Die Führungsebene von Eintracht Frankfurt um Axel Hellmann und Markus Krösche hatte im Vorfeld der Saison 2026/27 einen deutlich schlankeren Kader angekündigt. Gesagt, getan: Insgesamt 17 Spieler haben die SGE in diesem Transfersommer verlassen. Der angepeilte XXL-Kaderumbruch ist damit vollzogen. Grund genug, genauer hinzuschauen: Wie haben sich die Wechsel für die ehemaligen Eintracht-Profis entwickelt und wie performen sie bei ihren neuen Klubs?
Brown startet beim FC Bayern durch – Skhiri findet in Köln zurück zu alter Stärke
Mit Nathaniel Brown, Ellyes Skhiri, Junior Dina Ebimbe und Noel Futkeu wechselten insgesamt vier Spieler innerhalb der Bundesliga den Verein. Während Brown sich mit seinem Wechsel zum FC Bayern einen großen Karrieretraum erfüllte, schlossen sich Ebimbe und Futkeu zwei Aufsteigern an. Skhiri kehrte derweil zu seinem ehemaligen Klub 1. FC Köln zurück.
Beginnen wir mit dem sportlich wohl schmerzhaftesten und zugleich finanziell lukrativsten Abgang: Dass Brown nach zwei Jahren am Main den nächsten Karriereschritt machen würde, hatte sich bereits seit rund einem halben Jahr angedeutet. 50 Millionen Euro flossen für den deutschen Nationalspieler in die Bankenstadt. Beim deutschen Rekordmeister hätte Brown kaum besser starten können. Im Supercup gegen Borussia Dortmund setzte Trainer Vincent Kompany den gelernten Linksverteidiger auf der Zehnerposition ein – mit Erfolg. Brown erzielte das Führungstor und feierte als Bayern-Profi direkt seinen ersten Titel.
Der 23-Jährige hat sich schnell zu einem Stammspieler entwickelt und kommt abwechselnd hinter der Spitze und auf der linken Abwehrseite zum Einsatz. Zuletzt saß Brown jedoch beim 7:0 gegen Union Berlin und beim 5:0 gegen Bodø/Glimt in der Champions League auf der Bank. Alphonso Davies erhielt stattdessen jeweils den Vorzug. Die Münchner sind bis auf das torlose Remis bei Schalke 04 erwartungsgemäß stark in die neue Saison gestartet und belegen aktuell den zweiten Platz hinter dem BVB.
Nach drei enttäuschenden Jahren bei der SGE und einer Weltmeisterschaft zum Vergessen ist Skhiri derweil wieder dort angekommen, wo er einst zum gestandenen Bundesliga-Profi reifte. In Köln präsentiert sich der Tunesier bislang in gewohnt starker Verfassung. Der erst kürzlich aus der Nationalmannschaft zurückgetretene Mittelfeldspieler verpasste bislang kein Pflichtspiel und steuerte in den vergangenen beiden Ligaduellen gegen Werder Bremen und den HSV jeweils eine Vorlage bei. Zudem weist der 31-jährige Routinier aktuell mit 97,5 Prozent die beste Passquote der laufenden Bundesliga-Saison auf. Die Kölner kommen nach vier Spieltagen auf vier Punkte und setzten sich im DFB-Pokal knapp beim Drittligisten Würzburger Kickers durch. Skhiri und der „Effzeh“ scheinen wieder bestens zusammenzupassen.
Zwei Aufsteiger, zwei unterschiedliche Starts: Ebimbe und Futkeu
Etwas weiter oben in der Tabelle finden sich mit dem FC Schalke 04 und der SV Elversberg zwei weitere Abnehmer ehemaliger Eintracht-Spieler. Ebimbe möchte nach seiner wechselhaften und nicht immer geräuschlosen Zeit in Frankfurt auf Schalke einen Neuanfang wagen. Das Kapitel Eintracht Frankfurt hat der Franko-Kameruner allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Zuletzt sorgte er mit deutlicher Kritik an seinem ehemaligen Arbeitgeber für Aufsehen. In einer Medienrunde monierte Ebimbe unter anderem den Umgang mit einigen Spielern.
