Die 2:3-Niederlage von Eintracht Frankfurt beim VfB Stuttgart reiht sich ein in eine Serie von Spielen, in denen weniger das System als vielmehr Haltung, Struktur und mentale Stabilität den Ausschlag geben. Gegen eine formstarke Stuttgarter Mannschaft zeigte die SGE zwar phasenweise, was möglich ist – insgesamt aber zu wenig, zu unkonsequent und vor allem zu wenig als Einheit.
Guter Beginn, frühe Führung – und dann der komplette Bruch
Dabei begann die Partie durchaus vielversprechend. Die Eintracht kam ordentlich ins Spiel, wirkte zunächst konzentriert und belohnte sich früh mit einem sehenswerten Standardtor durch Rasmus Kristensen. In dieser Phase hatte man das Gefühl, dass die Mannschaft den Matchplan verinnerlicht hatte und bereit war, Stuttgart mit Klarheit und Energie zu begegnen.
Doch nach der Führung verlor die SGE zunehmend den Zugriff, spätestens aber der Ausgleich zum 1:1 brachte den kompletten Bruch im Frankfurter Spiel. Keeper Kauã Santos unterlief ein klarer Fehler – ein weiterer Moment, der das ohnehin fragile Selbstvertrauen der Mannschaft und des Torhüters sichtbar erschütterte. Der Brasilianer wirkte erneut verunsichert, was sich unmittelbar auf die gesamte Defensive übertrug. Was dann passierte, ließ große Sorgenfalten auf den Gesichtern vieler SGE-Fans erblicken. Statt Sicherheit gewann Unsicherheit die Oberhand. Die Eintracht ließ sich den Schneid komplett abkaufen, agierte zunehmend fahrig und ohne Struktur, vor allem im Spielaufbau. Im Spiel nach vorne fanden kaum noch Bälle ihr Ziel, vor allem die zentralen Mittelfeldspieler agierten viel zu überhastet und ungenau. Zu oft wurde der Ball in der Defensive ohne Not blind nach vorne geschlagen – weniger als bewusstes Stilmittel, sondern eher als Ausdruck fehlender Lösungen.
Offensive ohne Raum, Defensive ohne Halt
Die offensiven Spieler der Eintracht standen fast permanent direkt im Zweikampf, ohne Raum, ohne Unterstützung und ohne saubere Anschlussoptionen. Stuttgart verteidigte aggressiv und gut abgestimmt, während Frankfurt es kaum schaffte, sich aus dieser Umklammerung spielerisch zu lösen. Auch beim 2:1 für Stuttgart stimmte die Zuordnung nicht. Zwar war der Treffer stark herausgespielt, doch die Frankfurter Verteidiger standen viel zu weit weg, griffen nicht entschlossen an und ließen den Stuttgartern zu viel Raum.
Das Kernproblem: Das verlorene Zentrum
Besonders erstaunlich – und zugleich alarmierend – war die totale Dominanz des VfB in der sogenannten „neutralen Zone“ vor der Frankfurter Abwehr. Ellyes Skhiri und Oscar Højlund fanden in dieser Partie praktisch nicht statt. Stuttgart kontrollierte diesen Bereich nach Belieben, gewann zweite Bälle und konnte immer wieder mit Tempo auf die ohnehin verunsicherte Abwehr zulaufen. Dass Frankfurt im Zentrum so unterlegen war, zog sich wie ein roter Faden durch das Spiel. Ohne Zugriff im Mittelfeld war die Defensive permanent in Bewegung – und damit anfällig. Die Stuttgarter Mittelfeldspieler hatten Zeit, Raum und Übersicht, während die Eintracht hinterherlief. Ein strukturelles und zugleich individuelles Versagen.
