Mit einem kleinen Drama ist Eintracht Frankfurt ins neue Fußballjahr gestartet – und Mittelfeldmann Hugo Larsson wusste im „PwC Players Talk“ nach dem Abpfiff ziemlich genau, warum sich dieses Spiel so angefühlt hat. „Wenn wir gegen Dortmund spielen, ist fast nichts anderes zu erwarten“, sagte der Schwede lachend und ordnete die emotionale Partie gleich ein. Rückblickend sei das Duell gegen Borussia Dortmund für ihn und „für alle Fußballfans die richtige Ansetzung, um die Bundesliga 2026 zu eröffnen“. Es habe ein intensives Hin und Her gegeben, „auch für den neutralen Zuschauer schön anzusehen“, selbst wenn die Eintracht natürlich lieber drei Punkte eingefahren hätte.
Direkt nach dem Schlusspfiff überwog allerdings der Frust. „Es hat sich natürlich nicht so gut angefühlt, weil wir dem Sieg schon so nah schienen“, erklärte Larsson mit Blick auf den Dortmunder Ausgleich in letzter Sekunde. Mit etwas Abstand sei er jedoch sicher, „dass wir mit dem Punkt zufrieden sein können und das Resultat insgesamt gerecht ist“.
Positives aus dem Spiel mitnehmen
Gerade mit Blick auf den vollen Januar mit sieben Spielen nimmt die SGE viel Positives aus der Partie mit. „Auf jeden Fall den Aufwand, den wir betrieben haben“, betonte Larsson. Genau diese Intensität müsse man „in jedem Spiel aufs Neue“ auf den Platz bringen, um erfolgreich zu sein. Ein Remis gegen Dortmund dürfe man „als Erfolg verbuchen und darauf aufbauen“. Besonders wichtig: „Die Energie, die wir auf den Platz gebracht und von den Rängen gespürt haben, nehmen wir mit – als nächstes nach Stuttgart“, sagte der Mittelfeldmotor mit Blick auf das kommende Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart. Wirklich leichter dürfte das nicht werden, denn die Schwaben zeigten sich beim 4:1-Auswärtserfolg bei Bayer 04 Leverkusen am Samstagabend in beachtlicher Jahresfrühform.
Zur Spielgeschichte gehörte nicht nur der späte Ausgleich der Gäste, sondern auch die Moral der Eintracht, die nach zwei Rückständen immer wieder zurückkam und die Partie zwischenzeitlich sogar drehte. Für Larsson ein klares Zeichen: „Dass die Mannschaft Charakter hat, hat man einmal mehr gesehen.“ Entscheidend sei, „dass wir immer wieder alles raushauen und das Publikum hinter uns wissen“. Gemeinsam könne man in der Rückrunde „einiges erreichen“, so der Schwede, der klar machte: „Es liegt an uns, konstant mit Leidenschaft aufzutreten.“
Besonders emotional wurde es beim Blick auf das Debüt von Younes Ebnoutalib, der in seinem ersten Heimspiel direkt traf. „Ich denke, er freut sich sehr – vielleicht mehr nach innen“, grinste Larsson. Für den Youngster sei es „ein großer Abend“ gewesen, „im ersten Spiel im heimischen Stadion, vor der Familie und Freunden direkt in der Startelf zu stehen und zu treffen“. Die Eintracht sei „sehr froh, dass Younes bei uns ist“, und der Auftritt habe gezeigt, „was er uns geben kann. Wir werden noch viel Freude an ihm haben.“
Begeisterung über Winterneuzugänge
Auch der andere Winterneuzugang Arnaud Kalimuendo, der das 2:2 vorbereitete, überzeugte sofort. „Arnaud kam am Mittwochabend und hatte nur das Abschlusstraining“, berichtete Larsson. Trotzdem habe er „schon da einen richtig guten Eindruck“ gemacht. Nach seiner Einwechslung sei schnell klar gewesen, „warum die Eintracht ihn unbedingt verpflichten wollte“. Gleiches gelte für die anderen Neuen, die sich „super integriert haben und tolle Typen sind“.
Ein besonderes Augenmerk lag zudem auf der Doppelsechs: Knapp 80 Minuten spielte Larsson gemeinsam mit Oscar Højlund – so lange wie zuletzt im März gegen Union Berlin. „Oscar ist mein allerbester Freund in der Mannschaft“, verriet Larsson offen. Das wirke sich „sicher auch auf die Verständigung auf dem Platz aus“. Wenn der Trainer entscheide, dass beide zusammen starten, seien sie „sehr glücklich“. Sein Fazit fiel entsprechend positiv aus: „Ich denke, wir haben es zusammen gut gemacht.“
Unterm Strich blieb bei Hugo Larsson trotz des späten Nackenschlags das Gefühl, dass dieser intensive Auftakt Mut macht. Ein Spiel voller Emotionen, Moral und Energie – und eines, auf dem die Eintracht in der Rückrunde aufbauen will.






6 Kommentare
Ja, Kampfgeist, Einsatz, Moral haben seit langem mal wieder gestimmt. Dies ist zwar erfreulich, sollte jetzt aber weder zu Zufriedenheit, noch zu gesteigerter Euphorie führen, denn diese Einstellung ist die absolute Mindestanforderung!