In Gelsenkirchen scheint sich der 25-Jährige jedoch deutlich wohler zu fühlen. Unter Aufstiegstrainer Miron Muslic ist der flexible Mittelfeldspieler auf der rechten Schienenposition in der Dreier- beziehungsweise Fünferkette gesetzt und trug zum ordentlichen Saisonstart bei. Königsblau holte aus den ersten vier Spielen fünf Punkte, darunter ein Unentschieden gegen den FC Bayern. Zudem zog S04 nach Verlängerung beim Regionalligisten Hallescher FC in die zweite Runde des DFB-Pokals ein.
Futkeu schaffte nach einem überragenden Jahr bei der SpVgg Greuther Fürth den Sprung ins Oberhaus. Die Eintracht hatte ihre Rückkaufklausel aktiviert und anschließend mit Liganeuling Elversberg einen Leihdeal samt Kaufoption vereinbart. Diese soll dem Vernehmen nach bei sechs Millionen Euro liegen. Bei den Saarländern kam der 23-Jährige bislang allerdings noch nicht richtig in Tritt. Sowohl bei der Bundesliga-Premiere gegen Bayer Leverkusen als auch im Pokal beim Drittligisten MSV Duisburg blieb Futkeu außen vor. Stattdessen erhielt David Mokwa den Vorzug. In den darauffolgenden drei Ligaspielen kam der gebürtige Essener jeweils nur zu Kurzeinsätzen. Immerhin konnte Futkeu beim überraschenden und spektakulären 4:3-Sieg in Gladbach als Joker auf sich aufmerksam machen. Nach seiner Einwechslung bereitete der Mittelstürmer das Siegtor vor und verbuchte damit seinen ersten Bundesliga-Scorerpunkt.
Von Leeds bis Fulham: So läuft es für die SGE-Abgänge in England
Nun geht der Blick auf die britischen Inseln. Gleich fünf ehemalige Eintracht-Profis haben dort seit diesem Sommer eine neue sportliche Heimat gefunden.
Keeper Michael Zetterer und Flügelspieler Jean-Mattéo Bahoya schlossen sich Leeds United an. An Zetterers Rolle hat sich dabei wenig geändert. Beim Premier-League-Klub ist der gebürtige Münchner als Nummer zwei hinter Rekordzugang James Trafford vorgesehen. Immerhin durfte der 31-Jährige in der dritten Runde des EFL Cups sein Debüt für Leeds feiern. Beim FC Chelsea ging die Mannschaft von Trainer Daniel Farke allerdings mit 3:6 unter. Es blieb Zetterers bislang einziger Einsatz.
Auch Bahoya kommt über die Rolle des Ersatzspielers derzeit nicht hinaus. Die SGE und Leeds vereinbarten eine Leihe mit anschließender Kaufpflicht, die laut Medienberichten bei 30 Millionen Euro liegen soll. Wie die „Bild“ kürzlich berichtete, greift diese nach zehn Pflichtspieleinsätzen des pfeilschnellen Offensivspielers. Davon ist Bahoya momentan allerdings noch weit entfernt.
Der französische U21-Nationalspieler absolvierte bislang erst einen Einsatz. Am fünften Spieltag der laufenden Premier-League-Saison wurde Bahoya beim 0:0 gegen Crystal Palace für eine Minute eingewechselt. Für Farke besteht derzeit offenbar wenig Anlass, seine Startelf zu verändern. Die „Peacocks“ sind für die eigenen Verhältnisse überzeugend in die neue Saison gestartet: Leeds ist nach fünf Spieltagen mit neun Punkten noch ungeschlagen und belegt aktuell Platz fünf.
Larsson und Amenda mit Stolperstart
Auch Hugo Larsson hätte sich den Start in seinen neuen Karriereabschnitt wohl anders vorgestellt. Nach drei Jahren bei der Eintracht wechselte der Schwede auf Leihbasis zum FC Fulham. Der Deal beinhaltet eine Kaufpflicht, die – anders als bei Bahoya – bereits nach dem ersten Einsatz des zentralen Mittelfeldspielers greift. Da Larsson bereits für die „Cottagers“ debütierte, ist der Leihdeal damit faktisch in einen festen Transfer übergegangen. Dem Vernehmen nach dürfen sich die SGE-Verantwortlichen über rund 22 Millionen Euro freuen.