Mentales Problem statt Qualitätsfrage
Noch schwerer wiegt jedoch der mentale Eindruck, den die Eintracht hinterließ. Zu oft wirkte die Mannschaft und die Spieler mit sich selbst beschäftigt. Nach Gegentoren oder schwachen Aktionen folgten keine kollektiven Reaktionen, sondern Streitigkeiten, Gesten des Frusts, Abwinken und Anschreien auf dem Platz. Gerade von den Führungsspielern kam auffallend wenig Positives. Statt Orientierung, Ruhe und Energie zu vermitteln, dominierten negative Körpersprache und interne Reibereien. Das Bild war das einer Mannschaft aus Einzelspielern – nicht das eines Teams, das gemeinsam Widerstände überwindet. In den vergangenen Jahren konnte man sich darauf verlassen, dass die Eintracht selbst bei spielerischen Defiziten immer über Einsatz, Wille und Leidenschaft kam. Genau das fehlt derzeit. Und das sollte alarmieren!
Zweite Halbzeit: Mehr Wille, aber kaum Kontrolle
Dass es zur Pause nur 2:1 für Stuttgart stand, war alleine der schwachen Stuttgarter Chancenverwertung zu verdanken. Nach dem Seitenwechsel war zumindest ein gewisser Wille erkennbar. Die Eintracht zeigte mehr Einsatz, blieb jedoch insgesamt unterlegen. Ehrlicherweise waren es weiterhin die Stuttgarter, die dem nächsten Treffer näher waren. Die gefährlichsten Frankfurter Momente entstanden aus Einzelaktionen – etwa beim Lattenschuss von Knauff –, nicht aus klar strukturierten Angriffen. Das Offensivspiel blieb planlos. Die Bälle wurden mit viel Hoffnung nach vorne geschlagen, wo die Flügelspieler gegen die robusten und gut organisierten Stuttgarter Verteidiger meist auf verlorenem Posten standen. Besonders auffällig: Das Fehlen eines Spielers, der erst kürzlich verpflichtet wurde, machte sich nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Younes Ebnoutalib sofort bemerkbar – ein Zeichen dafür, wie fragil das Offensivkonstrukt derzeit ist.
Ein Moment der Hoffnung – und sofort wieder vergeben
Dass die Eintracht es grundsätzlich kann, zeigte die Szene zum 2:2. Arthur Theate trieb den Ball mutig nach vorne, spielte Mahmoud Dahoud an, der wiederum den eingewechselten Debütanten Ayoube Amaimouni-Echghouyab einsetzte. Der Youngster zog nach innen und schloss überlegt ins lange Eck ab – ein starker Moment, technisch sauber und mental mutig.
Doch statt diesen Auftrieb mitzunehmen, überließ die Eintracht erneut Stuttgart das Kommando. Wieder rollten Angriff um Angriff auf die Frankfurter Defensive zu, die sich viel zu einfach auseinanderziehen ließ. In der 86. Minute fiel folgerichtig das 3:2 für den VfB – leider vollkommen verdient.
Kein Aufbäumen, keine Reaktion
Was danach folgte, war vielleicht der enttäuschendste Teil des Abends. Wer ein Aufbäumen erwartete, wurde bitter enttäuscht. Hängende Köpfe, fehlender Glaube, keine letzte Offensive. Weiterhin wurden die Bälle planlos nach vorne geschlagen, durchdachte Angriffsmuster gab es nicht mehr. Auch Mario Götze blieb über weite Strecken völlig unsichtbar und konnte dem Spiel keinerlei Struktur geben. Bemerkenswert – und bezeichnend – war, dass selbst mit Führung weiterhin die Stuttgarter Mannschaft die aktivere war und die Eintracht phasenweise einschnürte. Die einzige Möglichkeit der SGE war eine Einzelaktion von Arnaud Kalimuendo. Das sagte letztlich alles über Kräfteverhältnisse, Mentalität und Selbstverständnis an diesem Abend.
Fazit
Ja, der VfB Stuttgart ist derzeit eine Topmannschaft in hervorragender Form. Aber das allein erklärt diese Niederlage nicht. Dass sich Eintracht Frankfurt so den Schneid abkaufen lässt – spielerisch wie kämpferisch –, muss kritisch hinterfragt werden. Genauso wie eine Zweikampfquote von 35%. Das sagt zu viel aus.
