger auf dem Konto haben. Und auch die TSG Hoffenheim kann noch an diesem Wochenende an den Hessinnen auf dem dritten Rang vorbeiziehen.
Den besseren Start erwischten die Werderanerinnen, die von der ehemaligen Frankfurter U20-Trainerin Fritzy Kromp trainiert werden. Eine Flanke segelte durch die neu formierte Frankfurter Hintermannschaft und landete im Strafraum bei Verena Wieder. Frankfurts Torfrau Lina Altenburg zeigte jedoch auf der Linie einen starken Reflex und konnte den Abschluss mit dem Fuß parieren. Im Vergleich zum Pokalspiel unter der Woche hatte Arnautis in der Viererkette anstatt Marthine Østenstad und Nadine Riesen Jella Veit und Pia-Sophie Wolter aufgeboten. Zudem durften Lisanne Gräwe für Elisa Senß und Jarne Teulings für Geraldine Reuteler starten. Die Antwort der SGE folgte in Minute 13, als Nicole Anyomi Freigang bediente, die sich für ihren Abschluss im Strafraum allerdings zu viel Zeit ließ und dann im Zweikampf zu Boden ging. Der Pfiff durch Schiedsrichterin Nadine Westerhoff blieb jedoch aus. Im Nachschuss zog Ereleta Memeti drüber.
Beide Teams setzen in der ersten Halbzeit zum Doppelschlag
Wenig später zielte Anyomi besser. Einen Freistoß aus rund 20 Metern zirkelte die deutsche Nationalstürmerin über die Mauer ins obere, linke Eck (23.). Führung für die Frankfurterinnen. So ging es direkt weiter. Nur rund drei Minuten später fand Anyomi Rebecka Blomqvist im Strafraum, die sofort ins lange Eck abzog. Doppelschlag für die Adlerträgerinnen! Die Gastgeberinnen hatten kurz vor der Pause allerdings die passende Antwort, denn auch sie trafen innerhalb von drei Minuten zum Blitz-Ausgleich: Zuerst fälschte Sara Doorsoun einen Distanzschuss von Larissa Mühlhaus unhaltbar ab (44.), dann hämmerte Mühlhaus einen direkten Freistoß unter die Latte (47.). „Wir haben dann mit und gegen den Ball die Aggressivität vermissen lassen. Dann haben wir ein Stück weit arrogant gespielt und gedacht, dass es ein leichtes Spiel wird. Werder hat gezeigt, dass es nicht leicht wird. Wir haben sie zweimal vor der Halbzeit eingeladen“, kritisierte Nina Lührßen die Passivität vor der Pause.
Auch nach der Pause war das Spiel der Adlerträgerinnen weiterhin fehlerbehaftet. Nach einem Freistoß konnte Altenburg den Ball in der Luft nicht festhalten, woraufhin die Kugel direkt vor den Füßen von Mara Alber landete. Die Bremerin verwandelte eiskalt zur 3:2-Führung (52.). Spiel gedreht und das zweite Tor nach Standard. Besonders ärgerlich für die Hessinnen, wie Freigang nach dem Spiel zugab: „Dass sie nach Standards gefährlich sind, wussten wir, daher ist es extrem bitter.“ In der Folge versuchten die Gäste den Ausgleich zu erzielen und drückten die Bremerinnen hinten rein, unter anderem Gräwe (67.) und Memeti (72.) scheiterten. Chancen, die man hätte „machen müssen“, wie Freigang im Nachgang bewertete. Die endgültige Entscheidung fiel rund eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit, als Anyomi den Ball in der eigenen Hälfte verlor. Die eingewechselte Lena Petermann konnte in den Strafraum eindringen und fand in der Mitte die ebenfalls eingewechselte Medina Desic, die an Altenburg vorbei zum 4:2-Endstand einschob.
„Zum Vergessen“: SGE ließ nach Anfangsphase alles vermissen
So zog Lührßen das Fazit: „Ich will nicht sagen, dass wir nicht den Willen hatten. Ein Stück weit hat aber die Aggressivität gefehlt und auch mal über die Grenze zu gehen. Werder wollte den Sieg etwas mehr. Sicher auch ein Stück weit glücklich, letztendlich können wir uns aber nicht beschweren. Einen Sieg hätten wir nicht verdient.“ Schlag auf Schlag geht es jetzt für die Eintracht-Frauen weiter: Am Mittwoch steht das wichtige Nachholspiel um den dritten Tabellenplatz gegen Hoffenheim an, am darauffolgenden Samstag wird der HSV in Frankfurt zu Gast sein. In Bremen sei man gut gestartet, das könne man mitnehmen, „der Rest war leider zum Vergessen“, blickte Freigang voraus. Um den Champions-League-Rang zu verteidigen werden zwei Siege dringend nötig sein.






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