„Chancen nicht hundertprozentig genutzt“: Igor Matanovic, Ex-Eintracht-Stürmer, der in diesem Sommer zum SC Freiburg wechselte, hat sich im Gespräch mit dem „Kicker“ zu seiner Zeit in Frankfurt geäußert. Dabei sagte der Kroate, dass er sich in Frankfurt „sehr, sehr wohl gefühlt“ habe. Es habe ihm aber an Erfahrung gefehlt, sagte er. Auch die Konkurrenz sei sehr groß gewesen. „Es war natürlich schwer, an zwei Konkurrenten vorbeizukommen, die da einfach wahnsinnig gute Leistungen gebracht haben“, sagte er mit Blick auf Hugo Ekitiké und Omar Marmoush. Obwohl er vor allem zum Ende der Saison immer weniger zum Einsatz kam, glaube er, dass er „sehr, sehr wichtige Erfahrungen“ gemacht und einen Schritt für seine Persönlichkeit gemacht habe. Er verriet auch, dass der Wechselwunsch von ihm kam. „Ich wollte einfach wieder mehr Fußball spielen, mehr Spielzeit in der Bundesliga sammeln. Das wäre in Frankfurt auch in dieser Saison nicht wahrscheinlicher geworden“, so der Angreifer. Einen Vorwurf mache er der SGE aber nicht: „Ich habe definitiv meine Chance bekommen, auch zwei, drei Chancen. Dafür bin ich dem Verein und dem Trainerteam absolut dankbar. Bei so einem großen Klub ist das nicht selbstverständlich für einen Jungen, der aus der zweiten Liga kommt und noch keine Erfahrungen vorzuweisen hat in der Bundesliga. Diese Chancen habe ich dann, ehrlich gesagt, nicht hundertprozentig genutzt.“
Burkardt wieder auf dem Trainingsplatz: Nach seiner Erkältung ist Jonathan Burkardt am heutigen Montag wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Ob, er allerdings bereits am kommenden Mittwoch (1:30 Uhr deutscher Zeit) gegen Louisville City FC auflaufen wird, ist dabei noch unklar. Gleiches gilt für den Aston Villa-Torschützen Ebu Bekir Is, der aufgrund von Belastungssteuerung nur individuell trainierte. Auch Nathaniel Brown wurde individuell betreut und wird voraussichtlich erst nach dem Trainingslager in den USA wieder spielbereit sein.
Berater-Wechsel bei Abgangskandidat: Dass Junior Dina Ebimbe wohl vorerst nicht mehr mit dem Adler auf der Brust auflaufen wird, ist keine Neuigkeit. Die Eintracht hat dem 24-Jährigen klar signalisiert, dass es am Main keine Zukunft für ihn gibt. Ein Wechsel kam aber bisher trotz intensiver Bemühungen von Verein und Spieler nicht zustande. Transfers zu Galatasaray und Monaco scheiterten auf den Zielgeraden. Der Franzose hat daher jetzt wohl Maßnahmen ergriffen und ist zu einem bekannten Berater gewechselt: Wie die „Bild“ berichtet hat Pini Zahavi den Mittelfeldspieler unter Vertrag genommen. Der 82-Jährige vertritt unter anderem Spieler wie Nkunku, Lewandowski sowie Tah und gilt als knallharter Verhandlungspartner. Interesse an Ebimbe soll es aus Nizza und beiden Vereinen aus Sevilla geben.
Ekitiké-Einnahmen verplant: Eintracht Frankfurt wird trotz des XXL-Transfers von Hugo Ekitiké zum FC Liverpool mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten auf dem Sommertransfermarkt agieren können. Vorstandssprecher Axel Hellmann erklärte gegenüber dem „kicker“: „Die Einnahmen werden aufgrund vergangener, aktueller und zukünftiger Transferverpflichtungen mehr oder weniger komplett reinvestiert. Es ist also nicht so, dass wir – wie einige Blätter geschrieben haben – den Festgeldspeicher von München nach Frankfurt geholt hätten.“ Hinzu kommt, dass sich PSG bei seinem ehemaligen Spieler eine Weiterverkaufsbeteiligung sicherte, weshalb die Hessen 20 Millionen Euro der Ablöse an den französischen Meister abdrücken müssen. Solche Klauseln sind für Frankfurter Verhältnisse atypisch. „Bei Ekitiké mussten wir uns aber darauf einlassen, andernfalls müssten wir bei solchen Deals richtig tief in die Tasche greifen. In dem Segment der Top-Talente, in dem wir unterwegs sind, wird der Markt insgesamt immer schwieriger“, so Hellmann.