Die Probleme der SGE liegen derzeit weniger im System als in Haltung, Struktur und innerer Geschlossenheit. Ohne Zugriff im Zentrum, ohne kollektive Galligkeit und ohne positive Führung auf dem Platz wird es schwer, Spiele auf diesem Niveau zu bestehen. Die Eintracht kann mehr – doch sie muss es wieder gemeinsam wollen. Das wird jetzt die Frage des gesamten Teams sein – dazu gehören nicht nur die Führungsspieler, sondern auch Cheftrainer und das Trainergespann.






59 Kommentare
Respekt für deinen Kommentar
Stuttgart hat eine tolle Mannschaft und spielt seit 2 Jahren einen sehr ansehnlichen Fußball. Die Abwehr war nach starken Abgängen ein Unsicherheitsfaktor und hat sich jetzt zum Teil in das Blickfeld der Nationalmannschaft gespielt. Aber haben wir keine gute Mannschaft - gespickt mit Nationalspielern?
Aus meiner Sicht gibt es drei Thesen. a) Toppi macht eine gute Arbeit und der Kader ist einfach nicht besser. b) Der Kader hat viel Potential und der Trainer holt es nicht raus. c) Der Trainer ist Opfer der Umstände.
Meine Antwort darauf: Toppi raus!
"Die Richtung ist vorgegeben und zwar Richtung Mittelfeld."
.... und, wenn ich das ergänzen darf, Rumpelfußball.
Das ist doch eben nicht richtig.
Amenda hat Undav abgeschirmt, damit Santos den Ball fangen kann.
Undav hat das erkannt und Amenda leicht geschubst, sodass dieser in Santos reinrasselt.
Santos ist fatalerweise davon ausgegangen, dass er ungestört fangen kann und hat nicht mit einberechnet, dass Undav Amenda umkurvt oder ihn sogar (regelwidrig) in ihn rein schubst.
Leider war der Schubser so leicht und Amenda ohne jegliche Körperspannung, sodass man das nicht abpfeifen konnte.
Hätte sich Amenda theatralisch fallen gelassen wäre es zu 100% Stürmerfoul gewesen.
Ich finde es absolut nicht fair Kaua jetzt als Sündenbock und (fast) allein für die Niederlage verantwortlich zu machen! Der Junge hat ein Fehler gemacht und bei einem Torwartfehler führt das zu meist leider gleich zu einem Gegentor. Dafür hat er uns in der 2. HZ im Spiel gehalten, sonst wären wir wahrscheinlich mit 6:2 untergegangen.
Da nehme ich klipp und klar unser Mittelfeld und unsere Abwehr in die Pflicht, nach so einem Fehler einfach stabil zu bleiben und sich gegenseitig zu unterstützen. War aber leider nicht der Fall!
Zur Wahrheit gehört auch , dass wir unter DT noch nie defensiv stabil gestanden haben! Nicht mal, wenn wir mit Mann und Maus hintendrin standen. Ich kann mich an kein Spiel erinnern, bei dem man nicht bei jedem Angriff des Gegners Angst haben musste ein Tor zu kassieren.
In der letzten Saison wurde die Defensivschwäche von Hugo´s und Omar´s wahnsinns Auftritten übertünscht! In der Hinrunde übernahm das teilweise Doan mit Einzelaktionen und unsere Lebensversicherung im Sturm Jonny. Wir können vorne 6 Dinger schießen, wie gegen Gladbach oder 4 gegen Köln und man muss Angst haben trotzdem nicht zu gewinnen bzw. noch zu verlieren. Da erinnere ich auch an das Auswärtsspiel in Stuttgart letzte Saison, das wir nach einer 3:0 Führung fast noch hergeschenkt haben! Das zieht sich wie ein roter Faden durch seitdem DT Trainer ist.
Und mit der Zeit muss die kritische Frage erlaubt sein, warum DT die Defensive nicht in den Griff bekommt und wenn er es nicht kann, dann ist er der falsche Mann!