Sportlich verlief Larssons Start in England dagegen durchwachsen. Der 22-Jährige kam bislang lediglich zu drei Kurzeinsätzen und konnte den Fehlstart seines neuen Klubs nicht verhindern. Nach fünf Spieltagen wartet Fulham unter Trainer Álvaro Arbeloa, der im Sommer die Nachfolge von Erfolgstrainer Marco Silva antrat, weiterhin auf den ersten Sieg. Aktuell stehen die Londoner mit zwei Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz und ist punktgleich mit Schlusslicht Tottenham.
Auch bei Aurèle Amenda besteht noch Luft nach oben. Der 1,97 Meter große Innenverteidiger erfüllte sich ebenfalls den Traum von der Premier League und schloss sich Championship-Meister Coventry City an. Unter Trainer und England-Ikone Frank Lampard ist Amenda gesetzt. Der Schweizer Nationalspieler kam an den ersten vier Spieltagen sowie im Pokal zum Zug. Zu den ersten Punkten konnte er seinem neuen Team allerdings nicht verhelfen. Coventry startete mit vier Niederlagen und einem Torverhältnis von 0:10 in die neue Spielzeit. Ausgerechnet am fünften Spieltag, als Amenda aufgrund einer nicht näher bekannten Verletzung fehlte, gelang der Mannschaft der erste Dreier. Coventry gewann mit 1:0 bei Nottingham Forest.
Kalimuendo ohne Perspektive bei Nottingham Forest
Apropos Nottingham: Wie läuft es bei Leihrückkehrer Arnaud Kalimuendo? Cheftrainer Adi Hütter bestätigte selbst, dass Markus Krösche und Co. alles versucht hatten, um den verlorenen Sohn erneut unter Vertrag zu nehmen. Die hohen Ablöseforderungen aus England machten eine Verpflichtung jedoch letztlich zunichte.
Kalimuendo blieb damit bei den „Tricky Trees“ und steht dort unter Neu-Trainer Oliver Glasner unter keinem guten Stern. Der ehemalige Eintracht-Coach sieht offenbar keine Verwendung für den französischen Angreifer. Kalimuendo muss sich deshalb mit einem Platz auf der Bank beziehungsweise sogar auf der Tribüne begnügen. Bislang steht für den 24-Jährigen lediglich eine Einsatzminute am ersten Spieltag bei der 0:1-Niederlage gegen Leeds zu Buche. Gleich dreimal schaffte es der Spieler überhaupt nicht in den Kader. Immerhin stand Kalimuendo im EFL Cup gegen Leeds 60 Minuten in der Startelf, konnte das Ausscheiden in der zweiten Runde aber nicht verhindern.
Wahi trifft, Nkounkou etabliert sich in Nizza
Auch Niels Nkounkou und Elye Wahi wechselten auf Leihbasis zu OGC Nizza. Die Südfranzosen besitzen bei beiden Spielern eine anschließende Kaufoption.
Für Nkounkou bedeutet die Rückkehr in seine Heimat einen Neuanfang, nachdem seine Leihe zum FC Turin alles andere als erfolgreich verlaufen war. Wahi erhält derweil die Chance, seine starke Form aus der vergangenen Rückrunde zu bestätigen. In der vergangenen Saison hatte der ivorische Nationalspieler Nizza unter anderem bis ins Finale der Coupe de France geführt. In der neuen Spielzeit ist dem 23-Jährigen in seinen ersten vier Ligue-1-Einsätzen allerdings lediglich ein Tor gelungen. Beim 1:1 am zweiten Spieltag gegen Aufsteiger Le Mans erzielte Wahi den Ausgleich.
Nkounkou wartet hingegen noch auf seine erste Torbeteiligung im Trikot des Vorjahres-16. Dennoch stand der 25-Jährige zuletzt dreimal in Folge in der Startelf. Dabei absolvierte er jeweils mehr als 70 Minuten. Nizza steht aktuell mit fünf Punkten nach fünf Spieltagen auf Platz 14.
Kristensen als Kapitän, Theate mit turbulentem Bologna-Start
Kommen wir zu zwei Spielern, bei denen ein Abgang vor zwei Jahren noch kaum vorstellbar gewesen wäre. Die beiden Abwehrspieler Rasmus Kristensen und Arthur Theate verließen die SGE ebenfalls im abgelaufenen Transferfenster. Während Kristensen aus privaten Gründen zu seinem Ausbildungsverein FC Midtjylland nach Dänemark zurückkehrte, signalisierte Trainer Adi Hütter, dass er nicht mit Theate plant. Der belgische Nationalspieler wechselte daraufhin auf Leihbasis zum FC Bologna, bei dem er bereits von 2021 bis 2022 unter Vertrag stand. Die Italiener besitzen anschließend eine Kaufoption.
