3:3, 2:3, 3:3, 2:3, 1:3 – Was sich wie Matheaufgaben für Grundschüler anhört, sind in Wirklichkeit die Ergebnisse der letzten Begegnungen der Frankfurter Eintracht im neuen Jahr. Fällt Ihnen etwas auf? Korrekt, es ist die Zahl „3“. Aller guten Dinge sind drei, im Falle der Eintracht eher: Aller „schlechten“ Dinge sind drei. Bei der enttäuschenden wie verdienten Niederlage gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Samstag fingen sich die Hessen zum fünften (!) Mal in Folge drei Gegentore. Nicht nur das, die SGE kassierte damit bereits die dritte Pleite im Jahr 2026 und wartet seit dem Jahreswechsel auf das erste Erfolgserlebnis. Noch schlimmer: In den letzten elf (!) Spielen durfte Frankfurt wettbewerbsübergreifend nur einen einzigen Sieg bejubeln.
Theate-Degradierung „eine taktische Entscheidung“
Die internationalen Plätze rücken mittlerweile in weite Ferne, durch den Freiburger Sieg gegen Köln rutscht der Vorjahresdritte auf den achten Platz ab. Die sonst so hochfliegenden Adler befinden sich seit einigen Wochen im Sturzflug und ein Ende dieser Misere ist bisher nicht in Sicht. Dass die Fans (berechtigterweise) den Support im Laufe der Partie einstellten, unterstreicht, wie alarmierend die aktuelle Lage des eigenen Vereins ist. Die sportliche Krise am Main, sie ist nicht nur Realität, sie verschärft sich nach dem 19. Spieltag. „Ein verdienter Sieg für Hoffenheim“, musste auch Interimstrainer Dennis Schmitt mit bedrückter Miene konstatieren. Auch der U21-Coach, der nach der Toppmöller-Demission vorübergehend das Sagen hat, bis der Nachfolger feststeht, konnte in beiden Spielen bei Qarabag Agdam und gegen die Kraichgauer nicht das Ruder herumreißen. Dabei wirkte der junge Fußballlehrer in den Pressekonferenzen souverän, strahlte er doch eine gewisse Selbstsicherheit aus und gab dem Zuhörer das Gefühl, dass er weiß, was er vorhat. Schmitt scheut sich auch offenbar nicht davor, große und mutige Entscheidungen zu treffen, um neue Impulse zu setzen. Mit Arthur Theate nahm Schmitt einen Leistungsträger und Führungsspieler, der allerdings zurzeit schwächelt, aus der Startelf. „Arthur ist ein wichtiger Spieler, wird er auch bleiben. Das war eine taktische Entscheidung“, gab der Ex-Profi zu Protokoll.
Und immerhin: Die Aufstellung samt der taktischen Herangehensweise schien fürs Erste Früchte zu tragen. „Wir sind ordentlich ins Spiel gekommen. Hatten eine gute Stabilität, haben viele Dinge umgesetzt, die wir uns vorgenommen hatten. Wir hatten auch gute Ballgewinne und gute Umschaltmomente“, lobte Schmitt. Die Belohnung folgte in der 18. Minute. Can Uzuns Heber fand den durchgestarteten Arnaud Kalimuendo, der mit seinem zweiten Treffer für seinen neuen Club und seinem ersten vor heimischer Kulisse anfangs Euphorie auslöste. „Kali hatte gute Momente“, freute sich auch sein Trainer. In so einer Situation, in der sich Schmitts Mannschaft aktuell befindet, braucht sie das Quäntchen Glück und einen guten Torhüter. Ozan Kabak scheiterte wenige Minuten später per Kopf an den Pfosten, der umstrittene Kaua Santos parierte in der Schlussphase der ersten Hälfte einen guten Schuss von Fisnik Asllani. „Trotzdem hatten wir den den einen oder anderen Umschaltmoment, wo wir den letzten Pass nicht sauber gespielt haben und die falsche Entscheidung getroffen haben“, bemängelte Schmitt. Dennoch hielt seine Truppe hinten die Null. Mit einem knappen 1:0 und einem guten Gefühl gingen die Hausherren in die Kabine.
„Mich ärgern die Gegentore“
Nach einem zwar nicht berauschenden, aber doch soliden Auftritt in den ersten 45 Minuten hatte man nicht den Eindruck, dass das aus hessischer Sicht noch schiefgeht. „Wir haben in der Halbzeit klar analysiert, was auf uns zukommen wird, weil wir wissen, dass Hoffenheim flexibel ist und im Ballbesitz immer wieder Dinge anpassen kann.“ Die Gastgeber kamen zunächst gut aus der Kabine. Sieben Minuten dauerte es, bis ein desolates Abwehrverhalten, gepaart mit einem Santos-Lapsus, den Ausgleich verursachte und so eine Drangphase des Gegners einleitete. „Mit dem ersten Gegentor konnten wir in der Phase einfach nicht dagegenhalten.“ 13 Minuten reichten dem Team von Christian Ilzer, um das Spiel komplett auf den Kopf zu stellen. „Wir sind nach dem 1:1 in alte Muster verfallen und wurden instabil.“ Was den 32-Järhigen extrem ärgere ist, „dass wir beim 1:1 einen taktischen Fehler haben, wo wir uns diagonal rausziehen lassen. Dann fehlt der Mann bei der Flanke in der Box.“ Mehr ärgere den Coach vor allem das zweite Gegentor, „weil wir die Ecke eigentlich verteidigt haben, und dann mit der zweiten Welle ein Ball mittig im Fünfmeterraum einschlägt.“ Das 1:3 war eine Flanke, die Pechvogel Aurèle Amenda unfreiwillig und unglücklich ins eigene Gehäuse abfälschte. „Das passt zur Situation“, wie Schmitt richtig schlussfolgerte. Die Mannschaft müsse lernen, mit Rückschlagen umzugehen, stabil zu bleiben, Kontrolle wieder reinzubekommen und sich über Aktionen mutiger ins Spiel reinzuarbeiten. „Das haben wir heute nicht geschafft.“
Wie geht es jetzt aus Eintracht-Sicht weiter? Dennis Schmitt wird gemeinsam mit Alex Meier „Fußballgott“ auch beim letzten sportlich bedeutungslosen Champions League-Spiel gegen Tottenham Hotspur am kommenden Mittwoch an der Seitenlinie stehen. Das bestätigte Sportvorstand Markus Krösche in der Mixed Zone. „Wir werden es morgen analysieren. Wir werden die Dinge ansprechen, die wir gut gemacht haben und klar ansprechen, was wir besser machen müssen“, gab Schmitt die Marschroute vor. „Dann müssen wir Schritte nach vorne machen, das ist ganz normal.“ Der Plan lautet: „Analyse, Training, auch wenn es nicht viel Zeit ist, aber einfach weiterarbeiten.“






60 Kommentare
Natürlich kann man Situationen im bezahlten Fußball fast nie Eins zu Eins vergleichen, dass ist mir natürlich auch klar.