Unser Defensiv-Verhalten geht aber schon im Mittelfeld los! Da werden wir viel zu oft und zu einfach überspielt oder überlaufen. Unsere Abwehrreihe sieht sich dann dem gegenübergestellt, macht es auf den Außen dann oft auch nicht falsch, aber im Zentrum, wenn dann der Ball in die Mitte gespielt wird, herrscht dann keine Zuordnung mehr und der Gegner hat zu viel Platz! Seht euch mal die Treffer z.B. gegen den BVB an. Alle 3 Gegentore haben ihre Entstehung über Außen. Ok, Brown hatte da nicht sein besten Tag und war viel zu weit weg vom Gegenspieler 2x, aber was ich sagen will, schaut euch mal das "Nicht-Verteidigen" im Zentrum an. Beim 0:1 ist es glaub Larsson, der nicht mit Beier mitsprintet und beim 3:3 ist es Dahoud, der einfach im Zentrum stehen bleibt und den Dortmunder laufen lässt. Das sind alles Mittelfeldspieler!!! Und diese Momente haben wir bei Gegentoren total oft. Klar sieht die Abwehr dann scheiße aus, aber der Ursprung ist das Defensive-Verhalten unseres Mittelfelds. Dazu kommt dann noch das Torwartthema, das für mich hausgemacht ist und DT hat die Tage ja auch zugegeben, dass es ein Fehler war Kaua im Frühherbst schon wieder zu bringen. Gebt dem Jungen jetzt die Spiele und gesteht ihm Fehler ein. Nur so kommt er in einen Rhythmus und wird sich verbessern. Natürlich wäre das mit einem geordneten und sicherem Defensiv-Verhalten seiner Vorderleute noch einfacher!
Warum man in der Defensive (Abwehr und Mittelfeld) nicht gehandelt hat im Sommer oder jetzt im Winter, keine Ahnung, aber im Nachhinein war das definitiv ein Fehler, grad weil es schon letzte Saison immer wieder zu sehen war, wie schwach wir defensiv sind.
Wenn ich dann noch sehe wie einem Doan die Stärken genommen werden, weil er gefühlt mehr Defensivarbeit vollrichten muss als in der Offensive zu wirbeln, dann kann echt was nicht stimmen und das ist nur ein Beispiel.
Eins noch zur Krösche-Aussage von gestern, "Wir müssen an unserer Defensive arbeiten": Wann wollen wir das tun? Im Januar gewiss nicht, bei den vielen Spielen und wenn wir Pech haben ist nach dem Januar die Saison so gut wie gelaufen! Es ist verpennt worden an der Defensive zu arbeiten, nicht nur von Trainerseite aus! Wenn wir "einfach so weiter" machen und alles schön reden, dann wird das internationale Geschäft diese Saison nicht erreicht! Und dann will ich mal sehen was hier los ist...
Ich stimme der Analyse voll und ganz zu, außer der Schuldzuweisung an Kaua beim ersten Gegentreffer. Wie hier bereits erwähnt wurde, kollidierte er mit Amenda, als er den Ball greifen wollte, während Undav Amenda zu ihm schubste.
Außerdem ist bemerkenswert, dass sich das Spiel in der zweiten Halbzeit grundlegend veränderte, als Skhiri durch Dahoud ersetzt wurde. Plötzlich spielten wir ein solides Mittelfeldspiel.
Schließlich kassierten wir in den letzten beiden Spielen die meisten Gegentore über die linke Seite. Vielleicht sollte der Trainer diesen Umstand auch einmal berücksichtigen.
Ich will nochmal was zu der Hinrunden-Statistik erläutern, die ich hier postete und die m.E. wirklich aussagekräftig ist.
1. Tore vs xGoals
Wir hätten nach xGoals 1,44 Tore pro Spiel erzielen sollen und erzielten 2,06. Der Rest der Liga machte aus 1,5 xGoals 'nur' 1,63 Tore. Das bedeutet, dass wir abschlussstarke Spieler im Kader haben, die 'aus wenig viel machen'.
Top! Bei den meisten Vereinen hätten sie das gerne.
1,44 xGoals bedeutet aber auch, dass der Rest der Liga (1,50 xGoals) mehr Torchancen erspielt als die SGE.
Diese These wird auch dadurch unterstützt, dass wir weniger Torschüsse abgaben (12,47) als der Rest der Liga (13,11).
Und auch die xAssists (also erspielte Torchancen) sprechen die gleiche Sprache:
1,1 SGE : 1,2 Rest der Liga.