Kein Campbell-Wechsel? Immer wieder wurde Rechtsaußen Cole Campbell von Borussia Dortmund in den letzten Wochen bei verschiedenen Bundesligisten in den Ring geworfen, auch die Frankfurter Eintracht galt als Interessent am 19-Jährigen. Nun gibt es laut der „Bild“ aber ein Umdenken bei den Dortmundern, die überlegen, ob ein Transfer überhaupt Sinn mache, vor allem nach dem Abgang von Jamie Gittens und der Verletzung von Julien Duranville. Demnach sei ein Ersatz wohl teuer und Campbell solle hier eine Chance bekommen.
Ex-Adler zu Ex-Klub: 2021 wechselte Torhüter Diant Ramaj vom 1. FC Heidenheim zur Frankfurter Eintracht. Jetzt sieht es laut einem Bericht der „Bild“ so aus, als ob der Keeper wieder nach Heidenheim geht. Demnach haben sich der aktuelle Klub des Deutschen, Borussia Dortmund, und der letztjährige Relegationsteilnehmer auf eine Leihe für eine Saison geeinigt. Hier soll Ramaj Spielpraxis sammeln, in der kommenden Saison soll die Situation im BVB-Tor dann neu bewertet werden. In dieser Spielzeit hätte Ramaj hinter Gregor Kobel ziemlich sicher nur auf der Bank gesessen.
Ex-Adler bleibt wohl: Und auch von einem anderen ehemaliger Adlerträger gibt es Neuigkeiten. Wie das Portal „DeichStube“ berichtet, will Andre Silva wohl beim SV Werder Bremen, wo er vergangene Rückrunde bereits aktiv war, bleiben. Aber: Eine Einigung dem Noch-Arbeitgeber Leipzig des Portugiesen steht aus.






19 Kommentare
Hellmann hat natürlich recht: Das Geld ist bereits “verplant”.
Aber nicht nur für neue Spieler und Vertragsverlängerungen, sondern auch für den jährlichen “Ultra-Tribut” a den DFB.
Seit 2010 summiert sich das auf über 4 Millionen Euro… Tendenz stark ansteigend!
DFB Strafen der letzten 3 Jahre:
- 2022/23: 918.950 EUR (Rekordstrafe, fast 1 Million)
- 2023/24: 906.950 EUR (Randalemeister-Titel, 12 Strafen für 17 Vorfälle)
- 2024/25: 709.600 EUR (bis Juli, letzte Großstrafe 489.100 EUR im Juni)
Gesamtbilanz: 2.535.500 EUR in drei Jahren, das sind durchschnittlich 845.000 EUR pro Saison allein an DFB-Strafen.
Zum Vergleich mit dem Ekitiké-Deal: Die 95 Millionen Euro Erlös müssen 20 Millionen an PSG abgegeben werden, bleiben also netto 75 Millionen. Davon gehen in drei Jahren statistisch etwa 2,5 Millionen für Fan-Strafen weg -das sind über 3% des Netto-Transfererlös für Hugo, die schlicht durch Randale “verpuffen”.
Du sprichst mir ja sowas von aus der Seele. Und was passiert, wie immer nix.
Zeno ... Du hast ein wichtiges Thema gewählt. Allerdings ist dieses Thema nicht wohlgelitten, was man an den Daumen runter sehen kann. Meinen Daumen nach oben hast Du jedoch !
Der augenscheinlich rechtsfreie Raum, den die SGE-Verantwortlichen den Ultras ermöglichen, ist ein unsäglicher Zustand. Unter Umständen ist dies auch den guten Taten eines Markus Krösche geschuldet ? Es ist ja genug Geld da, damit man den Blödsinn der "Superduperhastenichgesehen Fangruppe Ultras" bezahlen kann.
In Erinnerung wird mir insbesondere das völlig absurde Verhalten der Ultras in Bochum (=> Fluchttor) bleiben. Da hat man genau gesehen, dass die Selbstinszenierung des eigenen Egos für die Ultras über dem Wohl und Wehe der SGE steht.
Ich nehm die Daumen nicht persönlich, alles gut :)
Ich bin bei dem Thema Ultras aber auch ambivalent!