Jeder hier bei sge4ever weiß um deine Treue zu Dino Tippmöller und das ehrt dich auch.
Trotzdem sind Parallelen zu erkennen wo Leverkusen rechtzeitiger die Reißleine gezogen hat, während in Frankfurt mit Nibelungentreue die Situation verschärft wurde.
Nicht nur in dieser Saison, sondern auch schon viel früher gab es Zweifel an Dinos Art Fußball spielen zu lassen, dem Umgang der Führungsebene damit und wo das hinführen kann ( wird ). Und das nicht nur hier im Forum!
Wie du siehst, gebe ich -und ich glaube auch die breite Anhängerschaft- nicht Dino die alleinige Schuld an dem Scherbenhaufen den wir jetzt vor uns liegen haben.
Letztendlich ging es mir in meinem Beitrag viel mehr darum, anhand eines vergleichbaren Beispiels aufzuzeigen, dass es einfache Lösungen für unsere Situation geben kann.
Mal generell. Die Mannschaft wurde vorab durch die Medien zu viel hochgelobt. Was den neuen Trainer betrifft - da wurde schon zu lange gewartet. Der Zug für Europa ist bereits so gut wie abgefahren. Bei einer Niederlage gegen Leverkusen allerdings endgültig. Aber diese Situation ist man ja nach 65 Jahren als Fan schon gewohnt. Heißt, jach 6 Jahren mal wieder nicht international
Also ich werde am Mittwoch im Stadion frieren und habe gar kein Problem damit, eine Mannschaft mit Buta, Chandler, Bahoya, Dahoud und Ngankam zu sehen. Warum? Weil es das einzige sinnvolle ist. Ja, es geht um Geld, ja, es geht darum, sich irgendwie ehrenvoll zu verabschieden. Aber sind wir doch Mal ehrlich: wir sind gerade völlig im Arsch und spielen hintereinander gegen die direkten Tabellennachbarn Leverkusen, Freiburg und Union. Wenn wir da Mal 4 Punkte holen und eine ausgeglichene Tordifferenz, ist mir doch (fast) egal, wie viel uns Kolo einschänkt. Ich bin überzeugt, dass wir noch eine ordentliche Runde spielen, wenn wir es schaffen, an 2-3 Stellschrauben ordentlich zu drehen. Am Samstag waren wir davon gar nicht sooooo weit entfernt. Mittwoch irgendwie überstehen und Samstag mal unter 3 fangen ... dann gehts auch wieder bergauf!!
Die Rückrunde hat gerade erst angefangen. Wir haben selbst öfter erlebt, was in den letzten 4-5 Spielen noch alles passieren kann. Im Januar die Saison für beendet zu erklären ist mir persönlich dann doch ein bisschen zu früh!
Noch schlimmer, Skhiri durfte das gesamte Spiel noch einmal durchspielen.
Chaibi und Larsson wären bereits eine Verbesserung, Hojlund und Larsson (oder Dahoud) ein Fortschritt.
Larsson? Hast Du dem Mal am Samstag zugeschaut? Schlimm. Keinen Zweikampf geführt, keine Grätsche - nur nebenhergedackelt. Das siehst Du als Verbesserung?
Eine Verbesserung gegenüber Skhiri? Ja, auch wenn es derzeit nicht die ideale Lösung ist, da stimme ich zu.
Im Idealfall würde ich mit dem aktuellen Kader Hojlund und Koch (oder Theate) ins Mittelfeld stellen und anschließend die entsprechenden Anpassungen in der Dreier- (oder Vierer- Abwehr vornehmen, je nach Gegner).
Larsson war mMn in den letzten Wochen keinen Zentimeter besser als Skhiri.
Die Idee mit Hojlund und Koch vor der Abwehr gegen Leverkusen finde ich gar nicht so schlecht. Dann packen Garcia und Co wenigstens die Schienbeinschoner ein. Gegen Skhiri und Larsson können sie auch in Badehose spielen. Gut ... zu kalt vielleicht.
Larsson war okay, nicht herausragend im letzten Jahr, während Skhiri konstant miserabel gespielt hat – das macht mir Hoffnung. Zuletzt waren beide nutzlos, da stimme ich zu.
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.