Bei den xGoals conceded (also zugelassene Torchancen) ist unser Wert leicht unter dem Rest der Liga: 1,44 : 1,5
Das ist gut und bedeutet, dass unser Spielsystem defensiv grundsätzlich gut funktioniert.
Allerdings bekamen wir tatsächlich 2,12 Gegentore, was auf qualitative Probleme in Abwehr und/oder Tor hinweist. Denn im Vergleich bekommt die Liga bei 1,5 xGoals conceded 'nur' 1,63 Tore.
Wir laufen mit 119,38km so viel wie andere BL-Mannschaften, sind hier komplett im Schnitt (119,39km). Das könnte man nun als User mit meinem Namen kritisieren, aber ehrlichgesagt find ich den Wert okay, denn wir hatten ja zusätzlich noch Champions League. Und wir heißen halt nicht Bayern, die in jedem Spiel 4km mehr laufen als BL-Schnitt...die sind in dieser Hinsicht auch international auf ihrem eigenen Level. Das hat nix mit Wollen zu tun, sondern auch mit Können. Mit Ausnahme weniger Spieler haben die Bayern halt grundsätzlich ne bessere Ausdauer als unsere Spieler. Und Kompany nutzt diesen Vorteil konsequent aus. National, und international.
Ja, man kann das trainieren...aber am End haben Spieler halt grundsätzlich ne Top-Ausdauer (wie Shkiri) oder halt net (wie Uzun bspw).
Und je älter der Kader, desto größer die Wahrscheinlichkeit ausdauerstarker Spieler.. zumindest bis zu nem Alter ~ 30-31.
Ballbesitz 54% ist ein ordentlicher Wert und spiegelt wider, dass wir technisch auf einem besseren Level als der Rest der Liga sind. Ansonsten wäre der Wert so nicht möglich. Wir hatten schon Trainer, die auf Ballbesitz standen (Hütter), da war 54% schon Maximum, 20/21. Aber u.U. bedeutet es auch, dass wir öfter nem Rückstand hinterher rennen als gewollt. Zum weiteren Vergleich hatten wir in Dinos erster Saison 52% Ballbesitz und in der letzten Saison 50%.
Wenn bspw bei Leipzig 50% Ballbesitz steht, dann liegt das daran, dass sie oft früh in Führung gingen und dann recht zackig den Ball mehr oder weniger 'freiwillig' abgeben, und sich lieber aufs Kontern beschränken. Und die sind technisch m.E. sauberer als wir. Also das ist taktisch zu erklären. Die können das bei ihrer qualitativ guten Abwehr auch machen, ähnlich wie Dortmund (53%). Das belegt auch ihr xGoals conceded : Gegentore-Wert. Bei beiden Mannschaften liegt der Gegentore-Wert unter dem xGoals conceded-Wert.
Mehr Ballbesitz als die SGE hat nur Bayern, Leverkusen und Stuttgart.
Doch der direkte Vergleich war schon ernüchternd. Dino will ja grundsätzlich Ballbesitz, und im Spiel gg den VfB waren die Rollen deutlich und der VfB übertraf sogar seinen Ligaschnitt mit 58% (VfB) :42% (SGE).
Natürlich liegt das auch an einer veränderten taktischen Herangehensweise von Dino, frei nach: 'Wir geben denen den Ball..aber nur in Räumen, die für uns ungefährlich sind.' Denke, dass sah man gut bei Spielbeginn.
Und doch überrascht dieser Wert, da man ja eine Halbzeit lang + die letzten sieben Minuten einem Rückstand hinterherlief und spätestens dann sollte eine Mannschaft ja den Ball wollen, um ein Tor erzielen zu wollen.
Insofern war der Wert 42:58 ernüchternd für die SGE.
Erklärend dazu lag es auch an unserer Problematik im Mittelfeld, denn wir hatten mit Skhiri und Høylund keinen spielstarken zentralen Mittelfeldspieler im Spiel. Beide verteidigen lieber. Skhiri rennt hinten die Löcher dicht, Høylund hat ne gute Physis und besticht eher durch Dynamik als Technik.