Die Ultras gehören für mich zum Fußball dazu - Stimmung, Choreo, Auswärtsfahrten.
Pyro? Wenn es kontrolliert bleibt, hab ich nix dagegen, finde ich in der Choreografie sogar gut.
Wald-Rangeleien sind deren Sache, sollen sie halt machen, solange niemand am Boden nach getreten wird. Aber nicht irgendwelche Hinterhalte am Rastplatz… das ist einfach nur Feige.
Was mir aber richtig auf den Zeiger geht, sind Aktionen im Stadion, die anderen schaden: Blockaden, Wurfgeschosse, Spielunterbrechungen, irgendwas, was uns Geld, irgendwann Punkte oder am Ende den ehrlichen Support kostet. Da hört es für mich einfach auf.
Und die letzten Jahre kommt es mir so vor als ob man “schaut wie weit man es treiben kann”.
Jeder kann machen, wie er mag, solange unser Verein und normale Fans nicht drunter leiden oder Strafen gezahlt werden müssen, fehlt mir jedes Verständnis. Ultras ja, aber in Verantwortung für die SGE, nicht auf deren Kosten
Danke zeno, ich hätte es für mich nicht besser formulieren können 👍
Sehe es genauso, auch mit den Grenzen und man muss eines halt auch mal sagen, die Verantwortlichen der Eintracht sind ja nicht blöd, es wird schon Gründe geben, warum es so läuft, wie es läuft.
Und nein, ich komme nicht aus der NWK, aber genieße die Stimmung dort mehr als das ständige Gejammer der Erfolgsfans auf der Gegentribüne beim ersten Fehlpass!
Allerdings fand ich die Aktionen in Bochum und Mainz, wo ich beide Male auswärts dabei war, auch kompletten Kindergarten. Ich bin gespannt, ob sich die Ultras ähnlich wie die Eintracht positiv "entwickeln" und auf solche Aktionen zukünftig verzichten!
Anhand deiner Aussage "Wald-Rangeleien sind deren Sache" erkennt man, dass du wenig Ahnung über Ultras hast.
@4 + 5
Gegen Pyro ham wir nix, finden wir sogar gut...
Hauptsache "kontrolliert" und "in der Choreo".
Merkt ihr selber - oder muss man euch da helfen?
Bei was genau, helfen? 🤔
So wie es da steht (kontrolliert und bei Choreos), ist es zumindest für mich ok, basta!
Im Übrigen, was ich noch viel besser finden würde, wenn Pyro im Stadion kontrolliert erlaubt wäre, so wie im Pilotprojekt in Norwegen. Dann hätte man entspprechend bei Choreos Stimmung und müsste nicht gleich Strafen verhängen.
Ist es nicht so, dass bei einer stimmungsvollen Choreo, es fast kein Zuschauer gibt, der nicht sein Handy zückt und Videos/Fotos macht? Also meine Beobachtung ist zumindest so.
Und nicht zuletzt die gute Stimmung im Stadion überzeugt auch den einen oder anderen Neuzugang, zur Eintracht zu kommen. Wenn Spieler nach ihren Beweggründen gefragt werden ist der super SGE-Support meinst das erste oder zweite Argument, das genannt wird.
Ich bin auch gegen jede Gewalt und Raketen in andere Blocks usw.. aber wenn man die Ultras anhand einer solchen Rechnung messen will, sollte man auch die andere Seite bedenken: Erfolge, die durch den Support errungen wurden, knappe Spiele, die in Siege gedreht wurden, weil (auch) die Ultras extrem Stimmung gemacht haben, Choreos, die uns europaweit Ansehen gebracht haben und Spieler, die wegen dieser Umstände zu uns gekommen sind, obwohl andere mehr gezahlt hätten. Und auch Spieler, die sich in unserem Umfeld, zu dem die Ultras zählen, extrem gut entwickelt haben (und nach teuren Transfers dann nicht mehr)... all das übersteigt bestimmt locker 800k/Jahr als Gegenwert im Vergleich zu Vereinen ohne eine solch aktive Ultras-Szene und die damit verbundenen Effekte. Natürlich rechtfertigt das keine Gewalt und es wäre es das beste, es gäbe nur die positiven Seiten. Aber das sollte in der Gesamtbewertung, zumindest wenn man es hier auf reine Zahlen runter bricht, schon auch einbezogen werden. Ich glaube, dass der Verein, rein finanziell gesehen, eher profitiert.
