Das 0:7 beim FC Brentford war zwar „nur“ ein Testspiel, trotzdem hat die Partie bei Eintracht Frankfurt deutliche Spuren hinterlassen. Nur wenige Tage vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison im DFB-Pokal beim SC St. Tönis erwischten die Hessen bei der Generalprobe einen rabenschwarzen Tag und gingen beim englischen Premier-League-Klub deutlich unter. Neuzugang Raphael Onyedika machte nun im Podcast „Aufstehen mit der Eintracht“ deutlich, wie sehr die Niederlage Mannschaft und Trainer Adi Hütter beschäftigt hat. Der Nigerianer fordert eine Reaktion – und will seine Pokalerfahrung nutzen, um mit der SGE erfolgreich in die Saison zu starten.
„Das Brentford-Spiel war einer der Tage, der einen hart trifft“, blickte Onyedika auf die herbe Niederlage zurück. Natürlich sei nach dem Auftritt niemand zufrieden gewesen: „Weder die Spieler noch die Coaches waren natürlich glücklich mit dem Ergebnis. Wir müssen aus dem Spiel viel lernen.“ Schon unmittelbar nach der Partie hatte Hütter deutliche Worte gefunden und betont, dass ein solches Ergebnis auch in einem Testspiel nicht passieren dürfe. Offenbar ging die Aufarbeitung anschließend intern weiter. Onyedika berichtete von einer deutlichen Ansprache des Österreichers. „Der Trainer war danach sehr direkt und wir hatten ein sehr langes Meeting. Der Trainer war wirklich verärgert, genauso wie wir über unsere Leistung“, verriet der 25-Jährige. Nun gehe es darum, die richtigen Schlüsse aus der Partie zu ziehen: „Wir wollen nicht, dass so etwas wieder passiert. Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass wir besser und besser werden. Wir müssen jetzt eine Reaktion auf dem Platz zeigen.“
Die erste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am Freitag in der ersten Runde des DFB-Pokals beim SC St. Tönis. Dass die Eintracht dort auf einen unterklassigen Gegner trifft, spielt für Onyedika keine Rolle. „Es kommt aktuell nicht darauf an, gegen wen wir spielen und ob es ein Erst-, Dritt- oder Fünftligist ist“, betonte der Mittelfeldspieler. Entscheidend sei vielmehr der eigene Auftritt: „Wir müssen unseren Standard auf den Platz bringen und den Fans zeigen, was sie von uns erwarten können. Der Rest kommt dann damit.“
Onyedika kennt sich mit Pokalsiegen aus
Dabei weiß der Sommerneuzugang durchaus, wie man in einem Pokalwettbewerb erfolgreich ist. Sowohl während seiner Zeit in Dänemark als auch in Belgien durfte Onyedika bereits einen nationalen Pokalsieg feiern. „Ich mag den Wettbewerb. Man schaut hier von Spiel zu Spiel“, erklärte der Nigerianer. Gerade dieses Alles-oder-Nichts-Prinzip gefalle ihm: „Ich mag es, dass man im Pokal keine zweite Chance bekommt. Es geht um das eine Spiel. Es geht um den Moment und dann bist du drin oder draußen.“ Besonders gerne erinnert sich der defensive Mittelfeldspieler an seine bisherigen Endspiele zurück. In einem davon übernahm Onyedika sogar im Elfmeterschießen Verantwortung und verwandelte seinen Versuch. Entsprechend selbstbewusst fügte er mit einem Lachen an: „Ich weiß also, wie man Pokalspiele gewinnt.“
Sportlich befindet sich Onyedika derweil noch in der Eingewöhnungsphase. Erst vor wenigen Wochen wechselte der 25-Jährige vom Club Brügge nach Frankfurt. Seine ersten Eindrücke von der neuen sportlichen Heimat fallen positiv aus: „Die ersten Wochen in Frankfurt waren schön. Es ist gut, sich jetzt an das Umfeld und die Stadt, aber auch an das Team und den Trainer zu gewöhnen.“ Vor allem seine neuen Mitspieler hätten ihm den Einstieg leicht gemacht. „Es war sehr leicht, im Team anzukommen, weil die Jungs alle sehr nett sind. Sie haben mir sehr viel geholfen“, berichtete Onyedika. Einige seiner neuen Kollegen habe er zuvor bereits gekannt, allerdings nicht persönlich. Auch die Bedingungen bei der Eintracht haben Eindruck hinterlassen: „Das Umfeld hat mich beeindruckt und es wird mir helfen, mich zu verbessern.“
An Hütters Spielidee muss sich der 25-Jährige ebenfalls nicht komplett neu gewöhnen. „Der Trainer will ein hohes Pressing und dominant spielen. Daran versuche ich mich zu gewöhnen“, erklärte Onyedika. Vieles kenne er bereits aus seiner Zeit in Brügge: „Es ist schon ähnlich zu meinem letzten Team in Brügge mit dem Pressing und dem hohen Anlaufen.“
Erst Wohnung, dann die Stadt
Während die Eingewöhnung auf dem Platz bereits läuft, ist Onyedika in Frankfurt noch nicht endgültig angekommen. Derzeit lebt der Neuzugang noch im Hotel und ist auf der Suche nach einer eigenen Bleibe. Daher blieb bislang auch wenig Zeit, seine neue Heimat genauer kennenzulernen. „Ich habe mich noch nicht viel in der Stadt umgeschaut. Ich muss erstmal eine Wohnung finden“, erklärte er. Das soll sich ändern, sobald die Wohnungssuche abgeschlossen ist. Einen positiven Eindruck von Frankfurt hat er trotzdem bereits: „Ich habe schon viel gehört, dass es eine schöne Stadt ist.“
Zunächst dürfte der Fokus aber ohnehin auf dem Sportlichen liegen. Nach der deutlichen Niederlage in Brentford zählt für Onyedika und die Eintracht am Freitag nur eines: eine Reaktion zu zeigen und mit einem Erfolgserlebnis in die Pflichtspielsaison zu starten.






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