Man sollte aus diesem Grund auch nicht die Augen davor verschließen, dass man erneut drei Gegentreffer (hätten auch fünf sein können) kassiert hat, kaum eine spielerische Linie erkennbar war (außer lange Bälle über die erste Pressinglinie), das Spiel ohne Ball weiter ne Katastrophe ist (für den Ballführenden max. eine Anspielstation in Bedrängnis) und mal wieder kein Mittelfeld in der 2. Hz. vorhanden war, weshalb auch jeder Angriff gefährlich wurde.
Gerade im Mittelfeld fehlt jemand mit Ruhe, Übersicht und Orga. Es kann nicht sein, das die Gegner da einfach durch marschieren.
Der BVB wäre mit etwas mehr Struktur und Passsicherheit mehr als schlagbar gewesen.
Leider sind die Zeiten der Takt- und Strukturgeber vorbei. Wenn heute ein Götze bei eigener Führung in der Nachpielzeit auf den Ball tritt und hintenrum spielt murrt das Publikum. Wenn Collins den Ball nach vorne wirft in der Nachspielzeit bei Führung, finden die Leute das toll. Blöd nur, wenn man dann noch eim Tor fängt.
Die nüchternen Fakten, die bei mir hängengeblieben sind:
- Das Spiel gegen den Zweiten ging 3:3 aus
- Wir haben zweimal einen Rückstand egalisiert
- Wir haben in der Nachspielzeit geführt
- Einsatz und Wille waren erkennbar
- Die Neuzugänge haben ihr Potential (zumindest) angedeutet
In der Summe ziehe ich genau deshalb ein positives Fazit.
Wenn hier mal wieder von drei Gegentoren spricht, dann sollte man aber so fair sein und bedenken, dass max. eines davon rausgespielt war. Das zweite war abgefälscht und das dritte reingeeiert - alleine deshalb ist das Spiel mit den Gegentoren für mich keine Benchmark und ich würde die nächsten 2-3 Spiele mal abwarten und schauen, ob wir gefestigter aus der Pause gekommen sind. Ansonsten kann man auch die Perspektive ändern und sagen, dass wir gegen ein Team, dass sich durch wenige Gegentore auszeichnet hat, 3 Tore erzielt haben.
Ich finde, dass die langen Bälle erst dann gespielt wurden, als in der zweiten Halbzeit die Körner gefehlt haben und ausgewechselt (OH) wurde. MG in der Phase, in der es um alles geht, einzuwechseln, ist m.M.n. ein Fehler. Er kann zwar einen Konter initiieren, aber eine Pressing/Zweikampfmaschine wird er nicht mehr. Und deshalb sind derart knappe Spiele/Situationen nichts mehr für ihn. Uns fehlt schlicht und ergreifend die Alternative. Und ich wusste gar nicht, dass wir in der Vergangenheit Takt- und Strukturgeber in Spitzenspielen hatten. Da hat uns doch gerade die Aggressivität und das schnelle Umschaltspiel ausgezeichnet.
Fair wäre dann auch zu erwähnen, dass das 1:1 geschenkt war und das 3:2 glücklich am langen Pfosten reinfällt. Aber jedes Tor muss man sich auch erarbeiten, oder mal erzwingen. Abgefälscht, reingeeiert,…drin ist drin! Nach dem Wie fragt keiner. Der Ball war im gefährlichen Bereich, es waren genug Spieler da und es wurde geschossen, fertig.
Die Perspektive kann man ändern, ist aber bei Leibe kein Muss!
Die langen Bälle wurden fast durchgehend gespielt, war ja auch von DT so gefordert, aber dann muss das Team auch vorrücken, damit man auch mal in eine Pressingsituation kommt und die zweiten Bälle nicht direkt beim Gegner landen.
Wenn aber man gar nicht in Umschaltsituationen kommt, weil jeder zweite Pass beim Gegner landet, oder man bei einer Führung auch mal Ballbesitz braucht, oder das Spiel mal beruhigen möchte, da wäre es schon von Vorteil, Spieler zu haben, die dies umsetzen könnten.
Anmerkung:
Es stand auch ein Gegner auf dem Platz und zwar kein schlechter.
Tolle Leistung vorgestern!
Julian Brandt war weitesgehend abgemeldet und konnte seine technischen Fähigkeiten nicht gefährlich einbringen. Dass Sabitzer überhaupt mitspielte wurde mir in der zweiten Hälfte erst wieder bewusst, als er im Mittelkreis einen Ball erkämpfte und klug weiterleitete... Ryerson kannst du eben nicht 90 min im Griff haben. Und dann turnen noch Adeyemi und Can beim Aufwärmen hinter dem Tor herum und können frisch eingreifen- Das war immer noch der BVB und die Mannschaft hat Paroli geboten und letzten Spiel im Pokal war der BVB am Ende der Sieger. Ich habe Anfang Januar gedacht, wenn es normal läuft, holen wir in Bremen ein Unentschieden und ansonsten gibt es in der Bundesliga und ChampionsLeague jeweils 0 Punkte. Für mich ist das Glas halb voll, der Ausgleich der Freiburger damals war deutlich ärgerlicher.
Gruß SCOPE
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