Ich finde die Berichterstattung teilweise fragwürdig, oder etwas liegt tatsächlich im Argen.
Wie oft lese ich, dass wir keine hohen Transfers stemmen können, erst verkaufen müssen, um weiter zu kaufen usw.
Was wäre denn gewesen, wenn wir Büffelherde, Kolo, Omar, Hugo usw nicht verkauft hätten ?
Würden wir dann die Heimspiele unter Aufsicht von Insolvenzverwaltern auf Asche gegen Offenbach 2 austragen ?
@10 wenn's das häufige Geld aus Transfers nicht gäbe, hätte man (vernünftigerweise) die Kaderkosten so weit runtergeschraubt, dass man sie sich leisten kann. Wie die SGE aussähe, wenn sie nur mit TVgeld, Karten und Bratwurst operiert, interessanter Gedanke, ich vermute mal irgendwas zwischen Augsburg und Mainz?
Ich meine zuletzt etwas von ca. 90 bis 100 Mio Etat kosten gelesen zu haben. Als der Fussballgott noch bei uns aktiv war hatten wir einen Etat von 26 Mio. Die TV Gelder die aktuell die Eintracht für die jetzige Saison bekommt -> 69 Mio... (3.Platz aus Vorsaison)
Mit Zuschauer-Gelder + TV Gelder kommen wir gerade so über die Etat-Kosten.
Die Transfereinahmen sorgen dafür das man einen gewissen Puffer hat um nicht sofort das Tafelsilber veräußern zu müssen um weiterhin attraktiven Fussball anzustreben.
Ich glaube Matanovic war zur falschen Zeit am richtigen Ort. So ist das manchmal.
Wenn Pyro für dich so ok ist, biste dann auch bereit deinen Anteil an den Zündelgebühren zu zahlen - pro Brandsatz mindestens 1.000 € ?
Oder biste doch nur einer von den angeblich fast allen Zuschauern, ein handyzückender, voyeuristischer Glotzer, der sich nie und nimmer die Griffel an nem Bengalo verbrennen würde? Bitte nicht missverstehen, bei dir kann man sich das überhaupt nicht vorstellen. Aber es gibt ganz sicher sehr viele mit dieser Haltung, vermutlich ist es die absolute Majorität der Besucher. Und genau diese fatale indifferente Gleichgültigkeit verursacht, dass die Eintracht bereit sein wird, auch weiterhin horrende Randalegebühren zu leisten.
Deswegen: bin ich für die totale Erlaubnis von Zündelei welcher Art auch immer, wenn's sein soll, gerne auch unkontrolliert: Und zwar 90 Minuten vor dem Spiel bis spätestens 30 Minuten vor Anpfiff, sodass sämtliche Giftqualmschwaden sich zeitig verflüchtigen können. Das Stadion dürfen währenddessen Zuschauer betreten, die Zündelei für unabdingbar halten und ihre Handies zücken müssen. Entsprechend 1 Stunde nach Abpfiff selbstverständlich nochmal das Gleiche. Die entstehenden Kosten für die Pyropathen-Spezial-Shows, also ggf. erforderlicher Sicherheitsaufwand, Feuerwehr samt Gerätschaften tragen die Zündler und deren Publikum; kann man dann außer aus dem UF-Spendenkonto durch entspr. Eintrittsgeld decken.
Betr. Haftung bei Verletzung, Brand- u. Sachschäden wird's etwas heikler. Aber die Ultras und ihre Eintracht finden da garantiert ne Lösung: Feuer frei!!
Adel: was schreibst da wieder für einen Unsinn? Pyro abbrennen weit nach spielschluss oder weit vor Beginn? Wie weit bist du entfernt?
Puh, was bin ich denn für einer? Und den du so gut kennst oder meinst zu kennen, um aus Geschriebenen, Profilbild (wo du noch nicht mal weißt, ob ich das eigentlich bin) dir eine Meinung über mich bilden zu können?
Nur weil ich nicht, wie du, Pyro auf Gedeih und Verderb anprangere, bin ich noch lange nicht "ein handyzückender, voyeuristischer Glotzer, der sich nie und nimmer die Griffel an nem Bengalo verbrennen würde?". Nichts von all dem, ich bin eigentlich nur Fußball und besonders Eintracht Fan!
