Nach kräftezehrenden 120 Pokalminuten inklusive Elfmeterschießen mit dem besseren Ende für die Eintracht warteten auf die Frankfurterinnen bereits die nächsten 90 herausfordernden Minuten. Im Bundesliga-Topspiel eröffneten die SGE und der VfL Wolfsburg gemeinsam mit dem FC Bayern und Werder Bremen am Freitagabend den neunten Spieltag. Dritter gegen Zweiter – die Ausgangslage versprach Spannung. Trotz zwischenzeitlichen Ausgleichs musste sich die Eintracht nach einer lange ausgeglichenen Partie mit 1:3 geschlagen geben. Das einzige Frankfurter Tor erzielte Amanda Ilestedt. Für die Gäste trafen Ella Peddemors (2) und Smilla Vallotto.
Drei Veränderungen in der Startelf
Im Vergleich zum Pokalerfolg in Nürnberg nahm Cheftrainer Niko Arnautis drei Veränderungen vor. Zwischen den Pfosten kehrte Lina Altenburg zurück und ersetzte Pokalheldin Sophia Winkler. Zudem rotierten Rebecka Blomqvist und Dilara Acikgöz für Hayley Raso und Noemi Ivelj aus der Startelf. Mit folgender Formation ging die Heimmannschaft ins Spitzenspiel: Altenburg – Lührßen, Östenstad, Ilestedt, Krumbiegel – Memeti, Ivelj, Bennison, Raso – Freigang, Mühlhaus. Arnautis setzte dabei auf ein klassisches 4-4-2-System.
Aufseiten der Wolfsburgerinnen standen Johannes – Linder, Küver, Carleer, Bjelde – Minge, Zicai, Peddemors, Vallotto, Huth – Prasnikar in der Anfangsformation. Zudem nahm Sophia Kleinherne auf der Bank Platz. Damit standen insgesamt vier ehemalige Adlerträgerinnen im Aufgebot der Wölfinnen.
Peddemors trifft – Ilestedt antwortet prompt
Die Begegnung hielt von Beginn an, was sie im Vorfeld versprochen hatte. Bereits nach zwei Minuten setzten die Gastgeberinnen die erste Duftmarke: Larissa Mühlhaus wurde im rechten Halbraum nicht attackiert und setzte den Ball mit einem Schlenzer knapp über das Tor. Eigentlich hatte die Eintracht die Partie in der Anfangsphase gut im Griff, ehe Wolfsburg mit seiner ersten gelungenen Offensivaktion eiskalt zuschlug. Nach einem langen Ball hinter die Abwehrkette nahm Svenja Huth Fahrt auf. Im Strafraum legte die Kapitänin der Wölfinnen auf Ella Peddemors ab, die aus vollem Lauf unhaltbar ins rechte untere Eck traf (13.). Ob Huth bei ihrem Vorstoß im Abseits gestanden hatte, ließ sich anhand der Wiederholung nicht eindeutig erkennen. Die Fahne der Assistentin blieb jedenfalls unten.
Damit mussten die Adlerträgerinnen früh einem Rückstand hinterherlaufen. Mit der Führung im Rücken für Wolfsburg verschoben sich die Kräfteverhältnisse zunehmend zugunsten der Gäste aus der Autostadt. Erst nach gut 25 Minuten fand die Eintracht wieder besser ins Spiel. Paulina Krumbiegel bediente Amanda Ilestedt mit einer flachen Hereingabe aus dem rechten Halbfeld. Die aufgerückte Innenverteidigerin tauchte plötzlich frei vor Stina Johannes auf, scheiterte mit ihrem Abschluss jedoch an der rechtzeitig herausstürmenden Ex-Frankfurterin (26.). Eine Minute später machte es Ilestedt besser: Einen Eckball von der rechten Seite brachte Standardspezialistin Nina Lührßen scharf in den Sechzehner. Dort stieg die Schwedin am höchsten und köpfte aus kurzer Distanz zum 1:1 ein (27.). Ein verdienter Ausgleich aus hessischer Sicht.
In der Folge beruhigte sich das Spielgeschehen etwas. Rund zehn Minuten vor der Pause versuchte es Janina Minge aus der Distanz, setzte ihren Schuss allerdings zu hoch an (34.). Auf der Gegenseite fasste sich Noemi Ivelj aus ähnlicher Position ein Herz. Ihr Versuch war zwar besser platziert, stellte Johannes aber aufgrund der zentralen Positionierung vor keine größeren Probleme (39.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff verpasste Frankfurt sogar die Führung. Nach einem hohen Ballgewinn schalteten die Hessinnen schnell um. Ereleta Memeti bediente Laura Freigang, die Larissa Mühlhaus links im Strafraum in Szene setzte. Die Angreiferin legte den Ball zurück auf die einschussbereite Kapitänin. Doch aufgrund des unebenen Rasens sprang das Spielgerät unglücklich auf, sodass Freigang am Ball vorbeitrat (43.). Das nötige Quäntchen Glück fehlte den Frankfurterinnen in dieser Szene. So ging es nach einer engagierten Schlussphase der Gastgeberinnen mit einem 1:1 in die Kabinen.