Bei Führung (oder Unentschieden, je nach Gegner) haste diese Spieler gern auf dem Platz, bei Rückstand eher net. Will nur sagen: für diesen Umstand konnte Dino auch nix. Er hat die Taktik angepasst, weil es das beste zentrale MF ist, was wir aufbieten konnten ohne Larsson und Chaïbi.
Soviel zum Ballbesitz.
Zweikämpfe:
Hatte Dino das nicht positiv hervorgehoben in der PK vorm Spiel?
Hier stehen wir bei 48% (Liga 50%).
Dabei führen wir mit 96 Zweikämpfen etwas mehr als der Rest der Liga (94).
Man kann bei Letzterem jetzt sagen: 'ja top, immerhin werfen sie sich in die ZK und ziehen nicht zurück'
..aber wenn du die Mehrzahl der ZK verlierst, ist das tatsächlich ein Extra-Minuspunkt. Als zweikampfschwache Mannschaft sollte man eher versuchen, ZK aus dem Weg zu gehen.
Bayern hat auch einen Wert von 48%, aber sie führen wesentlich weniger Zweikämpfe (80) als der Rest der Liga.
Nochmal, geführte ZK:
SGE 96, Liga 94, Bayern 80
Das ist deutlich, denk ich.
Bei den Luftzweikämpfen führen wir so viele wie der Rest der Liga (32) und gewinnen dabei 46%. Nochmal: wenn die Mannschaft eher klein ist, versucht man so zu spielen, dass man weniger Luftzweikämpfe führt.
Aber gut, das geht auch nicht immer, wenn der Gegner Freistöße und Ecken sucht. Dann muss man das Spiel weiter nach vorne verlagern, den Gegner kaum aus der eigenen Hälfte lassen..wie die Bayern bspw.
Tja, nur isses schwierig wenn du hinten mit Koch/Theate spielst, die Beide nicht über viel Schnelligkeit verfügen. Auch Kristensen ist nicht der Schnellste. Von daher muss die SGE diese Luftzweikämpfe vielleicht zulassen. Aber wenn sie das muss: warum dann nicht öfter Amenda?
Ich red jetzt vom kompletten letzten Jahr, nicht vom Dortmund-Spiel.
Den beiden 'Neuen' (Amenda, Kaua) sollte man jetzt keine Vorwürfe machen, die spielen doch nie. Wenn sie in den ersten 4-5 Spielen patzen, müssen wir das schlucken. Danach kann man sie ernsthaft bewerten. Kaua war jetzt wieder ne ganze Weile raus, so einfach isses.
Die Foul-Statistik find ich tatsächlich besonders spannend.
Wir spielten etwas öfter Foul (10,94) als der Ligaschnitt (10,92). Meist liegt sowas daran, dass man physisch unterlegen ist. Doch ich geh da jetzt nicht näher drauf ein, die Zahlen sind zu ähnlich.
Krasser find ich die 'Gefoult worden'-Statistik.
Im Ligaschnitt wurde eine Mannschaft 10,35 mal gefoult.
Wir wurden nur 8,76 mal gefoult.
Das kann verschiedene Gründe haben.
Einerseits ne Anweisung von Dino, lieber zu versuchen, auf den Beinen zu bleiben und sich durchzusetzen, weil wir bei Standards nicht so stark sind. Andererseits, dass der Gegner seine Verteidiger anweist, gegen unsere Spieler lieber auf den Beinen zu bleiben, weil wir bei Standards so stark sind
:-D
Oder aber schlichtweg, woran ich glaube, dass unser Sturm Probleme hat, sich gegen gegnerische Verteidiger durchzusetzen. Entweder liegt das an schwachen Laufwegen (bestes Bsp Ebimbe...da ist auch Glasner verzweifelt) oder Physis (langsam, kaum Kraft, unbeweglich,..) oder vielleicht habt ihr ja ne Idee?
Es kann schon auch mit dem Spielstil zusammenhängen, wenn unsere Pressinglinie zu tief ist und wir durch technische Mängel beim Kurzpassspiel und zu wenig Topdribblern im Mittelfeld zu selten gefährlich ins letzte Drittel vorstoßen können. Es wirkt so.