Es muss hier halt immer schnell persönlich werden. Es sei dir gegönnt, wenn's dich glücklich macht.
Da muss ich jetzt aber doch mal was beitragen. Eigentlich ist zu dem Thema alles gesagt und das hier fast off topic zu eröffnen bringt eh nix. Aber ich verstehe auch nicht, wieso adelaar hier so steil auf einen doch sehr gemäßigten Kommentar von suedhesse geht. Das ist ja mal total unnötig.
Die Position von adelaar ist klar und tatsächlich wird sie von sehr vielen hier im Forum geteilt. Kein Bock mehr auf Randale und Pyro und die ganzen Kack Strafen. Die Geduld ist erschöpft. Geht mir auch so.
Aber wie kommt man drauf, einen doch gut ausgewogenen Beitrag so runterzumachen? Voll daneben finde ich. suedhesse hat doch von Anfang an eingeschränkt, dass er das nur unter Bedingungen befürwortet, die derzeit aber nicht herrschen. Heißt für mich, wenn ich ihn nicht total falsch verstehe, dass er die aktuelle Situation eben gerade nicht(!) befürwortet! Da kann man ob seines Kompromissvorschlags anderer Meinung sein, aber dann doch nicht so arrogant wie hier im Kommentarbereich, insb. Beitrag Nr. 7. Und dann noch nachkarren. Aus meiner Sicht ganz schlechter Stil, sorry. Und ich selbst halte suedhesses Vorschlag sogar auch für weltfremd, weil die Realität der letzten Jahre zeigt, dass die Pyromanen nicht die Art von Menschen sind, die an Kompromisse glauben. Aber da muss man doch nicht so abgehen...
Lerne doch immer gerne dazu - Klär uns Ahnungslose doch bitte auf.
Vielen Dank
@rob
Ok, über Stil lässt sich bekanntlich streiten. Wenn meine Ausdrucksweise nicht moderat genug ist, denke ich mal über Besserung nach. Ich habe niemanden persönlich angegriffen und den angesprochenen User ja schon gar nicht, ganz im Gegenteil habe ich ihn von jeglichem Verdacht quasi ausgenommen.
Was du als "abgehen" bezeichnest, ist ein - zugegeben - tendenziell zorniges Unverständnis hinsichtlich dem, was du als "weltfremd" bezeichnest. Auch wenn wir uns hierin vollständig einig sind, würde ich da noch weiter gehen. Lasse ich aber jetzt.
Zu dem norwegischen Modell, über das ich mich vor nem Jahr relativ gründlich informiert habe, nur soviel: abgesehen davon, dass noch bevor in deren Liga auch nur ne einzige Partie zustande kam, bei der das Regularium wenigsten ansatzweise eingehalten wurde, ist denen am 21.7. in Trondheim der ganze utopische Goodwill in Form von Brandsätzen und Fischbouletten buchstäblich um die Ohren geflogen: mit der notwendigen Konsequenz eines Spielabbruchs. Anschließend ist die schon bis dahin jahrelange dortige Diskussion in den Medien, der Branche, den Clubumfeldern und diversen Fangruppen inwiefern das Konzept überhaupt umsetzbar sein kann, komplett eskaliert. Inzwischen ist dieses Projekt in den Augen der meisten beteiligten Verantwortlichen zunehmend ein Treppenwitz.
Und in meinen eine monströse Absurdität.
Du hast es schon angesprochen - nun könnten wir uns ja mal unsere Edelfans vor Augen halten, die ganze endlose Reihe von Vorfällen und Exzessen allein der letzten 15 Jahre, bei denen jeder annähernd Vernunftbegabte eigentlich denkt: irgendwann kann man's nicht mehr toppen... und dann erlebt man wieder sowas wie in Bochum und Mainz.
Hat sich mal jd. von den dort waltenden Gestalten irgendwann, irgendwo dazu geäußert? Gibt es dahinter womöglich doch einen klandestinen, allenfalls für höchst Auserlesene nachvollziehbaren großartigen Plan - außer dem Verein Eintracht Frankfurt und dessen Normalanhängern von purem Fussball, gelebter Tradition und Adlerkult in jeder Hinsicht in die Fresse zu scheißen.