Wolfsburg schlägt nach der Pause eiskalt zu
Beide Coaches verzichteten zum Wiederbeginn auf personelle Veränderungen. Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten allerdings die Gäste. Nach einem Frankfurter Ballverlust schalteten die Wolfsburgerinnen blitzschnell um. Im Vier-gegen-zwei trieb Peddemors den Ball nach vorne und legte auf der rechten Seite für Smilla Vallotto ab. Die Offensivspielerin zog im Strafraum aus kurzer Distanz ab und hämmerte die Kugel ins kurze Eck (50.). Für Altenburg gab es nichts zu halten – Wolfsburg lag erneut in Führung. Nach einer Stunde reagierte VfL-Trainer Stephan Lerch mit einem Doppelwechsel: Lara Prasnikar und Cora Zicai machten Platz für Cecilie Flöe Nielsen und Kessya Bussy (61.). Der erneute Rückstand zeigte bei der Eintracht Wirkung. Den Hessinnen fiel offensiv zunächst wenig ein. Arnautis versuchte mit einem Doppelwechsel gegenzusteuern: Rebecka Blomqvist und Dilara Acikgöz kamen für Hayley Raso und Hanna Bennison.
Doch der erhoffte Effekt blieb aus. Stattdessen übernahm Wolfsburg zunehmend die Kontrolle und stellte 20 Minuten vor dem Ende die Weichen endgültig auf Auswärtssieg. Nach einem Sololauf konnte Lührßen Huth nur noch mit einem Foul stoppen. Den fälligen Freistoß aus zentraler Position vor dem Strafraum zirkelte Peddemors rechts um die Mauer herum ins Eck (70.). Altenburg streckte sich vergeblich. Mit ihrem zweiten Treffer des Abends stellte die Niederländerin auf 1:3. Kurz danach wurde Vallotto, die das zwischenzeitliche 1:2 erzielt hatte, durch Katharina Piljic ersetzt. In der 76. Minute folgte auch auf Frankfurter Seite der dritte Wechsel: Die glücklose Freigang wurde durch Danique Tolhoek ersetzt. Doch auch dieser Wechsel brachte nicht den erhofften Impuls.
Eintracht findet keine Antwort mehr
In der Schlussphase plätscherte die Partie weitgehend vor sich hin. Nennenswerte Torchancen konnte sich die Arnautis-Elf nicht mehr erspielen, während Wolfsburg die komfortable Führung souverän verwaltete. In der Nachspielzeit brachte Arnautis noch Jarne Teulings und Ainhoa Alguacil für Ivelj und Memeti (90.+1). Am Ende blieb es beim 1:3 – und auch das zweite Bundesliga-Topspiel gegen den VfL Wolfsburg ging für die Eintracht verloren. Damit kassierte die SGE erst ihre zweite Niederlage in der laufenden Bundesligasaison und bleibt mit 17 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz. Wolfsburg konnte sich durch den Auswärtsdreier weiter von den Hessinnen absetzen und den Vorsprung auf sieben Zähler ausbauen.
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt der Eintracht allerdings nicht. Im Europa Cup wartet bereits die nächste Herausforderung: Im Rückspiel gegen die PSV Eindhoven möchte die Mannschaft von Niko Arnautis vor heimischer Kulisse den Einzug ins Viertelfinale festzurren. Anstoß ist am kommenden Mittwoch um 18:30 Uhr. Anschließend steht für die SGE am Sonntag das Auswärtsspiel bei RB Leipzig an. Anpfiff ist um 16:00 Uhr.






3 Kommentare
Naja, eigentlich ist es doch immer das Gleiche, die top Teams kommen und wir öffnen die Tür.
Egal ob unsre Liga, oder die Quali für die Champions League oder entscheidende Spiele….
Was ich damit meine ist einfach, ist unser Team gut genug für höhere Aufgaben oder ist der Trainer gut genug, um alles Indie richtigen Bahnen zu lenken ??
Ich weiß es nicht…….
Die zweite Halbzeit gehört für mich zu einem der schlimmsten Auftritte der jüngeren Vereinsgeschichte. Nicht unbedingt wegen den zwei kassierten Gegentoren, sondern aufgrund des vollkommen uninspirierten und lustlosen Auftritt. Vor allem die letzten 15 Minuten gehen in dieser Form einfach gar nicht, vor allem gegenüber den gut 4000 Fans, die mit am Ende etwas mehr als null Grad ins Stadion gekommen sind.
Mit dieser Mannschaft stimmt einiges nicht und das Mittelfeld ist für mich die Hauptproblemzone. Bennison ist um Lichtjahre von der Präsenz einer Gräwe entfernt, Ivelj ist noch nicht so weit, dass sie in schwierigen Phasen voran gehen kann. Mühlhaus heute behäbig, lustlos, als wäre sie am liebsten im Bett geblieben. Freigang hatte bis kurz vor ihrer Auswechselung eine einstellige Anzahl Ballkontakte. Mehr muss man zur Leistung der "Kapitänin" nicht sagen...
Und warum stand nicht Winkler, sondern wieder Altenburg im Tor? Beim zweiten Treffer hat sie die kurze Ecke offen gelassen und beim dritten die Mauer völlig falsch gestellt.
Weiss nicht ob ich die zweite Halbzeit "zu einem der schlimmsten Auftritte der jüngeren Vereinsgeschichte" zähle, aber nachdem ich mir die Zusammenfassung beim ZDF angeschaut habe, scheinen unsere Frauen heute keinen feinen Fuß gefunden zu haben. :-/
https://www.youtube.com/watch?v=FiAYK47UPJs
Du musst eingeloggt sein, um einen Kommentar zu schreiben.