Diese Statistik ist schon sehr deutlich und damit bemerkenswert.
Auch deutlich ist der Abseitswert, der mit 1,24 wesentlich geringer ist als in der Liga (1,84). Um den zu steigern, hätte Wahi öfter spielen müssen ;)
Das mein ich sogar ernst, denn es gibt so Spieler, und zu denen zähl ich ihn, die gern an der Grenze zum Abseits stehen, um dann mit ihrem Speed die Abwehr zu knacken. Nur wurde Wahi halt nie wirklich so genutzt, oder er hätte es machen sollen und brachte es nicht auf die Kette.
Spieler wie Knauff und Bahoya versuchen das anscheinend selten, sonst wäre der Wert höher. Das kann ein Trainer durchaus anweisen ('mehr Steilpässe!') Unser Spiel ist halt nicht drauf angelegt. Ich glaub, Dino steht nicht so auf die Ballverluste, die mit Abseits einhergehen.
Das muss nicht negativ sein, wenn man große Stürmer hat ;) :-D
Und trotzdem: vor der Saison war ich der Meinung, dass es ne schwierige Hinrunde werden wird und wir uns dann in der Rückrunde mit weniger Spielen stark steigern.
Von daher bin ich nicht bei den 'Dino raus'-Rufern. Je nach Rückrunde würd ich mit Dino in die nächste Saison gehen oder den Trainer wechseln. Und sein Schicksal jetzt nicht mit den nächsten Spielen verknüpfen. Also außer es läuft RICHTIG schlecht.
Doch so weit sind wir nach nem BVB 3:3 und VfB 2:3 m.E. noch nicht.
So stelle ich mir Kritik vor , schade das so viele nicht ohne beleidigungen auskommen.
Zum Thema, ich bin ein Verfechter von kontinuietät, das Ständige Trainer wechseln bringt selten etwas.
Die Entwicklung von Jahr 1 zu Jahr 2 war vorhanden und man konnte schon auch auf mehr hoffen.
Leider fehlt es an Stabilität und man muss klar sagen das es DT jetzt die ganze Saison über nicht geschafft hat der Manschaft Sicherheit zu geben.
Für Verletzungen und das abtauchen ( leistungsbezogen) mancher junger Talente kann ich ihm auch nicht die Schuld geben , aber irgendwann muss ich die Manschaft wieder Devensiv Stabil kriegen, vorallem die Führungsspieler.
Leider muss man sagen dS Die Devensiven Probleme schon letztes Jahr anfingen , es scheint als bekomme DT die Balance Devensiv/offensiv nicht hin.
Seit er Trainer ist hat die Manschaft noch nie überzeugend gepresst.
Nochmal ich bin eigentlich für kontinuietät, aber ich verliere jetzt auch wieder den Glauben daran das DT es noch Schaft.
Ich bin durchaus ein Freund von Statistiken und messbaren Werten, auch wenn wir uns hoffentlich darüber einig sind, dass solche Zahlen nie die komplette Realität abbilden können. Wie auch immer, danke für Deine Arbeit - interessant!
Mag sein, dass mich mein Auge trügt, aber gestern hatte ich den Eindruck, dass Stuttgart es relativ leicht hatte, den Ball bis zum Strafraum zu bekommen, während das bei uns immer kompliziert und umständlich wirkte. Und das, obwohl wir eigentlich durch die Bank Spieler haben, die auch etwas mit dem Ball anfangen können. Sehr subjektiv, aber ich hatte den Eindruck, dass Undav uns an einem guten Tag noch 2-3 eingeschenkt hätte. Wenn man das so sieht, war das 2:3 sogar noch ein gutes und glückliches Ergebnis, auch wenn das Spiel so um die 75te sogar mit ein bisschen Glück hätte kippen können. Denn die VFB-Abwehr war in unseren wenigen Druckphasen alles andere als sattelfest. Haben wir eventuell zu passiv gespielt?
Leider bekommen wir auf die vielen "WARUM's" von gestern Abend, glaube ich, keine Antwort durch die Statistiken. Ich persönlich habe aber den Eindruck, da liegt einiges im argen!
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