Hier tummeln sich doch offenkundig, @oh-esse erwähnte bereits, dass man das womöglich aus den notorischen Thumbdowns herleiten kann, diverseste UF-Angehörige, Aktivrekruten, hartgesottene Pyropathen, Erfüllungsgehilfen vulgo Mitläufer sowie mehr oder weniger indifferente, je nach Lagebild so oder so - und dann auch wieder ganz anders gestimmte Situationssympathisanten: Was ist Eure Agenda, was genau läuft so katastrophal bei Eintracht Frankfurt, dass ihr dem Verein derartig Schaden bereiten müsst?
Und, wenn die Frage erlaubt ist, was genau sucht ihr eigentlich in diesem Forum?
Oder ist das hier erst bissi kinky, seit es diese Dislike-Option gibt?
Aber nochmal konkret:
Angenommen man plane auch bei Eintracht Frankfurt so etwas wie in Norwegen, sprich: Kontrollierte Randale.
Wie geht man das nun am besten an? Also ich wäre mal der sozialpädagogische Sonderbeauftragte und vor mir sitzt die Elite unserer Edeldelegation, welche für die Perfomances von Mainz bzw. Bochum verantwortlich zeichnen. "Klaro", sage ich, "Dekomüllknollen auf gegnerische Spieler werfen finde ich auch irgendwo super witzig, tut auch niemandem weh und is echt ne Abwechlung - aber könntet ihr beim nächsten Mal nicht gefühlte 200, sondern vielleicht jeder von euch höchstens 3 Stück, weil sonst wäre das etwas zu dolle außer Kontrolle." "Lässt sich machen," sagt der Capo. "Ach, und möchtet ihr nächstes Mal eventuell drauf achten, dass ihr nicht versehentlich ne Fahnenstange auf den Schiri werft, könnte ja auch mal ins Auge gehen - und dann wird 'Blinder Schiri' euch am Ende noch als Ableismus ausgelegt." Der als Auflockerung eingestreute Scherz wird nicht so richtig verstanden, ich lache nur kurz als Einziger. "Die Stange sollte gar nicht den Schiri treffen", meldet sich einer zu Wort, "sondern den Spieler der vor ihm stand, außerdem hat es dem Schiri gar nix gemacht, hat nur bissi gezuckt und sofort weiter gemacht." "Ja, krass", erwidere ich, "der hätte ja auch markieren können und was dann?" "Nächstes Mal trinkt der Kollege paar Bier weniger, dann trifft er auch den Richtigen und gut is", bringt der Capo die Sache auf den Punkt.
Ich komme auf Bochum zu sprechen: "Und eure mutige Aktion im Ruhrstadion..." "hatten wir komplett unter Kontrolle" unterbricht mich der Capo, "wenn wir einen Spielabbruch gewollt hätten, wär das kein Problem gewesen, wir wollten nur den Rekord von Gladbach knacken, und das ham wir. Auf die Minute genau - also komm mir nicht mit Kontrolle und so'm Scheiß."
An so ner Stelle würde ich als echter Sozialpädagoge dann wahrscheinlich auf die unschätzbaren Verdienste, die legendären Choreos und Hilfskampanien der Ultras zu sprechen kommen...
Aber mal Scherz, Satire und Ironie komplett beiseite:
Wenn es in absehbarer Zeit mit unseren Spezialfans auch nur eine Annäherung in Hinsicht auf Regularien geben sollte wie sie im Rahmen dieses norwegischen Modellprojekts zwischen allen Beteiligten ausgehandelt und in einem Katalog manifestiert wurden,
sollten die Gestalten, die angeblich (@1) für fast 2,5 Mio Randalegebühren in 3 Jahren zuständig sind, sich tatsächlich nicht über sowas schlapp lachen - oder, was noch wahrscheinlicher ist, gar nicht kapieren, worum es überhaupt geht - sondern sich ernsthaft in Richtung eines irgendwie gearteten Konsenes bewegen...
Dann, ja dann muss noch ganz anderes möglich sein: z.B. unlimierte Mitführung von Gegenständen und Lebewesen in Stadien und anderen Versammlungsstätten, Auflösung wesentlicher Regeln im Straßenverkehr, "kontrollierte" Autorennen in Innenstädten, "kontrollierte" Führung von Waffen nach freier Wahl.... und Putin kapituliert, zieht sich aus der Ukraine zurück, erkennt diese als unabhängigen Staat an, leistet 2 Billionen $ Reparationen und geht zu Fuß nach Den Haag.
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.