Kristensen wurde bei Midtjylland direkt zum Kapitän ernannt und verpasste bislang keine Partie. Der Leader erzielte sogar ein Tor und trägt maßgeblich dazu bei, dass das Team von Trainer Mike Tullberg nach neun Spieltagen mit 18 Punkten ungeschlagen auf dem zweiten Platz der dänischen „Superliga“ steht.
Theate erwischte bei seinem neuen Verein dagegen einen deutlich turbulenteren Start. Bologna trennte sich von Trainer Domenico Tedesco, nachdem aus den ersten vier Begegnungen nur ein Zähler herausgesprungen war. Der ehemalige Schalke- und Leipzig-Coach hatte erst im Sommer übernommen. Unter Nachfolger Raffaele Palladino wartet der Serie-A-Klub nach dem 1:1 gegen den FC Turin weiterhin auf das erste Erfolgserlebnis. Theate stand zuletzt allerdings dreimal in Folge in der Startelf und absolvierte jeweils die kompletten 90 Minuten.
Smolcic überzeugt beim türkischen Aufsteiger
Hrvoje Smolcic scheint mit Aufsteigern gute Erfahrungen zu machen. Nachdem der Kroate in der vergangenen Saison auf Leihbasis mit Kocaelispor souverän den Klassenerhalt geschafft hatte, schloss er sich dem nächsten Liganeuling an. Corum FK sicherte sich die Dienste des 26-Jährigen dauerhaft. Smolcic stand bislang in allen Partien in der Startformation und absolvierte – mit Ausnahme des ersten Spieltags – jeweils die komplette Spielzeit. Die Türken starteten mit einem überraschenden 2:2 beim Serienmeister Galatasaray Istanbul und stehen mit sieben Punkten nach sechs Spielen aktuell ordentlich da. Nichtsdestotrotz vollzog Corum völlig überraschend einen Trainerwechsel. Der Aufsteiger wird fortan von der türkischen Fußball-Ikone Burak Yilmaz trainiert.
Batshuayi und Dahoud in der Wüste
Beinahe wären Smolcic und Michy Batshuayi Teamkollegen geworden, denn auch der Belgier wurde mit dem türkischen Klub in Verbindung gebracht. Letztlich zog es den belgischen Stürmer jedoch auf die arabische Halbinsel. Batshuayi schloss sich Abha Club an und erzielte in den ersten sechs Spieltagen der Saudi Pro League einen Treffer.
Auch Mo Dahoud wagte bei der Vereinssuche ein Abenteuer in der Region. Der Deutsch-Syrer steht inzwischen beim United FC in Dubai unter Vertrag. Trainiert wird der Klub, der in die UAE Pro League aufgestiegen ist, von niemand Geringerem als Italien-Legende Andrea Pirlo.
Simoni verliert seinen Stammplatz in Luzern
Simon Simoni wechselte nach seiner Leihe beim 1. FC Kaiserslautern zum FC Luzern. Beim Schweizer Klub stand der Albaner an den ersten drei Spieltagen sowie im Pokal zwischen den Pfosten. Anschließend verlor der 22-Jährige seinen Stammplatz und kam in den darauffolgenden sechs Partien nicht mehr zum Einsatz.






3 Kommentare
Also Rasmus und Midtjylland sind nicht Erster mit 24, sondern zweiter mit 19 Punkten. Erster ist FCKopenhagen mit Bo Svensson. Aber trotzdem ein ordentlicher Start. Rasmus auch schon mit 4 Gelben, er spielt rechts in einer Dreierkette. Kurs Europa.
Danke für die Übersicht!
Hallo Reebok,
du hast natürlich Recht. Ich habe mich leider verguckt. Die Stelle habe ich angepasst. Danke.
Vielen Dank für tolle Übersicht. Sehr interessant zu sehen, was die früheren Adler so „treiben“.
Interessant auch zu sehen, wie Spieler, die hier nicht immer ihre Leistungen gebracht haben, in einem anderen Umfeld wie ausgewechselt agieren. Nicht umsonst, heißt es, der Kopf spielt mit… den 5er ins Phrasenschwein zahle ich gerne 😊.
Forza SGE!
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