Eintracht Frankfurt hat im Heimspiel gegen Borussia Dortmund ein starkes Signal gesendet. Trotz des späten Gegentreffers präsentierte sich die SGE auf Augenhöhe mit einer der Topmannschaften der Bundesliga und zeigte Eigenschaften, die in den vergangenen Wochen nicht immer sichtbar waren: Intensität, Mut und offensive Durchschlagskraft. Dass sich das 3:3 am Ende dennoch wie eine Niederlage anfühlte, lag einmal mehr an defensiven Unzulänglichkeiten in der Schlussphase. Hier kommt die SGE4EVER.de-Analyse des Remis.
Klarer Plan, hohe Intensität
Die Eintracht startete im 4-2-3-1-System mit einer klassischen Viererkette und zwei defensiven Mittelfeldspielern davor. Von Beginn an war erkennbar, dass der Fokus auf Aggressivität und Zweikampfführung lag. Die Mannschaft trat gallig auf, suchte konsequent die direkten Duelle und gewann diese in der Anfangsphase auch häufig. Das Stadion war sofort da – Frankfurt wollte dieses Spiel emotional führen. Borussia Dortmund stellte die SGE jedoch früh vor große Probleme. Das hohe, aggressive Pressing der Gäste sorgte dafür, dass ein geordneter Spielaufbau lange Zeit kaum möglich war. Bis etwa zur Mitte der ersten Halbzeit verlor die Eintracht den Ball zu häufig und zu schnell, vor allem im Übergang vom ersten ins zweite Drittel. Dennoch wich die Mannschaft nicht von ihrem Plan ab und blieb präsent im Spiel.
Ebnoutalib als emotionaler Fixpunkt
Besonders auffällig war der Auftritt von Younes Ebnoutalib, dem neuen Frankfurter Stürmer. Gegen die körperlich starken Innenverteidiger Nico Schlotterbeck, Niklas Süle und Waldemar Anton hatte er es erwartungsgemäß schwer. Dennoch rieb sich Ebnoutalib in nahezu jedem Zweikampf auf, arbeitete unermüdlich gegen den Ball und ging keinem Laufweg aus dem Weg. Genau dieser kompromisslose Einsatz war es, der die Fans sofort auf seine Seite zog. In Frankfurt braucht es manchmal nicht mehr als absolute Basics, gepaart mit bedingungslosem Willen – und genau das verkörperte Ebnoutalib. Auch wenn er spielerisch nicht immer zur Entfaltung kam, war sein Auftritt von enormem emotionalem Wert für die Mannschaft.
Der Elfmeter als Wendepunkt
Mit dem Ausgleich durch den sicher verwandelten Elfmeter von Uzun änderte sich das Spiel spürbar. Die Eintracht gewann an Selbstvertrauen, agierte mutiger im Ballbesitz und fand zunehmend bessere Lösungen gegen das Dortmunder Pressing. Die Passfolgen wurden länger, die Staffelungen sauberer, und Frankfurt schaffte es nun häufiger, das Spiel ins letzte Drittel zu verlagern. Auch der erneute Rückstand zum 1:2 brachte die SGE nicht aus dem Konzept. Statt hektisch zu werden, blieb die Mannschaft ruhig und suchte weiterhin den Weg nach vorne. Der verdiente Ausgleich resultierte aus einem starken Spielzug der beiden neuen Stürmer Kalimuendo und Ebnoutalib – ein Angriff, der Tempo, Präzision und Entschlossenheit vereinte und sinnbildlich für den verbesserten Offensivauftritt stand.
In der Folge entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem beide Mannschaften klar signalisierten, dass sie mehr wollten als nur einen Punkt. Frankfurt hielt körperlich wie spielerisch dagegen und zeigte, dass man gegen einen Gegner wie Borussia Dortmund nicht nur mithalten, sondern ihn auch vor Probleme stellen kann. Als die Eintracht in der 90. Minute das 3:2 erzielte, schien der Sieg zum Greifen nah. Doch erneut zeigte sich eine alte Schwäche: Statt die letzten Minuten aktiv zu gestalten, ließ sich die Mannschaft zu weit in die eigene Hälfte drücken. Die defensive Ordnung ging verloren, die Abstände wurden zu groß – und Dortmund kam noch zum unglücklichen Ausgleich.
Mutmacher mit Makel
Dieses Spiel macht Mut. Die Eintracht zeigte Herz, Einsatz und eine offensive Qualität, die in dieser Form Hoffnung für die kommenden Wochen gibt. Gerade das Zusammenspiel der Offensivspieler, die Mentalität und die Reaktion auf Rückschläge waren klare Fortschritte. Defensiv bleibt jedoch weiterhin Luft nach oben. Zu viele kleine Fehler, unklare Zuordnungen und mangelnde Konsequenz in den entscheidenden Momenten verhindern derzeit, dass solche Spiele auch gewonnen werden. Genau deshalb fühlte sich das 3:3 trotz der starken Leistung am Ende wie eine Niederlage an. Eintracht Frankfurt präsentierte sich gegen Borussia Dortmund auf Augenhöhe mit einer Spitzenmannschaft der Bundesliga. Die Leistung war ein Schritt nach vorne – emotional, spielerisch und mental. Wenn es der SGE gelingt, die defensive Stabilität weiter zu verbessern, könnten genau solche Auftritte bald auch wieder mit drei Punkten belohnt werden. Die Richtung stimmt.






8 Kommentare
OT: https://www.kicker.de/toppmoellers-nette-worte-helfen-amenda-nicht-weiter-1182973/artikel
Für mich war die Einwechslung von Collins gegen den BVB eine Ohrfeige für Amenda. Wäre an seiner Stelle auch frustriert über die Gesamtsituation und würde mich umschauen....man hat bei DT manchmal das Gefühl, dass bestimmte Spieler einfach kein Vertrauen genießen (und andere Narrenfreiheit haben, z.B. Collins oder Chaibi), schwer nachzuvollziehen von außen!
Tolles Spiel hin oder her- am Ende wurde nur ein Drittel der möglichen Punkte geholt und das zählt ausschließlich.
Geht es nur mir so ? Dem Spielverlauf nach wäre ich zunächst mit einem 2:2 zufrieden gewesen. Mit einem 3:3 dann aber nicht mehr so richtig. Schade, Mund abbbutze und weiter. Wünsche mir einen Punkt in Stuttgart und auf jeden Fall drei in Bremen.
Geht es nur mit so? Noch kein negativer Kommentar eines alten Mannes und er fehlt mir gar nicht...
Gruß SCOPE
ja, klar. nach zweimal Rückstand hatten wir beim 2:2 irgendwie einen Punkt gewonnen. Nach der Führung und dann dem 3:3 zwei Punkte verloren, noch dazu mit dem letzten Angriff. Hätte Dortmund in der 92. das 2:3 gemacht und wir in der 96. einen reingestolpert, würden wir jetzt noch jubeln. So ist das halt… Da fällt mir das total bekloppte 2:3 in stuttgart letzte saison ein, als es auch schon kurz 3:3 stand….nehm ich für morgen aber auch gerne wieder!
Es ist schön das auch hier im Forum eine positive Aufbruchstimmung zu spüren ist.
Sehe ich genauso und das 3zu3 ist über die Collins Seite gefallen. Ich finde mehr Amenda würde uns gut tun.
Ich bin auf das morgige Spiel gespannt - hier wird es sich jetzt weisen wo die Reise hingeht. Der VfB ist gerade super stark aus der Winterpause zurückgekommen und ich hoffe wir gehen dort nicht unter.
Also, ich habe mir das 3:3 jetzt 5x angeschaut. Ich sehe da vieles, was nicht optimal läuft, aber wo jetzt genau der Fehler von Collins sein soll, erschließt sich mir absolut nicht.
Ich habe mir auch nochmal ein paar Gegentore mit Amenda auf dem Platz angeschaut- allen voran Liverpool.
Dass Amenda jetzt unbedingt fehlerunanfälliger wäre als Collins, erschließt sich mir da noch weniger
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